Höchst Bluesig

Es gibt ja so Tage, an denen hat man zu nichts Lust. So einer war der letzte Sonntag. Die Woche war lang und stressig gewesen, viel zu wenig Zeit zum Entspannen und einfach mal dumm gucken. Und jetzt Blues, fünf Bands, und das in Höchst – wollten wir da wirklich hin? Musste das sein? Nein, es musste nicht, aber die ewige Antje und ich wollten. Zum einen, weil wir Karten gekauft hatten, zum anderen, weil wir gar nicht erst damit anfangen wollen, aus lauter Faulheit auf der Couch zu bleiben. Noch nicht – dafür sind wir noch viel zu jung. Also rissen wir uns zusammen und enterten pünktlich um 14 Uhr die Höchster Schlossterrasse. Dieses Programm wartete auf uns:

Frankfurt Höchst – was ist das eigentlich nochmal? Dieser komische Stadtteil mit dem grauslichen Bahnhof und den Farbwerken, wegen denen es angeblich manchmal bunt regnet? Diese seltsame kleine Innenstadt, die nicht besonders viel zu bieten hat? Ein bisschen Altstadt, wirklich hübsch, und ein Schloss – und sonst noch was? Oh ja …

In Höchst gibt es Kultur. Seit Jahren besuchen wir regelmäßig das Neue Theater mit seinen vielen guten Kabarettvorstellungen und Konzerten. Bislang unbeachtet ließen wir die Veranstaltungen, die unter dem Namen „Sommernach am Schloss“ zusammengefasst werden – der Sommer ist ja auch nicht unbedingt Theaterzeit. Dieses Mal besuchten wir eine Kabarett-Gesangs-Veranstaltung und es war prima. Und jetzt also „Höchst Bluesig“.

Schloss Höchst unter dramatischem Himmel – was für eine Aussicht von der Terrasse

Als wir eintrafen, ging erste Konzert gerade los und was wir hörten, gefiel uns extrem gut. Noch war wenig los, wir holten Getränke und setzten uns auf einen Premium-Platz, soll heißen, auf eine Bierbank mit Ausblick auf den Main. Insgesamt beglückte man uns an diesem Tag mit fünf Bands, die jeweils eine gute Stunde spielten. Über sechs Stunden Musik für 11 Euro – wenn das mal nicht ein unglaubliches Preis-Leistungs-Verhältnis ist.

Doch trotz des günstigen Preises wollten die Frankfurter nicht so recht anbeißen, die Veranstaltung war leider eher dünn besucht. Besonders die erste und die letzte Gruppe spielten vor ziemlich leeren Bänken, und das hatten sie nicht verdient. Denn die Musik war wirklich toll, es gab nicht eine Band, die uns nicht gefiel. Ich mag ja diese handgemachte Musik, bei der man den Musikern nicht nur anmerkt, dass sie ihre Instrumente beherrschen, sondern auch, dass sie mit Leidenschaft bei der Sache sind.

Die Höchst All Stars – Blues vom Feinsten und an diesem Tag meine Favoriten

Das Allerschönste war für mich aber, natürlich neben der guten Musik, die entspannte, „chillige“ Atmosphäre. Alle waren gut gelaunt, die Kullisse war sehenswert und trotz des dramatischen Wolkenhimmels war es angenehm warm, mit leichtem Wind. Zu Essen und zu Trinken gab es reichlich, ebenfalls zu Preisen, bei denen keiner meckern konnte. Einigermaßen barrierefrei war es auch, es gab sogar ein lustiges Behindertenklo in einer Holzkiste.

Aussicht von der Schlossterrasse

Alles in allem war es ein wunderschöner Tag und wir waren froh, uns aufgerafft zu haben. Die Auswahl der Bands war sehr gut, das Publikum nett, die ganze Veranstaltung war rund und wirkte liebevoll organisiert. Ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr und hoffe, dass dann ein paar mehr Besucher kommen. Macht euch auf, liebe Frankfurter, kommt nach Höchst – es lohnt sich!

(Und wen das alles immer noch nicht reizt, der kann ja vielleicht noch an Blumen schnuppern – die gibt es da nämlich auch!)

Rose

Fässer, Flaschen, Gärung und Sekt

Gestern Abend war ich mit Freundin Frauke mal wieder in Sachen „Bildung und Kultur“ unterwegs. Soll heißen, wir hatten über die Frankfurter Stadtevents eine Führung bei der Sektkellerei Henkell mit Kostproben und Häppchen gebucht. Schon die Eingangshalle nebst Kronleuchter beeindruckten mich sehr.

Wir lernten, dass dieses historische Gebäude zwar früher die Produktion und alle anderen Firmenräume beherbergt hatte, es aber nie der Wohnsitz der Familie war. Vielmehr diente es repräsentativen Zwecken – man wollte also beeindrucken. Heute finden in dieser Eingangshalle noch Konzerte und Feste statt, auch kennt man sie aus diversen Werbespots, von denen wir später einen kleinen Ausschnitt zu sehen bekamen.

Von der Eingangshalle aus ging es sieben Stockwerke nach unten in den Keller. Hier gab es Einiges zu sehen, vor allem aber: Fässer.

Weinfass, Sektkellerei Henkell

Obiges Fass ist nur eines von Vielen, und es ist ein kleines Fass – also ein Fässchen. Weiter hinten kamen welche, die über 200.000 Liter fassen sollten, und auch diese waren nach Aussage unserer Begleiterin klein im Vergleich zu denen, die aktuell in der Produktion benutzt werden. Die Produktion ist inzwischen in ein moderneres Nebengebäude umgezogen, doch noch immer sind die Fässer im alten Keller einsatzbereit, um hin und wieder einen kleinen Schoppen Wein zwischenzulagern. Alles intakt und lebensmittelhygienisch einwandfrei, versicherte man uns, wobei ich zugeben muss, dass ich über diese Frage bis dahin gar nicht nachgedacht hatte.

Gang mit Fässern

Wie bekamen allerhand über die Produktion von Sekt zu hören: Z. B. dass in einem Sekt teilweise 55 verschiedene Weine enthalten sein können, um einen gleichbleibenden Geschmack hinfummeln zu können. Wir hörten von Jahrgangs- und Rebsortensekt, Anbaugebieten und Herstellmethoden. Besonders auf die Unterschiede der Flaschen- und Fassgärung wurden wir immer wieder hingewiesen, außerdem auf die verschiedenen Zuckergehalte der verschiedenen Erzeugnisse.

Modell zur Erläuterung von Flaschengärung

Auch einen kleinen Blick in die Produktin durften wir werfen, hier sahen wir massenweise Flaschen mit melodischem Klirren über Bänder rattern. Dieser Teil war jedoch kurz und weniger interessant, ausßerdem durfte man nicht fotografieren.

Zum Schluss gab es noch einige Sektsorten zu probieren: Wir bekamen einen spanischen Cava, einen Champagner sowie einen Prosecco. Dabei sollten wir jeweils herausfinden, wie viel Zucker dieses Produkt wohl noch hat (darin war ich schlecht) sowie anhand des „Perlenspiels“ beurteilen, ob es sich um eine Flaschen- oder Fassgärung handelt (darin war ich noch schlechter). Ich fand nur heraus, dass mir der verhältnismäßig günstige Prosecco am besten und der teure Champagner am wenigsten schmeckte – auch eine Erkenntnis. Den als „Mitgebsel“ erhaltenen Piccolo mit deutschem Sekt habe ich bislang noch nicht probiert.

Historische Weinkelche

Alles in allem waren es kurzweilige und lehrreiche zwei Stunden, die mit 15 Euro nicht zu teuer bezahlt waren. Ich trinke zwar noch immer lieber Wein als Sekt, aber das Abschlagen eines Flaschenhalses mit einem Schwert würde ich trotzdem gerne mal ausprobieren.

Altes Handwerk – Bonbonkocherei

In Eckernförde verbrachten Kerstin und ich einen wunderschönen Tag. Das Wetter spielte mit, wir bummelten lange am Hafen und der Promenade herum und schlenderten zum Schluss noch ein wenig durch’s Dorf. Eigentlich waren wir, müde von Sonne, Eis und Fischbrötchen, schon wieder unterwegs zum Auto, als wir beinahe über einen Wegweiser fielen. In einem Hof fanden wir die

Wir zögerten nicht lange und enterten den Laden. Hier fand sich eine Art öffentliche Schauküche sowie viele, viele Sorten Bonbons. Und wir hatten Glück: Es wurden gerade grünliche Kräuterbonbons hergestellt, die nach Anis und irgendwie gesund rochen. Wir drückten unsere Nasen neugierig an die Glaswand und sahen zu: kneten, kneten, was einstreuen, wieder kneten, drücken, ausrollen, noch was einstreuen, kneten, kneten, formen, irgendwann dann portionieren und durch eine Rollmaschine fahren lassen. Heraus kamen lange Bänder mit Bonbons, die zum Abkühlen auf den Stahltisch gelegt wurden.

Das Ganze war übrigens Teamwork, die Herren waren zu zweit, was besonders beim durch die Maschine rollen der Bonbons wichtig zu sein schien: Einer kurbelte, der andere fing den Segen auf und erklärte uns nebenbei, was er tat und warum. Und während ich noch grübelte, wie man aus diesen Bonbonbändern nun leckere Lutschbonbons machen wollte, zeigte man uns, dass die abgekühlten Drops mit einer Metallschaufel in eine Art Rüttelsieb gegeben und dort auseinandergerüttelt werden. Die überstehende Zuckermasse wird dabei abgeschüttelt und weggesiebt – aha! Ich fand übrigens, dass die gerüttelten Bonbons einen enormen Lärm machten – das hätte ich so nicht erwartet.

Interessant fand ich auch die verschiedenen Formen, in die die Bonbons gepresst werden können: Es gab viele unterschiedliche Rollen zu sehen.

In Eckernförde sind natürlich besonders die „Sprotten“ beliebt, schließlich ist man an der Ostsee. Aber auch die anderen Formen konnte man im Laden finden. Und dem Laden widmeten wir uns noch sehr ausgiebig: Es gab jede Menge Frucht- und Kräuterbonbons, außerdem Lakritze, Pfefferminze und Karamell. Natürlich braucht man nicht unbedingt handgemachte Bonbons zu drei Euro das Mini-Tütchen, aber ich habe trotzdem welche ausgesucht – als Mitbringsel für meine Lieben in Norddeutschland. Und eine Mischtüte Karamell gab es auch noch, man war schließlich im Urlaub. Kerstin hingegen schlug bei der Lakritze zu – eine Leidenschaft, die mir immer unverständlich bleiben wird.

Pfefferminzsprotten, Fruchtsprotten und Pflaume-Vanille-Blätter

Wieder zuhause, wollte ich mal gucken, ob jemand anderes schon einmal etwas über diese Bonbonkocherei gepostet hat. Ich hatte nämlich so vage im Gedächtnis, dass ich vor vielen Jahren mal etwas über handgemachte Bonbons im Fernsehen gesehen hatte – vielleicht in der Sendung mit der Maus, oder war es Löwenzahn? Den Bericht von damals fand ich nicht, dafür aber einen kleinen Film, der den Produktionsprozess noch einmal zeigt – und das sogar in zwei Farben!

Und der langen Rede kurzer Sinn ist ein ganz einfacher: Wer mal nach Eckernförde kommt, sollte unbedingt mal in der Bonbonkocherei hereingucken. Es gibt etwas zu sehen, und das ganz für umsonst. Und, nebenbei bemerkt: Barrierefrei ist der Laden auch. 🙂

Kugeleien im Hessenpark

Zum ersten Mal besuchte ich am letzten Tag im April den Hessenpark. Es war Kaiserwetter und die ewige Antje und ich hatten etwas Befürchtungen, dass wir im Park von Menschenmassen niedergetrampelt werden würden. Doch zu unserer Überraschung war es bei Weitem nicht so voll wie befürchtet – wir konnten überall gut gucken. Und in dem großen Park verläuft sich die Menge ja auch.

Kirche, Hessenpark, Kugelfoto

Ich hatte wieder die kleine Fotokugel dabei, schließlich wollte ich noch üben. Hier gab es etliche reizvolle Motive und vor allem auch feste Untergründe für meine Kugel. Jeder gerade Zaunpfahl wurde mein Freund. So entstanden zwei verschiedene Ansichten dieses kleinen Kirchleins – mal mit, mal ohne Weg. Und mal mit dem Himmel oben, mal unten.

Auch allerhand Getier gibt es im Hessenpark, man bemüht sich hier um die Erhaltungszucht alter Haustierrassen, was ich sehr gut finde. Allerdings drehten mir die ollen Ziegen gerne ihr Hinterteil zu und die Esel hatten keinen geraden Zaunpfahl. So mussten also die Schafe herhalten …

Das wunderbare Wetter ließ die Wiesen richtig schön strahlen – ein dankbares Motiv für jeden, der gerne fotografiert. Und wenn die Ziegen vor mir weglaufen und beharrlich in die andere Richtung gucken, dann hängt der Himmel halt mal unten.

Schön fand ich am Hessenpark, dass er unterschiedliche „Zonen“ hat: Es gibt Ecken, wo nur ab und zu mal ein Haus steht und man gemütlich zwischen Wiesen oder Weihern herumspaziert, und es gibt ein richtiges Dorf und einen belebten Marktplatz.Das letzte Foto war eines für Faule: Gemütlich bei Kaffee und Rhabarberkuchen sitzend, konnte ich über einen Platz hinweg ein Haus knipsen.

Mein Lieblingsbuch – Der Seewolf

Der Seewolf, TaschenbuchBeim ARS-Stammtisch sprachen wir über unsere Lieblingsbücher. Gar nicht so einfach, sich da für eines zu entscheiden. Ich schwankte zwischen dem Klassiker „Schachnovelle“, dem kunterbunten Indienroman „Palast der Winde“ und meinem geliebten „Es begann im Regen“, einer kitschigen Liebesschnulze, die ich immer lese, wenn ich krank bin. Doch dann landete ich bei Jack Londons „Der Seewolf“.

Dieses schon 1904 erschienene Buch übt auf mich eine ungeheure Faszination aus. Ich mochte es schon in der Jugendausgabe, die fast bis zur Unkenntlichkeit gekürzt und so auf ein reines Seefahrtsabenteuer reduziert wurde. Als ich dann das erste Mal die Gesamtausgabe las, mit all ihren philosophischen Gedanken, war ich wie erschlagen. Und das liegt nicht nur an der Geschichte, die zwar spannend, aber nicht ungewöhnlich ist, sondern an der Figur des Kapitäns: Wolf Larsen, der Seewolf. Man spürt die Angst, die dieser Kapitän unter seiner Mannschaft verbreitet, auf jeder Seite. Nach jedem Lesen begleiten mich seine Gedanken, so roh und unmenschlich sie auch sein mögen, tagelang. Daneben verblasst der Ich-Erzähler Humphrey, obwohl er um ein Vielfaches gebildeter und menschenfreundlicher ist als der Seewolf. Auch wenn Humphrey am Ende überlebt und der Seewolf an einer Krankheit stirbt, also bei Weitem nicht so unverletzlich ist, wie er erscheinen möchte, ist es doch der böse Charakter, der mich in seinen Bann zieht. Dieses Buch wirkt lange nach und bietet bei jedem Lesen nochmal etwas Neues.

Der Seewolf, DVDAnmerken möchte ich noch, dass es von dieser Geschichte sehr viele Ausgaben und Versionen gibt: Bücher, Hörbücher und Verfilmungen in unterschiedlichster Werkstreue und Qualität. Die für mich interessanteste Verfilmung – wenngleich meilenweit von der Buchvorlage entfernt – ist die aus den 70er Jahren mit dem wunderbaren Raimund Harmstorf als Wolf Larsen. Denn so, genau so stelle ich mir den Seewolf vor. Und das liegt nicht nur an der legendären Kartoffel!

(Dieser Artikel erschien vor einiger Zeit bereits sehr ähnlich auf dem Blog von ARS (Autoren Rhein-Main Szene) – schaut doch mal rein)

Fire and Salt – ein unerwarteter Spaß

Am Mittwoch war also mal wieder Sneak Preview mit Maike. Vor der Vorstellung überlegten wir, was wir wohl zu sehen bekämen. Wie fast immer waren wir uninformiert darüber, was überhaupt in den nächsten Wochen anlaufen würde, so dass wir es einfach auf uns zukommen ließen. Und das war gut so, denn von der Perle, die man uns dann präsentierte, habe ich noch nie zuvor gehört.

Ich habe übrigens vor, hemmungslos zu spoilern und meine Meinung kundzutun – wer den Film also noch sehen möchte, möge sich gut überlegen, ob es nicht besser wäre, hier mit dem Lesen aufzuhören.

Kakteen spielten auch eine kleine Rolle. Bild zur Verfügung gestellt worden von Axel Schwalke / http://www.pixelio.de

Der Vorstellung ging auch dieses Mal nach einigem Vorgeplänkel los und wir guckten neugierig auf die eingeblendete Filmfirma. Unbekannt. Verdächtig erschienen allerdings die ganzen „Filmförderungs-Logos“ – das roch nach Kunst. Und dann die Aufklärung: „Ein Werner Herzog-Film“. Drehbuch und Regie Werner Herzog – aha. Das ist doch ein ganz Bekannter, dachte ich, und war gespannt, was nun kommen würde. „Thriller“, stand auf der Leinwand, und dann „Veronika Ferres“. Nochmal aha.

Um ehrlich zu sein, sehe ich Veronika Ferres recht gerne, wenn sie ein gutes Drehbuch hat, ist sie in meinen Augen eine wirklich gute Schauspielerin. Die Zuschauer sahen das offenbar anders, der Name löste keine Begeisterungsstürme, sondern eher allgemeines Stöhnen aus. Ich stöhnte auch, hinterher, was allerdings weniger an Frau Ferres lag als vielmehr an den unglaublich dümmlichen Texten und Handlungen, die man ihr auferlegt hat. Dagegen konnte sie nicht anspielen – niemand hätte das gekonnt.

Aber fangen wir von vorne an: Die Grundidee des Films fand ich wirklich gut. Eine internationale Delegation von drei Wissenschaftlern reist in ein südamerikanisches Land, um über eine Umweltkatastrophe zu berichten, und wird schon am Flughafen entführt. Das war soweit alles recht schlüssig, auch wenn die Personen einigermaßen blauäugig in ihr Verderben stolperten: Gepäck verschwunden, der abholende Partner war ein ganz anderer als angekündigt, der Tagungsort war plötzlich auch ganz woanders, bitte steigen Sie in diese Maschine – ja, klar, warum nicht. Kann man so machen, sollte man aber nicht. Aber gut, Film ist Film, wir nahmen das so hin. Dann wurde es jedoch langsam, aber sicher, völlig absurd.

Nach einem wilden Kampf in der Flughafenhalle – besonders tat sich Herr Doktor Meier hervor – wurde die Gruppe getrennt und in Autos verfrachtet. Man fuhr mit mehreren Fahrzeugen zu einer Villa. Die beiden Herren der Delegation waren für den Fortgang der Geschichte ganz offensichtlich überflüssig, die hatte man nur gebraucht, um den Anfang des Films ein wenig auszupolstern. Folglich speiste man die beiden Doktoren mit vergifteten Fladen und in der Zeit, die Frau Doktor Sommerfeld benötigte, um unter Protest – „Ich verlange sofort freigelassen zu werden!“ – eine Tasse Tee zu trinken, bekamen ihre Begleiter den Durchfall des Jahrhunderts und verschwanden in den sanitären Anlagen ihres Gefängnisses. Frau Doktor wurde in ein gemütliches Zimmer gesperrt, spähte aus den vergitterten Fenstern, fand sich gut bewacht und machte erst mal ein Selfie – denn ihr Tablet hatte sie immer dabei. Diese Selfie-Leidenschaft der bedauernswerten Geisel sorgte selbst bei den größtenteils jungen Zuschauern immer wieder für Lacher.

Der Thriller nahm seinen Lauf: Frau Doktor unterhielt sich mit einem maskierten Geiselnehmer, offenbar dem Boss der Entführung. Der nahm recht früh die Maske ab und gab sich als Chef der Firma zu erkennen, die die Umweltkatastrophe verursacht hatte – natürlich vor seiner Zeit. Trotzdem wurde der arme Mann, dem man die Seelenqualen im gemarterten Gesicht in jeder Szene ansah, von seinem Gewissen geplagt. Was das mit der Entführung sollte, erschloss sich mir trotzdem nicht, und auch Frau Sommerfeld musste immer wieder nachfragen: „Was wollen Sie von mir?“ Ja, das hätten wir auch gerne gewusst.

Die ersten Zuschauer verließen das Kino, wir nicht. Dafür war die Sache in ihrer Absurdität viel zu lustig. Immer wieder lag man vor Lachen fast lang, es wurde eifrig geschwätzt, auch wenn man seine Nachbarn gar nicht kannte. Einige googleten – worum sollte es da gehen? Wo liefen die da rum? Aha, Bolivien – dann wussten wir das schon mal.

Es passierte so allerhand. Es ging in den quälend hölzernen Dialogen um Gerichtsprozesse gegen Tiere und einen römischen Faltenwurf, Frau Doktor machte auf dem Rücken liegend Gymnastik und ein Rollstuhlfahrer erhob sich, um – martialisch das Maschinengewehr schwenkend – auf seinen eigenen zwei Beinen herumzulaufen. Das hatte alles keinerlei Spannung, war aber lustig.

Irgendwann gingen Entführer und Entführte zusammen auf einen Ausflug, besichtigten einen Friedhof für Lokomotiven, einen Vulkan und einen gigantischen Salzsee – der sollte die Katastrophe darstellen. Giftig und aggressiv, außerdem in seiner Ausdehnung ständig zunehmend. Das war wiederum recht gut ausgedacht, zumal der nahe Vulkan die Gemengelage wohl noch verschärfte. Frau Doktor hatte neben dem ewigen Tablet noch eine Art Opernglas dabei, informierte sich eifrig und trug dabei ein Sonnenhütchen, dass ihr das Aussehen einer Brockenhexe verlieh. Damit hätte Frau Ferres auch bei Harry Potter mitspielen können. Und während endlose Plattitüden ausgetauscht wurden, luden fleißige Helfer Wasserflaschen und Campingmaterial aus.

Salzwüste – so sah das da aus. Bild zur Vefrügung gestellt von qayyaq / http://www.pixelio.de

Der Film lief gnadenlos seinem Höhepunkt entgegen. Frau Doktor wurde in der Wüste ausgesetzt, zusammen mit zwei blinden Kindern, deren Sprache sie nicht sprach. Wo die herkamen, blieb erst mal im Verborgenen, sie standen halt einfach da herum, nachdem die Autos abgefahren waren. Man sah dieser ungewöhnlichen Patchworkfamilie also beim Budenbauen zu, sah, wie ein Kind an einer Zwiebel roch und ein anderes notdürftig gewaschen wurde. Des nachts sang Frau Doktor „Der Mond ist aufgegangen“, zwei Strophen lang, und das Publikum explodierte fast. Am nächsten Tag wurde Ludo gespielt, das scheint das optimale Spiel für blinde Kinder zu sein. Die Jungen haben geschummelt und Frau Doktor würfelte eine Sechs.

Irgendwann schien doch noch ein wenig Spannung in die Sache zu kommen – das Wasser ging zur Neige. Doch dann hörte eines der Kinder ein Auto. „Ich höre nichts!“, sagte Frau Doktor und setzte eine Brille auf. Die trug sie dann, als sie abgeholt wurden und noch ein wenig mit dem Tablet herumspielten: Es wurden Fotos gemacht mit interessanter Perspektive – ein Stoffdino in der Wüste und so. „Diese Fotos werden mich ins Gefängnis begleiten“, hauchte der Geiselnehmer und schenkte Frau Doktor ein Flugticket zum römischen Faltenwurf, und man dachte, dass er und seine Geisel nun endlich mal ein wenig Sex haben würden. Aber auch das blieb uns versagt. Das letzte, was wir sahen, war ein einsamer Rollstuhl in der Salzwüste – Hurz!

Natürlich kann man mir nachsagen, dass mir für diese Art von Film der intellektuelle Zugang fehlt – das ist ganz wahrscheinlich richtig. Trotzdem scheute ich mich nicht, meinen Bewertungszettel in die Abstimmbox mit dem Daumen runter zu stecken. Dort befanden sich etwa 95% der Zettelchen, wenngleich das vielfach diskutiert wurde. Viele Zuschauer fanden, dass der Film das eigentlich nicht verdient hätte, denn so viel hätte man schon lange nicht mehr gelacht. Aber ob es dafür unbedingt einen Thriller braucht? Und in der Produktion haben auch Arte und das ZDF mitgewirkt – ich will ja nicht hoffen, dass die dafür meine Gebühren verwendet haben!

Sneak Preview

Seit einer Weile gehe ich mit einer Freundin – und manchmal auch in einem größeren Grüppchen – mehr oder minder regelmäßig in die Sneak Preview der Frankfurter E-Kinos. Etwas Ähnliches wird natürlich auch anderswo angeboten, aber Tag, Uhrzeit und Erreichbarkeit passen uns hier gut.

Das Wort Sneak Preview wird auf Wikipedia mit „Überraschungspremiere“ übersetzt, was es für mich ganz gut beschreibt. Man geht für kleines Geld ins Kino (bei uns sind es 4 Euro), ohne zu wissen, welchen Film man sich dort anschauen darf. Oder muss, das kommt ganz drauf an. Drumherum gibt es noch ein wenig Gedöns, man kann etwas gewinnen, wird mit Süßigkeiten beworfen und es gibt ein bisschen Gerede. Und hinterher darf man den Film bewerten – das gefällt mir besonders gut. Das System ist allerdings äußerst schlicht, es gibt gut, mittel und schlecht.

Nun fragt man sich natürlich, warum voll erwachsene Menschen wie meine Freunde und ich sich das antun – schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, etwas wirklich Furchtbares zu erwischen, genauso hoch wie die, etwas wirklich Gutes zu bekommen. Und wir könnten es uns natürlich leisten, ganz gezielt ins Kino zu gehen und das zu gucken, was wir gucken wollen. Genau das aber ist die Krux.

Die Erweiterung des Horizonts stellt das Weltbild manchmal auf den Kopf

Zum einen haben wir alle einen recht unterschiedlichen Geschmack: Ich stehe ja so gar nicht auf diese typischen „Frauenfilme“, in denen viel hysterisch gelacht und geweint wird. Filme „mit viel Bumm“ kann ich schon mal gucken, wenn es außer dem Actiongetöse noch irgendeine nachvollziehbare Handlung gibt. Horrorfilme finde ich meistens richtig blöd, begeistern kann ich mich aber für kleine, künstlerische Filme mit schönen Dialogen, wo von rechts oben noch irgendwo ein Vogel piept. Christine hingegen liebt die Frauenfilme, ihr Freund Uwe aus naheliegendem Anlass nicht, und Maike mit ai guckt tatsächlich mal gerne einen Horrorfilm. Und viel Bumm. Aber keine Frauenfilme. Die Sneak Preview vereint uns alle, denn wir werden nicht gefragt.

Außerdem hat das bewusste Auswählen von Filmen den Nachteil, dass man nur auswählen kann, was man auch kennt. Auf viele Perlen abseits des Mainstreams werde ich gar nicht aufmerksam, ich bin immer wieder erstaunt, was es alles so gibt. Und so genoss ich den halbdokumentarischen Film über die Beach Boys in vollen Zügen, denn dass der gedreht wurde, hatte ich nicht mitbekommen. Und den Science Fiction-Film Ex Machina hätte ich mir freiwillig nie angeguckt, zu fern ist mir dieses Thema. Und doch war das wohl einer der klügsten Filme, die ich je gesehen habe.

Natürlich erwischt man auch Filme aus der Rubrik „Schauerlich und Quark“, aber auch das hat durchaus seinen Reiz. Der Film „When animals dream“ verfolgt mich noch heute und lässt mich grinsen und die vielen belanglosen Komödien haben mir zumindest nicht geschadet. So auch nicht der Film „Bad Moms“, bei dem ich innerlich und äußerlich lautstark stöhnte, als er losfuhr, bei dem ich mich dann aber wider Erwarten recht gut amüsierte und ein „mittel“ an der Bewertungsbox vergab. Ich habe mich einfach darauf eingelassen – es half ja ohnehin nichts.

Die Sneak Preview erweitert also meinen Horizont, sie lässt mich Filme ansehen, die ich ansonsten nicht mit der visuellen Zange anfassen würde. Ob man das unbedingt braucht, weiß ich nicht, aber es gibt bestimmt schlechtere Methoden der Bewusstseinserweiterung.

Und was für eine echte Perle wir uns gestern ansehen durften, verrate ich euch morgen.

Das Haus am Eaton Place

Lange schon habe ich keine DVD-Empfehlung mehr veröffentlicht, doch nachdem ich viele Tage lang Freude an dieser alten Fernseh-Serie hatte, wird es mal wieder Zeit.

Darum geht es:

Eaton Place KomplettboxDie Serie, die im Original „Upstairs – Downstairs“ heißt, dreht sich um das Leben im Haus der wohlhabenden Familie Bellamy. Die Geschichte beginnt 1903 und erstreckt sich über rund 30 Jahre. Personen kommen und gehen, sowohl oben und unten.

Erzählt wird sowohl das Leben der Herrschaft in dem großen Haus, also der Familie Bellamy, als auch das des Gesindes. In den oberen Räumen leben der bodenständige Abgeordnete Richard Bellamy mit seiner adeligen Frau (die unter ihrem Stand geheiratet hat und deren Vermögen den großzügigen Lebensstil ermöglicht) mit ihren zwei fast erwachsenen Kindern: Der flatterhafte und leichtsinnige Sohn James ist bei der Armee, die Tochter Elisabeth kommt nach dem Besuch einer Schule für höhere Töchter heim und möchte die Welt verändern. In den Kelleräumen und den Bodenkammern hingegen leben und arbeiten die Angestellten: Der konservative, stets würdevolle und überlegt handelnde Butler Hudson, die energische Köchin Mrs. Bridges sowie Dienstmädchen, Küchenhilfen und andere hilfreiche Geister. Die Bereiche sind streng getrennt, die Räume der Herrschaft dürfen vom Gesinde nur betreten werden, wenn die Arbeit es erfordert, und auch dann nicht von jedem. Auch innerhalb der Dienstbotenrunde herrscht eine strenge Hierarchie.

Das ist das Besondere:

Interessant ist zum einen die große historische Genauigkeit der Serie. Leben und Wirken aller Figuren sind genau in die tatsächlichen Geschehnisse eingebettet. So findet sich Tochter Elisabeth in jugendlichem Ungestüm plötzlich mitten in der Suffragetten-Bewegung wieder (und zieht eines der Hausmädchen mit hinein), es werden Könige beerdigt, Kriege durchlebt. Die Titanic sinkt, das Geld wird knapp, die Gesellschaft ändert sich. Und mit all diesen Veränderungen müssen die sehr realistisch gezeichneten Figuren klarkommen. Nicht nur denen „Oben“ gefällt die zunehmende Emanzipation der Hausangestellte nicht immer, auch innerhalb des Gesindes gibt es den einen oder anderen, der lieber die alten, deutlich schlechteren Zustände betonieren möchte.

Die Serie ist so tatsächlich lebendiger Geschichtsunterricht. Erstaunt hat mich, dass die Handlung durchaus so manche nicht jugendfreie Geschichte erzählt. Das wundert mich nicht nur, weil diese kleinen Handlungsstränge extrem fantasievoll sind (das „wer mit wem“ ist deutlich spannender als in vielen anderen Serien), sondern auch, weil es sich um eine Familienserie handelt, die Anfang der 70er Jahre gedreht wurde. Dafür ist die Sache recht freizügig, und es gibt durchaus nicht nur Blümchensex – wenngleich auf explizite Szenen natürlich verzichtet wurde. Als Kind, als ich die Serie mit den Eltern zum ersten Mal sah, habe ich diese Handlungsteile sicher gar nicht verstanden.

Was gibt es noch:

Sollte man mit der Anschaffung der Serie auf DVD liebäugeln, empfehle ich, die Komplettausgabe aus der Reihe „Fernsehjuwelen“ zu wählen. Hier sind alle Folgen vollständig enthalten, also inclusive nicht ausgestrahlter Folgen und in ganzer Länge. Ab und zu hat man dann zwar einen Schnipsel auf Englisch dabei, aber das ist für mich angenehmer als nur die gekürzten deutschen Versionen zu haben.

Amüsant fand ich, dass einige Folgen nur in schwarz-weiß zur Verfügung standen. Dies liegt in einem Technikerstreik begründet, kann man auf dem Bildschirm lesen – anscheinend streikten diejenigen, die für die Farbe zuständig waren. Ich hoffe, sie konnten sich durchsetzen. Mir hat die schwarz-weiße Gestaltung nichts ausgemacht. Eher noch kam mir das vertraut vor, hatten wir doch zuhause in dieser Zeit auch nur einen schwarz-weiß-Fernseher.

Markt im Hof

Heute haben die ewige Antje und ich etwas Neues ausprobiert: In der Frankfurter Wallstraße gibt es an jedem Samstag den „Markt im Hof“. Hier gibt es einiges an kulinarischen Köstlichkeiten zu probieren. Unter anderem gibt es einen richtig guten, liebevoll eingeschenkten Kaffee – damit kann man mich ja immer glücklich machen.

Kaffe, Cappuccino

Ich hatte die Muster „Tulpe“ und „vielblättriges Gewächs“, denn ich musste mir einen Zweiten holen. Dafür habe ich auf diese riesigen Butterstullen verzichtet, die viele Leute um uns herum verzehrten. Die waren mit Pastrami belegt – was das genau ist, musste ich erst mal googlen. So nach Sicht hätte ich es für eine Art Roastbeef gehalten, es ist aber geräuchertes Rindfleisch. Außerdem gab es verschiedene exotische Gerichte, z. B. vietnamesisch und koreanisch, sehr schönes Gebäck, handverlesene Pflaumen und lecker aussehende Soßen. Und auch der obligatorische „Food-Truck“, früher genannt „Grillstand“, fehlte nicht.

Für zuhause habe ich mir ein schönes, schweres Körnerbrot mitgenommen. Zugegeben, das war mit 5,70 Euro nicht billig, sieht aber unglaublich gut aus. Und zum Abschluss gab es noch ein bisschen Äppler aus dem Apfelweinkontor. Zwar haben wir keinen Apfelwein mitgenommen, viele der besonderen Sorten in dem kleinen Laden klangen aber sehr gut. Probiert haben wir einen sortenreinen Boskopp-Äppler. Lecker war er, aber einen zweistelligen Betrag würde ich für eine Flasche wohl nicht ausgeben.

Es war schön, bei heiter bis wolkigem Sommerwetter in dem kleinen Innenhof zu sitzen und Einiges zu probieren. Für einen entspannten Samstagvormittag genau das Richtige.

 

Nachtrag: Die Rechtschreibprüfung wollte „Pastrami“ gerade in „Kastrati“ ändern. Ich weiß nicht, ob es das besser gemacht hätte …

Fünf Zimmer, Küche, Sarg

Mit einigen Freunden treffe ich mich in losen Abständen zu einer unheimlich entspannten Veranstaltung: dem sogenannten „Bildungsfernsehen“. Dies beinhaltet in der Regel einen ausgedehnten Kaffeeklatsch sowie mindestens zwei Filme. Sehr beliebt ist es zum Beispiel, auf der Raumfähre Orion nach Haushaltsgegenständen zu gucken oder in uralten schwarz-weiß-Filmen zu schwelgen. Beides gab es auch dieses Mal, dazu aber auch einen Film aus 2014: Das Werk

Fünf Zimmer, Küche, Sarg

wurde mir von befreundeten zwei Juristen empfohlen, nach außen hin ganz seriöse Leute. Daher folgte ich diesem Filmvorschlag und ich muss gestehen, ich war uneingeschränkt angetan davon. Dabei bin ich eigentlich überhaupt kein Fan von Vampirfilmen. Doch dieses dokumentarisch aufgemachte Filmstück hat mit der romantischen Verklärung vieler anderen Filme dieses Genres überhaupt nichts zu tun, hier wird schonungslos die Realität gezeigt.

Darum geht es: Echte Vampire und ihr Zusammenleben in einer Wohngemeinschaft – dieses interessante Stück Nachtleben verfolgt ein Kamerateam live und in Farbe. Ob beim Aufwecken, bei WG-Besprechungen, der täglichen Nahrungsbeschaffung oder dem jährlichen Ball – die Kamera ist stets dabei und dokumentiert unter latentem Einsatz des eigenen Lebens die manchmal allzu menschlichen Probleme in dieser ungewöhnlichen Männer-WG. Spannungen im üblichen Rahmen ergeben sich schon allein dadurch, dass die Mitglieder sehr unterschiedlich im Alter sind – Hausarbeit will man dem über 8.000 Jahre alten Petyr nicht mehr zumuten, alle anderen sollen aber bitte zumindest alle paar Jahre mal das blutige Geschirr spülen. Ist doch peinlich sonst, wenn mal Besuch kommt …

Über den Inhalt möchte ich gar nicht mehr so viel schreiben – wer das ganz genau wissen möchte, kann sich den entsprechenden Artikel auf Wikipedia suchen, der wirklich hemmungslos jedes Detail ausplaudert. Auch die offizielle Webseite ist sehr informativ: http://5zimmerkuechesarg.weltkino.de/#home

Das ist das Besondere: Neben der guten Idee gefiel mir vor allem diese ungehemmte Freude am Blödsinn, die der Film ausstrahlt. Natürlich ist das alles Quatsch, aber der ist so nett gemacht, dass ich den Film von vorne bis hinten genießen konnte – selbst als ich zusehen musste, wie das Abendessen verunglückte und auf das Sofa spritzte und nicht in den hungrigen Vampir.

Außerdem predigt der Film erfolgreich die Toleranz: Man lernt, dass man sich mit etwas Mühe mit jedem Wesen befreunden kann – und sei es auch ein Mensch oder gar Schlimmeres. Auch Altersunterschiede lassen sich gut überbrücken – man muss es nur wollen.

Gelernt habe ich durch diese Dokumentation natürlich allerhand: Ich wusste bislang nicht, das Vampire kein Silber vertragen. Und auch darüber, wie schwierig es ist, sich für einen festlichen Anlass so richtig aufzubrezeln, wenn man kein Spiegelbild hat, habe ich bislang noch nie nachgedacht. Mein Horizont wurde mal wieder erweitert, was für ein Glück.