Makkaroni mit Mockturtle – in Omas Küche

Wieder mal eine Hausaufgabe, dieses Mal aus dem Kulinarik-Workshop: Es ging um ein Lebensmittel, das für uns untrennbar mit etwas verbunden ist. Einige Schreibkollegen entwickelten hier fantasievolle Geschichten, ich blieb irgendwie in meiner Erinnerung hängen und musste im Nachhinein feststellen, dass ich über dieses Essen tatsächlich schon mal geschrieben habe – wenn auch in einem anderen Zusammenhang. Das war im Jahr 2013! Nun ja – ich mag es halt einfach gerne 🙂

Makkaroni mit Mockturtle – in Omas Küche

Ich bin hoch im Norden aufgewachsen, genau genommen im Ammerland. Kulinarisch geht es dort deftig zu, Grünkohl mit Pinkel ist wohl das Bekannteste, was dort auf den Speiseplan gehört. Ebenfalls wichtig sind Kartoffeln – wenn es in den 70er Jahren zwei Tage nacheinander keine Kartoffeln zu essen gab, startete der typische Ammerländer einen Protestfeldzug und klagte gar fürchterlich. Nudeln, von uns Kindern schon damals heiß geliebt, galten allgemein als ungesunde Dickmacher und Reis war etwas, von dem man generell nicht leben konnte. Nun ja – die Milliarden von Asiaten hatte man dazu wohl nicht befragt.

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Kartoffeln – Bild von Pixabay

Es gab zuhause also nur selten Nudeln zu essen. Oma war da offener. Bei ihr gab es selbst an hohen Feiertagen schon mal Spiralnudeln zum Gulasch, und weil sie von aufbrausendem Temperament war, wagte es nicht mal mein Vater, dagegen aufzumucken. Und wenn wir Kinder bei Oma waren, was relativ oft der Fall war, gab es sogar Spaghetti oder, noch häufiger, lange Makkaroni. Und zu diesen Makkaroni gab es eine Ammerländer Spezialität, die eher schwierig zu beschreiben ist. „Dat is wat Kleinfleisch in Soße“, so beschrieb es einmal eine Touristin, die den Mut besessen hatte, dieses eigentlich als Suppe gedachte Gericht zu bestellen und nun ratlos vor dem dicken, dunkelbraunen Zeug saß. Ursprünglich ein Seefahrergericht und als Ersatz für Schildkrötensuppe gedacht, gab es diese Suppe in meiner Kindheit oft auf Familienfeiern, dann mit einem dreieckig halbierten Toastbrot. Was genau drin ist, habe ich nie erforscht, und ich will es auch eigentlich gar nicht wissen. Was ich aber weiß ist, dass Makkaroni mit Mockturtle für mich für immer untrennbar mit Omas Küche und viel Spaß verbunden sein wird.

Omas Küche war alt, der Boden bewegte sich ein bisschen, wenn man über das Linoleum lief. Jeder hatte seinen festen Platz – Oma saß vor dem Küchenbuffet, Opa links davon, meine Schwester vor der Spüle und ich auf der kleinen Bank mit dem Kunstlederbezug, der eine karierte Prägung hatte, die ich unzählige Male mit meinen Fingern nachgemalt habe.

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Aus den Wikipedia Commons: Mockturtle_Wilfried Wittkowsky. Irritierenderweise mit Klößen …

In Omas Küche sah es immer mal wieder anders aus als bei uns, wo es immer pingelig sauber war. Wenn sie kochte, arbeitete sie schwungvoll und „mit weiter Streuung“, wie mein Vater zu sagen pflegte. Das bedeutete nichts anderes, als dass von einem geschnittenen Kohl ein nicht unerheblicher Teil auf dem Boden landete, Mehl seinen Weg über Tisch und Schränke fand und sich je nach zubereiteter Speise überall ominöse Fingerabdrücke wiederfanden. Sie trug stets eine Kittelschürze, und die zeigte jedem aufmerksamen Beobachter genau das Menü des Tages.

Bei Oma zu essen war anders als zuhause, denn bei ihr ging es deutlich weniger streng zu, was die Tischmanieren anging. Sie war halt auch nicht dazu verpflichtet, uns zu erziehen – Omas haben eine andere Rolle. Bei ihr durfte man Tee aus der Untertasse trinken und die Makkaroni mit der Soße einschlürfen. Selbst, wenn man versuchte, diese Nudeln ordentlich zu essen, saute man sich unweigerlich ein. Es gibt eigentlich keinen logischen Grund dafür, ausgerechnet diese unpraktischsten aller Nudeln zu kaufen. Es war wohl so, dass Oma selbst Spaß an diesen unförmigen Dingern hatte, und Opa machte stoisch mit und schnitt sich seine Portion in mundgerechte Stückchen. Das tat Oma bei uns übrigens irgendwann auch, aber immer erst, wenn wir schon alles vollgesaut hatten.

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Es hätte durchaus praktischere Alternativen zu den Makkaroni gegeben – Bild von Pixabay

Natürlich ferkelten wir nicht bei jeder Mahlzeit so herum, aber es gab immer wieder übermütige Stunden, in denen wir in Omas Küche Dinge taten, die wir zuhause niemals gedurft hätten. Kirschkernspucken zum Beispiel – eine Beschäftigung, bei dem Omas ausladendes Dekolletee das Ziel darstellte. Oder Kaugummiblasen machen, bei dem beide Großeltern mitmachten und sich dabei ganz fürchterlich an einem Konglomerat aus Hubba Bubba und dritten Zähnen verschluckten. Dabei wurde viel geschimpft, viel gelacht und irgendwann, wenn man erschöpft zur Ruhe kam, wurde der alte Boiler über der Spüle angeschaltet und nochmal Tee gemacht, um wieder zu Kräften zu kommen.

Kirschkernzielspucken habe ich schon lange nicht mehr gemacht und auf Hubba Bubba stehe ich auch nicht mehr so. Meinen Tee trinke ich nun brav aus der Tasse, was auch daran liegt, dass ich gar keine Untertassen mehr benutze. Aber Mockturtle kaufe ich immer noch. Ich esse sie nicht mehr mit Makkaroni, schließlich muss ich meine Kleidung inzwischen selbst waschen. Aber noch immer, wenn ich die Dose öffne und mir der leicht katzenfutterartige Geruch in die Nase steigt, fühlt sich der Boden unter meinen Füßen an wie Linoleum auf einem Holzboden und ich fühle mich sehr zuhause. Und das, obwohl mein Zuhause inzwischen schon seit vielen Jahren nicht mehr das flache, ländliche Ammerland, sondern Frankfurt am Main ist. 

Der Winter meines Lebens

Derzeit ist Winter – ganz eindeutig, In Frankfurt wird mal wieder mit Schnee gegeizt, aber einige Teile Deutschlands haben ordentlich was abgekriegt. Und wie so oft, wenn sich in Deutschland Schnee zeigt, wird viel über das Wetter gesprochen, es werden Vergleiche und Parallelen gezogen zur großen Schneemasse im Winter 1978/79. Ja, das war wohl für viele eine echte Katastrophe, die meisten Erwachsenen fanden es überhaupt nicht lustig und gerade in Ostdeutschland nahm dieser Wintereinbruch wohl katastrophale Ausmaße an. Ich aber empfand das damals ganz anders: Für mich war es der Winter meines Lebens.

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Ich war acht Jahre alt, als in den Weihnachtsferien 1978 das Unfassbare über uns hereinbrach. Meine Cousine Anne war zu Besuch (im Tausch war meine Schwester bei Cousine Heike) und wir wurden wach, weil irgendwelche fremd klingenden Geräusche durch das Haus klangen. Wir standen auf und guckten raus – Schnee! Und so viel! Das hatten wir komplett verschlafen! Die Geräusche kamen daher, dass meine Mutter erfolglos versuchte, irgendeine unserer Haustüren zu öffnen. Alle drei Türen – Vordertür, Terrassentür und die der Garage – waren so hoch zugeschneit, dass die Türen sich nicht öffnen ließen. Was für eine Aufregung! Mein Vater turnte also zum Küchenfenster hinaus, um eine Schaufel zu holen und zumindest eine Tür freizubuddeln. Ich wollte gleich hinterher, wahrscheinlich in Schlafanzug und Hüttenschuhen, was ich nicht durfte. Das prangere ich heute noch an, auch wenn es aus Sicht meiner Mutter natürlich verständlich war. Wir mussten frühstücken, uns waschen und anziehen, während Papa schippte. Und dann waren wir nicht mehr zu halten, wir wollten nur noch raus. Tatsächlich stapften wir durch den hohen Schnee zu Oma Erna, der wir irgendwas mitbrachten, das wir auf unseren Schlitten gelegt hatten. Ich weiß nicht mehr, was es war, aber die Aufregung, den Spaß, das spüre ich noch heute.

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Die nächsten Tage waren toll. Anne durfte etwas länger bleiben, weil meine Eltern unnötige Autofahrten vermeiden wollten. Wir waren draußen, spielten, tobten, bauten. Natürlich waren auch die Nachbarskinder dabein und auch meine Schwester, die irgendwann wieder gegen die Cousine eingetauscht wurde, war noch nicht zu groß, um mitzumachen. Ich kann mich an Schneekugeln erinnern, aus denen wir Schneemänner bauen wollten, die dann aber versehentlich so dick wurden, dass keiner sie mehr aufeinander heben konnte. Die überall beim Räumen zusammengeschobenen Schneehaufen wurden erklettert, ausgehöhlt, berutscht. Wir rodelten am Bahndamm – wo auch sonst sollte man in Norddeutschland rodeln, wenn nicht am Deich oder am Damm? Der Schnee blieb in den Rippen der Cordhosen hängen und durchnässte alles, sodass man sich mehrmals am Tag umziehen musste. Abends waren wir total kaputt. Es war einfach großartig! Ich lächle nach innen und außen, wenn ich daran denke und darüber schreibe.

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Ich glaube, ein wichtiger Grund, dass ich diese tollen Erinnerungen an diesen Schneewinter habe, liegt darin, dass wir Kinder laufen gelassen wurden. Wir durften stundenlang spielen, uns vom Haus entfernen, ohne dass uns unsere Eltern immer auf den Hacken gehangen hätten. Daran musste ich heute denken, als ich irgendwo las, wie schade es doch sei, dass die Kinder gerade so viele Hausaufgaben hätten und gar keine Zeit zum Rodeln wäre. Ich saß fassungslos da und dachte nur „Hallo? Spinnt ihr? Prioritäten?“ Ganz ehrlich, Hausaufgaben können die Kinder irgendwann mal machen, dafür ist jetzt keine Zeit. Jetzt, in diesen Tagen, wenn endlich mal Schnee ist, müssen die spielen. Alle Eltern sollten ihren Kindern diese Erinnerungen gönnen – gerade in diesen Zeiten, die so schwierig sind. Es ist schon schade genug, dass die Kinder nicht wie wir damals in großen Horden herumrennen können zur Zeit. Aber mit Hausaufgaben sollte man diese wenigen wertvollen Wintertage nicht verplempern.

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Anmerkung 1: Leider gibt es keine Fotos von mir in diesen Schneemassen. Von heute habe ich auch keine Winterbilder. Ich habe aber kürzlich, als ich in meinen Fotoalben herumsuchte, die hier im Beitrag enthaltenen Bilder gefunden und sie heute kurzerhand abfotografiert. Sie entstanden in dem Gebiet, dass früher direkt hinter unserem Haus anfing, wenn man über den Graben gehüpft war: eine Menge Felder und Wiesen, ein bei Schietwetter echt matschiger Weg und ein kleines Wäldchen, „Töpkens Busch“. Als Kinder sagten wir „wir gehen ins Moor“, wenn wir mit anderen Kindern zusammen loszogen, um irgendwo dort zu spielen und Stunden später total dreckig und mit vollgelaufenen Stiefeln wieder heimzukommen. Diese Bilder entstanden allerdings nicht bei einer Gummistiefeltour, sondern bei einem Spaziergang mit meinem Vater im Januar 1996.

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Anmerkung 2: Man möge mir meine despektierlichen Äußerungen über Hausaufgaben verzeihen, ich weiß, viele Leute halten die für nützlich. Ich gehöre nicht dazu und habe selber auch ab der Mittelstufe nur noch wenige davon gemacht. Ich glaube nicht, dass es mir geschadet hat, aber darüber kann man natürlich geteilter Meinung sein.

Septemberblumen

Es ist September und ich habe noch gar keinen Blumenpost für diesen Sommer – fast schon ein Skandal. Nur gut, dass ich so viel draußen war in den letzten Tagen – hier kommen sie also:

Zuerst eine Leeraner Regenrose:

Alle anderen Fotos entstanden im Vogelpark Walsrode, wo die gepflegten Anlagen mir als Blumenfreundin auch allerhand zu bieten hatten. Hier eine Strauch- oder Rispenhortensie, von denen es noch erstaunlich viele gab, die gerade erst anfingen zu blühen:

Rispenhortensie, Strauchhortensie

Als nächstes kommen die Lieblinge meiner Schwester, die im Vogelpark in großen, kunterbunten Beeten wuchsen. Es sieht für mich nach einer Rudbeckien-Mischung aus – zumindest fällt mir nichts anderes dazu ein.

Und wo wir schon gerade bei Lieblingsblumen sind, kommt als nächstes eine gelbe Rose. Das waren die Lieblingsblumen unserer Eltern. Schon der erste Strauß, den unser Vater unserer Mutter mitbrachte, bestand aus gelben Rosen, und das hat er später noch sehr oft wiederholt.

Die Gegend, in der ich geboren wurde, ist bekannt für ihre Vielfalt an Rhododendren und Azaleen. Die Rhodozeit war im September doch vorbei, aber hier und da fanden sich noch einige Azaleen, die mehr zu bieten hatten als verblühte Reste. Hier ein Modell in Flieder:

Die nächste Rose reckte sich aus einer als Bauerngarten angelegten Anlage frech durch die Hecke. Sie schien mich geradezu anzuschreien, ich möge sie fotografieren, soll heißen, sie schlug mir vor den Bauch. Manche sind wirklich nicht zu bremsen …

Und zuletzt noch etwas, von dem ich gar nicht weiß, was es eigentlich ist. Wahrscheinlich nix Besonderes und auch schon halb verblüht. Dafür aber noch mit Morgentau bedeckt und irgendwie freundlich. In der Bildbeschreibung steht jetzt einfach „Blume“.

Ich wünsche euch allen einen schönen letzten Septembertag – macht es euch nett!

Besuch in Leer

„In Aurich ist’s schaurig, und in Leer noch viel mehr!“ Jeder, der in meiner Ecke aufgewachsen ist, kennt diesen dummen Spruch. Zumindest, was Leer angeht, kann ich das allerdings nicht bestätigen. Ich fahre mit meiner Schwester immer gerne in eine der kleinen ostfriesischen Städtchen und dieses Mal stand das an Ems und Leda gelegene Leer auf unserer Route. Und eines war tatsächlich so wie fast immer: Ostfriesland erwartete uns mit echtem norddeutschem Schietwetter. Darauf gab es erst mal einen Tee – schließlich ist Leer eine Teestadt (im Hintergrund der freundlichen Statue sieht man das Stammhaus der Firma Bünting). Dazu verschnabulierte ich einen der besten Apfelkuchen, die ich je hatte: mit Schmand und Walnüssen.

Teestadt Leer

Es war schwül und nieselte eine ganze Weile etwas unmotiviert vor sich hin – zu wenig, um reinzugehen, aber zu viel, um ganz entspannt draußen herumzulaufen. Wir machten also erst mal einen Stadtbummel, gingen in wenige Geschäfte und liefen durch die niedliche kleine Altstadt – unter anderem vorbei an dem Restaurant, in dem meinem ewig hungrigen Neffen einmal ganze 14 Pommes zu seiner Currywurst serviert wurden. Er war so empört darüber, dass uns diese Episode wohl ewig im Gedächtnis bleiben wird.

Altstadt in Leer

Gerade rechtzeitig entschlossen wir uns zu einer weiteren Einkehr und wählten einen Platz unter einem großen Schirm. Kaum saßen wir, beschloss der Wettergott, dass das sachte Gefiesel uns, was Wasser angeht, nicht so recht weiterbringt, und der Himmel öffnete alle Schleusen. Es regnete, dass es nur so spritzte. Danach war es dann aber auch gut, der Himmel riss auf und wir zogen weiter in Richtung Hafen. Leer hat eine sehr schöne Uferpromenade entlang des Museumshafens, an der man spazieren gehen, auf Bänkchen sitzen, eine Rundfahrt machen und Boote beobachten kann. Besonders gefiel uns das winzige Böötchen mit dem Namen „Kerlke“: ganz klein, aber doch alles dran.

Hafen in Leer

Es war ein entspannter Tag im hübschen Leer, der uns ganz zum Schluss sogar noch ein wenig Sonne gönnte. Ich habe an meiner Lust am Fotografieren gemerkt, dass ich dieses Jahr noch viel zu wenig unterwegs war – Corona sei Dank. Ich habe deshalb auch noch eine rosa Rose für euch, denn auf Regen folgt Sonne.

Rose

Küstenurlaub

Eine Miniatur aus dem Schreibworkshop: Zuerst sollten wir uns fünf Wörter ausdenken, die für uns mit dem Paradies zu tun haben. Dann zu jedem Wort einen Satz schreiben. Und zu guter Letzt gab es sieben Minuten Zeit, um einen kleinen Text zu Schreiben, in denen zwei dieser Sätze vorkamen. Nun gut …

Küstenurlaub

Der überarbeitete Büromensch erreicht die Küste. Er wollte eigentlich nie an die Nordsee. Er fuhr lieber nach Afrika, Indien, Südostasien. Aber nicht jetzt, zu Corona-Zeiten – ganz bestimmt nicht. Am Ende vielleicht in einem verwanzten Krankenhaus liegen und nach Luft schnappen, nein, das war es ihm nicht wert. Dann halt einmal an die Nordsee, in eine Ferienwohnung im Haus Seestern. Er lässt sich darauf ein, macht das, was man da halt so macht, an der Nordsee. Drei Wochen lang.

Hafeneinfahrt Westeraccumersiel

Nach dem Urlaub wird der Büromensch wieder mit seinen Kollegen sprechen, Er wird vom Urlaub erzählen, davon, dass es schön war und dass er etwas gelernt hat. „Was denn“, werden sie ihn fragen und er wird es ihnen erklären: „Kühle erfrischt mich und lässt mich Wärme genießen. Das wird einem ja sonst gar nicht so bewusst. Und der Wind bläst den Mist aus dem Hirn. Das war wirklich mal nötig.“

Abendstimmung auf Borkum

Besuch im Vogelpark Walsrode

Nach langen Corona-Monaten habe ich es gewagt, wenig frequentierte Züge ausgesucht und mal wieder meine wunderbare Schwester nebst Familie besucht. Aus einer plötzlichen Idee heraus beschlossen wir, wieder einmal den Vogelpark in Walsrode zu besuchen. Da waren wir zuletzt 1982 – da war ich süße 12. Ich hatte gute Erinnerungen an den Park, und gut war es auch dieses Mal. Da es sehr leer war – man musste die Karten vorbestellen und es sind auch keine Ferien mehr – konnte ich viele schöne Fotos machen, die ich in GIFs verpackt habe, um ein paar mehr zeigen zu können.

Vögel: Störche, nchuhschnabel, Pelikan, Eule

Charakterköpfe: Störche, Schuhschnabel, Pelikan, Eule

Wir kamen vormittags am Park an und genossen zunächst einmal die frische, feuchte Luft. Die Anlage ist eingebettet in einen Wald und wirklich schön gelegen. Um sie zu erreichen, muss man vom Parkplatz aus über eine Brücle laufen – das hatte ich gar nicht mehr gewusst. Am Eingang bekamen wir einen Parkplan, der wirklich sehr übersichtlich war, was ja leider nicht überall der Fall ist. Wir hielten uns brav an den Rundgang und wackelten los. Relativ weit vorne gibt es eine kleine Pinguinanlage.

Pinguine

Überall im Park verteilt traf man auf verschiedene Arten von Pelikanen. Ich mag ja diese großen, würdevollen Vögel, und einige von ihnen schienen tatsächlich die Parkbewohner zu mögen: Sie drehten sich geradezu in Position, um fotografiert zu werden. Schnabel auf, Schnabel zu, rechts, links, Bein strecken, mit den Flügeln schlagen, bisschen schwimmen. Ich tat ihnen den Gefallen und knipste viel.

Pelikane

Ebenfalls verteilt auf mehrere großzügige Anlagen fanden sich diverse Flamingos. Ihr Federkleid war unterschiedlich gefärbt, von zartrosé oder fast weiß bis hin zu einem kräftigen Orange. Das ist wohl auch stark davon abhängig, was die Vögel hauptsächlich fressen – zumindest wurde es auf einer der Tafeln so erklärt. Wahrscheinlich vertragen sie keine Rote Beete, ansonsten könnte das ein interessantes Bild geben.

Flamingos

Wir schlenderten gemächlich durch den Park. Es gibt überall genügend Bänke, Kioske, Sanitäranlagen und was auch immer man sich wünscht. Auffällig ist, dass die Gebäude alle sehr liebevoll gestaltet sind und sich schön ins Gesamtbild einfügen. Freianlagen für große Vögel wechseln sich mit kleineren Käfigen für teilweise winzige Vögelchen ab, es gibt große Freiflughallen und verschiedene Häuser für Exoten. In einer der Hallen machte ich die Bekanntschaft einer Henne – nach Google-Recherche wohl eine Straußwachtel. Diese suchte eindeutig Kontakt, und das auch noch, nachdem sie begriffen hatte, dass von mir außer guten Worten nichts zu erwarten war. Kein Futter, kein nix. Sie latschte gemütlich mit mir mit, wartete, wenn ich stehen blieb und zeigte mir ihr Reich. Wir mochten einander.

Hühnervögel, Straußwachtel, roter Sichler, rosa Löffler

verschiedene Hühnervögel, Straußwachtel, roter Sichler, rosa Löffler

Auch allerhand Exoten gab es natürlich zu bestaunen. Die flinken, winzigen Kolibris haben ein eigenes Haus, ließen sich aber nicht von mir knipsen. Die Aras und Papageien machten ein Mordsgetöse, die Keas hüpften neugierig ans Gitter und wollten Freundschaft schließen. Allerdings wurde an einigen Gehegen ausdrücklich davor gewarnt, zu nah ranzugehen, weil einige der freundlich wirkenden Gesellen wohl auf das Brechen von Fingerknochen und das Anhacken von neugierigen Nasen spezialisiert sind. Auch hier hielten wir also brav Abstand. Trotzdem knipste ich eine bunte Mischung von bunten Südländern, habe mir aber nicht genau notiert, wie die jeweils hießen.

Tukan, Hornvogel, Kuckuck

Exoten: Auf jeden Fall dabei ein Tukan, Hornvogel und Kuckuck

Es war ein wunderschöner, entspannter Tag im Vogelpark. Ein bisschen habe ich bedauert, dass ich kein Kind mehr bin, denn genauso liebevoll wie die ganze Anlage sind auch die Spielplätze gestaltet. Es gibt unter anderem einen Wasserspielplatz, eine „Baumhauswelt“ und einen wirklich tollen Abenteuerspielplatz mit Türmen, Rutschen und Seilbahnen – toll. Da hätte ich früher bestimmt gerne gespielt.

Auch noch wichtig: Der Park scheint weitestgehend barrierefrei zu sein. Zwar hatten wir dieses Mal niemanden im Rollstuhl dabei, sodass man es nicht Schritt für Schritt selber nachvollziehen konnte, aber es waren allerhand Rollifahrer selbständig unterwegs. Bei einigen Brücken – unter anderem der zum Eingang – ist es sicher gut, wenn jemand anschiebt, aber mir fielen keine Stellen auf, an denen der Zugang nicht möglich erschien.

Ach ja, eines noch: Mit 24 Euro ist der Eintritt nicht unbedingt ein Schnäppchen. Ich finde aber, dass es sich lohnt, diesen Eintritt für den weltgrößten Vogelpark zu bezahlen.

Kohlfahrtszeit ist Regenzeit

Es ist ja schon verrückt, dass man solch eine norddeutsche Kulturveranstaltung wie die traditionelle Kohlfahrt immer gerade in der kalten Jahreszeit machen muss. Allerdings hatten wir bislang – und das sind über 30 Jahre – erst selten richtige Regenkohlfahrten. Nun, der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht …

Angekündigt waren ein paar Schauer. Gut, damit kann man leben. Ausgerüstet mit guten Jacken, Schirmen und festem Schuhwerk macht einem echten Kohlfahrer so ein kleiner Schauer nichts aus. Aber was tut man, wenn aus den vereinzelten Schauern ein stundenlanges Gepladder wird? Nun, man macht … das Gleiche wie sonst auch. Laufen, trinken und komische Spiele spielen. Außerdem haben wir in diesem Jahr die Schirmkröte erfunden, eine Mensch- und Materialformation, bei der man sich zusammendrängelt (die Kleinen in die Mitte) und mithilfe der Schirme so viel Schutz wie möglich aufbaut, damit der Schnaps nicht mehr als nötig verwässert.

Geboßelt wurde natürlich auch, das gehört bei uns ja dazu. Das verlief dieses Mal recht unspektakulär, keiner fiel in den Graben, und auch die Kugel war nie zu matschig, weil man sie immer in einer Pfütze waschen konnte. Wir hatten jedoch das Glück, beim Suchen nach der Kugel mit dem Kraber in einem Graben  einen wohl mal vom Winde verwehten Herrenhut zu finden – ein erstaunlich gut erhaltenes Stück, das von Ute in einer klaren Pfütze gewaschen wurde und dann zum „Trocknen“ auf dem Bollerwagen befestigt wurde. Der Hut würde später am Tag noch richtig zu Ehren kommen.

Ich gehe ja immer gerne mit diesen alten Freunden auf Tour, aber an Tagen wie diesen mag ich meine Leute besonders gerne. Denn trotz des fiesen Wetters war die Laune hervorragend. Keiner mopperte herum, keiner gab den Piesepampel oder musste abgeholt werden. Aus irgendeinem verrückten Grund waren wir sogar länger draußen als sonst, gerade so als könnten wir gar nicht genug bekommen von nassen Füßen und kaputten Schirmen. Der eine oder andere der kleinen Helfer gab nämlich unterwegs den Geist auf – meiner auch. Es ist halt manchmal etwas windig in der norddeutschen Tiefebene …

Und ab und an, ganz selten, hörte es sogar mal auf zu regnen. Immer so für einige Minuten, gerade lange genug, dass wir unsere Schirme zugeklappt und im Bollerwagen verstaut haben. Und dann sah meine klatschnasse Heimat richtig schön aus:

Es war also mal wieder richtig gelungen – allen Wassermassen zum Trotz. Unsere Kohlkönigin hatte die Tour liebevoll organisiert und für den erkrankten Kohlkönig übernahm ein Erstzkönig, der sich den ganzen Nachmittag lautstark immer wieder für irgendwas entschuldigte: „Ich bin hier nur die Aushilfe!“ Ein neues Königspaar wurde auch gefunden und dabei – das muss noch gesagt werden – kam der olle Hut nochmal richtig zur Geltung: Das zweite Strickschwein, früher das Zepter des Königs, ging nämlich verloren, sodass nun der nasse Filzhut als Krönungsutensil herhalten musste. Nun ja – empfindlich darf man bei uns nicht sein, wenn man regieren will 🙂

Zu guter Letzt noch einen großen Dank an Sandra und Harry für die Organisation, Michael für die selbstlose Übernahme des Amten und an Günter und Anita, die uns am Futterstand mit heißen Getränken, Brot, Käse und Wurst versorgten. Was wären wir gewesen ohne euch – nichts weiter als ein Trüppchen begossener Pudel!

Alle Jahre wieder …

Die Aufgabe im Schreibworkshop war, über eine besondere Essenseinladung zu schreiben. Und ja, was soll ich sagen – man schreibt ja am liebsten über was Bekanntes 😊 Alle Personen sind jedoch erfunden.

Alle Jahre wieder

Es war mal wieder soweit: Die Majestäten hatten geladen und das Volk war gekommen. Schon im Oktober hatten die hochwohlgeborene Königin Monika die Zweite sowie König Kai-Uwe zum Vierten zur jährlichen Kohlfahrt aufgerufen, anzutreten am 14. Tage des Monats Februar anno 20XX, und zwar pünktlich zum zweiten Glockenschlage an der Kirche zu Niederdingensdorf.

Und so trafen sie sich, in warmer Kleidung und mit festen Schuhen, versammelten sich um den wie immer gut gefüllten Bollerwagen und begrüßten stürmisch jeden Neuankömmling. Als auch Hanno und Silke, traditionell die Letzten, endlich eingetroffen waren, hatten die anderen schon zwei Schnäpse intus und waren bester Laune. Zum Anwärmen noch schnell einmal anstoßen, im Gläschen Korn oder was Buntes, und los ging der Marsch durch die norddeutsche Tiefebene.

Hier machten wir im Jahr 2016 Rast. Ob diese Ecke schon immer so heißt oder ob der Name der sympathischen Figur aus Büttenwader entlehnt ist, weiß ich nicht. Ich weiß nur, Brakelmann aka Jan Fedder hat diese Widmung verdient.

Hanno zog gemeinsam mit Arnd den Wagen. Dabei wurde geplaudert: Beruf, Kinder, Haus, und was machte die neue Gartenhütte? Dahinter Silke, Monika und Ulf, die sich darüber unterhielten, was für ein Gedöns es doch inzwischen war, wenn die Kinder auf das Gymnasium gehen sollten. Das war doch früher alles einfacher, fanden sie, als sie damals zur Schule gingen. Dieses Damals war inzwischen über 30 Jahre her.

Da, eine Ecke! An Ecken wurde pflichtgemäß und traditionell angehalten und einer getrunken. Vielleicht auch zwei, schließlich war es noch früh am Tag, wie Andi erklärte, der einschenkte. Und dann bildeten sie Mannschaften, denn es sollte geboßelt werden. Die Roten sollten gegen die Blauen spielen – erste Kampfansagen flogen über den Feldweg hin und her.

Keiner von ihnen war des Boßelns wirklich mächtig. Sie rollten die schweren Kugeln einfach nach Gutdünken durch die Gegend und machten die mangelnden Fähigkeiten durch viel Geschrei wett. Am Ende einer jeden Runde bekamen die Gewinner einen Schnaps. Die Verlierer natürlich auch, schließlich sollte keiner traurig sein.

Weiter ging es, Strecke schaffen. Schließlich sollte man spätestens um sieben am Lokal sein, um Grünkohl mit Kassler und Pinkel zu essen. Das Königspaar wurde schon etwas nervös, heute waren die Untertanen wirklich langsam unterwegs. Da nützte es auch nichts, dass eine längere gerade Strecke vor ihnen lag, denn für derartige Notsituationen hatte Christoph ihnen schon vor Jahren eine künstliche Ecke gebaut. Die konnte man überall aufstellen und den Eckenschnaps einfordern. Das taten sie ausgiebig.

Ein weiteres Spiel stand an: Teebeutelweitwurf. Dabei tat sich wie immer der lange Simon hervor, denn der Beutel musste mit dem Mund geworfen werden und dabei ist jemand, der zwei Meter vier groß ist, einfach im Vorteil. Ein Sonderschnaps ging jedoch an Hanno, der es fertiggebracht hatte, seinen Beutel über die Schulter nach hinten zu werfen und so seine Mannschaft um den schon sicher geglaubten Sieg brachte.

Grünkohlteller – hier in der Frankfurter Kantinen-Version. Naja – geht so. Besser als nix.

Auch das wenig später durchgeführte Besenwerfen verlor Hannos Team deutlich, was vor allem daran lag, dass Monika den langen Simon, den besten Werfer der Blauen, mit dem Besen ins Gemächt traf. Sie holte ihn durch einen unkoordinierten Rückstoß mit dem Wurfgerät tatsächlich von den Füßen. Simon wurde mit Hilfe von rotem Genever wiederbelebt und die Blauen kurzerhand zum Sieger dieser Runde erklärt.

Es wurde allmählich dunkel, die Gruppe lief endlich etwas schneller. Das war immer so, irgendwann rannte die Gruppe beinahe, gerade so wie Pferde, die den Stall witterten. Schließlich wurde es auch kalt und der Gedanke an warme Suppe lockte. Doch ein Spiel gab es noch, die Gurkenstaffel, die war doch immer so lustig! Im Licht einer Straßenlaterne hoppelten sie also um zwei leere Kornbuddeln, der Bankdirektor fiel dabei über die Zahnärztin in eine Pfütze und Marion platzte während der Übergabe des Gemüses an Bernd die Hose. Was für eine Gaudi!

Weiterlaufen, weiterlaufen – fast konnten sie das Essen schon riechen. Doch dann klingelte Silkes Handy. Es war Hanno. Der war nach der Gurkenstaffel mal kurz im Gebüsch gewesen und dann versehentlich hinter einer falschen Kohlfahrtsgruppe hergelaufen – immer dem Blinklicht am Bollerwagen hinterher. Nun stand er dort, mit 17 Leuten, die er nicht kannte, die ihn aber kameradschaftlich aufgenommen und mit Schnaps versorgt hatten. Man schickte also eine Delegation los, ausgerüstet mit einer Taschenlampe und zwei Flaschen Hochprozentigem, um Freundschaft zu schließen, den Verschollenen auszulösen und heimzuholen. Der Rest der Gruppe trank derweil Reste aus Flaschen und sprach über die ernsten Dinge des Lebens.

Viertel vor sieben trafen sie endlich im Lokal ein: müde, kalt, schmutzig und zufrieden begannen die, die noch essen konnten, mit der Suppe. Die anderen schliefen oder bevölkerten die Sanitäranlagen. Kohl und Nachtisch wurden ebenfalls verputzt, es wurde noch ein wenig geredet und die meisten tranken Wasser. Dann wurde gemäß der geheimen Riten ein neues Kohlkönigspaar gekrönt. Morgen würde den meisten von ihnen schlecht sein und sie würden sich einig sein: Schön war’s, wie immer.

Die Insignien der Macht – hier: die der Kohlkönigin

Fundstücke 69 – Was man alles machen könnte …

Ich bin ja bekennender Schlechtwetter-Urlauberin an der See, soll heißen, ich fahre gerne in der kühlen Jahreszeit ans Wasser. Man kann Glück mit dem Wetter haben oder auch Pech, wobei Pech relativ ist. Es kommt halt drauf an, was man daraus macht. Und niemals ist das Wetter nur schlecht – auf Regen folgt Sonne.

Immer wieder werde ich gefragt, was man bei Schietwetter auf einer kleinen Insel wie Juist denn eigentlich machen kann. Nun, zum Beispiel solche Sachen wie

  • sich morgens nochmal hinlegen
  • lesen
  • das Wattenmeerhaus oder das Museum besuchen
  • vor dem Losgehen nochmal Kaffee trinken
  • sich gut anziehen und durch den Regen laufen
  • Regenphasen bei einem Tee oder einem Bier irgendwo aussitzen
  • in den Regenpausen den Standort wechseln
  • durch den Ort huschen und die ganzen kleinen Läden besuchen
  • noch ein Bier trinken und dabei lesen
  • Kreuzworträtsel lösen
  • sich mittags nochmal hinlegen
  • schwimmen gehen
  • irgendwo gut essen
  • sich nach dem Essen hinlegen
  • ins Kino gehen
  • was spielen
  • sich in der Spelunke hemmungslos betrinken (immer wieder schön!)
  • ein Katerfrühstück zu sich nehmen

Wir hatten dieses Jahr das Glück, auch noch die vier Lesungen des Krimifestivals besuchen zu können. Auch eine esoterische Veranstaltung mit Elementarwesen, Engeln, Bäumen und anschließender Meditation wurde angeboten, der blieben wir jedoch fern.

Wem das alles nicht ausreicht, der könnte sich aber auch noch einen Einzeltermin buchen.

Ich wollte die ewige Antje dazu überreden, doch sie war mit dem oben aufgeführten Programm gut ausgelastet.

Tatort Töwerland

Endlich haben wir es mal wieder geschafft: Die ewige Antje und ich waren auf dem kleinen Krimifestival auf Juist. Es ist ein paar Jahre her, dass uns das zuletzt gelungen war.

In diesem Jahr war die eigentlich dreitägige Veranstaltung nur zweitägig und im Oktober statt wie gewohnt im September. Das tat unserem Eifer keinen Abbruch, nur leider war es doch deutlich weniger besucht als die Male, in denen wir zuvor dabei waren. Das machte uns nichts, doch für die Organisatoren, die die ganze Arbeit neben ihren sonstigen Verpflichtungen wuppen müssen, wären mehr Zuhörer sicher schöner gewesen. Andererseits waren es immer noch eine ganze Menge Krimifreunde, die sich an zwei Abenden zusammenfanden, um die vier Autoren lesen und die Dixie-Band spielen zu hören.

Zum „Startschuss“ am Freitag lasen die Autoren Sybil Quinke, die sich überaus charmant als gelernte Giftmischerin präsentierte, sowie Hardy Pundt, der geborene Insulaner von der Insel Memmert. Beide hatten Juist-Krimis verfasst.

In der „Großen Krimigala“ am Samstag bekamen wir Texte von Regine Kölpin sowie Max Annas zu hören. Beide Autoren könnten unterschiedlicher kaum sein, was der Sache einen besonderen Reiz gab.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung wie schon in den Vorjahren von der Jazzband „Wallstreet Dixies“, deren Version der Tatort-Meldodie jedes Mal begeistert aufgenommen wird und anzeigt, dass es jetzt losgeht.

Moderiert und organisiert wird die Veranstaltung jedes Mal vom Inselbuchhändler Thomas Koch sowie einigen Helfern. All diesen fleißigen Freiwilligen nochmals vielen Dank dafür, dass sie sich Jahr um Jahr diese Mühe machen. Für uns war es wieder schön, dabeisein zu dürfen. Denn die Veranstaltung, so klein sie auch ist, ist vor allem eins: unheimlich sympathisch. Nicht perfekt, aber menschlich, abwechslungsreich und immer wieder interessant. Und das sage ich, obwohl ich trotz gewissenhaftestem Ausfüllens des Detektivausweis SCHON WIEDER (!) nicht das Buchpaket gewonnen habe.