Musik von damals – Sie sind grün

Kürzlich saßen wir in munterer Runde bei meiner Freundin Maike auf der Terrasse und schwatzen. Ohne, dass ich genau sagen könnte, wo die Erinnerung herkam, fiel mir das Lied „Fahr mit mir den Fluss herunter“ von Knut Kiesewetter ein. Oder auch nicht, denn was mir einfiel war „Sie sind grün!“ Dieses im Jahr 1972 veröffentlichte Lied habe ich als kleines Kind mit großer Begeisterung gesungen, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, um was es da eigentlich ging.

Heute – einen Tag nach einer Europawahl, nach der anscheinend alles anders ist als zuvor – scheint es mir ganz passend zu sein. Denn die Grünen waren gestern die klaren Wahlsieger. Mal gucken, was daraus wird.

Eigentlich aber möchte ich mit diesem Lied noch auf etwas anderes hinweisen: Morgen ist nämlich der „Diversity Day“, ein Tag, den die „Charta der Vielfalt“ ausgerufen hat und der auf die Vielfalt in der Arbeitswelt abzielt. Ob wir so einen Tag wirklich brauchen, weiß ich nicht genau, aber wir brauchen Vielfalt. Wir sind alle verschieden, und das ist gut so. Ich möchte heute gerne mal ganz dick auftragen und Artikel 3 unseres wunderbaren Grundgesetzes zitieren:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Als mir das alte Lied vor zwei Wochen wieder einfiel, habe ich es gleich aus YouTube herausgesucht und meinen Freunden vorgespielt. Die sind alle etwas jünger als ich und auch keine Nordlichter, so dass der norddeutsche Folk- und Jazzsänger Knut Kiesewetter ihnen nichts sagte. Das Lied sorgte für Heiterkeit, es kam aber auch die Frage auf, ob man sowas heute eigentlich noch so sagen dürfte. Ja, das ist in der Tat fraglich. Denn heutzutage sind alte, weiße Männer ja an allem schuld – wie gut, dass ich eine Frau bin. Damals waren die Weißen auch schon schuld, aber da war es sicher anders gemeint. Und weil es mir egal ist, ob meine Musik von damals allen Schreihälsen gefällt, könnt ihr es euch hier einmal anhören.

 

Übrigens, der wunderbare Knut Kiesewetter kommt demnächst nochmal. Dann aber ganz anders 🙂

Musik von damals

Immer mal wieder kommen in mir Erinnerungen hoch: An Musikstücke, die in irgendeiner Phase meines Lebens eine Bedeutung hatten oder die mich eine Weile begleitet haben. Oft sind das uralte Sachen, die ich gehört habe, als ich noch richtig klein war. Teilweise bin ich dann sogar textsicher – die ewige Antje zeigt sich davon immer wieder beeindruckt. Bei uns zuhause dudelte halt damals immer das Radio, es gab Radio Bremen 1 Hansawelle – mit Monika Kluth und Karlheinz Calenberg.

Manchmal aber wundert man sich, wo diese Erinnerungen eigentlich herkommen. Gut, wenn man gerade einen plempernden Eimer entsorgt hat, liegt das Lied „Ein Loch ist im Eimer“ natürlich nahe, aber andere Titel finde ich fast schon befremdlich, wenn sie mich aus den tiefsten Tiefen meines Gehirns überfallen. Und gerade diese skurrilen Dinger sind es, die mich dazu veranlassen, diese neue Rubrik „Musik von damals“ in meinen Blog einzufügen.

Radiorecorder und Plattenspieler

Und weil so eine neue Musik-Rubrik ohne Musik langweilig ist, kommt gleich noch ein weiterer Blog-Beitrag, der diese Rubrik einweihen wird. Passend zur Lage der Nation und so …