Kugelexperimente in klein

Wie berichtet, habe ich mir eine kleinere Fotokugel angeschafft. Die 10 cm-Kugel bringt wirklich schöne Ergebnisse, wiegt aber mehr als ein Kilo und ist somit für längere Ausflüge schwer zu tragen. Deshalb habe ich mir eine kleinere Kugel mit nur 6 cm Durchmesser gekauft. Die wiegt nur 400 Gramm und passt in die Jackentasche. Bei unserem Ausflug in den Palmengarten habe ich sie zu ersten Mal ausprobiert.

Ich hatte nicht so viel Gelegenheit, die Kugel auszuprobieren, konnte aber feststellen, dass es mit der kleineren Kugel deutlich schwieriger ist, einen Focus zu finden. Mehr Fotos wurden unscharf. Teilweise schienen die Motive sogar wie in einem wilden Wirbel dargestellt zu sein. Da kann natürlich auch an den Motiven gelegen haben – ein Blütenmeer sieht in der Kugel vielleicht wirklich wie ein Strudel aus.

Einige Fotos entstanden am Schiffchenteich, an den Antje viele Kindheitserinnerungen hatte. Wir haben dieses Mal auf das Schiffchenfahren verzichtet. Aber auch mir ist allerhand zum Thema Tretboot eingefallen – auch wenn es lange her ist, war es doch immer ganz schön. Leider habe ich die Böötchen hier nicht ganz scharf hingekriegt.

Frohe Ostern, buntes Blütenfest!

Dieses Jahr hatte ich am Karfreitag Geburtstag und war aus diesem Anlass mal wieder mit meiner lieben Freundin Antje unterwegs. Und, was soll ich sagen, das Wetter, wenngleich als eher grauslich für das Osterwochenende prognostiziert, spielte wunderbar mit. Wir nutzten die Sonne und gingen in den Palmengarten – was für ein Frühlingsblütenmeer!

Der Frankfurter Palmengarten liegt mitten in der Stadt im Stadtteil Bockenheim. Es ist nur eine kurze Strecke zu laufen von der Haltestelle Bockenheimer Warte – und der Weg lohnt sich über alle Maßen für diese grüne, bunt-blühende Oase.

Frankfurter Palmengarten

Dieses Mal waren es natürlich die Frühlingsblumen und die blühenden Bäume. die das Bild bestimmten. Zwar waren die Krokusse dieses Jahr sehr früh dran und dementsprechend schon verblüht, doch Tulpen und Vergissmeinnicht waren in ihrem Element. Außerdem natürlich Vieles, was mir vom Namen her gar nicht bekannt ist.

Wie so oft interessierten mich auch die Innenansichten der Blüten – ich finde es manchmal fast hübscher als die Blüte als großes Ganzes. Wobei „groß“ bei Blüten natürlich relativ ist …

Frankfurter Palmengarten, Tulpenblüte

In einem Teil des Parks, der sich wie so vieles in Frankfurt auf Goethe bezog, gab es allerhand blühende Obstbäume zu sehen. Angeblich soll Goethes Frau Mama auf irgendeiner Scholle auf dem Gebiet des Palmengartens Obst geerntet haben. Nun, es wäre auch erstaunlich, wenn der gute Mann ausgerechnet hier nichts zu schaffen gehabt hätte 🙂

Leider habe ich meine Lieblingsbaumblüte in diesem Jahr fast verpasst: Zwar blühten die Magnolien sehr kräftig dieses Jahr, doch in der Hektik des Alltages bin ich irgendwie nicht zum Knipsen gekommen. Diese hartnäckige Mandelentzündung hat natürlich auch nicht unbedingt geholfen. Dieses Exemplar ist leider schon fast „rum“.

Frankfurter Palmengarten, Magnolienblüte

Zum ersten Mal so richtig aufgefallen ist mir ein Gewächs namens „Storchenschnabel“ (zumindest stand das auf dem Schildchen). Die Blüten sind ausgesprochen attraktiv und die Pflanze scheint auch an unwirtlichen Plätzen sehr gut zurecht zu kommen.

Frankfurter Palmengarten,Storchenschnabel

Interessant ist auch immer wieder der Blick aus dem Garten in die Stadt. Mal sieht man den wie einen Bleistift geformten Messeturm, dann wieder den Fernsehturm, den sogenannten „Spargel“.

Frankfurter Palmengarten,Spargel

Noch viele wirklich schöne Fotos entstanden gestern, doch für heute soll es genug sein. In einigen Tagen werde ich noch ein paar Bilder zusammensuchen, denn ich habe mal wieder experimentiert. Jetzt bleibt mir jedoch erst mal nur, euch allen schöne Ostern zu wünschen – mit oder ohne Hasen.

Frohe Ostern

Eigentlich sind sie ja doch ganz nett …

Ja, wirklich, eigentlich sind sie nett, diese kleinen Flieger, die mich am Wochenende so genervt haben. Und hübsch sind sie auch, keine Frage.

Besonders schön finde ich, dass ich für diese Bienen-Fotos gar keinen Aufwand betreiben musste – weder musste ich in den Palmengarten fahren noch mich in irgendwelche verbotenen Schrebergartenanlagen stehlen. Diese gelben Blüten gibt es einfach so bei uns in der Bürostadt, auf dem Weg von meinem Arbeitsplatz zum Bus.

Biene im Anflug

Das letzte kleine Flugobjekt zeigte mir allerdings ganz arrogant das Hinterteil – und das, obwohl ich alles dransetzte, um eine Portaitaufnahme zu machen. Es sollte nicht sein, aber ein schöner Rücken kann ja bekanntlich auch entzücken. Ich glaube übrigens, dass dieses Tierchen keine Biene, sondern eine Pummel-Hummel ist.

Biene

 

Nachtrag: Was mich übrigens auch immer wieder entzückt sind die tollen Fotos, die mein Smartphone macht. Es ist ein Samsung S7, dessen Kamera mich richtig glücklich macht.

Und plötzlich ist Frühling

Nachdem das Wetter in meiner Urlaubswoche eigentlich eine reine Frechheit war, wurde mir – oder besser meiner heuschnupfengeplagten Nase und den dauertränenden Augen – gestern klar, dass jetzt Frühling ist. Das sieht zum Beispiel so aus:

Oder, wenn man andere Farben lieber hat, kann man auch hier gucken:

Oder, wenn man mehr pflanzliche Vielfalt möchte, kann man sich an diesem Anblick erfreuen:

Leider kommt halt auch so etwas Unnötiges wie Pollenflug dazu, das bräuchte ich eigentlich nicht. Gut, Haselnüsse sind etwas Feines, aber können diese lästigen Dinger nicht einfach auf den Boden fallen und sich dort unauffällig verhalten? Was wollen die in meiner Nase, oder in meinen Augen? Menno …

 

Herbst

Der Herbst ist meine Lieblingsjahreszeit – auch hier in der Stadt. Diese Pilze wachsen mitten in der City, in der Nähe der alten Oper.

Diese Blätter fielen mir abends auf dem Heimweg auf: In der Nähe des Lokalbahnhofs wurden sie von einer Straßenlampe beschienen und die kleinen Regentropfen ließen sie hübsch glitzern. Genau das Richtige für eine Glitzerliebhaberin wie mich.

Ein Fundstück aus Borkum: Die Hortensienblüte ist zugegebenermaßen nicht mehr so dolle, aber die Blätter lassen es farblich nochmal richtig krachen.

Und diese kleinen Kumpel besuchten mich für eine ganze Weile, während ich auf Borkum meinen Kaffee mit Baileys schlürfte. Ich teilte meinen Karamellkeks mit ihnen.

 

Kugelexperimente

In den Urlaub auf Borkum hatte ich ja, wie schon erwähnt, meine Glaskugel mitgeschleppt. Tapfer packte ich also so manches Mal das schwere Ding in meinen Rucksack und ging damit üben. Viele Fotos waren nix – wenn die Sonne zu sehr draufscheint, wird es nichts, und wenn man einen falschen Winkel nimmt oder herumwackelt, auch nicht. Doch es kam eine ganz schöne Ausbeute an ansehnlichen Bildern bei meinen Versuchen heraus.

Strand und Wolken mit dickem Lichtreflex

Die Bilder in der Kugel stehen naturgemäß immer erst mal auf dem Kopf. Das hat was mit Physik und Optik zu tun, wie das genau erklärt wird, weiß ich nicht – in Physik war ich auch immer recht schlecht. Wie dem auch sei, wenn man es möchte, kann man die Bilder in der Kugel umdrehen. Das geht, indem man diesen Teil des Bildes kreisrund ausschneidet (z. B. mit GIMP) und umdreht.

Mein geliebter Leuchtturm ganz weit weg

Mit diesen Bildbearbeitungstools bin ich allerdings auch nicht unbedingt eine Künstlerin, das ginge wahrscheinlich noch besser, doch erst mal bin ich damit zufrieden. Ich musste auch feststellen, dass einige Bilder hübscher sind, wenn man sie einfach „falsch herum“ lässt.

Die Welt steht Kopf – zumindest für diese Spaziergänger

Die herbstlichen Farbkontraste machten es einem leicht, reizvolle Motive zu finden – und der Himmel, an dem immer einiges los war, tat seinen Teil dazu. Hier noch ein nicht umgedrehtes Bild:

Herbst und Himmel – eine schöne Kombination

Auch Gegenlichtaufnahmen funktionieren, allerdings waren hier meine meisten Versuche für die Tonne. Das muss ich noch üben, das sollte besser gehen.

Blick von der Terrasse des Sturmecks

Ich musste allerdings feststellen, dass meine Mitmenschen nicht alle Verständnis haben für komische Frauen, die sich im Café vor den Tisch knien, um durch einen Glaskugel zu knipsen. Ein älterer Herr guckte mich sehr befremdet an, und als seine Frau ihn fragte: „Was denkst du?“, da antwortete er: „Sach ich nicht!“ Dabei ging es um dieses Tassenfoto, dass ich woanders schon mal gezeigt habe.

Der Pavillon auf der Promenade – hier konnte ich noch ein Jazzkonzert genießen

Und eine Sache war mir wirklich lästig bei der Knipserei: Das Gewicht meiner Fotokugel. Die 10 cm große Kugel wiegt rund 1300 Gramm, das ist mir zu viel, um sie oft mit mir herumzuschleppen. Folglich habe ich noch ein kleineres Modell von 6 cm bestellt – mal gucken, wie sich das so macht. Ich werde berichten.

Einfach ein Blick in die Dünen

Auge in Auge

Dieses Mal habe ich es tatsächlich „geschafft“, auf Borkum das winzige Aquarium zu besuchen. Dieses hat nur wenige Becken und ist dafür mit 4,50 Euro Eintritt recht teuer, aber dafür ist alles sehr gepflegt, es war fast nichts los und ein netter Mitarbeiter stand die ganze Zeit für Fragen zur Verfügung.

Dieser Geselle faszinierte mich besonders – angeblich gehört er zur Familie der Knurrhähne und würde gebraten besonders gut schmecken. Doch seine blauen Augen machten mich so sentimental …

Auch andere Aquariumsbewohner haben schöne Augen – hier haben wir ein Modell in gelb, das perfekt zu den Streifen des Fisches passt. Lagerfeld hätte es nicht besser gekonnt:

Das nächste ist wieder ein Speisefisch – davon hat die Nordsee ja allerhand zu bieten: Die Babyscholle versteckt sich schüchtern im Sand, nur der misstrauische Blick ihrer winzigen Augen verrät sie (und ich erschrak jedes Mal, wenn ich angestrengt suchend in den Sand starrte und plötzlich so ein Fischlein hochschoss).

Gemäß der Infotafel bewegen die Augen der Schollen sich noch ein wenig hin und her, bis sie ihre richtige Position erreichen. Später sehen diese kleinen Kerlchen dann so aus:

Und noch ein Speisefisch: eine Heringsart. Gemäß einer Übersicht der am zweithäufigsten verzehrte Fisch in Deutschland nach dem Alaska-Seelachs.

Ganz zum Schluss haben wir noch einen Vertreter einer ganz anderen Gattung: Eine Srandkrabbe. Die wirkte irgendwie missmutig – aber das wäre ich vielleicht auch, wenn ich aus meinem Wohnzimmer raus- und eine mir unbekannte dicke Dame reinglotzen würde.

Nachsaison

Die dicke Dame, Borkum

Die dicke Dame übertreibt: Es gibt auch im November Sonne, aber nackig machen sollte man sich nicht.

Wie schon ab und zu mal erwähnt, liebe ich es, in den kühlen Monaten ans Wasser zu fahren: wenn der Wind tüchtig bläst, die meisten Touristen abgereist sind und wenige Angebote mich von meinem eigentlichen Ziel, ein wenig zur Ruhe zu kommen, ablenken. Und doch bin ich immer wieder erstaunt darüber, wie die Atmosphäre sich schlagartig verändern kann, wenn die letzten Herbstferien zuende gehen: Dieses Runterschalten von Volldampf in der Sommersaison über halbe Kraft im goldenen Oktober auf gaaaaanz langsam ab November finde ich faszinierend.

Plötzlich haben Läden und Cafés geschlossen. „Wir machen Ferien“ liest man dann auf den Schildern in vielen Eingangstüren. Und ja, du meine Güte, sie haben es sich verdient, die vielen guten Geister, die auf den Inseln die Saison durch arbeiten, mit langen Arbeitszeiten und nur wenigen freien Tagen.

Überbleibsel einer langen Saison: die Fundsachen des Sommers.

Die wenigen Touristen, die unbeirrt und warm eingepackt dem Wind und den Regenschauern trotzen, finden alle noch ihren Platz zum Kaffee trinken, und sobald die Sonne scheint, drängen sie sich auf den Sitzplätzen im Freien zusammen. Ich auch, wenngleich ich es eigentlich fragwürdig finde, wenn die kühle Herbstluft durch Heizpilze aufgewärmt wird. Zum Glück begegnete mir das in diesem Jahr selten, eher lagen Decken aus – leicht klamm von der Feuchtigkeit, aber ein guter Schutz gegen den Wind.

Mal wieder ein Kugelexperiment: In diesem Café hatte man trotz dicker Wolkendecke einen wunderbaren Blick auf die Brandung – wenn man es denn draußen aushielt.

Natürlich haben nicht alle frei – für eine fängt jetzt die Hauptkampfzeit auf der Insel erst an. Es wird renoviert und mit Hochdruck geputzt: Die Gebäude auf der Promenade werden mit viel Wasser und hohem Druck vom Grünspan befreit, Mauern werden geschrubbt. Plötzlich sitzen neben mir im Café rotgefrorene Männer in Arbeitsanzügen, die zur Firma „Die Abdichter“ gehören und von der Cafébesitzerin mit einem Pott Kaffee versorgt werden. Ja, man darf kein Weichei sein, wenn man bei diesem kalten Wind da draußen arbeitet.

Novemberstrand auf Borkum, fast menschenleer

Der Strand gehört jetzt den Spaziergängern und Drachensteigenlassern. Was in der Hauptsaison am Hauptstrand streng verboten ist, macht jetzt bei ordentlich Wind so richtig viel Spaß – wenngleich ich auch eine Mutter mit etwa 16-jährigem Sohn beobachtet habe, die es selbst bei Windstärke 6 nicht geschafft haben, ihren Drachen zum Fliegen zu bringen. Der lautstarke Streit der beiden erheiterte die anderen Strandwanderer, denn so wenig fliegerischer Grundverstand verteilt auf zwei Leute ist schon selten.

Die dicke Dame in den Dünen

Schon besser: die dicke Dame rastete des öfteren warm eingepackt irgendwo am Dünenrand. Hier blühte noch einiges

Und auch die Hunde erobern den Strand, glückliche Vierbeiner, die herumrennen, buddeln, Bälle durch den Sand treiben (besonders tat sich dabei ein winziger, niesender Dackel hervor, der anscheinend ständig Sand in seiner eifrigen Nase hatte) und, wenn sie es dürfen, in die Wellen springen. Selten habe ich so viele schöne, zufriedene Hunde gesehen, die einander friedlich begegneten und Spaß daran hatten, so richtig drauflos zu rennen. Und zum ersten Mal sah ich einen Windhund in vollem Galopp – was der rennen konnte! Frauchen guckte übrigens genauso ungläubig wie ich, Luna dachte nämlich gar nicht daran, auf ihren Ruf hin zurückzukommen, die wollte sich austoben und hörte erst damit auf, als ihr die Zunge weit aus dem Hals hing. Frauchen auch, aber die gab viel schneller auf.

Neuer Leuchtturm Borkum – seit meiner Kindheit eines meiner Lieblingsmotive

Was mich in der Nachsaison zunächst immer erschreckt, dann aber erleichtert, sind die wenigen Veranstaltungen, die angeboten werden. Zuerst denke ich „Was soll ich denn nur die ganze Zeit machen?“, doch dann finde ich es toll, nichts oder nur wenig verpassen zu können. Gut, ich könnte mal ins Kino gehen, muss ich aber nicht. Ich könnte auch mal ein Fahrrad mieten und ins Ostland radeln, muss ich aber auch nicht. Ich kann gemütlich herumschlendern, von einem Tee zum nächsten, ohne dass mir etwas Weltbewegendes durch die Lappen ginge. Ich werde entschleunigt, ohne mich dafür anstrengen zu müssen. Und das ist für mich der große Vorteil der Nachsaison: Sie hilft mir, mich auf das zu konzentrieren, was ich eigentlich möchte.

Auch im Herbst geht die Sonne manchmal dramatisch unter

Kopenhagen – ein ganz kurzer Eindruck

Ich war beruflich unterwegs – mal wieder. Eigentlich habe ich dazu meistens gar keine Lust und vermeide es, wann immer es geht, aber dieses Mal half es nicht. Und da ich schon immer mal nach Kopenhagen wollte, stand ich der Sache nicht allzu negativ gegenüber. War ja auch nur für eine Nacht.

Nyhaven – hier begann unsere Kanaltour

Natürlich bekommt man von einer Stadt nur einen sehr flüchtigen Eindruck, wenn man sie lediglich aus dem Taxi sieht und sich ansonsten in Meetingräumen aufhält. Dieses Mal aber hatten wir nach dem anstrengenden Workshop ein bisschen Programm, so dass wir recht viel sahen.

Eines von vielen tollen Gebäuden, die man vom Schiff aus sah – aber welches, habe ich mir nicht gemerkt.

Wir machten eine Kanaltour mit einem kleinen, flachen Boot. Los ging es ab Nyhavn. Malerisch ist dieser kleine Hafen mit seinen bunten Häuschen. Vorbei ging es an Theater und Opernhaus. Auch die kleine Meerjungfrau sahen wir, doch das Foto war zu dämmerig und die Dame neigte uns auch zu sehr den Rücken zu, um hier auftreten zu dürfen.

Die schöne, glänzende Frederikskirche

Viele Gebäude, an denen wir vorbeischipperten, erschienen mir sehr verspielt und fantasievoll. Außerdem gefielen mir die vielen roten Ziegelgebäude – das erinnerte mich an zuhause.

Dieses putzige Gebäude ist angeblich die Kopenhagener Börse – hübsch!

Die Kanäle in Kopenhagen sind größtenteils recht schmal. Richtig schmal und vor allem niedrig sind jedoch die Brücken und Tunnel. Da hieß es des öfteren „Kopf einziehen“. Der engste Durchlass schien so winzig, dass ich mich gewundert habe, dass wir mit unserem Bötchen hindurchpassten.

Hier verdient der Kapitän redlich sein Geld – das ist Millimeterarbeit.

Nach der Kanaltour gingen wir ein ganzes Stück zu Fuß durch die Stadt: Unser Ziel hieß „Tivoli“. Dieser alte Vergnügungspark mitten in der Stadt hatte eigentlich saisonal gerade geschlossen, da aber wohl jemand einen kannte, der einen kannte, durften wir trotzdem hinein. Geführt von einem netten Herrn namens John durften wir eine halbe Stunde gucken – ganz alleine. Die Fahrgeschäfte standen still, aber das Licht war an.

Fantasiewelt Tivoli

Wir lernten, dass der Tivoli vom Konzept her ursprünglich als eine Mischung aus Licht, Musik und Garten geplant war – das kann man noch sehen. Es war interessant, durch den Garten zu laufen, der gerade für die Herbstsaison (Halloween) aufgerüstet wird.

Licht und Farben im Tivoli

Und dann wurde es allmählich Zet für den Feierabend – wann das war, sieht man auf der Kirchenuhr, die man aus dem Tivoligarten heraus sieht. Zum Schluss ging es zunächst in eine Bar im leuchtenden Schloss, danach gab es ein tolles Essen. Ein langer Tag mit einem schönen Abschluss.

Blick aus dem Tivoli

Burg Eltz

Am letzten Tag unseres Moseltrips besuchten wir die Burg Eltz. Darauf hatte ich mich ganz besonders gefreut – noch imposanteres Altgemäuer gibt es wohl kaum. Wir hatten gehört (und auch unser gesunder Menschenverstand flüsterte uns solches ein), dass es am Sonntag besonders voll dort sein sollte und starteten deshalb pünktlich. In unserem Übernachtungsort Müden war die Burg bereits ausgeschildert und eine sehr nette Dame aus dem Hotel gab uns noch einige Tipps, wie wir am besten den großen Parkplatz mit Pendelbusverkehr erreichen würden.

Wir parkten für zwei Euro und beschlossen, die etwa 1300 Meter zur Burg zu Fuß zu gehen. Die meiste Zeit ging es bergab durch den Wald. Und gerade, als ich dachte: ‚Nun wird es aber Zeit, dass das Ding mal auftaucht‘, lag sie vor uns. Beeindruckend, gut erhalten und einfach schön. Auf ihre Geschichte gehe ich hier nicht ein, das kann Wikipedia deutlich besser als ich.

Da wir vormittags unterwegs waren, wurden wir noch nicht von Touristenmassen bedrängt. Wir investierten 10 Euro (ein fairer Preis für eine Burgführung und den Besuch der Schatzkammer) und begaben uns zum Sammelplatz der Führungswilligen. Schon wenige Minuten später wurden wir von einer Frau Rau abgeholt und es ging los. Leider durfte man im Inneren nicht fotografieren, was ich mal wieder schade, wenn auch verständlich fand. Diesen uralten Sachen hätte ein ständiges Blitzlichtgewitter gewiss nicht gutgetan.

Burg Eltz

Die Führung war gut. Es gab ein gesundes Maß an Information und Fragen durften auch gestellt werden. So erfuhren wir zum Beispiel, dass es im Burggebäude damals schon 20 recht moderne Toiletten gab – teilweise mit Wasserspülung. Auch, wenn es von unten teilweise so aussah: Die Geschäfte fielen nicht direkt auf das Dach darunter, sondern es gab Rohrleitungen und Sammelbecken – wie beruhigend. Und wir erfuhren viel über die Familien von Eltz, die es geschafft haben, ihre Burg über Generationen hinweg aus den meisten Fehden herauszuhalten – weshalb sie auch heil blieb. Und obwohl die Familie in drei unterschiedliche Zweige aufgeteilt wurde, hielt man auch untereinander Frieden: Man teilte nur wenige repräsentative Räume, wohnte in unterschiedlichen Flügeln und besuchte sich nur auf Einladung – so klug sollten auch andere Familien sein.

Burg Eltz

Wir besichtigten sowohl Schlaf- und Wohnräume als auch einige Wirtschaftsräume, zum Beispiel eine Küche mit recht modern wirkender Spüle. Was mich grauste waren überall die engen und steilen Treppen – da mit einem Wassereimer in der Hand oder gar einem Serviertablett herumzukraxeln war bestimmt nicht so ein Vergnügen, zumal in langen Röcken. Auch waren viele Treppenhäuser und Türstürze enorm niedrig, so dass ich mit meinen 1,73 schon oft geduckt herumlaufen musste. Frau Rau wies uns ganz fürsorglich immer wieder darauf hin, so dass unser Grüppchen unbeschadet durch die Burg kam.

Burg Eltz

Nachdem wir den zu besichtigenden Teil der Burg gesehen hatten – nicht alle Teile sind zugänglich, denn einiges wird noch als Zweitwohnsitz der Familie von Eltz genutzt – sahen wir uns noch die Schatzkammer an. Die dort ausgestellten Waffen fand ich nur mäßig spannend, das ist einfach nicht meine Sache. Der Schmuck und das Geschirr interessierten mich schon eher. Einiges wirkte erstaunlich modern, zum Beispiel ein Set kunterbunter Mokkatassen. Die würde ich mir wohl heute auch noch in die Vitrine stellen. Auch ein Herren(!)ring mit auswechselbaren Steinen gefiel mir gut – natürlich nur, weil er so unglaublich praktisch war.

Nur auf eines haben wir bei unserer Burgtour verzichtet: Auf den ansonsten obligatorischen Einkehrschwung in einen der beiden Biergärten. Dort war es voll und irgendwie schlecht organisiert – es dauerte ewig, wenn man ein Getränk ergattern wollte. Wir entschieden uns dagegen, ließen uns für weitere zwei Euro mit dem Pendelbus zurück zu unserem Auto bringen und fuhren zurück zur schönen Mosel. Dort fanden wir im kleinen Örtchen Hatzenport ein Café, in dem wir gemütlich draußen saßen und der Kaffee gebracht wurde. Eine gute Alternative!