Die Königin und die Konferenz

Eine Aufgabe aus dem Schreibworkshop: Die Eiskönigin kommentiert die Weltklimakonferenz. Sagen wir mal so: Sie ist nicht zufrieden.

Wer nicht hören will, muss fühlen

So. Nun streiten sie also wieder. Lauter hochbezahlte Menschen aus verschiedensten Ländern, angeblich die Elite. Sollte man zumindest annehmen – wenn man sein Land auf einer internationalen Konferenz vertreten darf, sollte man doch zur Elite gehören, oder?

Eiskönigin

Leider hat man oft das Gefühl, dass die wichtigsten Themen von den dümmsten Menschen diskutiert werden. Vielleicht sieht nicht jeder die Erderwärmung so kritisch wie ich – mir schmilzt mein Zuhause ja buchstäblich unter dem Arsch weg, hier und da sieht man schon braune Erde durchkommen, wo hundert Jahre lang herrlich glitzerndes, weißes Eis war. Aber auch, wenn man nicht so direkt betroffen ist, sollte einem doch klar sein, dass es so wie jetzt nicht weiter gehen kann. Aber nein, der handelsübliche, von der Autoindustrie geschmierte europäische Durchschnittspolitiker fürchtet um seine Nebeneinnahmen und sein tägliches Schnitzel und gibt sich hartleibig. Vollmundige Bekenntnisse auf Pressekonferenzen, mehr ist mal wieder nicht dabei rausgekommen. Also gut, wie ihr wollt – muss ich halt mal wieder ein bisschen Wasser schicken. Hab‘ ja genug in meinem Schmelzwasserreservoir. Vielleicht jage ich die Welle dieses Mal die Ruhr herunter – muss sich ja lohnen.

Es sind allerdings nicht nur die Europäer, die mich so ankäsen. Die Nordamerikaner sind genau der gleiche Schlag. Und in anderen Ländern, deren Vertreter furchtbar jammern, könnten sich auch mal an die eigene Nase fassen. Entwicklungshilfen versaufen oder für goldene Wasserhähne im Präsidentenpalast ausgeben ist wirklich nicht hilfreich, und auch die Überbevölkerung kommt nicht von ungefähr. Da sind die Deutschen ja vorbildlich, die reproduzieren sich kaum noch. Gut so, diese nörgeligen Gesichter gehen mir ohnehin schon lange auf den Wecker. Sollen sie doch aussterben. Diese Zeitung regt mich heute echt auf. Wenn mir nicht schon so warm wäre, könnte man sie verfeuern.

Draußen schneit es. Kein schöner Pulverschnee, sondern weiches, pappiges Zeug. Ich habe meine Leute angewiesen, trotzdem so viel wie möglich davon aufzufangen und aufzubereiten. Einmal in den Schockfroster, dann in den Eisschredderer und zu feinen Eiskristallen vermahlen. Davon dann reichlich auf das Dach, das isoliert und sieht gut aus. Den Fußboden können sie mir auch gleich damit ausstreuen, diese braunen Flecken überall sehen aus, als wären meine Huskies inkontinent. Unglaublich, um was man sich heute alles kümmern muss – früher musste man nur alle paar Jahre mal am Schloss herumreparieren. Inzwischen ist das ein laufender Prozess, wenn es nicht aussehen soll wie bei den Flodders. Danke, Merkel!

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