Komische Gewohnheiten: Sich etepetete, aber schlecht benehmen

Manchmal sieht man sich ja wirklich verstohlen um und sucht die versteckte Kamera. So erging es meiner Freundin Kerstin und mir kürzlich, als wir gemütlich kaffeesieren waren: Wir saßen auf der Fressgass, in einer der teuersten Lokalitäten am Platze, denn dort gibt es grandiosen Kuchen und man gönnt sich ja sonst nichts. Es war friedlich dort, ruhig und beschaulich – bis die beiden Damen kamen. „Damen“, so nenne ich sie mal, aus Höflichkeit und weil es mich nichts kostet, aber wäre ich nicht so wohlerzogen, würde ich sie wohl Tussen nennen, Schrullen oder vielleicht noch Schnepfen.

Beide wirkten sie irgendwie aufgeplustert, obwohl sie so taten, als seien sie hochvornehm. Das Getöse, mit dem sie direkt neben uns Platz nahmen, hätte gut in ein Bierzelt gepasst, direkt neben die Blaskapelle, und ihre Gespräche schienen geradewegs der Gala entsprungen, natürlich mit ihnen in der Hauptrolle. Der Kellner wurde behandelt wie die lästigste Nebensache der Welt, aber man musste ja mit ihm reden, schließlich sollte er Torte und Sekt bringen. Was er auch tat.

Sektgläser

Die Sektgläser waren gut gefüllt, sicherlich kamen die Damen nicht zu kurz. Und doch meinte die Lautere der beiden, ihr Glas in die Höhe halten und mit einem Auge hineinspähen zu müssen – zu tief ins Glas zu schauen bekam so eine ganz neue Bedeutung. Der Kellner war besorgt und fragte nach: „Ist alles in Ordnung?“ Die Dame verneinte. Nein, nicht alles in Ordnung, ganz und gar nicht. Denn sie frage sich, ob das „genügend“ sei in ihrem Glas. Bei zu wenig gefüllten Gläsern sei sie empfindlich, verkündete sie. Der Kellner wirkte verblüfft, war doch eher zu viel als zu wenig im Glas. „Ja, vielleicht“, stimmte Madame zu, „aber sie da“, sie wies lässig mit einem Finger auf die Freundin, „hat mehr. Gießen Sie hier doch auch noch einmal nach!“ Der Kellner war Profi und bewahrte die Contenance. Gut hätte ich ja gefunden, wenn er aus dem volleren Glas einfach einen Schluck abgetrunken hätte, aber er kam tatsächlich mit der Flasche, richtete beide Gläser nebeneinander aus, nahm Maß und goss in eines noch eine Fingerhutmenge nach. „Ist es recht so?“ Es war recht – na so ein Glück!

Die Damen aßen und tranken – natürlich mit abgespreiztem kleinen Fingerchen – und unterhielten ihr Umfeld mit hochintellektuellen Gesprächen. Richtig hoch her ging es, als die zu wenig Gefüllte eine Nachricht auf ihr Smartphone bekam – offensichtlich von einem Sponsor. Sie kreischte aufgeregt und ruderte mit den Armen. Der ebenfalls aufgeregten Freundin erklärte sie, er (der Sponsor) habe seine Abrechnung bekommen, und jetzt dürfe sie sich eine Handtasche mehr kaufen. Großes Hallo und viel Gelächter. Und ich dachte, wie gut, dass ich mich selber für oder gegen den Handtaschenkauf entscheiden darf, auch wenn ich sie selber bezahlen muss. Aber jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Die Damen brachen auf, schließlich hatten sie nun neue Pläne, sie brauchten dringend eine Handtasche. Sie rumpelten also von der Terrasse, nicht ohne vorher pflichtschuldigst ihre Zeche zu zahlen und sich beim Kellner lautstark über die unmöglichen, wirklich viel zu hohen Preise zu beklagen. Ist ja klar, der legt die ja auch fest. Und das, so fand ich, war dann wirklich der Gipfel des schlechten Benehmens.

Komische Gewohnheiten – Mutwillig im Weg herumstehen

Mauer

Ein echtes Hindernis, zur Verfügung gestellt von Kunstart.net / http://www.pixelio.de

Jeder steht mal im Weg herum – das ist völlig normal und ich nehme mich da nicht aus. Sei es, dass man mal völlig in Gedanken ist, abgelenkt durch ein Gespräch oder einfach ungeschickt. Auch hat man ja hinten keine Augen und kommt manchmal gar nicht auf den Gedanken, dass von da jemand kommen könnte. Da meistens nichts Schlimmes passiert, ist sowas nicht der Rede wert und führt oft sogar zu einem amüsierten Lächeln.

Es gibt jedoch auch Im-Weg-Steher, die das Im-Weg-Stehen beinahe mutwillig tun. Zum Beispiel diejenigen, die in der Straßenbahn unbedingt in der Tür stehen müssen, auch wenn woanders noch reichlich Platz ist. Wohl, weil man da so schön rausgucken kann und an jeder Haltestelle eine Nase voll frischer Luft nehmen kann. Für die, die rein- oder rauswollen, ist das natürlich nicht so praktisch, gerade dann nicht, wenn die Betreffenden auch noch auf ihrem Smartphone tippen müssen und verärgert grunzen, wenn sie angedotzt werden und sich ob des Gedränges verschreiben.

Besonders gern aber habe ich Reisegruppen, die direkt vereinbaren, im Weg herumstehen zu wollen: „Wir treffen uns in zwanzig Minuten direkt vor dem Wagenstandsanzeiger!“ Diese oder ähnliche Ansagen hört man sehr oft auf Bahnhöfen. Oftmals übrigens von Lehrern, die es offenbar praktisch finden, eine Klasse von rund 25 Schülern gerade da auflaufen zu lassen, wo alle anderen Reisenden auch mal was sehen möchten. Weist man darauf hin, dass das nicht so günstig ist – z. B. durch ein leicht genervtes „Darf ich auch mal an den Plan gucken, bitte?“ – ist man automatisch ein Kinderfeind oder zumindest ein Drängler. Verständnisvoller sind da Kegelklubs oder Landfrauenvereine – die sehen die Notwendigkeit, etwas Platz zu machen, zumeist ein. Das klingt dann so: „Gisela, komm da mal wech, du bist doch nicht durchsichtig!“ oder auch: „Komm ma bei mich bei, Heinz, dat die Leute wat sehen können!“ Wenn Heinz und Gisela sich dann da aufräumen, lächle ich freundlich, nicke zustimmend und bin zufrieden.

Und dann gibt es natürlich noch die Buffetblockierer, auch genannt Salatsortierer und Mittagspausenruinierer. Das sind diejenigen Kollegen, die sich in ihrer ganzen Pracht vor dem Kantinensalat aufbauen, um sich dort einen schönen gemischten Vitaminteller zusammenzustellen. Da sie dabei jede einzelne Gurkenscheibe einer genauen Qualitätskontrolle unterziehen und zudem die ganze Breite des Salatbuffets für ihre Prüfarbeiten benötigen – man braucht ja ausreichend Licht – können sie einer Mittagspauslerin, die gerne in 30 Minuten fertig werden und gemeinsam mit den Kollegen essen möchte, den letzten Nerv rauben. Die rennt dann auf die andere Seite des Salatstandes, um ein Näpfchen Bohnensalat zu ergattern, und drängt sich dort mit fünf anderen Leuten, die der Salatsortierer auf der anderen Seite vielleicht auch schon zum Seitenwechsel gezwungen hat. Und wenn auf der Seite dann der Bohnensalat alle ist, gibt man auf, verzichtet auf die wertvollen Bohnenvitamine und wird unweigerlich krank. Und daran sind sie schuld, die Im-Weg-Steher, Salatsortierer und Pausenruinierer.

Komische Gewohnheiten – über den Windelinhalt referieren

Vorbemerkung: Dieses Thema ist vielleicht nicht für jedermann geeignet. Sensible Geister sollten auf die Lektüre verzichten und sich vornehmeren Dingen zuwenden – zum Beispiel dem Studium einer Strickanleitung oder der Buddenbrooks. Robustere Naturen hingegen erkennen vielleicht ihre Nachbar in diesem Beitrag – oder sich selbst.

Komische Gewohnheiten – über den Windelinhalt referieren

Wenn Paare Kinder bekommen, verändern sie sich natürlich nach und nach. Sie werden häuslicher, bauen ein Nest, entdecken ihre fürsorgliche Seite. Gesprächsthemen ändern sich, das ist ganz natürlich. Als Freundin kann man das in der Regel ganz gut aushalten, schließlich ist es klar, dass die Interessenlage junger Eltern sich um andere Dinge dreht als bei Menschen ohne kleine Kinder. Doch früher oder später tun sie alle etwas, von dem sie geschworen haben, dass sie es NIEMALS tun würden: Weil es nämlich trivial ist, eklig und furchtbar für alle, die nicht unmittelbar daran beteiligt sind. Und doch, trotz all ihren früheren Beteuerungen, tun sie es irgendwann alle: Sie berichten über den Inhalt der Windel.

Als unbeteiligter und noch dazu kinderloser Gast fühlt man sich immer ein wenig merkwürdig, wenn man gemütlich mit einer Freundin beim Tee sitzt, über das Kind, Gott und die Welt schwätzt und plötzlich die Tür aufgerissen wird und ein stolzer Jungvater über die neuesten Abenteuer beim Windeln wechseln berichtet. Natürlich steigt die Jungmutter darauf gleich ein: „Hat sie was gemacht, wie viel und wie sah das aus? Ach, soso, anders als gestern, ja, vielleicht liegt das am Brei, vielleicht sollten wir mal was anderes probieren, nicht, dass das einreißt mit dieser komischen Konsistenz und dunkler wäre ja auch schöner. Aber sie wirkt ja gesund dabei, gar nicht wie ein Kind, dass Helles von sich gibt, vielleicht ist das in Ordnung so und morgen rufen wir mal beim Arzt an.“ Aha …

Auch in meinem Job komme ich mit diesem Thema regelmäßig in Berührung. Es scheint unglaublich wichtig zu sein, dass das Kind regelmäßig Stuhlgang in der erwarteten Farbe und Konsistenz hat. Ist das nicht der Fall, sind die Eltern beunruhigt, wenden sich mit genauen Beschreibungen an Telefonhotlines oder verbreiten sich episch in Foren und auf Facebookseiten – auch, wenn das Kind gesund und munter ist. Die Beschreibungen sind äußerst detailliert: Die Farbe wird fast mit einem Pantonefächer bestimmt, die Konsistenz genau beschrieben (krümelig, weich, schaumig, geformt, ungeformt …), der Geruch beurteilt und natürlich das Verhalten des Babys beim Verrichten des Geschäfts beschrieben (bekommt ein rotes Gesicht, drückt tüchtig, windet sich …).

Am schlimmsten scheint es zu sein, wenn die Farbe des Gemachten nicht mit dem des Erdachten zusammenpasst, und das absolut Schlimmste, quasi der Windelinhalt des Grauens, wird immer wieder thematisiert: Der grüne Stuhl.

grüner Stuhl, Windelinhalt

Bild zur Verfügung gestellt von Gabi Eder, http://www.pixelio.de

Grüner Stuhl ist der Gau der Elternschaft, danach kann nichts Schlimmeres mehr kommen. Und auch, wenn Ärzte, Hebammen und die eigene Mutter die Unbedenklichkeit dieses Phänomens bestätigen, lassen die geplagten Eltern es sich nicht nehmen, noch einmal die Community um Rat zu fragen: Kann das wirklich unschädlich sein, wenn das Kind sowas macht? Wo soll das nur enden, wenn es so schon anfängt?

Kollegin Silvia, die immer angenehm durch ihre burschikos-pragmatische Art auffällt, fasste diese Windel-Malaise schon während ihrer ersten Schwangerschaft in einem kurzen Stoßgebet zusammen: „Lieber Gott, bitte mach, dass mein Kind immer kacken kann!“ Besser kann man das eigentlich gar nicht ausdrücken!

Komische Gewohnheiten – herze mich!

Das Herz – Symbol der Liebe, zudem eines der wichtigsten Organe in unserem Körper. Ein gebrochenes Herz ist in mancherlei Hinsicht schlimm und eine herzliche Person hat jeder gern. Zudem ist das stilisierte Herz einfach zu zeichnen und gut zu erkennen – so weit, so gut. Ich akzeptiere die Bedeutung des Herzens durchaus als wichtiges Symbol in unserem täglichen Leben.

Fingerherz

Verbundenheit – Bild zur Verfügung gestellt von miraliki / http://www.pixelio.de

Doch immer wieder sehe ich Schriftzüge, in denen ein Wort durch ein ❤ ersetzt wird. So etwas wie „ ❤ -lich Willkommen“ oder „ -liche Grüße“ sind dabei noch das Harmloseste.

Besonders in der Werbung tut man sich durch ❤ -eritis hervor. Einiges ist noch logisch und verständlich, z. B. die vielgepriesene „Weltstadt mit ❤ “. Das kapiere sogar ich. Auch sowas wie: „Mit ❤ dabei“ kann ich noch recht gut ertragen. Aber einige Slogans sind einfach albern: Da steht dann sowas wie „Wir ❤ Erbsensuppe“, was nicht heißen soll: „Wir herzen Erbsensuppe“, sondern wohl eher „Wir lieben Erbsensuppe“. Unzählige Postkarten, T-Shirts und Taschen sind mit Sätzen wie „I ❤ Frankfurt“ oder „Ich ❤ Opa“, wobei das letztere ja vielleicht wirklich „Ich herze Opa“ heißen könnte – schließlich laden einige Opas geradezu dazu ein, sie zu knuddeln und zu herzen.

Abgesehen von mehr oder weniger seltsamen Druckerzeugnissen ist es derzeit auch in Mode, ein „Fingerherz“ zu bilden: Schwangere machen das mit Vorliebe über ihrem Bauchnabel, andere halten die zusammengelegten Finger gerne vor Handykameras und gucken dabei zumindest bedeutungsschwanger. Dem ❤ ist also kaum zu entgehen – selbst wo keines ist, können zwei Hände eines zeigen.

Und noch während ich diese Sätze schreibe, denke ich an mein allerneuestes Sonderangebots-T-Shirt. Das ist grau und hat einen großen Druck vorne drauf: Mitten auf meinem Bauch prangt dort ein großes, buntes ❤ .

Komische Gewohnheiten – Keine Ahnung

Erdmännchen

Was ist hier los? Keine Ahnung!

Diese Gewohnheit fällt mir immer wieder auf, größtenteils bei jungen Frauen (daher verwende ich im weiteren Verlauf die weibliche Form). Und wenn sich so jemand mit mir unterhält, geht mir das schon nach kurzer Zeit unsäglich auf die Nerven. Sogar so sehr, dass ich der Sprechenden zwischendurch gerne auf den Kopf klopfen möchte. Aber worum geht es eigentlich?

Keine Ahnung: Komische Gewohnheiten 15

Es geht um Gespräche, die eigentlich munter geführt werden, oft sogar regelrecht eifrig, mit der Besonderheit, dass eine der Sprechenden fast JEDEN Satz mit „Keine Ahnung“ beendet. Egal um was es geht:

  • der Wetterbericht: „Es soll schön werden, habe ich gehört, keine Ahnung …“ Was nun, hat sie es gehört oder nicht?
  • Männer: „Franz-Kuno gefällt mir irgendwie, keine Ahnung…“ Ja, wie jetzt, gefällt er ihr oder nicht? Oder will sie sagen, er gefällt ihr, aber sie weiß nicht, warum? Dann könnte sie das doch so sagen.
  • Job: „Heute war es stressig bei der Arbeit, keine Ahnung …“ Was heißt keine Ahnung, weiß sie nicht, warum es stressig war oder ob es überhaupt stressig war?
  • Kleidung: „Ich denke, ich werde mir eine neue Jacke kaufen, die alte wird langsam dünn, keine Ahnung…“ Ja, wenn eine Jacke dünn wird, kann man eine neue kaufen, das muss man nicht rechtfertigen, und besonders viel Ahnung muss man dafür auch nicht haben.

Diese Liste ließe sich unendlich fortführen. Ich frage mich immer, was dieses Rumgeeiere soll. Natürlich kann man mal einen Satz mit „Keine Ahnung“ abschließen, aber man muss doch nicht jede einzelne Äußerung auf diese Weise unverbindlich machen, abwerten, sich selber als Dummchen ohne Ahnung darstellen. Ich begreife nicht recht, was das soll: Haben die Sprechenden Angst, sich durch kernige Tatsachenbehauptungen angreifbar zu machen? Fürchten sie die Diskussion? Haben sie Angst, sich für den Kauf einer neuen Jacke oder für die Zuneigung zu Franz-Kuno rechtfertigen zu müssen? Glauben sie, verantwortlich zu sein, wenn das Wetter wider den Aussagen des Wetterberichts schlecht wird?

Ganz besonders irrsinnig wird es, wenn mehrere Mädchen, die gleich gestrickt sind, sich unterhalten. Sowas hört man oft in der Straßenbahn, zum Beispiel wenn die Medizinstudentinnen an der Uniklinik einsteigen. Da stehen dann drei junge Frauen, sicher klug und gebildet, und haben allesamt keine Ahnung. Diese Unterhaltungen sind absurd, ich habe schon oft überlegt, das mal aufzunehmen:

„Anatomie fand ich total interessant heute, keine Ahnung …“

„Ja, fand ich auch, die Frau Doktor Sowienoch macht das total gut, das kann man sich alles merken, keine Ahnung…“

„Morgen habe ich um acht schon Chemie, ihr auch?“

„Keine Ahnung.“

„Chemie gefällt mir so gar nicht, das mochte ich in der Schule schon nicht, keine Ahnung …“

„Ich mochte das lieber als Physik, boah, Physik, echt, keine Ahnung!“

„Das schlimmste war immer Latein früher, keine Ahnung …“

„Keine Ahnung, wofür man das eigentlich braucht.“

„Ich habe Französisch gelernt, das brauche ich auch nicht, keine Ahnung …“

„Aus der Schule braucht man doch fast nichts: Erdkunde oder Religion, ey, keine Ahnung!“

„Ich hatte keine Religion, ich hatte Werte und Normen.“

„Echt, Werte und Normen? Was ist das denn?“

„Ach, weiß ich auch nicht, ey, keine Ahnung!“

Diese unsägliche Unterhaltung kann sich von der Uniklinik bis nach Bockenheim fortsetzen, ohne auch nur einmal ins Stocken zu geraten. Nichts wird hinterfragt, nichts begründet, denn es hat sowieso niemand Ahnung. Wie bequem. Und wie unheimlich doof!

Manchmal frage ich mich, ob diese Leute diese komische Gewohnheit nochmal ablegen. Aber dazu kann ich bislang leider nichts sagen, denn davon habe ich keine Ahnung.

Komische Gewohnheiten – Katzenohren

In diesem Beitrag tue ich etwas, was man eigentlich macht: Ich urteile über den Geschmack anderer Leute. Eigentlich finde ich so etwas immer sinnlos, denn wer bin ich, dass ich etwas als „geschmacklos“ bezeichne, nur weil es nicht meinem eigenen Geschmack entspricht? Trotzdem kann ich mir diese Gedanken nicht verkneifen …

Komische Gewohnheiten 12 – Katzenohren tragen

Mütze mit Katzengesicht und Ohren

nur eines von vielen Modellen auf dem Hamburger Weihnachtsmarkt

In der letzten Zeit sehe ich immer öfter Erwachsene – größtenteils Frauen – die Mützen mit Katzenohren oder Pandagesicht tragen. Auch Eulen sind beliebt, von diesen komischen gelben Minions mit einem oder zwei Augen ganz zu schweigen. Sogar ganze Jacken gibt es, die z. B. im Tigermuster gestreift sind und Tigerohren an der Kapuze haben. Und ich frage mich: Was bringt erwachsene Menschen dazu, sich derartig sonderbar herzurichten?

Natürlich weiß ich, dass Geschmack etwas sehr Individuelles ist und man daher darüber nicht streiten kann. Folglich habe ich auch noch nie gemeutert, wenn Eltern ihre Kinder mit Ohrenmützen oder Hasenstramplern ausstaffieren, auch wenn ich das persönlich irgendwie albern finde. Das ist wie mit diesen Kinderfotos der Fotografin Anne Geddes, die vor einigen Jahren mal so furchtbar in waren: Viele Leute finden diese Arrangements von „Baby auf Kohl“ oder „Baby mit Schneckenfühlern in Sonnenblume“ ganz bezaubernd, mein Ding ist das nicht. Aber so lange ich mir nicht täglich so ein Kalenderblatt angucken muss, soll es mir egal sein.

Das ist natürlich bei den Erwachsenen mit den Katzenmützen das gleiche, aber hier frage ich mich wirklich, was der Grund für diese Art sich anzuziehen ist. Bei Teenagern mag das ein Gag sein, aber bei erwachsenen Frauen? Wollen die niedlich sein? Warum setzt sich ein vollbärtiger Mann eine Panda-Mütze auf? Und was hat sich diese voluminöse Dame in der Regionalbahn mitten in Ostfriesland gedacht, als sie sich für die Teddyjacke mit Jaguarmuster und Kapuzenohren entschieden hat? Was hat sich der Designer gedacht, als er diese Jacke in dieser Größe designt hat? Der Jaguar ist ein ausgesprochen schlankes Tier, der hat keine solchen Rundungen, und er hat auch kein Teddyfell. Ich musste die Dame während der Fahrt zwischen Emden und Bad Zwischenahn ununterbrochen anstarren, konnte das Geheimnis dieser Jacke jedoch nicht ergründen. Eines aber war für mich ganz klar: NIEDLICH ist sowas nicht. Ganz und gar nicht!

 

Komische Gewohnheiten – die ganze Welt umarmen

Der Spruch „Ich könnte die ganze Welt umarmen“ ist für mich ein Ausdruck großer Freude und Glückseligkeit. Ich gehe immer davon aus, dass der Glückliche, der so etwas von sich gibt, nicht den Planeten Erde meint, sondern die ulkigen Zweibeiner der Gattung Mensch, die dort herumhüpfen. Und dass die Umarmungswilligkeit so betont wird, sagt doch eigentlich, dass es nicht normal ist, Hans und Franz zu umarmen, nur weil sie gerade den eigenen Weg kreuzen. Oder doch?

Komische Gewohnheiten 11 – die ganze Welt umarmen

Umarmung

In liebevoller Umarmung – hier sicher für beide Seiten angenehm

In einem früheren Beitrag habe ich mich schon über das Händeschütteln ausgelassen – ich liebe das nicht besonders. Noch viel mehr befremdet mich das Umarmen fremder oder fast fremder Personen. Ich komme ja auch aus Norddeutschland, wo man mit derartigen Zuneigungsbezeugungen eher zurückhaltend ist. Böse Zungen bezeichnen uns Nordlichter sogar als spröde. Nun, ich mag spröde Menschen.

Schon nach meinem Umzug nach Bayern musste ich lernen, dass es in anderen Landstrichen anders zugeht als zuhause und dass eine kurze Umarmung unter Freunden oder auch guten Kollegen dort sehr viel üblicher ist, als ich es gewohnt war. Also biss ich die Zähne zusammen und ließ mich drücken – es half manchmal einfach nix.

Nun lebe ich seit Jahren in Frankfurt, und da hat man sich noch viel schlimmer lieb. Und ich finde, es nimmt von Jahr zu Jahr zu. Besonders bei jungen Kollegen beobachte ich eine allgemeine Knuddelneigung, die mich manchmal fast davor zurückschrecken lässt, jemandem zum Geburtstag zu gratulieren. Von meinem eigenen Wiegenfest natürlich ganz zu schweigen: Wer einem da plötzlich alles am Hals hängt, ist erstaunlich bis erschreckend.

Für mich sind Umarmungen ein Ausdruck von Freundschaft, Zuneigung und Zusammengehörigkeit. Ich habe gar nichts dagegen, gute Freunde lange und fest zu drücken, gerade wenn ich sie eine Weile nicht gesehen habe. Und auch meine bevorzugten Kolleginnen werden umarmt, wenn sie das offensichtlich mögen und länger krank waren oder sich in einen langen Urlaub verabschieden. Eine kurze Berührung zur Begrüßung bei Kollegen, mit denen ich ab und zu mal essen gehe oder die ich gerne mag und selten sehe: Das ist für mich ein Zeichen größter Wertschätzung. Aber jeden flüchtig bekannten Menschen ohne Ansicht unseres Verhältnisses zu herzen, nur weil er oder sie wieder ein Jahr älter wird, ein Diplom bestanden hat oder uns nach einem kurzen Praktikum wieder verlässt – das ist einfach nichts für mich. Piep, piep, piep, ich hab‘ nicht alle lieb.

Schlimmer noch als die energischen Frankfurter Knuddler sind nur die Kollegen aus Frankreich. Ich erinnere mich mit Schrecken an eine Dame, die mir zwar nicht direkt unsympathisch ist, die ich aber auch nicht zu meinen Freundinnen zähle. Um mich vor der Umarmung zu drücken, eile ich jedes Mal mit weit ausgestrecktem Arm auf sie zu und will ihr die Hand schütteln, für mich in diesem Fall das kleinere Übel. Und jedes Mal lächelt sie mich charmant an, schlägt die dargebotene Hand aus und säuselt: „Oh no, I want to kiss you!“ Uaaaah! Natürlich macht sie das dann auch, zum Glück ohne Spucke, aber mit Schmatz. Schon alleine das würde mich davon abhalten, jemals nach Frankreich zu ziehen. Dann schon lieber zur alten Lisbeth nach England – die will auch nicht angefasst werden.

Komische Gewohnheiten – draußen pinkeln

Eine Bemerkung vorab: Ein Teil dieses Beitrags beruht – wie man sich unschwer denken kann – auf Hörensagen. Auch der Rest ist sehr subjektiv. Aber das ist in dieser Kategorie ja nichts Neues.

Komische Gewohnheiten 10 – draußen pinkeln

Schmetterling

Sternstunden der Tierfotografie: Schmetterling auf fetter Henne

Vor kurzem war ich mal wieder im Urlaub, auf Borkum. Ich lief viel, Düne auf, Düne ab, fotografierte und guckte müßig auf’s Wasser. Besonders gerne betätige ich mich in diesen stillen Stunden als Tierfotografin: Mal sind es Möwen, die mein Interesse wecken, dann wieder Kaninchen oder Schmetterlinge. Dieses Mal hörte ich in den Dünen immer wieder das Keckern von Fasanen. Zu sehen bekam ich allerdings nur die unscheinbaren Weibchen. Irgendwann wackelte es im Gebüsch und ich dachte: „Fasanenhahn, jetzt bist du dran!“ Leise schlich ich mich an – Meike auf der Pirsch. Leider scheuchte ich keinen riesigen, bunten Hahn auf, sondern eine dickliche Dame aus dem Ruhrpott, die dort in Ruhe hatte pinkeln wollen. Mein Auftauchen mit der Kamera im Anschlag hat sie zunächst entsetzt, später aber doch amüsiert, nachdem ich ihr garantiert hatte, dass ich keinerlei Aufnahmen ihres nackten Hinterns geschossen hatte. Diese denkwürdige Begegnung brachte mich jedoch dazu, über das Pieseln im Allgemeinen und draußen im ganz Speziellen einmal nachzudenken.

Es ist ja bekannt, dass Männer und Frauen unterschiedlich auf’s Klo gehen. In öffentlichen Einrichtungen hängen für die Männer Becken an den Wänden, sogenannte „Pissoirs“. Dieses leicht ordinäre – „Piss“ – aber auf Französisch getrimmte Wort – „oirs“ – drückt schon aus, dass diese Dinger irgendwie grenzwertig sind. Denn die Jungs pinkeln quasi öffentlich im Flur, gerne in einer Reihe. Die kleinen Kabäuschen werden nur zu anderen Zwecken aufgesucht, habe ich mir sagen lassen.

Mädchenklos hingegen haben nur kleine Kabäuschen, keine Becken im Vorraum. Oder doch, ja, aber nur zum Hände waschen. Die kleinen Geschäfte werden in intimer Abgeschiedenheit verrichtet, auch wenn sich Freundinnen dabei gerne mal über die Trennwand unterhalten. So ein Aufenthalt in der Damentoilette ist oftmals wirklich interessant, es gibt allerhand zu erfahren. Wer das noch nie probiert hat, sollte sich vielleicht einmal einschleichen und sich hinten links ganz diskret einschließen, der Weiterbildung zuliebe.

Das im Inneren gezeigte unterschiedliche Erleichterungsverhalten der Geschlechter trifft im gleichen Maße oder sogar noch stärker auf das Verhalten im Freien zu. Auf Festen oder Konzerten stehen die Frauen in langen Schlangen vor dem Dixi, die Männer hingegen in langen Reihen am Zaun. Das würden Frauen so nie machen, denn das würde einfach blöd aussehen. So weit, so logisch.

Auffällig ist jedoch das Gemeinschaftsverhalten auf Ausflügen. Ich bemühe hier wieder einmal mein vielgeliebtes Beispiel der Kohlfahrten. Da laufen wir im zur Winterszeit im Freundeskreis durch die norddeutsche Tiefebene, oftmals fernab der Zivilisation, und nehmen Getränke zu uns. Die Damen lassen oftmals das Bier weg, weil man von dem so oft muss. Die Herren trinken davon reichlich, wahrscheinlich aus dem gleichen Grund. Und immer mal wieder spaltet sich ein kleines Grüppchen Männer ab und geht pieseln. Gemeinsam natürlich. Wenn Schnee liegt, üben sie sich angeblich im Formenpieseln und versuchen sich an Herzchen oder „Liselotte“. Zumindest behaupten sie das nach getätigtem Geschäft und vergleichen den jeweiligen Grad der Fertigstellung.

Frauen sind auch hier diskreter. Wenn sie auch manchmal zu zweit die Gruppe verlassen, suchen sie sich doch jede einen eigenen Busch. Ist ja alles schon unangenehm genug, da halbnackt in der Kälte zu hocken und sich am Ende noch in eine Brennnessel zu setzen. Da muss man sich nicht auch noch dabei beobachten lassen, wie man sich ans eigene Hosenbein pinkelt.

Interessant wird es, wenn – wie bei der Kohlfahrt – eine gewisse Menge Alkohol im Spiel ist und die ungeschriebenen Gesetze des draußen Pinkelns von einigen nicht mehr als solche wahrgenommen werden. Wenn dann der angesäuselte H. der Abgeschiedenheit suchenden B. kumpelhaft grinsend in den Wald hinterherschleicht und erst durch böse Blicke und einen scharfen Verweis der B. auf den Pfad der Tugend zurück gebracht werden kann, dann kann die Stimmung schon mal kippen. Und das nur durch ein natürliches Bedürfnis – man stelle sich das mal vor!

Komische Gewohnheiten: Auf den Hund einplappern

Jeder, der mit einem Hund zu tun hat, redet mal mit ihm: „Sitz! Platz! Waldi, komm!“ Oder auch: „Bring den Ball, Lulu, ja feeeeiiiiinnnn!“ Das ist normal und gehört dazu. Komisch wird es für mich, wenn man dem armen Tier lange Gespräche aufzwingt, ohne ihm Gelegenheit zur Antwort zu lassen.

Komische Gewohnheiten 8: Auf den Hund einplappern

Boston Terrier Welpe

Zwei gute Zuhörer: Alex und Coco. Bild von Claudia Incardona

An manchen Tagen denke ich immer noch an Manfred. Unsere Bekanntschaft war nur kurz, trotzdem lässt mich der Gedanke daran lächeln. Es passierte an einem Frühlingsmorgen, ich war unterwegs zur S-Bahn und nahm den Weg durch die Oberräder Felder. Hinter mir hörte ich die aufgeregte Stimme einer Dame: „Manfred! Manfred, jetzt warte doch. Du weißt doch, dass ich nicht so schnell kann. Jetzt renn nicht schon wieder so!“ ‚Oha‘, dachte ich, ‚der Mann nimmt aber nicht besonders viel Rücksicht auf seine Frau.‘ Schon ging es weiter: „Manfred! Guck, wo du hinläufst. Pass auf, da hinten fahren Fahrräder. Nicht, dass dich einer anfährt.“ Aha, ich hatte mich anscheinend geirrt. Ich sah mich um, in der Erwartung, irgendwo einen kleinen, vielleicht vierjährigen Jungen herumhüpfen zu sehen. Manfred, ein Name wie ein Hammerschlag für ein Kind von heute, aber Paul und Karl sind ja auch wieder modern geworden. Warum also nicht Manfred oder Günther? Doch da war kein Kind. Statt dessen preschte mit hängender Zunge ein winziger, gut gelaunter weißer Hund an mir vorbei, raste auf die nächste Pfütze zu und sprang begeistert darin herum. Ohne Zweifel, dem gefiel sein Hundeleben. „Ach Manfred, du altes Ferkel!“ Zoologie war offensichtlich nicht die Stärke der Dame.

Ich gebe ja zu, dass mir dieses doofe Gerede auch schon passiert ist: So entschuldigte ich mich kürzlich wortreich bei einem braunen Jagdhund, der auf dem Flohmarkt plötzlich hinter mir stand und über den ich beim Verlassen eines Standes schlicht stolperte. Ich trat dem armen Kerl zwar nicht feste, aber sicher spürbar in die Seite und versicherte ihm sofort, dass ich das nicht mit Absicht getan hätte und hoffte, dass ich ihm nicht wehgetan hätte. Der Hund guckte etwas beleidigt, verzichtete aber auf eine Erwiderung. Ich war damit zufrieden: besser ein beleidigter Hund als einer, der mich vor Schreck in die Wade beißt. Somit hat mein Gerede seinen Zweck wohl erfüllt.

Ja, tatsächlich, mit Hunden kann man reden. Sie sind Argumenten gegenüber zugänglich. Diese Erkenntnis führt mich zu einem Plan: Wenn ich das nächste Mal den komischen gelblichen Hund aus dem siebten Stock treffe, werde ich ihn bitten, doch nicht andauernd in unseren Lift zu pinkeln. Sollte er gute Gründe für sein Fehlverhalten anbringen können, werde ich ihn ersuchen, die komische Frau in seiner Begleitung zu bitten, die Schweinerei zumindest wieder wegzumachen. Auf das Gespräch freue ich mich schon!

Boston Terrier im Sprung

Was für ein Hundeleben! Bild von Claudia Incardona

Komische Gewohnheiten – Nachjustieren

Vorbemerkung: Ich wurde kürzlich dafür gerügt, dass ich die Gendergerechtigkeit in meinem Blog vermissen lassen und mich teilweise einer politisch unkorrekten Sprache bediene. Diesen Ruf habe ich vernommen und denke darüber nach, mich zu bessern. Ich werde also versuchen, den folgenden Beitrag ohne Hinweis auf irgendwelche Geschlechter zu verfassen. Welche der Beteiligten nun männlich und welche weiblich sein könnten, überlasse ich der Fantasie meiner LeserInnen.

Komische Gewohnheiten 7 – Nachjustieren

Wer kennt das nicht: Man steht vor dem Lift, wartet und starrt das kleine Licht an, welches anzeigt, ob ein Aufzug unterwegs ist oder ob man vielleicht doch besser laufen sollte. In der Regel dauert es nicht allzu lange, bis man einsteigen darf. An manchen Tagen aber scheint etwas zu klemmen und man wartet vergeblich. Dann findet sich eigentlich immer jemand, der noch einmal auf den schon leuchtenden Knopf drückt und dann, wenn irgendwann doch ein Lift kommt, gönnerhaft lächelt und den anderen generös den Vortritt lässt. „Schaut her, ich habe den Lift geholt!“, scheint ein selbstbewusster Gesichtsausdruck zu sagen, und manche dieser erfolgsverwöhnten Personen möchte sich wohl am liebsten den Zauberfinger küssen lassen, der den Aufzugholknopf so professionell bedient hat.

Ähnliches passiert gerne, wenn Kabel in Steckdosen gesteckt werden. In unserer technisch getriebenen Welt passiert es immer öfter, dass Handys, Laptops oder sonstige Gerätschaften irgendwo in der Öffentlichkeit angeschlossen werden müssen. Gerne wird dann noch einmal ein wenig nachgebessert: Ein bisschen auf den Stecker drücken, damit der richtig Kontakt kriegt. Die Kabel zur rechten Seite legen, damit keiner darüber fällt. Oder sie zur linken Seite legen, damit sie nicht im Weg sind. Oder sie glatt streichen, damit sie nicht kaputtgehen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, Kabel in ihrer Lage zu korrigieren, probieren Sie es ruhig einmal aus!

Andere Leute beschäftigen sich damit, die von ihren Partnern befüllten Spülmaschinen zu kontrollieren. Der richtige Stand der Teller ist für eine porentiefe Reinigung des Spülgutes schließlich von elementarer Wichtigkeit. Und etwas ordentlicher aufgestellt, verbraucht das Geschirr weniger Platz, so dass man noch eine Teetasse mehr einräumen könnte, wenn denn gerade noch eine schmutzig wäre. Überhaupt bieten Haushaltsgeräte ein weites Feld zum Nachjustieren: In einer Paarbeziehung sah einer der Partner sogar nach, ob der Kaffee „richtig in den Filter reingeschichtet“ worden war – was auch immer man dabei falsch machen können sollte. In jedem Fall wurde der Filter noch einmal ein wenig geschüttelt, was ganz gewiss geholfen hat.

Die Nachjustierer sind manchmal schwierig zufriedenzustellen, aber in der Regel harmlos. Vielen fällt ihr Verhalten nicht einmal auf, sie kommen gar nicht auf den Gedanken, dass der einmal gerufene Aufzug ohne ihr Zutun vielleicht auch gekommen wäre. Also, lassen Sie die Justierer ruhig justieren – wenn es schon nichts nützt, so schadet es in der Regel auch nichts. Oder werfen Sie ihnen ab und zu einen Knochen hin: Verbiegen Sie ein Kabel, drücken Sie betont lässig auf den Knopf einer Ampel oder stellen Sie einen Löffel falsch herum in den Besteckkorb. Und dann lassen Sie die Justierer ihrer Leidenschaft nachgehen. Die Leute freuen sich darüber – ist das nicht schön?