Novemberwunderwetter

Allmählich wird mir das Wetter ein wenig unheimlich: Neun Tage war ich auf Borkum, und das im November. Fünf Tage lang hatte ich ein wahres Prachtwetter – so, dass die Leute in die Strandcafés kamen und schnauften: „Boah, is dat warm!“

Es war zwar nicht unbedingt Bikiniwetter (die dicke Dame übertreibt mal wieder), aber es war für die Jahreszeit viel zu warm. Mehrmals saß ich ohne Jacke in der Sonne – das ist schon komisch im November.

Die Cocktails waren deutlich verlockender als der Glühwein. Da ich mir aber mal wieder den üblichen Urlaubs-Infekt zuzog, blieb ich trotzdem zumeist bei den Heißgetränken. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Die Sonnenuntergänge waren wirklich spektakulär, das habe ich mir mehrmals angeguckt und auch mal wieder ein bisschen herumexperimentiert – sowohl mit der Dame, die ganz unanständig ihr Maurerdekolltee zeigte, als auch mit der Fotokugel.

Trotz der vielen schönen Sonnenuntergangsbilder war ich eigentlich wegen etwas anderem im Herbst nach Borkum gefahren: Mir stand der Sinn nach Wolken, Wind und feuchter Luft. Ein bisschen was davon gab es auch, insofern habe ich keinen Grund zum Meckern:

Und heute Morgen verabschiedete die Insel sich mit Nebel von mir. Da ich direkt am Leuchtturm wohnte, machte ich mal wieder ein Foto davon. Sicher technisch lausig, aber trotzdem schön 🙂

Borkum im Herbst ist immer wieder toll – super entspannend und erholsam. Es war sicher nicht das letzte Mal.

Stille am Meer

Inzwischen habe ich gelernt, meiner Wetter-App nicht mehr bedingungslos zu vertrauen. Heute war wieder so ein Tag: Angekündigt war es kalt, trist und feucht, bekommen haben wir mindestens 7 Stunden Sonne. Auf Borkum. Warm war es auch noch. Und es gab mal wieder mein allerliebstes Spektakel zu begucken.

Die Leute, die im November nach Borkum fahren, wissen, was es nach einem solchen Tag zu sehen gibt. Und sie wisse auch, wann. So sah man, dass sich ab ca. 15:30 die Bänke an der Promenade füllten. Die Außenplätze der wenigen geöffneten Lokale waren ohnehin alle besetzt. Und dann ging es los: Zuerst wurde es deutlich kühler.

Und dunkler wurde es natürlich auch. Die Sonne brante wie ein Feuerball am Himmel und ließ auch das Wasser und das Watt festlich glänzen.

Ich schlich mich nach oben, auf die zweite Ebene der Promenade. Und ja, tatsächlich, nicht nur ich war leise. Es war ganz leise, fast schon andächtig still. Ab und an hörte man noch ein kleines Kind krähen, aber ansonsten war feierliche Ruhe. Die Leute guckten, fotografierten, genossen einfach nur. Und ich bewies mir selbst mal wieder, wie wenig Fantasie ich habe, und fotografierte die gleichen Motive wie früher schon einmal:

Die wilde Windsbraut auf dem Dach des Musikpavillons sowie eine der altmodisch wirkenden Straßenlaternen, die mir schon immer so gut gefallen haben.

Und dann wurde es dunkel – richtig dunkel. Während ich zufrieden und tiefenentspannt zu meinem Hotel schlappte, muss ich an dieses Gedicht von James Krüss denken: „Das Feuer“. Dessen letzte Strophe geht so:

Kleiner wird der Feuerbraus:
Ein letztes Knistern,
Ein feines Flüstern,
Ein schwaches Züngeln,
Ein dünnes Ringeln
Aus.
James Krüss

Kein Trauerspiel

Seit jeher mag ich diese großen, herunterhängenden „Trauerbäume“. Schon im Garten unseres alten (nein – uralten) Hausarztes stand eine Trauerweide und als Kind habe ich diese immer sehr bewundert. Einen ähnlich schönen Baum fand ich gestern im Bethmannpark.

Trauerweide, Spiegelbild See,Bethmannpark

Es war ja so ein wunderschöner Tag gestern, der ohnehin schon lange Sommer hat uns noch einen kräftigen Nacchschlag serviert. Da war es fast eine Erleichterung, mal für ein Weilchen im Schatten Platz zu nehmen – das haben meine beiden Gäste und ich gerne gemacht. Schön war’s – danke, Oktober!

Trauerweide im Gegenlicht

9 Gründe, den Herbst zu lieben

Gestern war offiziell Herbstanfang. Pünktlich dazu ist es kühler geworden und es regnet endlich mal ein wenig. Ich freue mich jedes Jahr auf den Herbst und glaube, dass er meine Liebings-Jahreszeit ist. Und dafür gibt es eine Menge Gründe. Hier die für mich Wichtigsten:

1. Die Farben

Der Herbst ist für mich golden. Das liegt nicht nur an der Farbes des Laubes, das bunt leuchtet, sondern auch an dem besonderen Licht. Wenn ich mich recht erinnere, steht die Sonne im Herbst tiefer als im Sommer, der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist flacher und die Farbe des Lichts daher anders.

2. Letzte Blüten

Für mich als Blumenfan sind die letzten Blüten im Herbst immer besonders schön, ich freue mich über jede, die mich anlacht. Jetzt im September gibt es ja noch richtig viele Blumen, später im Jahr muss man schon mal auf Beeren ausweichen, wenn man nach etwas Buntem zum Fotografieren sucht.

3. Rauer Wind und Sonnenschein

In diese Lieblingsjahreszeit fällt in der Regel mein jährlicher „Alleine-Urlaub“ auf einer Insel. Ich liebe es, im rauen Herbstwetter am Wasser spazieren zu gehen, fröstelnd und durchgepustet irgendwo einzukehren und mich – gerne schreibend – aufzuwärmen. In jedem dieser Urlaube erwische ich auch ein par Sonnenstunden, die ein besonderr Genuss sind.

4. Apfelzeit und Erntedank

Ich bin niemand, der das Ernetdankfest bewusst feiert, doch ich finde es gut, im Herbst einmal kurz innezuhalten und dankbar dafür zu sein, dass die Natur es mit uns hier recht gut meint. Auch wenn dieses Jahr sehr trocken war, war es doch vielerorts ein grandioses Obstjahr. Ich habe dieses Wochenende einen tollen Pflaumenkuchen gebacken, vielleicht folgt diesem bald mal wieder ein Apfelkuchen. Denn Äpfel, die ich roh leider nicht gut vertrage, gehören zu meinem liebsten Obst – sei es als Kuchen, Wein, Mus oder, oder, oder …

5. Pilze!!!

Hach, Pilzzeit! Ich liebe Pilze. Zwar habe ich noch nie selber welche gesammelt und werde das wohl auch nie tun (ich denke, es gibt weniger mühsame Methoden, sich umzubringen), doch ich liebe Pilzgerichte aller Art. Besonders Pfifferlinge, die es zuhause nie gab, sind meine Favoriten.

6. zur Ruhe kommen

Im Sommer will ich immer was machen: Schwimmen gehen, an den Main, zumindest auf den Balkon. Dieser Sommer war allerdings so heiß, dass ich mich manchmal zuhause eingeigelt habe – aber immer mit einem schlechten Gefühl dabei. Der Herbst läd dazu ein, zur Ruhe zu kommen, dem Sofa zu huldigen und einfach mal abzuhängen.

7. Teezeit

Mit der Sofazeit und dem Abhängen kommt natürlich auch der Teedurst zurück. Zwar mache ich mir auch im Sommer mal ein Kännchen Tee, aber in den kalten Monaten ist Teetrinken für mich ein Muss. Meistens gibt es kräftigen Ostfriesentee, manchmal aber auch Rotbusch- oder Kräutertee. Wie gut das schmeckt, wenn es kühl und dunkel ist!

8. Erste Weihnachtskekse

Ich fand es ja schon etwas seltsam, als ich letzte Woche aus dem Freibad kam und im Supermarkt kistenweise Weihnachtskekse sah. Ich gestehe aber, dass ich zu denjenigen gehöre, die immer schon früh im Jahr ein Päckchen davon kaufen, um es gemütlich zum Tee zu schnabulieren. Ich weiß, das finden viele blöd, aber ich stehe dazu! Es gibt bei mir übrigens bevorzugt Mandelspekulatius 🙂

9. Stricken

Mit der Chill-Tee-Keks-Sofazeit werde ich mich auch wieder mal meinen Wollhaufen widmen und ein wenig Stricken. Ich brauche noch eine Mütze, finde ich, und auch mein letztes Sockenpaar wartet noch auf die Fertigstellung.

Und damit bin ich mit meiner Liste am Ende. Wem noch etwas einfällt, der schreibe es gerne in die Kommentare – ich bin sehr neugierug darauf, was andere am Herbst mögen.

Zeitreise nach Tossens

Wieder einmal war ich mit meiner wunderbaren Schwester an der Küste unterwegs. Dieses Mal landeten wir in Tossens in der Gemeinde Butjadingen. Wie so oft wurde unser kleiner Ausflug eine Art Zeitreise mit Spurensuche – kennst du das noch? Kannst du dich daran noch erinnern? Ist der Spielplatz noch da?

Was es damals definitiv noch nicht da war, sind die vielen Windräder. Und ich bleibe ja dabei: Ich finde sie schön.

Ich war ja nur ab und zu mit meinen Eltern in Tossens, meine Schwester aber verbrachte dort den ersten „richtigen“ Urlaub ohne Familie, nur mit Freunden. Mit dem Rad sind sie damals hingestrampelt, ein Elternpaar kutschierte Gepäck und Zelte hinterher. Daher war es für meine Schwester auch noch spannender als für mich zu gucken, wie sich das Örtchen entwickelt hat. Inzwischen gibt es viel mehr Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten.

Nicht meine Spuren – aber sie könnten es sein, dort auf der Buhne.

Immer noch da sind natürlich die begehbaren Buhnen. Wir sind auf einer herumgelaufen, obwohl es dort eigentlich immer nichts Besonderes zu sehen gibt. Es gehört für mich irgendwie dazu, so wie die Seebrücken an der Ostsee, die ich auch immer ablaufen muss.

Wir machten ja nur einen ganz kurzen Kurztrip nach Tossens, aber mit Kaffee und Pflaumenkuchen gibg doch einiges an Zeit rum. Und so kam ich doch noch zu meinem Gegenlichtbild mit Wasser, als die Sonne es einmal gut mit uns meinte. Dieses ewige norddeutsche „heiter bis wolkig“ ist ja gar nicht so einfach – und wenn dann auch noch Ebbe ist, wird es schwierig mit den Wasserbildern. Aber eines gab es doch:

Zugegeben, auch hier haben wir mehr Matsch als Wasser, aber man sieht doch schon, was es wenige Stunden später wieder werden wollte.

Und zum Schluss noch eine Spurensuche der anderen Art – in meinem Fotoalbum. Das Kind in rot-grün bin ich, das muss um 1980 herum gewesen sein. Den Spielplatz an der Stelle gibt es noch, allerdings sind die Spielgeräte inzwischen deutlich moderner. Gut sieht er aus, der neue Spielplatz. Aber ich erinnere mich, dass ich auch auf dem Alten viel Spaß gehabt habe. Und ins Album geklebt hat meine Schwester das Bild, zumindest ist es ihre Schrift.

Tossens, Butjadingen, Küste

Ein kleines Fleckchen Natur

Heute war ich mal wieder auf einem Flohmarkt: Es gab ein leider nur winziges Märktchen auf dem Flugplatz bei Kalbach. Das Wetter war wohl nicht gut genug und es wirkte so, als wolle es regnen, so dass nur wenige Anbieter und Besucher vor Ort waren. Was es allerdings in übergroßer Menge gab, waren Wespen. Ich bleibe dabei: Das sind außerordentlich dumme Tiere, mit denen ich bei allem guten Willen nichts anfangen kann.

Was mir aber gefällt, ist dieses kleine Fleckchen Natur, das sich dort in der Nähe von Frankfurt befindet. Bequem mit der U-Bahn zu erreichen, bietet es einige nette Spazierwege mit Obstbäumen und allerhand Kleinstgetier. Ich wollte eine Goldrute knipsen und hatte dabei einen Zufallstreffer:

Nachdem ich die Fliege entdeckt hatte, versuchte ich mich an einer gezielten Nahaufnahme. Dem kräftigen Wind sei Dank machte ich in etwa ein Dutzend verwackelte Goldrutenbilder mit ohne Fliege. Doch dann gelang mir ein Volltreffer. Hier sieht man die eigentlich unspektakuläre Fliege mal in vollem Glanz:

Leichter zu knipsen waren später noch ein paar Brombeeren. Die allermeisten dieser Früchte, die mein Vater immer „Brummels“ nannte, sind leider vertrocknet oder zumindest derartig verschrumpelt, dass sie zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Einige wenige rote Früchte gab es aber doch – ob sie wohl noch reif werden? Den Vögeln wäre es zu wünschen …

Brombeeren

Sommernacht im Braunschweiger Dom

Durch einen glücklichen Zufall wurde Kerstin auf ein kleines Konzert im Braunschweiger Dom aufmerksam. Dieses fand am Samstag um 22 Uhr statt und da wir nichts anderes vorhatten, ließen wir uns auf die Sache ein. Ich bin ja eigentlich kein Kirchgänger und gehöre auch keiner Kirche an, aber ein Konzert – warum nicht.

Sommernacht im Braunschweiger Dom, Lichtspiele, Konzert

Wir gingen sehr pünktlich los, da wir gerne einen Randplatz haben wollten – dann können Rollifahrer und Läufer bequem nebeneinander sitzen. Es war mehr als schummrig, als wir den Dom enterten – man kann auch sagen, es war düster. Trotzdem ging das Einnehmen der Plätze trotz großem Andrangs sehr gesittet vor sich, was mir positiv auffiel. Kein Geschubse, kein übertriebenes Geschepper, als zusätzliche Klappstühle aufgestellt werden mussten. Die Dunkelheit erklärten wir uns mit den angekündigten Lichtspielen.

Sommernacht im Braunschweiger Dom, Lichtspiele, Konzert

Trotz froher Erwartung hatte ich Mühe, nicht vor Beginn des Konzertes schon einzuschlafen. Es war sehr warm im Dom – sonst ist mir in Kirchen immer eiskalt. Zum Glück ging es pünktlich los und es gab auch gleich was zu sehen. Die Beleuchter leisteten tatsächlich ganze Arbeit.

Sommernacht im Braunschweiger Dom, Lichtspiele, Konzert

Thematisch ging es in diesem letzten von drei Sommernachtskonzerten um die Dankbarkeit. Die Pfarrerin erzählte etwas dazu und einige Kinder verkündeten ebenfalls, wofür sie dankbar seien. Das war irgendwie niedlich, denn neben den politisch korrekten Dingen wie die tolle Familie, gute Freunde oder der christliche Glaube kamen da auch ganz normale Sachen aus der kleinen Welt der Kinder: Ein Mädchen war dankbar, dass bald die Zahnspange rauskäme und sie dann vom Papa so viel Kaugummi bekäme, wie sie möchte. Ein anderes Kind war dankbar, dass es schon mal mit dem Traktor auf der Wiese herumfahren durfte. Viele dieser kindlichen Dankbarkeitsbekundungen ließen mich etwas schmunzeln, wahrscheinlich guckte ich auch ein bisschen gerührt.

Die Musikstücke wurden von einem Quartett gesungen und vom Klavier oder der Orgel begleitet. Ich bin kein Musikprofi, habe aber ganz gute Ohren und fand den Geang unheimlich professionell. Man konnte sich ganz entspannt sacken lassen, das Licht beobachten und zuhören. Allerdings kannte ich gar kein Lied bis auf das Letzte: „Der Mond ist aufgegangen“. Mir war nur nicht bewusst, dass es so viele Strophen hat.

Es war schön, wie dieses letzte Lied vorgetragen wurde: Die Gruppe lief einmal um das Publikum herum und dann raus aus der Kirche, so dass sich der Gesang immer weiter entfernte. Jedem war danach klar: Das war’s. Das abschließende Gebet hätte es für mich nicht gebraucht, aber geschadet hat es mir auch nicht.

Die Fotos entstanden übrigens alle nach Abschluss des Konzertes. Es war zu Beginn darum gebeten worden, nicht die ganze Zeit mit den Handys herumzufuchteln, und es war angekündigt worden, dass die Lichter zum Schluss noch einmal erscheinen würden. Soweit ich das gesehen haben, sind tatsächlich alle Gäste dieser Bitte nachgekommen. Ich fand es auch ganz entspannend, während des Konzertes nicht mal über das Knipsen nachdenken zu müssen.

Mir hat das Konzert gut gefallen und die vielen Lichter fand ich schön. Allerdings mussten wir am nächsten Morgen gleich feststellen, dass andere Leute das anders sehen: „Kitsch“ verkündete Kerstins Vater Karl, dem sie ein paar Bilder geschickt hatte. Nun, wo er Recht hat, hat er Recht 🙂

Leb wohl, kleiner Adler!

Adlerküken, Seeadler, Nest

Ende April

Gestern habe ich, wie immer, wenn ich abends etwas Zeit habe, die estnische Webseite mit dem kleinen Seeadler aufgerufen. Zu meinem Erstaunen fand ich das Nest leer vor. Ein Blick ins Forum gab Aufschluss: In der Tat hatte die kleine Sulvi, wie sie inzwischen heißt, sich tags zuvor erhoben und das Nest verlassen – fast zwei Wochen früher, als man das von ihr erwartet hätte.

Nun hatte die Kleine natürlich auch allerhand erlebt in der letzten Zeit: Das kuschelige Nest, in dem sie geschlüpft war, gab es schon seit ein paar Wochen nicht mehr. Die anhaltende Trockenheit hatte das Bauwerk mürbe werden lassen, immer mehr kleine Ästchen veranschiedeten sich nach unten und irgendwann waren nur noch die dicken Äste übrig, die einmal das Nest getragen hatten.

Adlerküken, Seeadler, Nest

Ende Juni

In den ersten Tagen fiel dem Adlerkind das Hocken auf den Ästen sichtlich schwer, auch fand sie keine bequeme Schlafposition und das Essen fiel ihr gerne mal weg. Doch die Eltern, allen voran Papa Sulev, erwiesen sich als gute Versorger und schafften wieder und wieder Fische heran. Sulvi futterte also eifrig und trainierte nebenher ihre Schwingen – denn ewig auf diesen harten Ästen zu hocken, gefiel ihr nicht. Ihren Unmut bewies sie unter anderem auch dadurch, dass sie einmal mit Schwung vor die Kameralinse schiss – warten auf den großen Regen, hieß es deshalb für alle Beobachter. Das Bild klärte sich nur langsam, erst kurz vor ihrem Auszug hatte man wieder einigermaßen freie Sicht.

Diese Webcams sind ja wirklich etwas für Faule – also auch für mich. Naturbeobachtung, ohne das Sofa verlassen zu müssen, fühlt sich zunächst etwas merkwürdig an. Doch mir hat das kleine Adlermädchen viel Spaß gemacht und ich werde es vermissen. Zum Glück gibt es noch einige Küken zu bewundern auf der Seite und ich warte gespannt, was sich weiterhin dort tun wird.

Und zum Schluss gibt es hier noch ein kleines Abschieds-Gif – 17 Bilder, die die erstaunliche Entwicklung des kleinen Adlers zeigen. In 10 Wochen vom kleinen Plüschball zum ernstzunehmenden Raubvogel – ich finde das faszinierend.

Adlerküken, Seeadler, Nest

10 Wochen – 17 Bilder. Durch Anklicken wird es größer.

 

Bunte Flatterviecher

Beim gestrigen Spaziergang an der Nidda kamen wir an einem Schmetterlingsflieder vorbei. Den habe ich früher zuhause schon geliebt. Dieser hier aber saß tatsächlich voller Schmetterlinge – ich könnte mich nicht erinnern, dass ich schon einmal so viele „auf einem Haufen“ gesehen hätte. Leider hielten sie nicht immer so schön still wie dieser hier:

Schmetterling, Tagpfauenauge, Schmetterlingsflieder

Ich bin alles andere als eine Schmetterlingsexpertin, doch nach emsigem Googlen habe ich beschlossen, dass dies ein recht dunkles Tagpfauenauge ist. Einen ganz ähnlichen Gesellen fand ich ein paar Blüten weiter, er stand Kopf, hielt aber ebenfalls brav still, als ich mit meiner Kamera ganz nah an ihn heranging.

Schmetterling, Tagpfauenauge, Schmetterlingsflieder

Und dann fand sich noch ein „Kleiner Fuchs“, der sich etwas seitlich einfangen ließ. Alle anderen hielten nicht still, sondern hampelten herum, als ich mich ihnen nähern wollte. Und da der Flieder auch noch hinter einem Zaun stand, konnte ich leider nicht um ihn herumgehen. Schade – es hätte auch noch weiße Schmetterlinge dort gegeben.

Schmetterling, Kleiner Fuchs, Schmetterlingsflieder

Beim Versuch, die Schmetterlingsarten zu bestimmen, half mir übrigens diese Seite: http://www.schmetterlinge.at/Tagfalter/Artenuebersicht  Ich hoffe, ich habe es richtig gemacht 🙂

Frankfurt von oben

Ich hatte mal wieder Besuch einer lieben Freundin aus Hamburg. Ich mag solche Besuche ja: Zum einen, weil ich gerne den Kontakt zu meinen alten Freunden halte und man dann mal so richtig schwätzen kann. Und zum anderen, weil es einem die Möglichkeit gibt, sich zu verhalten wie ein Tourist und ein bisschen dumm in der Gegend herumzugucken. Dieses Mal guckten wir, auf Kerstins Wunsch, nicht nur herum, sondern herunter. Vom Main-Tower, genaugenommen. Mir gab das soeben auch noch die Möglichkeit, mal wieder mit diesem GIF-Generator herumzufummeln. Hier der erste Versuch:

Frankfurt, Main-Tower, Blick von oben

Kerstin und ich hatten eine Plattform für uns ganz alleine. Denn Kerstin ist Rollstuhlfahrerin und kann die letzte Treppe natürlich nicht bewältigen. Rollifahrer mit einem B im Ausweis und einer kompetenten Begleitperson dabei (das war ich! 🙂 ) werden am Main-Tower bevorzugt behandelt und müssen nicht mal etwas bezahlen. Das ist nicht selbstverständlich und den anderen gegenüber vielleicht auch ein bisschen ungerecht, aber wir haben es gerne angenommen.

Vor einigen Jahren waren wir schon einmal zusammen auf dem Turm. Damals war für uns eine Art Balkon geöffnet, auf dem mal ziemlich weit um den Turm herumlaufen konnte, aber dafür im Sitzen nicht ganz so gut gucken konnte. Dieses Mal durften wir in Begleitung eines netten Mitarbeiters eine andere Plattform nutzen, auf der man nicht ganz rumlaufen, aber dafür grandios gucken konnte. Da man sich von dort ohne große Umstände in den Freiflug begeben könnte, darf man diese Stelle wahrscheinlich ohne Begleitung nicht betreten.

Frankfurt, Main-Tower, Blick von oben

Ich machte mit meinem Handy zwei Bilderserien aus jeweils 100 Bildern (eigentlich drei, aber die dritte ist irgendwie misslungen), die ich in verschiedenene Geschwindigkeiten zum GIF umgewandelt habe. Ich bin immer wieder erstaunt über die heutige Technik – ohne großartiges Equipment kann man so tolle Sachen machen. Das tröstet mich auch darüber hinweg, dass ich beim Blick von oben immer erst gewisse Orientierungsschwierigkeiten habe: Auf Kerstins Frage, wo ich denn in etwa wohnen würde, musste ich erst mal nach einem optischen Fixpunkt suchen und fand dann zum Glück die EZB. Außerdem fand ich, als ich erst mal wusste, wo ich in etwa gucken muss, die alte Oper, die Fressgass, die Katharinenkirche und den Römer mit all dem Gedöns drumherum. Außerdem natürlich den Bahnhof und allerlei Banken. Es war ein sehr schöner Aufenthalt dort in luftiger Höhe im 55. Stock.

Frankfurt, Main-Tower, Blick von oben, alte Oper, Main, Römer, Bankenviertel