Es muss seine Ordnung haben!

Ich gönne mir – und euch – derzeit ein wenig Internet-Ruhe. Ich fand, das sei mal nötig: Zeit haben für anderes, wieder mal was lesen oder einfach nur dumm gucken. Das kann ich ja besonders gut. Es sind aber noch immer reichtlich Texte vorhanden, und so gibt es heute etwas ganz Altes aus einem meiner ersten Schreibworkshops. Denn es muss seine Ordnung haben. Überall, nur nicht bei mir 🙂

Es muss seine Ordnung haben

Kaum zu glauben, dass schon wieder Dienstag ist. Dienstag ist ein Friedhofstag, ein Tag, an dem ich dich besuche. Immer scheint Friedhofstag zu sein, dabei ist es nur zweimal die Woche. An den anderen fünf Tagen bin ich frei von dir. Von deiner Anwesenheit und deinem Geruch, deiner Penetranz und deinem Gemecker. Trotzdem komme ich regelmäßig zu dir, Peter: Ich sammle Blättchen von deinem erdigen Deckel, zupfe Unkraut und harke. Damit du es schön hast und keine Unordnung deine Ruhe stört. Nicht, dass du da noch wieder raus kommst.

Weißt du, was lustig ist, Peter? Die Friedhofsverwaltung hat mir geschrieben, wegen dem „pietätlosen“ Grabschmuck. Eine nachgemachte Eingangstür sei nicht angemessen und störe das ruhige Bild. Ich habe versucht, ihnen das zu erklären: Dass du es gerne gehabt hast, so wie wir es für dich gemacht haben. Eine ordentliche, übersichtliche Eingangstür, mit Namensschild und Briefschlitz, so dass der Briefträger weiß, wohin mit der Post. Eine Klingel muss auch da sein, für die Einschreiben. Es muss ja alles seine Ordnung haben, immer und überall.

Ich habe denen von der Friedhofsverwaltung das geschrieben und ihnen deinen Fall erklärt. Ich weiß nicht, ob sie das verstanden haben. Zumindest habe ich das gute Briefpapier genommen, das mit dem aufgedruckten Namen und der Adresse. Es ist übrigens neu, du bist ja nun nicht mehr, was soll da noch dein Name auf dem Briefpapier? Es muss ja alles seine Ordnung haben.

Aber gefällt dir denn eigentlich dein Grabstein? Oder stört dich die Zeitung? Die war Sabines Idee. Sie sagte, dass dein Gejammere über die Gratiszeitungen, die die Postkästen anständiger Leute verstopfen, deine hervorstechendste Eigenschaft gewesen sei. Ich glaube, sie hat nicht ganz recht, es gab auch noch anderes, was dich ausgemacht hat. Aber wir konnten dir ja schlecht Cordpantoffeln aufs Grab stellen. Und ein gelbes Postfahrrad wäre sicherlich bald geklaut worden. Nein, Peter, dass mit der Tür entspricht dir schon, und die Zeitung auch.

So, ich bin fertig. Nun ist hier wieder alles schön sauber, Peter. Schau, Blumen habe ich dir auch gebracht, aus unserem Garten. Denn für Blumen gibt man doch kein Geld aus! Sie werden bis Samstag halten, dann komme ich wieder und mache Ordnung. Und schaue nach, ob du noch da drin bist.

Im Verließ

Wo ich schon mal auf dem Grusel-Trip bin, hier gleich noch eine Miniatur, die letztes Frühjahr im Schreibworkshop bei der wunderbaren Barbara Brüning entstand:

 

Im Verließ

Seit Jahren schon quälte Sibylle der gleiche Albtraum: Sie war gefangen. Gefangen in einem Verließ tief unter der Erde. Nur eine kleine Kerze in einer staubigen Laterne spendete etwas Licht und gab den Blick frei auf die triste Umgebung: Ein schmaler Raum, nur etwa acht Quadratmeter groß, mit einem Strohsack, einem Eimer und einem Blechnapf, mehr gab es nicht zu sehen. Das Schlimmste aber war, dass Sibylle wusste, dass der Schlüssel zur Tür irgendwo in dieser kleinen Kammer sein musste. Die Tür ließ sich nur von innen öffnen, dass hatte der unheimliche Mann ihr gesagt, der sie hier hereingebracht hatte. Dieser Mann war Onkel Karl, auch wenn der schon lange tot war. Sibylle wusste, dass er tot war, aber nur, wenn sie selber wacht war. Jetzt im Moment schlief sie, und Onkel Karl lebte.

Brennende Kerze

Bild zur Verfügung gestellt von Robert Köhn, http://www.pixelio.de

Sie wusste, dass sie träumte. Sie wusste sogar, wie der Traum ausgehen würde: Verzweifelt würde sie sein, das war immer so. Erschöpft und verzweifelt von den vielen Versuchen, den Schlüssel zu finden. Unter dem Strohsack und im Stroh, im Eimer, der voller Fäkalien war und natürlich in den dunklen Ritzen der Wände. Da war kein Schlüssel, nirgends. Sie verausgabte sich bei den Versuchen, die Wände hochzuklettern, wühlte immer wieder im Strohsack. Am Morgen würden ihre Arme zerkratzt sein, weil das Stroh so stach und sie juckte. Ihre Hände würden auch zerkratzt sein, weil der Fäkalieneimer sie so ekelte. Und irgendwann, wenn die Kerze fast heruntergebrannt war, würde ihre Angst sich ins Unermessliche steigern. Erst wenn es in ihrem Traum dunkel wurde, wachte sie auf, schwitzend und zerkratzt, zum Umfallen müde.

Heute aber würde sie nicht so lange warten. Sie würde sich nicht an diesem Traum abarbeiten bis zur Erschöpfung. Sie hatte einen Plan, heute würde sie sich wehren. Nicht gegen Onkel Karl, gegen den konnte sie nichts ausrichten, aber gegen das, was danach kam. Sie würde den Schlüssel nicht suchen.

Kaum hatte die Tür sich hinter Sibylle geschlossen, nahm sie allen Mut zusammen. Sie eilte sie zur Laterne und blies die Kerze aus. Sie wurde wach. Es war vorbei.

Novemberschatten

„Ich gehe mit meiner Latereeerne … rabimmel-rabammel-rabumm …“ Anja hörte die Stimmen der Kinder wie aus weiter Ferne, obwohl die warme, etwas klebrige Hand ihres laut mitsingenden Patenkindes sich fest an ihre klammerte. Sie selbst sang nicht, zu sehr waren ihre Gedanken mit einem Laternenumzug beschäftigt, der nun schon fast 30 Jahre zurück lag. Acht Jahre war sie damals alt gewesen und hatte schon zu „den Großen“ gehört, die damals mit einer selbst gemachten Laterne hinter Sankt Martin auf seinem großen weißen Pferd hergelaufen waren. Eigentlich war dieser Umzug für Kindergartenkinder gedacht, doch die Mutter hatte sie nicht allein zuhause lassen mögen und so musste sie mit. Natürlich war das eigentlich unter ihrer Würde gewesen, doch sie wusste, dass am Ende alle Kinder eine kleine Tüte mit Süßigkeiten ausgehändigt bekamen. Sie war nicht das einzige große Geschwisterkind gewesen, dass den Umzug mitmachte, auch ihre Schulkameradin Nicole war mit von der Partie.

Bild zur Verfügung gestellt von Rike, http://www.pixelio.de

Ein Windstoß ließ die Laternen der Kinder hin und her schwingen und blies Anja die Haare ins Gesicht. Zusätzlich setzte ein leichter Sprühregen ein. So ein Sauwetter aber auch. Was hatte man sich nur dabei gedacht, diese Laternenumzüge ausgerechnet in die unwirtlichste Zeit des Jahres zu verlegen? Sie beneidete Antonia fast ein wenig um die rote Matschhose, in die das Kind eingepackt war.

„Darf ich mit Frau Löhr gehen?“, hörte sie da die helle Stimme Antonias und folgte dem ausgestreckten Zeigefinger des Kindes mit ihrem Blick. Was sie sah, ließ sie schmunzeln: Frau Löhr, die Direktorin des Kindergartens, hatte einen riesigen Schirm ausgepackt, unter dem sich einige der Kindergartenzwerge zusammendrängten. Wie sie den bei diesem Wind festhalten wollte, war Anja unklar, aber das sollte nicht ihr Problem sein. „Klar, geh nur.“ Sie ging alleine weiter.

„Hat mein illoyales Kind dich allein gelassen?“, hörte Anja kurze Zeit später die Stimme ihrer Freundin Lena, Antonias Mutter. Sie musste lachen. „Ja, der große Schirm wirkte verlockender, als neben der alten Patentante nass zu werden.“ Sie grinste, aber es wirkte etwas wehmütig. Lena deutete die Grimasse richtig. „Das ist dein erster Laternenumzug seit damals, oder?“ Ja, das war es. Anja war nie wieder in einer Novembernacht mit einem kleinen Licht herumgelaufen, und sie war nie wieder auf einem Friedhof gewesen. Seit 28 Jahren nicht. Sie mied diese Orte wie der Teufel das Weihwasser.

Damals, vor 28 Jahren, hatten sich „die Großen“ nach und nach zusammengefunden und ein eigenes Grüppchen gebildet. Zu fünft waren sie gewesen, sie und Nicole, deren 10-jähriger Bruder und zwei Jungen, die Anja aus dem Sportverein kannte. Natürlich hatten sie keine Kinderlieder gesungen, sondern waren lachend und schwatzend hinter den anderen her gebummelt. Ab und zu hatte sich einer der Erwachsenen nach ihnen umgedreht und kurz durchgezählt, ob noch alle da waren. Und sie, „die Großen“, hatten versucht, einander mit Schauergeschichten zu erschrecken. Wer auf die Idee gekommen war, auf dem alten Friedhof herumzulaufen, konnten sie hinterher nicht mehr sagen.

Das große Haupttor des Friedhofs war bereits abgeschlossen gewesen, als der Laternenumzug daran vorbeiging. Deshalb hatten die Kinder sich gegenseitig über die Mauer geholfen. Anja erinnerte sich noch immer daran, wie Nicoles Bruder sie am Hintern angeschoben hatte, damit sie, die Kleinste, es auch über die alte Steinmauer schaffte. Auf diese Weise waren sie alle auf dem Friedhof angekommen, dreckig von der alten, bemoosen Mauer und einer der Jungen mit einem Loch in der Hose. Sie hatten aufgeregt gekichert und mit ihren Laternen, die damals noch von Teelichten beleuchtet wurden, neugierig die Ecken ausgeleuchtet. Zwischendurch hatten sie versucht, einander zu erschrecken, waren hinter Grabsteinen hervorgesprungen und hatten „Buuuhuhuuu!“ gerufen, gekreischt und gekichert. Einige der Erwachsenen gaben später an, den Lärm der Kinder vom Friedhof gehört zu haben. Man hatte den Kindern aber nicht den Spaß verderben wollen.

„Denkst du noch viel an damals?“, wollte Lena wissen und Anja nickte. „Ja. Jeden Tag. Eigentlich wollte ich auch nicht mitgehen heute.“ Lena nickte verstehend. Sie wusste, dass der Herbst für die Freundin eine schwere Zeit war. Sie hatten oft darüber geredet, über den Laternenumzug, die Vorfälle auf dem Friedhof und vor allem über die Zeit danach. Aber all das Reden, Überlegen und Spekulieren hatte nichts geholfen. Sie wussten einfach nicht, was damals geschehen war. Niemand wusste das.

„Weißt du“, redete Anja weiter, „das Schlimmste war wohl, dass uns damals keiner geglaubt hat. Sie haben uns befragt, wieder und wieder, und keiner hat uns geglaubt, was wir dort gesehen haben.“

Sie hatten Spaß gehabt auf dem Friedhof, und natürlich auch ein bisschen Angst. Es war genau das Maß an Grusel, das ausreicht, um sich so richtig wohl zu fühlen – wie in einer klapprigen alten Geisterbahn. Ab und zu waren sie auseinandergelaufen, hatten sich versteckt, hatten wieder zuammengefunden und einander die schönsten Grabsteine gezeigt. Und dann, als Anja und einer der Jungen gerade versuchten, einen uralten Grabstein zu entziffern, hatten sie die weiße Gestalt gesehen. Zuerst war sie mehr ein Schatten gewesen, dann war sie immer deutlicher geworden, war über den Friedhof geflogen und hatte die Kinder dazu gebracht, laut schreiend in Richtung Ausgang zu laufen. Zu dem Teil der Mauer, der niedrig genug war, um zu flüchten. Anjas Laterne war erloschen, sie rannte nur hinter dem zuckenden Licht her, das die Kerze des Jungen warf. Als sie an der Mauer ankamen, waren sie nur zu dritt. Von irgendwoher hörten sie eine Stimme rufen – einer der Jungen fand den Ausgang nicht. „Hierher“, riefen die Kinder, „hier sind wir!“ Sie waren wieder losgelaufen, auf den Rufer zu, hatten einander dabei fest an den Händen gehalten. Und wieder hatten sie die weiße Frau gesehen. Sie war auf sie zugeschwebt, in raschem Tempo, und sie hatten einander losgelassen und waren hinter die Grabsteine gesprungen, schreiend zuerst, dann ganz still. Erst, als sie ein paar männliche Stimmen hörten, die nach ihnen riefen, hatten sie sich heraus getraut. Anja erinnerte sich, wie sie auf das Licht einer großen Taschenlampe zugelaufen war, die ein junger Mann von der freiwilligen Feuerwehr geschwenkt hatte. Weinend war sie ihm in die Arme gefallen. „Nana“, hatte er gesagt und gelacht, genau wie all die anderen Erwachsenen gelacht hatten. Aber da wussten sie ja auch noch nicht, was geschehen waren. Sie wussten nicht, dass Nicole nicht zurückkam.

Bild zur Verfügung gestellt von Meltis, http://www.pixelio.de

Die achtjährige Nicole verschwand an diesem Novemberabend auf dem Westfriedhof, und sie tauchte nicht wieder auf. Man suchte sie, und man befragte die Kinder – hatten sie etwas gesehen? Alle vier Kinder sprachen von der unheimlichen weißen Frau, doch niemand glaubte ihnen. Eine weiße Frau, was sollte das sein? Wahrscheinlich war das irgendein Schatten gewesen, oder eine herumflatternde Plastiktüte. Es gab gewiss einen natürlichen Grund, der die Panik bei den überreizten Kindern ausgelöst hatte.

Nicole blieb verschwunden, ihr Platz in der Klasse leer. Irgendwann begannen die Kinder, Blumen auf diesen Platz zu legen. Als das neue Schuljahr anfing, wurden die Plätze neu vergeben und es gab keinen Tisch mit Blumen mehr. Die meisten Kinder vergaßen Nicole.

Anja hingegen hatte sie nie vergessen. Immer wieder hatte sie versucht, jemanden von dem Vorhandensein der weißen Frau zu überzeugen, jedoch erfolglos. Als sie 12 war, schickten ihre Eltern sie zu einer Psychotherapeutin. Diese half ihr, das Erlebnis zumindest soweit zu verarbeiten, dass sie damit weiterleben konnte. Und doch, es war immer noch in ihr. Es nagte an ihr. Noch immer wachte sie nachts deswegen auf, denn noch immer erschien ihr im Traum die weiße Frau.

An diesem Abend beschloss Anja, dass es genug wäre. Sie würde sich ihren Ängsten stellen und auf diesen Friedhof gehen. Nicht irgendwann, sondern jetzt sofort. Oder besser gesagt, gleich im Anschluss an den Laternenumzug.

„Leihst du mir mal deine Laterne?“, fragte sie Antonia und diese, bereits eifrig beschäftigt mit der Süßigkeitentüte von St. Martin, nickte großzügig. Anja nahm die Laterne und verließ die Gruppe, ohne sich lange zu verabschieden. Die Kapuze tief im Gesicht stapfte sie gegen den Wind und den feinen Regen an. Sie wusste nicht, was sie auf dem Friedhof finden würde – wahrscheinlich gar nichts. Oder zumindest nichts Interessantes. Aber sie war es leid, sich von diesem Ereignis in der Kindheit ihr Leben vermiesen zu lassen. Heute Abend hatte sie schon einen Laternenumzug überstanden, sie würde auch einen Friedhofsbesuch überstehen.

Wieder war das Friedhofstor verschlossen. Anja suchte nach der niedrigen Stelle in der Mauer – da war sie. Obwohl sie inzwischen ausgewachsen war merkte sie, dass sie sich beim Überklettern der Mauer wieder richtig dreckig machte. Sie fluchte halblaut, knipste dann aber ihre Laterne an und leuchtete damit herum. Alles ruhig. Anja kicherte nervös – was hatte sie denn erwartet? Sie machte ein paar Schritte von der Mauer weg, ging auf den Hauptweg. Sie erkannte nichts wieder. In ihrer Erinnerung hatte es immer nur die weiße Frau gegeben. Jetzt hingegen war es hier völlig unspektakulär. Langweilig fast.

Und dann sah sie sie: die weiße Frau. Sie erschien direkt vor ihr und schwebte auf sie zu, langsam dieses Mal. Anja wollte schreien und weglaufen, so wie damals. Doch sie zwang sich, zu bleiben. Als die unheimliche Gestalt näherkam, sah Anja sie zum ersten Mal richtig: Es war eine Frau in altmodischer Kleidung, mit einer komplizierten Flechtfrisur und zarten Gesichtszügen.

„Was willst du von mir?“, fragte Anja zittrig und hob abwehrend die Hände. „Du muss mich nicht fürchten, Kind“, säuselte die weiße Frau leise, und ihre Stimme verschwand fast im Wind. „Ich bin froh, dass du zurückgekommen bist. Denn es ist nicht recht, so wie es ist!“ Anja schüttelte den Kopf. „Was hast du mit Nicole gemacht?“, wollte sie wissen und die Frau sah sie traurig an. „Nicht ich habe dem Kind Schlechtes getan. Ich wollte helfen, doch ich bin ein Geist. Mich sieht nur, wer an mich glaubt. Kinder, oder solche, die von mir wissen. Alle anderen können mich nicht sehen oder fühlen. Und so konnte ich die Kleine nicht retten.“ Anja stockte fast der Atem, doch sie fragte weiter: „Was ist passiert?“ „Er war es“, erklärte die weiße Frau. „Der Mann mit dem Schlüssel zum Tor. Er hat ihr aufgelauert und als sie mit ihrer Laterne an ihm vorbeitanzte, hat er sie geschnappt und mit in sein großes Auto gezogen. Ich konnte es nicht verhindern.“

Bild zur Verfügung gestellt von Rike, http://www.pixelio.de

Anja konnte es immer noch nicht begreifen. „Du meinst, da war ein Mann mit Schlüssel? Er hat sie mitgenommen? Und dann, was hat er mit ihr gemacht?“ Die weiße Frau begann zu weinen. „Er hat sie zurückgebracht. Kalt und tot war sie da, und das ist nicht recht. Er hat sie in ein frisches Grab gelegt und zusammen mit einem alten Mann bestattet. Dort …“ Sie wies auf ein Grab, das tatsächlich seit 28 Jahren bestand. Albert Wagner lautete die Inschrift auf dem Grabstein. Obwohl November war, blühten auf diesem Grab unzählige bunte Blumen. „Ich pflege das Grab“, erklärte die weiße Frau. „Das ist alles, was ich für die Kleine tun kann. Aber es ist nicht recht, so wie es ist. Sie muss ein eigenes Grab haben, damit ihre Familie trauern kann.“ „Ich kümmere mich darum“, versprach Anja. „Aber sag mir: Wer bist du?“ Die weiße Frau lächelte ein wenig. „Mein Name ist Adele von Zitzewitz. Ich kam nicht zur Ruhe, weil ich nach meinem Kindlein sehen wollte. Ich habe die Geburt nicht überlebt und wollte doch sehen, wie es Klara geht.“ Ihre Miene wurde traurig. „Leider starb sie mit drei Jahren an den Masern.“ „Oh…“, war alles, was Anja betroffen sagen konnte. Die weiße Frau sah aus, als wolle sie sich von Anja verabschieden. „Du musst jetzt gehen, Kind. Es ist nicht gut, in diesem Novemberwetter draußen zu sein. Pass auf, dass es dir nicht auf die Lunge schlägt. Am besten, du nimmst einen heißen Stein mit ins Bett.“ Mit diesem guten Ratschlag verschwand die weiße Frau so leise, wie sie gekommen war. Anja blieb zurück, mit einer durchweichten Laterne in der Hand und vielen Zweifeln. War sie nun völlig verrückt geworden?

Sie fand keinen Schlaf in dieser Nacht. Sie wollte sich darum kümmern, dass Nicole gefunden und ordentlich beerdigt wurde, und sie hatte keinen Zweifel daran, dass ihr Leichnam sich in dem Grab befand, das die weiße Frau so hingebungsvoll pflegte. Doch wie sollte sie das der Polizei begreiflich machen, ohne in die Psychiatrie eingewiesen zu werden?

Sie beschloss, die Flucht nach vorn anzutreten. Bei der Arbeit meldete sie sich krank – elend genug ging es ihr dafür. Und dann ging sie zur Polizei. Tatsächlich gab es einen älteren Beamten, der sich noch gut an die Sache erinnern konnte. „Ja, das kleine Mädchen“, sagte er nachdenklich. „Möchte gerne wissen, wo das hingekommen ist.“ „Ich weiß es“, sagte Anja und straffte die Schultern. „Ich weiß es und ich sage es Ihnen – aber nur, wenn Sie mir versprechen, dann auch da nachzugucken und mich nicht einfach nur für verrückt zu erklären.“ Nach einigem Zögern versprach der Polizist es ihr. „Wir haben ja nichts zu verlieren bei diesem Fall“, meinte er. Und Anja erzählte.

Es dauerte noch einige Tage, bis das Grab Albert Wagners geöffnet wurde. Seine Angehörigen waren damit einverstanden, wurde es doch ohnehin allmählich Zeit, das Grab des Großvaters aufzulösen. Tatsächlich fand man in der Grabstätte zwei Skelette – ein großes und ein kleines. Und da Anja mit ihren Informationen Recht gehabt hatte, glaubte man ihr jetzt auch, dass es ein Mann mit einem Schlüssel zum Friedhof gewesen war, der das Mädchen entführt hatte. Es gab deren nur drei, und nur einer hatte damals ein großes Auto gehabt. Er leugnete es nicht.

Anja nahm an der offiziellen Beerdigung Nicoles teil. Die Eltern und der Bruder, die allesamt die Ereignisse noch immer nicht richtig verarbeitet hatten, bedankten sich bei ihr. Und auf dem Grab erschienen, kaum dass es geschlossen war, unzählige bunte Blumen, obwohl es November war und schon leicht schneite.

Bild zur Verfügung gestellt von Lilo Kapp, http://www.pixelio.de. Eine ganz ähnliche Laterne hatte ich übrigens früher.

Musik von damals – Locomotive Breath

Es ist mal wieder Schreibworkshop-Zeit. Im Moment mache ich sogar gleich zwei Kurse, einen am Montag, einen am Dienstag. Und im Dienstags-Kurs hatten wir dieses Mal das Thema Musik und Rhythmus. Gleich die erste Aufgabe, die eigentlich „zum Warmschreiben“ gedacht ist, fand ich dieses Mal total gut. Denn wir sollten irgendetwas über ein Musikstück schreiben, das unser Leben irgendwie begleitet oder eine besondere Bedeutung hat.

Ich musste gar nicht lange nachdenken. Natürlich gab es in meiner Jugend Lieder von Künstlern, die ich teeniemäßig angeschwärmt und deren Bilder ich an meine Wand gepinnt habe. Es gibt auch eine Menge Musik, die mich jetzt begeistert. Aber es gibt wenige Lieder, die mich schon rund 40 Jahre lang begleiten. Also nahm ich den

Locomotive Breath

Das Klavier – leise zuerst, sanft. Die Gitarre – fast ein wenig hoch für meinen Geschmack. Klavier und Gitarre, zuerst melodisch, dann laut. Ich bin 15 und warte darauf, dass es endlich richtig losgeht. Ich warte auf die Stimme des Mannes, den ich nie schön fand, dessen Gesicht ich nie an meiner Wand haben wollte. Nicht mit 10, nicht mit 15. An meiner Wand hängen andere. Doch ich liebe diese Musik.

Die Stimme passt zu Klavier und Gitarre, zu Schlagzeug und Bass. Ich bin 29 und warte auf die Flöte, die die Stimme gleich ablösen wird – laut und energisch. Erst Stimme, dass Flöte – gleichzeitig singen und blasen kann nicht mal er.

Die Lokomotive nimmt Fahrt auf und rast durch mein Leben. Stimme, Flöte, Klavier und Gitarre, dazu Schlagzeug und Bass – sie machen, dass ich micch wohl fühle. Ich bin 42 und entdecke täglich alles neu. Auch dieses ewige Lieblingslied.

Inzwischen ist es ständig dabei, eine Datei auf meinem Handy. Handlich, praktisch und doch ken Stück kleiner. Stimme, Flöte und all die anderen packen mich immer wieder. Die Lokomotive ist immer noch kraftvoll unterwegs, mit ewigen Gewinnern und Verlierern. Ich lasse mich mitreißen und fühle die Kraft. Ich bin 49.

 

Nachtrag: Als vor einigen Jahren meine Freundin Birgit anrief und fragte, ob ich mit ihr und ihrem Holden zu einem Jethro Tull-Konzert gehen wolle, fragte ich erst mal ganz irritiert nach: „Leben die noch?“ Ja, es gab sie noch. Die Stimmen waren etwas dünner, das Haar ebenfalls – wobei ich letzteres jedoch ausgesprochen positiv fand.

Fundstücke 69 – Was man alles machen könnte …

Ich bin ja bekennender Schlechtwetter-Urlauberin an der See, soll heißen, ich fahre gerne in der kühlen Jahreszeit ans Wasser. Man kann Glück mit dem Wetter haben oder auch Pech, wobei Pech relativ ist. Es kommt halt drauf an, was man daraus macht. Und niemals ist das Wetter nur schlecht – auf Regen folgt Sonne.

Immer wieder werde ich gefragt, was man bei Schietwetter auf einer kleinen Insel wie Juist denn eigentlich machen kann. Nun, zum Beispiel solche Sachen wie

  • sich morgens nochmal hinlegen
  • lesen
  • das Wattenmeerhaus oder das Museum besuchen
  • vor dem Losgehen nochmal Kaffee trinken
  • sich gut anziehen und durch den Regen laufen
  • Regenphasen bei einem Tee oder einem Bier irgendwo aussitzen
  • in den Regenpausen den Standort wechseln
  • durch den Ort huschen und die ganzen kleinen Läden besuchen
  • noch ein Bier trinken und dabei lesen
  • Kreuzworträtsel lösen
  • sich mittags nochmal hinlegen
  • schwimmen gehen
  • irgendwo gut essen
  • sich nach dem Essen hinlegen
  • ins Kino gehen
  • was spielen
  • sich in der Spelunke hemmungslos betrinken (immer wieder schön!)
  • ein Katerfrühstück zu sich nehmen

Wir hatten dieses Jahr das Glück, auch noch die vier Lesungen des Krimifestivals besuchen zu können. Auch eine esoterische Veranstaltung mit Elementarwesen, Engeln, Bäumen und anschließender Meditation wurde angeboten, der blieben wir jedoch fern.

Wem das alles nicht ausreicht, der könnte sich aber auch noch einen Einzeltermin buchen.

Ich wollte die ewige Antje dazu überreden, doch sie war mit dem oben aufgeführten Programm gut ausgelastet.

Tatort Töwerland

Endlich haben wir es mal wieder geschafft: Die ewige Antje und ich waren auf dem kleinen Krimifestival auf Juist. Es ist ein paar Jahre her, dass uns das zuletzt gelungen war.

In diesem Jahr war die eigentlich dreitägige Veranstaltung nur zweitägig und im Oktober statt wie gewohnt im September. Das tat unserem Eifer keinen Abbruch, nur leider war es doch deutlich weniger besucht als die Male, in denen wir zuvor dabei waren. Das machte uns nichts, doch für die Organisatoren, die die ganze Arbeit neben ihren sonstigen Verpflichtungen wuppen müssen, wären mehr Zuhörer sicher schöner gewesen. Andererseits waren es immer noch eine ganze Menge Krimifreunde, die sich an zwei Abenden zusammenfanden, um die vier Autoren lesen und die Dixie-Band spielen zu hören.

Zum „Startschuss“ am Freitag lasen die Autoren Sybil Quinke, die sich überaus charmant als gelernte Giftmischerin präsentierte, sowie Hardy Pundt, der geborene Insulaner von der Insel Memmert. Beide hatten Juist-Krimis verfasst.

In der „Großen Krimigala“ am Samstag bekamen wir Texte von Regine Kölpin sowie Max Annas zu hören. Beide Autoren könnten unterschiedlicher kaum sein, was der Sache einen besonderen Reiz gab.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung wie schon in den Vorjahren von der Jazzband „Wallstreet Dixies“, deren Version der Tatort-Meldodie jedes Mal begeistert aufgenommen wird und anzeigt, dass es jetzt losgeht.

Moderiert und organisiert wird die Veranstaltung jedes Mal vom Inselbuchhändler Thomas Koch sowie einigen Helfern. All diesen fleißigen Freiwilligen nochmals vielen Dank dafür, dass sie sich Jahr um Jahr diese Mühe machen. Für uns war es wieder schön, dabeisein zu dürfen. Denn die Veranstaltung, so klein sie auch ist, ist vor allem eins: unheimlich sympathisch. Nicht perfekt, aber menschlich, abwechslungsreich und immer wieder interessant. Und das sage ich, obwohl ich trotz gewissenhaftestem Ausfüllens des Detektivausweis SCHON WIEDER (!) nicht das Buchpaket gewonnen habe.

Ein Wochenende in Fulda

„Fulda? Was wollt ihr denn in Fulda?“ So verständnislos klang der Kollege, der, aufgewachsen in der Nähe dieser kleinen Stadt, erst einmal keinen Sinn in dem von Kerstin und mir gewählten Wochenendziel sah. Das hielt ihn aber nicht davon ab, uns emsig Vorschläge zu machen für Hotels, Restaurants und Ziele in der Stadt. Dermaßen sehr gut mit Insights versorgt, starteten Kerstin und ich als am späten Donnerstag Nachmittag in unser Abenteuer Fulda. Kerstin reiste per ICE an, ich fuhr gemütlich mit dem Bummelzug. Kaffeesieren stand natürlich auch auf dem Plan.

Wir hatten uns für das große Esperanto-Hotel direkt am Bahnhof entschieden. Zum einen sollte es dort gute Restaurants geben, außerdem war alles Wichtige zu Fuß erreichbar. Und, für uns auch nicht unwichtig, große Hotels sind oft barrierefreier als kleine Pensionen. Kerstin bekam also ein rolligerechtes Zimmer und ich ein Einzelzimmer direkt daneben.

Am Ende des Wochenendes wusste ich wieder, warum ich nur mit grundsätzlich optimistischen Leuten in den Urlaub fahre. Denn die ewig positive Kerstin erläuterte mir, dass das Wetter „So mittel“ gewesen sei. Schließlich hätte es NOCH mehr regnen können. Und sie hatte Recht: Es war zwar das ganze Wochenende über grau und regnerisch, richtig nass wurden wir aber nicht – mal abgesehen vom hoteleigenen Solebad.

Nachdem wir die ganz dicken Regenschauer am Freitag abgewartt hatten, machten wir uns auf zum Schloss. Dort wurde gerade umgebaut, die Außenanlagen samt Innenhof waren ziemlich umgewühlt. Man war sehr bemüht um uns, erläuterte uns ausführlich, wo der Lift sei, welche Ebenen wir problemlos angucken könnten und was uns dort alles erwartete. Das Schöne am Fuldaer Schloss ist, dass es tatsächlich genutzt wird: Es dient nicht nur als Rathaus, sondern auch als Veranstaltungsort. Dementsprechend war dort alles gut in Schuss und es liefen nicht nur Touristen darin herum, sondern auch Menschen, die ganz normalen Verrichtungen nachgingen.

Man hatte Kerstin und mich telefonisch angekündigt, was bedeutete, dass eine nette Dame uns im ersten Stock in Empfang nahm und uns beinahe eine Führung angedeihen ließ. Besonderes Augenmerk sollten wir auf die Porzellansammlung legen. In meinen Augen war das eine ziemliche Ansammlung von Scheußlichkeiten, aber das mochte ich nicht so offen sagen. Schöner fand ich die großen Säle und Hochzeitszimmer. Einen netten Hausmeister lernten wir auch noch kennen, denn als wir die ehrwürdigen Hallen verlassen wollten, hatte der Lift seinen Dienst quittiert.

Am nächsten Tag stand der Dom auf unserem Kulturprogramm. Ich hatte nämlich gelesen, dass es dort an jedem Samstag eine Orgelmatinee geben sollte. Wir zuckelten also zeitig los, denn wir wollten den Dom ausgiebig angucken, bevor das Georgel losging.

Zu unserer Verblüffung stolperten wir direkt in einen Gottestdienst, mit Chor, Bischof und großem Personalaufgebot. Das war so nicht geplant und für uns auch nicht ersichtlich, weil wir uns ja mal wieder unseren Weg ins Gebäude suchen mussten, um die Stufen zu vermeiden. Wir schlüpften also seitlich in den sehr schönen Dom und merkten erst, dass dort mehr los war als nur eine Chorprobe, als wir schon mitten drin waren. Wir dückten uns also leise in die Ecke und warteten ab. Später erfuhren wir, dass das ein sogenannter Aussendungsgottestdienst gewesen war – aha. Wir lernten, dass man dafür sehr viel Weihrauch benötigt.

Die Orgel kann wirklich was. Der Link führt zu einem Stück von Bach, gespielt auf diesem Instrument.

Die anschließende Orgelmatinee fand ich recht beeindruckend. Die Orgel, gespielt vom Gastorganisten Fabien Chabrot, hat einen enormen Klang und durfte auch mal so richtig zeigen, was sie kann. Man spürte die Schwingungen durch den Boden und das Gestühl – toll.

Die späteren Nachmittage und den Abend verbrachten wir jeweils im Hotel. Auch in der Wellness-Anlage lernten wir einen netten Hausmeister kennen, denn auch hier bockte der Lift. Dann aber badeten wir uns schön und gingen anschließend in jedem der drei Hotelrestaurants einmal essen, um diese Pracht zu erhalten. Dass es auch noch eine Cocktailbar gab, verbuchten wir ebenfalls als Plus.

Alles in allem war es ein tolles, entspanntes Wochenende, wenngleich Fulda es einem nicht immer leicht macht, was die Barrierefreiheit angeht. Das ist leider oft so in alten Städten: Viele Lokale haben Stufen vor der Tür, die mit einem Elektrorollstuhl einfach nicht zu bewältigen sind. Zum Glück gab es immer Alternativen, als Wohnsitz wählen wird Kerstin dieses Städtchen aber sicherlich nicht.

Kindheitserinnerung: Rote Grütze mit Quark

Oftmals, wenn ich bei meiner lieben Schwester war, komme ich mit zum Leben erweckten Kindheitserinnerungen zurück nach Frankfurt. Beim letzten Besuch war es eine Nachspeise, die aus den Tiefen des Gedächtnisses an die Oberfläche kam: ganz einfache Tüten-Rote-Grütze mit Quark. Das war eines der ersten Dinge, die ich als Kind zubereitet habe: einfach ein Tütchen Rote Grütze mit Zucker und Wasser aufkochen, Quark dazu, tüchtig rühren, fertig. Superpink, superfrisch. Ja, den Geschmack wollte ich mal wieder haben.

Meine Schwester und ich diskutierten über die richtigen Mengen: ein Pfund Quark, oder nur ein halbes? Wir wussten es nicht mehr und so probierte meine Schwester es aus und schickte mir Fotos: Nicht pink genug, fand ich, also weniger Quark.

Allerdings strauchelte ich in meinen Bemühungen zunächst an einem schnöden logistischen Problem: Ich konnte nirgends die richtige Tütengrütze finden. Nun ist Rote Grütze ja ein norddeutsches Phänomen, scheinbar ist dieses einfache Pulver hier nicht so gefragt. Ich kaufte ersatzweise eine Fruchtkaltschale, die den Zweck wahrscheinlich irgendwie erfüllt hätte, wenn nicht meine treusorgende Schwester eingesprungen wäre: Tatsächlich fand ich, kaum dass ich von meinem Misserfolg berichtet hatte, ein Tütchen des richtigen Pulvers in der Post. Dazu noch eine kurze Anweisung: Dosenmilch nicht vergessen! An die hatte ich tatsächlich überhaupt nicht mehr gedacht, kaufte aber ein bisschen Kondensmilch, um bloß nichts falsch zu machen.

Und tatsächlich: Ein Päckchen rote Grütze, ein Päckchen Magerquark und ein Schuss Kondensmilch ergeben genau den Geschmack, an den ich mich aus meiner Kindheit erinnert habe. Frisch, süß, quarkig und ungeheuer lecker. Für morgen und übermorgen ist noch was da – so ein Glück!

Die Farbe erscheint mir allerdings immer noch nicht so knallig zu sein wie früher. Das mag daran liegen, dass inzwischen andere Farbstoffe verwendet werden als in den 70er Jahren. Damals waren das ja irgendwelche künstlichen Farbstoffe, inzwischen steht „färbende Lebensmittel“ auf der Verpackung. Vielleicht machen die einfach nicht ganz so knallig pink.

Und dann stand noch ein drolliger Hinweis auf der Tüte – fast schon geeignet für die Kategorie „Fundststücke“:

Die Kunst zu Leben und zu Sterben

Hier noch einmal der Hinweis in eigener Sache: Es wird am 19. Oktober wieder gelesen. Facebooker können auf das Bild klicken und sich näher informieren, Nicht-Facebooker kommen einfach um 19 Uhr in den Klosterkeller Liebfrauen, Schärfengäßchen 3 in 60311 Frankfurt. Der Eintritt kostet 8 Euro.

 

Von der Kunst zu leben und zu sterben

Es wird mal wieder gelesen. Dieses Mal gibt es ein Thema, das einigen Angst einjagt – das Sterben. Ein trübes Thema? Schaurig-traurig und nicht wert, dass man ihm einen Abend widmet? Hmmm … das sehe ich nicht so. Lasst euch einfach drauf ein und kommt uns besuchen.

Los geht es am 19.10.2019 um 19 Uhr im Klosterkeller Liebfrauen, Schärfengäßchen 3 in 60311 Frankfurt, der Eintritt kostet 8 Euro.