Ein Weihnachtsgedicht

Dieses Gedicht fand ich vor einer Weile in den Tiefen meines Computers, anscheinend schrieb ich es 2005. Nun ist Posie nicht meine Stärke, ich bin so poetisch veranlagt wie ein Schmiedehammer. Es hat auch eher was von einer Büttenrede, aber es reimt sich – immerhin!  🙂

Das Weihnachtsmännlein

Ein Männlein lief einst durch den Wald,
weil’s Winter war, war es ihm kalt,
ganz hungrig war es auch, wie immer,
und es brach aus in ein Gewimmer.

Das hörte eine dicke Fee,
sie kam und fragte „Tut was weh?“,
worauf das Männlein, wie erwartet,
ein lautes Jammern hat gestartet.

Die Fee floss bald vor Mitleid über,
sie sagte „Kleiner, komm mal rüber!“
Sie nahm das Männlein in den Arm,
und davon wurde es ihm warm.

Um es auch künftig zu erhitzen
ließ die Fee den Stab schnell flitzen
und zauberte ganz ohne Not
Mantel, Mütze, Schal in rot.

Das Männlein sah nun aus wie’n Wichtel,
ganz rosa war nun sein sein Gesichtel,
es war nun aufgewärmt, und doch
quälte es der Hunger noch.

Der Zauberstab der Fee, er kreiste,
und aus dem Wald, der grad vereiste,
da kam ein Sack herangeflogen
und ward am Bande aufgezogen.

WeihnachtskugelIm Sack, da waren gute Sachen,
die bei Hunger Freude machen:
Apfel, Nüsse, Marzipan,
und Käsebrot mit Ketchup dran.

Das Männlein, das war gleich ganz froh,
es lachte und schrie „Hohoho!“
Es mampfte fröhlich, schmatzte kräftig,
sein kleines Bäuchlein wuchs ganz heftig.

Es sprach die Fee: „Das waren zwei,
doch Du hast der Wünsche drei,
drum sage mir, Du kleiner Kerle,
was willst Du noch, Geld oder Perle?“

Das Männlein grübelte ’ne Weile,
und sprach dann langsam, ohne Eile:
„Oh ach, Du gute alte Fee,
wär’ ich nur groß, das wäre schee!“

Die brave Fee hat nicht gefackelt
und mit dem Stab herumgewackelt.
Das Knirpslein wurde groß und mächtig,
mit Bauch und einem Bart, sehr prächtig.

Nun kann man oft das Männlein hören,
es ist sein „Hohoho“ am röhren,
es schleppt den Sack mit Gutem drin
denn nach Verschenken steht sein Sinn.

Die olle Fee aber, die Gute,
bläst dazu auf der Weihnachts-Tute,
sie trötet lautstark „Stille Nacht“ –
ein Schelm ist es, wer dabei lacht!

Die Weihnachtszwölfe

15. November, Arbeitsamt

„Was, sagten Sie, haben Sie für eine Qualifikation?“ Arbeitsberater Schlüter sah etwas befremdet über den Rand seiner Lesebrille hinweg auf die Kundin mit der wilden roten Lockenfrisur. Der Tag war lang gewesen, nur Verrückte unterwegs, allmählich glaubte er selbst schon fast an Wahrsagerei und das fliegende Spagettimonster. „Ich habe einen guten Abschluss von der Hochschule für Wunder und Magie. Ich bin zwar Berufsanfängerin, aber hoch motiviert, innovativ und teamfähig.“ Schlüter räusperte sich. „Und, ähem, wo, glaube Sie, können Sie ihre Fähigkeiten am besten einsetzen? Nur, dass ich weiß, was ich bei der Stellensuche einsetzen muss.“ Die große, füllige Frau ihm gegenüber sah ihn selbstbewusst an, eigentlich wirkte sie nicht durchgeknallt, sondern nett und vernünftig. „Nun, ich kann kleine Wunder vollbringen, große auch, aber das dauert etwas länger. Ich kann Menschen glücklich machen, einzeln oder in der Gruppe, und ich kann auf Einhörnern reiten.“ Schlüter seufzte. „Auf Einhörnern, aha, soso. Ja, das sind ja sehr kräftige Tiere. Dann wollen wir mal gucken …“

Bild zur Verfügung gestellt von Gerhard Frassa / http://www.pixelio.de

Nur, um der Dame das Gefühl zu geben, er nähme sie ernst, tippte er etwas in den Computer. Diese arme Frau war eine Kandidatin für die Nervenheilanstalt, das merkte man schnell. Doch er wollte ihr die Würde nicht nehmen und bemühte sich daher nach Kräften, höflich zu sein. Umso erstaunter war er, als er das Ergebnis auf seine eigentlich sinnlose Suchworteingabe sah: Es wurde tatsächlich eine Stelle angeboten. Befristet auf einige Wochen zwar, aber man brauchte einen Nachweis für magische Fähigkeiten, und bei guter Leistung winkte eine Dauerstellung. Ein Kollege hatte das Angebot geprüft und als seriös eingestuft. „Da habe ich was für Sie“, rief Schlüter aufgeregt, riss das Papier aus dem Drucker und knallte einen Stempel darauf. „Dort können Sie sich morgen vorstellen!“

16. November, Arbeitszimmer vom Weihnachtsmann

Die drei Herren sahen irritiert auf die Frau vor ihnen. Sie brauchten dringend Personal, sehr dringend sogar, doch die einzige Bewerberin entsprach so gar nicht dem, was sie erwartet hatten. „Ähhh, ja, und Sie, ääähhhh, Sie wollen sich also bei uns als Weihnachtselfe bewerben. Wie ich sehe, haben Sie ausgezeichnete magische Fähigkeiten und können auf Einhörnern reiten – da sollten Rentiere für Sie auch kein Problem sein. Ich weiß allerdings nicht so recht … wie soll ich das sagen … Sie sehen so gar nicht wie eine Weihnachtselfe aus.“ Die Bewerberin lachte mit lauter, tiefer Stimme. „Ja, das stimmt. Optisch bin ich keine Elfe, da bin ich mindestens eine Zwölfe. Aber es kommt doch auf die inneren Werte an, nicht auf die Optik, nicht wahr, meine Herren?“ Der Weihnachtsmann sah zweifelnd von der Frau zu seinem Kollegen, dem Nikolaus, und wieder zurück. „Ja, ich weiß nicht so recht … es gibt wahrscheinlich ein Problem mit der Arbeitskleidung … Was meinst du, Niko?“ Der Nikolaus zuckte die Schultern. „Naja, die Zeugnisse sind gut. Vielleicht können wir das Kleidchen sechs Nummern größer bestellen? Das sollte doch gehen.“ Krampus an seiner Seite sagte nichts, er starrte gierig auf das voluminöse Dekolletee vor sich. Was für eine Wuchtbrumme! Diese Weihnachtszwölfe gefiel ihm ausnehmend gut, er hatte schon immer von einer Frau mit riesiger Oberweite geträumt. Nikolaus nah ihn etwas beiseite. „Hör auf zu sabbern, Krampus“, flüsterte er ganz leise. „Wenn du diese Dame belästigst, haut sie dich um!“ „Ganz gewiss tut sie das“, antwortete die Zwölfe gelassen. Sie hatte nämlich auch eine Zusatzausbildung im Gedankenlesen.

Man einigte sich darauf, es zu versuchen. Die Zwölfe sollte sofort anfangen, der Job war bis zum 06. Januar befristet. „Aber bis zum zweiten Weihnachtstag sollten Sie nach Möglichkeit schon irgendein Wunder vorweisen, Frau Zwölfe“, erklärte der Weihnachtsmann. „Die Öffentlichkeit hat hohe Erwartungen in unsere Arbeit. Und wegen der Einkleidung …“ „Keine Sorge, Chef, da besorge ich mir irgendwas. Diese kurzen pastellfarbigen Kleidchen stehen mir ohnehin nicht, die tragen furchtbar auf. Ich finde auch, dass diese Dinger furchtbar sexistisch sind – darüber sollten Sie vielleicht einmal nachdenken.“ „Hmmm, ja, meinen Sie? Ja, vielleicht.“ Dem Weihnachtsmann kam der Verdacht, dass diese Weihnachtszwölfe ganz schön Unruhe in seinen Laden bringen würde.

01.  Dezember, Geschenkwerkstatt

„Sie hat tatsächlich einen Betriebsrat gegründet, diese Verrückte?“ Krampus lachte laut und dröhnend. „Ich sag’s euch, die hat wirklich Pfeffer. Sogar, wenn sie einem eine runterhaut, tut das irgendwie gut!“ Er knurrte wohlig. Nikolaus und der Weihnachtsmann sahen sich an, sie wussten nicht so recht, was sie von der Begeisterung des ewigen Rüpels halten sollten. „Sie ist wirklich tüchtig“, räumte Nikolaus ein und berichtete von den Wundern, die die Zwölfe schon alle vollbracht hatte: Sie hatte in einigen Familien Streit geschlichtet, so dass diese Menschen einer schönen Weihnachtszeit entgegensahen. Einer einsamen alten Dame hatte sie einen Dackel zulaufen lassen und sie anschließend mit einem kultivierten Herrn bekannt gemacht, der ebenfalls einen kleinen Hund hatte. Und vier hartherzige Geizhälse hatte sie überredet, Arbeitslosen gut bezahlte Jobs zu geben, so das auch diese Menschen sich ein paar Freuden zu Weihnachten würden leisten können. Wie sie das genau gemacht hatte, wollte der Weihnachtsmann lieber gar nicht wissen, aber Krampus war von den durchschlagenden Methoden der Zwölfe begeistert. Sie wies tatsächlich schon nach zwei Wochen die höchste Wunderdichte des Elfenschwarms auf und war zudem allgemein beliebt. Das lag auch daran, dass sie die Arbeitsabläufe der Wichtel in der Geschenkwerkstatt neu durchstrukturiert und die Ställe der Rentiere durch pure Magie so richtig aufgemotzt hatte. Und für die Elfen hatte sie die freie Kleiderwahl durchgesetzt. Man sah ihr Wirken an jeder Stelle.

Die dicke Dame als Weihnachtszwölfe

„Wir sollten ihren Vertrag schon jetzt verlängern“, fand Nikolaus und Krampus hüpfte begeistert auf und ab. Der Weihnachtsmann stöhnte. „Hast du schon mal auf dem Schlitten gesessen, wenn sie am Zügel ist? Ich sage dir, das ist kein Spaß. Ich musste Tabletten gegen Übelkeit nehmen!“ „Memme!“, schimpfte Krampus und Nikolaus lachte. „Jaja, ich weiß, du leidest. Am meisten aber am Verlust deiner absoluten Autorität, stimmt‘s, alter Freund?“ Der Weihnachtsmann schmunzelte. Wie gut Niko ihn doch kannte. Ja, es stimmte, er war ein paar Mal mit dieser impertinenten Person aneinandergeraten. Er mochte es nicht, wenn man ihn kritisierte oder ihm in seine Arbeit hineinredete, und noch weniger mochte er es, wenn man ihm mit einem Ruck die rote Mütze über das Gesicht zog, um ihn zum Schweigen zu bringen. Andererseits hatten die anderen wirklich recht, diese Zwölfe war enorm fleißig. Ein echtes Arbeitspferd, innerlich und äußerlich.

„Also gut, wir werden den Vertrag verlängern. Ich denke auch, dass wir damit schnell sein sollten – es sind schon einige andere auf sie aufmerksam geworden. St. Martin hat nach ihr gefragt, und sogar der Osterhase hat sie kürzlich zum Rührei eingeladen.“

2. Dezember, Arbeitszimmer Weihnachtsmann

„Gut, Frau Zwölfe, dann sind wir uns also einig. Sie bleiben bei uns beschäftig, das freut mich sehr. Und wie ich von den Elfen gehört habe, sind die ganz begeistert davon, dass Sie die Abteilungsleitung übernehmen wollen. Nur mit Ihrer Bitte, ausgerechnet am Heiligabend frei haben zu wollen, bin ich nicht so recht glücklich …“ Die Zwölfe nickte verständnisvoll. „Ja, ich weiß, und ich kann Sie auch gut verstehen. Der Termin ist alles andere als günstig. Aber ich habe eine dringende private Verrichtung, die leider keinen Aufschub duldet, und das ist mein einziger freier Tag im Dezember.“ Der Weihnachtsmann nickte. „Also gut, dann sei es so. Nehmen Sie sich am besten alle drei Weihnachtstage frei – Sie haben es sich verdient.“

Heiligabend, Stadtcafe

Schlüter rührte nachdenklich in seinem Milchkaffee. Er ging Heiligabend immer frühstücken, das hatte Tradition. Früher war er mit seiner Frau gegangen, doch sie hatte ihn vor drei Jahren verlassen. Weil er langweilig war, ernst und pflichtbewusst, und weil sie sich das Leben anders vorstellte als er. Er war halt wie er war, ein Beamter ohne besondere Ambitionen. Noch während er seinen trüben Gedanken nachhing, hörte er, wie der zweite Stuhl an seinem Tisch hervorgezogen wurde. „Ist hier noch frei?“ Ohne eine Antwort abzuwarten, plumpste eine dicke rothaarige Frau mit unordentlicher Frisur ihm gegenüber nieder. Er sah sie verblüfft an – das war doch die mit der magischen Macke und den Einhörnern? Sie lachte ihn an, das Lachen machte ihr rundes Gesicht hübsch.

„Erinnern Sie sich noch an mich? Sie haben mir einen Job vermittelt, als Weihnachtselfe. Und das, obwohl Sie dachten, dass ich spinne.“ Schlüter war verlegen. Offenbar hatte die Frau ihm seine Gedanken damals ansehen können. „Nein, ich kann Gedanken lesen“, korrigierte sie seine nicht ausgesprochenen Worte. „Und ihre Gedanken waren das Netteste und Fürsorglichste, das mir seit langer Zeit passiert ist. Wissen Sie, es ist nicht schön, mit einem Diplom in Magie vor einem Sachbearbeiter zu sitzen und ausgelacht zu werden. Da fühlt man sich irgendwie schutzlos, fast nackt. Sie aber haben mich mit Respekt behandelt und haben sich ehrlich über das Stellenangebot gefreut. Das habe ich nicht vergessen.“ „Ich habe Sie auch nicht vergessen“, entfuhr es ihm, bevor er darüber nachdenken konnte. Aber warum hätte er auch schweigen sollen, wenn sie ohnehin seine Gedanken lesen konnte? „Stimmt, verheimlichen können Sie mir nichts. Und deshalb weiß ich auch, dass Sie gar keine Lust haben, für heute Abend die traditionelle Weihnachtsgans in den Ofen zu schieben, weil Sie keine Lust haben, sie alleine zu essen. Was halten Sie denn davon, sie mit mir zu essen?“ Schlüter war verwirrt. Was passierte denn hier gerade? Er, der langweiligste Mensch der Welt, wurde angebaggert, aber wie. Und das von einer richtigen Wuchtbrumme! Er musste lächeln. „Das scheint mir eine gute Alternative zu einem Abend mit Dosenravioli zu sein.“ Die Weihnachtszwölfe lachte rau und herzlich. „Das ist zwar nicht das tollste Kompliment, das ich jemals bekommen habe, aber es ist ein Anfang.“

Weihnachtsfeier

Ich wollte wirklich nicht lästern!

Theoretisch hätte es aufgehen müssen: 48 Personen waren im Bus gewesen, zwei weniger als geplant, weil Gundula der Ischias plagte und ihr Herbert deshalb auch nicht ausgehen konnte. Es waren tatsächlich zwei Plätze übrig, also so rein rechnerisch. Und doch reichte es hinten und vorne nicht, weil Else nicht am Kopf der Tafel sitzen und Georg nicht aufrücken wollte, so dass die Schneiders hätten getrennt sitzen müssen, was prinzipiell ein Unding und ganz und gar unmöglich war.

Auch problematisch war das Tischbein, dass sich zwischen den Knien von Elvira Povalek befand, denn Elvira trug einen schmalen Rock, und der wurde durch das unbequeme Hindernis in unanständiger Weise nach oben geschoben. Die acht Plätze mit den Tischbeinen blieben also frei, man holte statt dessen noch Tische aus dem Nachbarzimmer und deckte diese neu ein. Das ging jedoch nur, indem man den langen Tisch weiter an die Wand schob, was für Hans und Liese unbequem war, weil hinter ihnen ein großer Kaktus stand. Hans setzte sich also doch an ein Tischbein und Liese quetschte sich neben Elvira Povalek an einen Tisch, der eigentlich schon voll war. Das Personal brachte neues Geschirr und Besteck und auch ein paar Servietten, denn Elvira Povalek hatte bei all dem Aufruhr die Vase mit dem weihnachtlichen Ilex umgestoßen.

Als endlich alle saßen – mehr oder minder bequem – hielt der Vorsitzende des Landvolkverbandes e.V. eine Rede und würdigte diejenigen, die sich im vergangenen Jahr rund um den Verein sowie die Region besonders verdient gemacht hatten. Das war zum einen Schneider, der die jährliche Leistungsschau des Kaninchenzuchtvereins wie immer hervorragend organisiert hatte, dann natürlich wie jedes Jahr die Schwestern Hanni und Uschi für ihre Altenarbeit und Elvira Povalek für ihre 40-jährige Vereinsmitgliedschaft. Auch Ernst Povalek wurde geehrt, postum, denn er war im Januar verstorben.

Nach der Rede wurde es ernst, die Getränke kamen. Die Vereinsälteste brachte einen Toast aus und wünschte frohe Weihnachten. Die Suppe kam und Elvira Povalek hatte keinen Löffel.

Gräusliche Weihnachten

Erneut eine Aufgabe aus dem Schreibworkshop: „Weihnachten steht vor der Tür – nicht aufmachen!“ lautete das Motto. Ein herrliches Thema, das mir viel Spaß gemacht hat 🙂

Gräusliche Weihnachten

Tante Käthe wollte kommen. Und die Schwiegermutter natürlich auch, wie jedes Jahr. Ihren Ernst bringt sie mit, und dann noch Klausi, ihren inkontinenten Dackel mit dem Silberblick. Niedlich war er ja, dieses schielende Ungeheuer, aber wenn er dieses Jahr wieder an die Tanne pinkelte, würde Susanne ihn aus dem Fenster schmeißen, versprach sie sich, während sie schlecht gelaunt ein Gästebett bezog. Und die Schwiegermutter hinterher.

Was ging ihr das auf den Geist: Alle Jahre wieder machten sie an Weihnachten einen auf heile Familie. All diese uneingeladenen Gäste teilten Susanne mit, wann sie zu kommen gedachten und wie sie sich das Fest in diesem Jahr so vorstellten. Sie selber stellte sich das Fest der Liebe ganz anders vor, ruhig und intim, gewiss aber ohne Familienterror. Und auf das schräge Gesinge von Ernst und seiner Holden konnte sie auch gut verzichten. Im letzten Jahr war ihre Kleine davon so verstört gewesen, dass sie drei Nächte lang geschrien hatte. Eine Woche später begann sie zu sprechen und ihr erstes Wort war „Nebenkrähe“. Rolf behauptete zwar, sie hätte „Oma“ gesagt, aber der hörte zu dieser Jahreszeit immer nur das, was er hören wollte.

Susanne knallte die Tür zum Gästezimmer zu und ging in die Küche, um sich einen Tee zu machen. Dort stank es nach Zimt, Rolf hatte gebacken. Die Küche sah aus, als hätte er die Wände neu verputzen wollen und vergessen, die Tapete vorher abzureißen. Und das alles wegen Weihnachten. Susanne stöhnte und goss einen kräftigen Schluck Rum in ihren Tee. Sie musste sich stärken und sich eine gewisse Gleichgültigkeit antrinken. Hätte sie gekonnt, wie sie gewollt hätte, wäre ihre Wohnungstür am 23. Dezember verriegel und bis nach Weihnachten nur geöffnet worden, um Rolf zum Weinholen in den Keller zu schicken.

Friedliche Weihnachten, das wäre mal schön gewesen. Oder auch lustige Weihnachten, schon das hätte sie hellauf erfreut. Zu allem Übel hatte Rolf jedoch auch noch einen Kollegen eingeladen, der gerade erst von seiner Frau verlassen worden war. Der würde sicher so richtig Stimmung in die Runde bringen. Vielleicht sollte sie den einfach zu Tante Käthe setzen, der hatte die Geschichte ihrer Hämorrhoidenverödung im Jahr 1974 ja noch nicht gehört. Und wer weiß, vielleicht mochte der ja ältere Frauen. Oder er war ein Psychopath und brachte welche um.

Ihre eigenen Eltern hatte Susanne übrigens auch mal wieder einladen wollen. Doch die hatten abgesagt, mit schlecht gespieltem Bedauern. Nachdem sie ein Mal das Vergnügen gehabt hatten, mit dem sturzbesoffenen, singenden Ernst die Gästecouch teilen zu müssen, fuhren sie über Weihnachten immer nach Bad Kissingen, um dort verdauungsförderndes Schwefelwasser zu trinken. Vielleicht sollte Susanne einfach mitfahren. Schwefelwasser war doch gewiss verträglicher als überalterte Nebelkrähe an Dackelragout.

Haus mit Weihnachtsbeschriftung

Frohe Weihnachten wünscht Hamburg

Ein Weihnachtsgedicht

Der 50. Beitrag in meinem Blog ist noch einmal etwas Weihnachtliches: Heute trefft Ihr Hardy Biber und seine Freunde. Viel Spaß damit.

Hardy Biber im Weihnachtsfieber

Es lebten im Wald, hier ganz in der Nähe,
Fritz Fuchs, Hardy Biber, Hans Gans und Kurt Krähe
harmonisch zusammen in einem Bau
aus Zweigen und Ästen und Steinen in Grau.

Sie wohnen beisammen nun fast schon ein Jahr,
und fanden, dass dies eine gute Zeit war,
drum gab Kurt Krähe im Herbst zu bedenken,
man könnte einander zur Weihnacht was schenken.

Hans Gans war begeistert von dieser Idee,
er flog deshalb heimlich hinaus an den See,
und sammelte Binsen und Gräser und Rinden,
um daraus für die Freunde Hüte zu binden.

Fritz Fuchs, der Gescheite, der hatte es leicht,
er hatte ein Sparschwein, das Geld hat gereicht,
drei Schlipse zu kaufen im Weihnachtsrummel,
nach einem fröhlichen Einkaufsbummel.

Kurt Krähe, der hatte schon längst vorgesorgt
und für Fritzchen Fuchs einen Löffel besorgt.
Für Hans hatte er eine Kette genommen
und Hardy, der sollte ein Armband bekommen.

Nur einer der Freunde war etwas spät dran,
er wusste noch gar nicht, was er schenken kann,
kein Geld und kein Einfall und auch kein Geschick,
der Hardy, der grübelte den Kopf sich dick.

Er war richtig ratlos und beinah schon krank,
er guckte verzweifelt noch in jeden Schrank,
doch nirgends Geschenke und keine Ideen,
er sah sich am Ende schon ohne da steh’n.

Die Weihnacht kam näher, die Stimmung war gut,
doch Biber Hardy verließ ganz der Mut,
sah die anderen planen und backen und singen,
nur er konnte noch nicht mal ein Päckchen bringen.

Der Hardy war traurig und rieb sein Gesicht,
er ist nur ein Biber, er kann das doch nicht,
die and‘ren erfreuen mit schönen Geschenken,
wie konnten die Freunde sich das nur ausdenken?

Ganz kleinlaut schlich Hardy hinaus in den Wald
und knabberte dort ein Stück Holz in Gestalt,
das sah aus wie Fritzchen, oh wirklich, das geht –
Fritz Fuchs kriegt von Hardy ein Knabberporträt!

Es freute sich Hardy, das war gar nicht schwer,
er richtete auch einen Gänserich her,
aus einem Stück Eiche wurde so Hans Gans,
mit Kopf und mit Flügeln, mit Federn und Schwanz.

Noch fehlte Kurt Krähe und ganz ohne Hast,
besorgte der Künstler einen schwarzen Ast
und nagte daran, brachte Zähne zum Glühen,
er wusste, es lohnt sich, sich so zu bemühen.

Ganz stolz trug der Hardy die Sachen nach Hause
und machte dort erst einmal kurz Kaffeepause.
Er wusste, der Heilige Abend wird toll,
durch Vorfreude war Hardys Herzchen ganz voll.

Und dann hatte Hardy noch eine Idee,
und ging was besorgen, ganz schnell noch, Juchee!
Er rannte hinaus, lief so flink wie ein Sprinter
und fand eine Tanne dort draußen im Winter.

Es war Hardy Biber nun ganz bei der Sache,
schon hatte er den Stamm des Baums in der Mache.
Er knabberte einmal und noch mal herum,
und schon fiel das Bäumchen mit leisem „Platsch“ um.

Alleine konnte Hardy das Bäumchen nicht tragen,
drum lief er, um danach die Freunde zu fragen.
Gemeinsam da ging es, und mit viel Gekicher,
schleppten sie den Baum nach Hause ganz sicher.

Sie stellten ihn auf und schmückten ihn dann,
hängten Sterne aus Binsen und Zapfen daran.
Kurt Krähe hatte viel Lametta im Keller
und Fritz kaufte Kerzen für den letzten Heller.

Der Abend war herrlich, der Baum war so schön,
man konnte Geschenke im Kerzenschein seh‘n,
die Freunde so glücklich, und Hardy, der Biber,
genoss Heiligabend wie im Weihnachtsfieber.

Kerze

In unseren Adern

Zum 2. Advent gibt es von mir noch eine kleine Weihnachtsgeschichte. Diejenigen von euch, die die eWriters Weihnachtspost schon gelesen haben, kennen sie allerdings schon: Es ist die Geschichte von Inge, die einfach mal einen eigenen Weihnachtsbaum ohne Lametta haben möchte.

In unseren Adern

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Weihnachtsmann mit Laterne an Blautanne

Es war Weihnachten – wieder einmal. Dieses Mal war es jedoch anders als all die anderen Jahre: Es war schön, entspannt, harmonisch. Inge saß im Kreis ihrer Lieben, hörte einfach nur den Gesprächen zu und genoss den Unterschied. So also konnte Weihnachten sein, das Fest der Liebe, des Gänsebratens und der Familiendramen.

Doch was machte es so anders dieses Jahr? Es war im Grunde einfach: Inge hatte „Gar nicht“ gesagt, als ihre Schwester sie gefragt hatte, für wie lange sie denn dieses Jahr zum Fest nach Hause kommen würde.

‚Nach Hause‘ – ein komischer Begriff. Seit fast zwanzig Jahren war sie in Frankfurt zuhause. Das Dorf, in dem sie aufgewachsen war, war für sie nichts anderes als eine ferne Erinnerung an Kindheit, Schule und Erwartungen. Die Schwestern waren dort geblieben, sie aber hatte immer fort gewollt.

Und nun war also wieder Weihnachten. Sie hatte sich auf keine Diskussion eingelassen, war beim ‚Nein‘ geblieben und nicht ‚nach Hause‘ gefahren. Endlich einmal. Und so feierte sie den Heiligen Abend dieses Jahr nicht inmitten ihrer Verwandten, sondern mit Freunden.

„Es fließt das gleiche Blut in unseren Adern!“ Diese sonderbare Feststellung hatte Inge ihr Leben lang begleitet. Sie hörte sie als Kind, als sie die Mutter fragte, warum die ihren Bruder immer zu allen Festen einlud. ‚Onkel Geldsack‘, wie Inge und ihre Schwestern ihn heimlich nannten, war nämlich ein unangenehmer Geselle, den keiner mochte. Anscheinend nicht mal er selber.

Inge hörte solche Weisheiten auch, als sie sich mit 22 Jahren dazu entschied, sich von ihrem langweiligen Freund zu trennen. Sie wollte fortziehen, um woanders eine gute Stelle anzunehmen. Mutter war entsetzt: „Blut ist dicker als Wasser! Nur eine Familie ist in der Not für dich da. Heirate Peter. Schließlich willst du Kinder haben. Denk dran, Mädchen: Du wirst nicht jünger!“ Die Mutter hatte recht und unrecht zugleich: Inge wollte keine Kinder, aber sie wurde tatsächlich nicht jünger. 46 war sie jetzt und seit drei Jahren elternlos. Eine Waisenfrau, wenn es so etwas gab. Mit dem Tod der Mutter entschwand auch Onkel Geldsack aus ihrem Gesichtsfeld.

Inge kuschelte sich in ihre Sofaecke und lächelte in sich hinein. Heute hatte sie ihren ersten eigenen Weihnachtsbaum gekauft. Ein bisschen schief stand er auf seinem nagelneuen Fuß, trotz der etwas unbeholfenen Hilfe der beiden schwulen Opis von unten, die ihr beim Aufstellen zur Hand gegangen waren. Aber er war schön geschmückt, in warmen dunklen Farben und ohne Lametta. Inge mochte kein Lametta. Sie hatte erst in die Wechseljahre kommen müssen, bis sie endlich ein Weihnachtsfest ohne Lametta haben durfte. Aber mit Gans und Rotkohl – morgen, bei ihrer besten Freundin Monika. Denn heute hatte sie es sich leicht gemacht, ihre Gäste mit Kartoffelsalat und Würstchen bewirtet und damit offensichtlich den Geschmack aller getroffen. Zumindest sahen sie satt und zufrieden aus.

Gerade öffnete Helmut eine neue Flasche Rotwein. Er bediente sich ungeniert aus dem bereit stehenden Flaschenkorb und fand mit sicherem Griff den Korkenzieher. Genau wie Monika bewegte er sich in Inges Wohnung so selbstverständlich wie in seiner eigenen. Er fühlte sich bei ihr so zuhause wie sie sich bei ihm. Helmut war ihre letzte Affäre, aus der sich eine wunderbare Freundschaft entwickelt hatte. Auch mit Johanna, der Kollegin, die mit am Tisch saß, verband sie langjährige Zuneigung. Und dann waren noch Olaf und Ulrike da, die Nachbarn von gegenüber, die seit einigen Jahren diese Runde komplettierten. Sie waren ein eingespieltes Team, hatten allesamt keine Kinder und feierten seit einiger Zeit ihre Feste miteinander. Alle, bis auf Inge. Die war ja bis vor kurzem immer „zuhause“ gewesen. Zunächst wegen Mutter. Dann, weil es immer so gewesen war.

Sie ließ sich ihr Glas füllen und lachte über einen dummen Spruch von Olaf. Im nächsten Moment erschraken sie alle: Inges windschiefes kleines Weihnachtsbäumchen fiel mit einem satten Klatschen auf die Nase. Verblüfftes Schweigen, dann Gelächter aus sechs Kehlen. Denn natürlich hatten die Freunde Inge mit der Schlagseite ihres Baumes aufgezogen. Die beiden Männer hatten sich vor dem Essen sachkundig um Abhilfe bemüht. Mit Werkzeug und viel Muskelkraft, engagiert und erfolglos.

Alle griffen mit zu, um das Malheur zu beseitigen: Olaf und Ulrike hoben den Baum vom Boden auf, Monika fand den Besen und die anderen hängten wieder auf, was an Schmuck noch heil geblieben war. „Hätteste mal Lametta genommen“, ulkte Helmut, und Inge streckte ihm die Zunge heraus. Kindisch, aber heute fühlte sie sich jünger als an allen Weihnachtsfesten der letzten Jahre.  Sie alberten herum und hätten fast die Klingel überhört. Die beiden Opis von unten standen vor der Tür. „Ist er umgefallen?“ fragte der ältere von den beiden. Er klang so bekümmert, dass Inge ganz gerührt war. „Ja, aber es ist nichts passiert. Er steht schon wieder. Wollen Sie nicht reinkommen?“ Die beiden zögerten nur kurz, stießen dann zur Runde dazu.

Durch die beiden neuen Gäste bekam der Abend noch mehr Schwung. Die alten Herren waren gute Erzähler und wirkten im Gespräch viel jünger, als sie waren. Man ging zum „Du“ über – Friedrich und Paul hießen sie. Und zur Feier der neuen Freundschaft schlich Paul hinunter und holte ein paar Flaschen Zwetschenbrand zum Anstoßen. „Den macht er selber“, verriet Friedrich mit sichtbarem Stolz. „Er hat eine kleine Brennerei in unserer Laube!“ Große Bewunderung, liebevolle Blicke zwischen den beiden Alten. Inge fühlte ein warmes Gefühl im Leib, was nicht nur von Pauls Feuerwasser kam. Sie fühlte sich so unglaublich wohl. Und während sie an ihrem dritten Glas Schnaps schnüffelte, wurde ihr wieder einmal klar, dass sie mit diesen Leuten deutlich mehr gemein hatte als mit ihrer Familie. Blut hin oder her.

Inge lehnte sich zurück und nippte an ihrem Glas. Sie wusste schon, wie das in dieser Nacht enden würde: Morgen würde sie einen fürchterlichen Kater haben. Aber das störte sie nicht. Es war Weihnachten,  alles war schön. Und Mutter hatte tatsächlich recht gehabt: Es schaffte Geborgenheit, wenn man das Gleiche in den Adern hatte. Auch wenn es nur Pflaumenschnaps war.

Am Tisch mit Loriot

Morgen ist der erste Advent. Oft ist es ja so, dass Weihnachten irgendwie zu plötzlich kommt, aber dieses Mal bin ich vorbereitet. Die Wohnung ist dekoriert, weihnachtliche Geschichten sind geschrieben und Geschenke … habe ich noch nicht. Naja, ist ja noch ein bisschen Zeit.

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Blautanne mit historischen Weihnachtskugeln (von Oma Erna)

Der heutige Text ist in Teilen autobiografisch: Jedes Jahr bin ich an Weihnachten bei Christa eingeladen, und jedes Jahr reden wir dort über Loriot. Ich bin selber ein großer Fan des alten Meisters, weiß aber, dass das  du-didel-dudel-dödel-Geblödel, das wir beim Essen zelebrieren, anderen auf den Geist geht. Dieses Wissen, vermischt mit der Erinnerung an das Völlegefühl nach diesen schönen Abenden und an einen Vorfall vor zwei Jahren, ließ diese Geschichte entstehen.

Am Tisch mit Loriot

Es ist immer schön, an Weihnachten bei Christa zu sein: Nette Gesellschaft in gepflegtem Ambiente, dazu saugutes Essen. Es gibt eigentlich nur zwei Dinge, die mich daran stören: Der Zeitpunkt und der alte Herr, der sich jedes Mal bei uns einschleicht. Aber ich will von vorne beginnen.

Weihnachten bei Christa hat bei mir Tradition, seit… ja, seit wann eigentlich? Seit ihre Tochter meine liebe Freundin ist? Ja, so in etwa. Also seit über 25 Jahren. Einen Weihnachtsabend verbringe ich  jedes Jahr in diesem gastfreundlichen Haus, mit meiner Freundin, deren Familie und Beiwerk: Denn Freunde und Freundinnen dürfen mitgebracht werden.

Wenn man den Ort des Geschehens betritt, ist es heimelig, der Kachelofen treibt den Winter fort. Aus der Küche wehen die wunderbarsten Düfte und erfüllen einen mit froher Erwartung. Und jedes Mal denke ich mir: ‚Verdammt, warum gerade an Weihnachten? Warum an einem Tag, an dem man sowieso schon übersättigt ist, zu viel Gesellschaft und zu wenig Bewegung hatte? Warum nicht am 12. März oder 27. August?‘ Nun, die Antwort ist einfach: Nur an Weihnachten sind wir alle gleichzeitig hier, in dem Ort, in dem wir aufgewachsen sind. Und nur an Weihnachten ist man bereit, ohne Rücksicht auf die Vernunft so viel zu essen und zu trinken. Also gut, packen wir es an.

Es ist immer wunderbar, was bei Christa auf den Tisch kommt: Mit einem schnöden Schweinsbraten gibt sie sich nicht ab. Bei ihr gibt es Fondues mit selbst gemachten Soßen und Salaten, oder raffinierte Röllchen aus Diesem mit Jenem, die in herrlich komponierten Suden baden und sich entweder als Gesamtkunstwerk oder langsam, Schicht für Schicht, genießen lassen. Ihre Desserts, die eigentlich nicht mehr reinpassen, schmelzen im Mund oder auf der Bluse, je nach Tagesform. Das Tischgespräch ist genau so geistreich wie die zahlreichen Aperitive und Digestive, es fließt munter dahin. Und über allem, wirklich allem, schwebt der Geist von Loriot.

Denn den können sie auswendig. Alle, nur ich nicht. Es wird die Nudel rezitiert, du dödel di, di dudel, dö, und möchte noch jemand einen Kosakenzipfel? Ich finde das ganz amüsant, zumindest für ein Weilchen, war er doch ein großer Meister, der alte Herr. Aber irgendwann reicht es mir. Zicke-Zacke, Hühnerkacke.

Ich versuche, das Gespräch umzuleiten – „Der Wein ist köstlich“ – und nehme noch etwas Fleisch. Unvernünftig, ich bin schon satt, aber ich liebe Ente, und diese hier erst recht. Mit Rotkohl und Soße rutscht sie doch, und zwei bis zwölf Grappa spülen sie hinunter. Der Abend endet harmonisch, wir hatten was Eigenes.

Ein Taxi bringt mich heim. Gerade noch rechtzeitig, denn es drängt hinaus, mein wunderbares Weihnachtsessen. Und spätestens jetzt merke ich, dass ich mich ihm nicht entziehen kann, diesem klugen, alten Humoristen. Denn noch während ich mir mein grünliches Gesicht im Spiegel ansehe, höre ich diese Stimme – ist es die von Dr. Klöbner oder die von Herrn Müller-Lüdenscheid? Sie sagt, laut und bestimmt: „Die Ente bleibt draußen!“

Vielen Dank an Christa, Birgit, Christian und Sonja, den harten Kern des jährlichen Weihnachtsessens, für diese vielen schönen Abende.