Rockin the Blues!

Rockin the Blues, Batschkapp

Gestern war ein besonderer Abend: Die ewige Antje und ich waren auf einem Bluesfestival in der Batschkapp. Drei Musiker nebst Bands und Gast gaben sich die Ehre und ich muss sagen, ich habe schon lange, vielleicht sogar noch nie, ein Konzert mit derart viel „Bumms“ erlebt.

Den Anfang machte Gary Hoey mit Band. Vom ersten Ton an ging es zur Sache – unglaublich, wie drei kleine Musiker eine doch recht große Halle ausfüllen können. Virtuoses Gitarrenspiel, Gesang und eine gesunde Portion Humor machten Spaß und Lust auf mehr.

Der zweite auf der Bühne war der junge Quinn Sullivan, der ganz gewiss ein Ausnahmetalent ist. Er kam poppiger daher als sein Vorgänger, aber nicht weniger kunstfertig.

Quinn Sullivan

Und als dritter kam Eric Gales an die Reihe, ein echter Gitarrenkünstler, der es leider nicht lassen konnte, die werte Gemeinde über sein schweres Leben und so aufzuklären. Doch die Musik war klasse – wieder ganz anders als bei den beiden zuvor.

Als Gast kam Lance Lopez auf die Bühne, der mit der Band von Eric Gales spielte. Das Finale wurde nahtlos, ohne weitere Umbaupause, eingeläutet und ehe man sich versah, waren alle vier Gitarristen gemeinsam auf der Bühne. So viel Rhythmus, so viel Power – man wurde ganz besoffen davon. So bekam das Konzert seinen würdigen Abschluss. Das unten eingebundene YouTube-Video stammt von einem Auftritt aus Dortmund.

Gary Hoey

Abgesehen von der fantastischen Musik gab es natürlich auch sonst noch allerhand zu beobachten: Eine gute Akustik in einer Halle, die sich nicht sofort überheizte – prima. Trotz der Lautstärke hatte man also nicht das Gefühl, dass einem das Trommelfell platzt. Ausreichend Getränkestände und moderate Apfelweinpreise – auch gut. Und ein begeistertes Publikum mit der überwiegenden Haarfarbe Grau. Mir ist bewusst, dass Blueshörer oftmals schon etwas ältere Semester sind, aber hey, Kinnings, ihr verpasst echt was, wenn ihr da nicht hingeht. Solche Musik kriegt man nicht oft geboten.

Fazit: Normalerweise neige ich ja nicht unbedingt zur Euphorie. Doch dieses Konzert war schon etwas ganz Besonderes. Es hat Spaß gemacht und obwohl es recht lange ging und ich irgendwann Plattfüße und Rücken hatte, war es das wert. Und auch wenn um mich herum alle grau waren, fühlte ich mich jung und dynamisch. War das geil!

Body and Soul

Ich finde es ja gar nicht so einfach, mich bei meinen „bunten Empfehlungen“ für etwas, das mir am Herzen liegt, zu entscheiden. Allerdings war es keine Frage, welche CD ich als erstes auf den Blog nehmen wollte: Es ist „my alltime favorite“, meine absolute Lieblings-CD seit über 20 Jahren.

Joe Jackson: Body and Soul

Joe Jackson

Meine „Body and Soul“-CD: alt, abgenutzt und heiß geliebt.

Von dem sehr vielseitigen britischen Musiker Joe Jackson (*1954) habe ich eine ganze Latte an CDs zuhause. Von Punk über Pop bis hin zu Jazz und Swing ist alles dabei, und jede CD hat ihren ganz eigenen Reiz. Keine aber begeistert mich so wie das 1984 erschienene Album „Body and Soul“. Diese CD kann ich in einer Endlosschleife hören, ohne mich zu langweilen. Und ich höre sie genau in der Reihenfolge, in der der Meister sie zusammen gestellt hat – nie würde ich bei diesem Album die Zufallsfunktion des CD- oder MP3-Players verwenden.

Faszinierend finde ich, wie verschieden die neun Titel der CD sind. Es beginnt wuchtig, mit Bläsern und viel Getöse, geht dann heiter weiter, nur um beim nächsten Lied leise und zart zu werden. Ständige Tempowechsel auch innerhalb der Titel lassen keine Hörroutine aufkommen, und die perfekten Kompositionen bringen mich mal zum fröhlichen Mitsingen, mal zum beeindruckten Schweigen.

Dabei war ich auch schon: Im Herbst 2012 hatte ich das Glück, in Köln ein Konzert von Joe Jackson besuchen zu können. Das war wirklich grandios: Vom ersten Ton an hatte ich ein glückliches Grinsen im Gesicht, das mindestens eine Woche lang anhielt 🙂 Dabei war an dem Konzert eigentlich nichts Besonderes: Joe Jackson ist Musiker, kein Showman. Er erzählt keine Anekdoten während des Abends, tanzt nicht und ist wahrlich nicht charmant. Er stakst etwas steifbeinig über die Bühne, spricht wenig und macht einfach Musik. Und das macht er fantastisch. Die Arrangements sind ungewöhnlich, die Musiker hervorragend. Jackson selber spielt Akkordeon, Klavier und singt, außerdem scheint er seine Kollegen immer wieder anzufeuern. Er ist Chef im Ring, auch wenn man nicht so recht weiß, wie er das macht.

Natürlich waren damals auch einige Stücke meines geliebten Albums „Body and Soul“ im Programm. Jemand war so freundlich, einige Live-Aufnahmen dieser Konzertreise bei YouTube einzustellen. Vielleicht nicht das Beste, aber mein Liebstes ist „Won’t you be my number two“.