Kein Trauerspiel

Seit jeher mag ich diese großen, herunterhängenden „Trauerbäume“. Schon im Garten unseres alten (nein – uralten) Hausarztes stand eine Trauerweide und als Kind habe ich diese immer sehr bewundert. Einen ähnlich schönen Baum fand ich gestern im Bethmannpark.

Trauerweide, Spiegelbild See,Bethmannpark

Es war ja so ein wunderschöner Tag gestern, der ohnehin schon lange Sommer hat uns noch einen kräftigen Nacchschlag serviert. Da war es fast eine Erleichterung, mal für ein Weilchen im Schatten Platz zu nehmen – das haben meine beiden Gäste und ich gerne gemacht. Schön war’s – danke, Oktober!

Trauerweide im Gegenlicht

Flohmarkt – Ausbeute und Objekte des Tages

Hach, heute war es schön! Mit meiner Freundin Maike war ich bei bestem Bummelwetter auf dem Antikmarkt auf der Konstablerwache. Im Gegensatz zu dem Samstagsmarkt am Main, auf dem man die Highlights immer arg suchen muss, gibt es hier die schöneren Sachen. Natürlich auch zu einem höheren Preis, aber irgendwas ist ja immer. Dieses Mal habe ich aber sogar etwas gekauft: Jeweils sechs Wein- und Sektgläser. Sowas habe ich gar nicht in zusammenpassend und die Modelle aus den 80er Jahren, die meinen Schrank verstopfen, erfüllen nicht mehr unbedingt meine ästhetischen Ansprüche.

Die Gläser waren erstaunlich schwer zu schleppen, denn sie haben einen recht dicken Boden. Aber ich war so froh, sie zu haben, da machte mir der lange Arm gar nichts aus.

Auf einige Dinge habe ich allerdings auch gerne verzichtet – hier sind die drei Objekte des Tages: Platz 3 geht an das Muschelservice. Ein komisches Stück. Es gibt so tolle Teekannen – diese gehört für mich nicht dazu.

Platz 2 geht an ein Objekt, das zu einem absurd hohen Preis verkauft werden sollte. Nun ja, er ist auch recht groß – der sitzende Drache. Der Verkäufer nannte das Ding sein Söhnchen – nu ja, das müssen merkwürdige Gene sein.

Und mein heutiger Favorit ist ein simpler Gebrauchsgegenstand. Mein Platz 1 bei diesem Flohmarktsbesuch war der Design-Klopapierhalter. Ich brauche leider gerade keinen, kam also nicht in Versuchung, das Ding zu kaufen. So ein Glück!

 

Paul nimmt sich Zeit

Kürzlich habe ich mal meine Geschichtensammlung auf dem Laptop angeguckt und durchsortiert. Es gibt tatsächlich noch einige Schätzchen dort, die ich mal für irgendeinen Zweck geschrieben habe, die aber trotzdem nie hier auf dem Blog erschienen sind. Hier ist eine davon …

Paul nimmt sich Zeit

Es ist immer das Gleiche mit den Erwachsenen: Wenn man etwas von ihnen will, haben sie keine Zeit. Und wenn Paul etwas will, schon gar nicht. Deshalb sitzt er mürrisch in seinem Zimmer, spielt mit der X-Box und pflegt seine schlechte Laune.

Eigentlich sollte Mama ihn mit dem Auto zu Finn fahren, wo sie mit den anderen Jungs aus der Klasse Fußball spielen wollten. Aber Mama hat mal wieder keine Zeit, Papa ist sowieso arbeiten und überhaupt ist alles doof, seit vor einem Jahr die Drillinge geboren wurden. Dass sie letzten Monat auch noch in dieses Dorf am Ende der Welt gezogen sind, macht die ganze Sache noch schlimmer. Sie wohnen jetzt bei Opa, in seinem großen Haus. Das ist für Paul eigentlich okay, Opa ist ja nett und das Haus auch ganz schön, aber dieses Dorf! Hinterwald ist eine Metropole dagegen!

Gattertor, Wiese, Weide, Feld, Herbst

Bild zur Verfügung gestellt von Bernd Kasper / http://www.pixelio.de

Jeden Trag wird Paul nun mit dem Auto in die Schule gebracht und auch wieder abgeholt. Das ist natürlich toll, wenn es regnet, aber total doof, wenn er nachmittags noch etwas vorhat.

„Ich kann nicht immer den Fahrdienst spielen!“, sagt Mama oftmals, und dann guckt Paul in die Röhre. Als ob er etwas dafür könnte, dass er drei kleine Geschwister hat, die dauernd krank sind, zum Turnen müssen oder in die Krabbelgruppe. An solchen Tagen wünscht Paul sich, älter zu sein als elf. Einen eigenen Führerschein zu haben, wäre toll. Und natürlich ein Auto dazu. Aber es ist, wie es ist, und so hat er Finn absagen müssen. Der denkt jetzt bestimmt sonstwas von ihm – schließlich kennen sie sich noch nicht so lange.

Opa kommt rein und stört Paul in seinen finsteren Gedanken. „Kommst du mit zum Landhandel?“ fragt er und Paul guckt erstaunt. Im Landhandel war er erst einmal, vor drei Wochen, das ist der langweiligste Laden der Welt. Nur Gartengeräte, Düngemittel und Hundeleinen. Und irgendwo eine kleine Eistruhe und ein Kaffeeautomat. „Was soll ich denn da?“ fragt er und Opa zuckt die Schultern. „Mir Gesellschaft leisten.“ Paul seufzt. „Eigentlich habe ich keine Zeit“, erklärt er. „Ich will zu Finn zum Fußball.“ Aber weil das mit Finn sowieso nicht klappt und Opa bestimmt auch einsam ist, seitdem Oma gestorben ist, beschließt Paul, großzügig zu sein und sich die Zeit für Opa zu nehmen. Er rappelt sich hoch. „Dauert ja nicht lange“, redet er sich selbst gut zu.

Paul zieht sich seine Sneakers an und folgt Opa nach draußen. Zu seiner Überraschung hat der alte Mann nicht das Auto aus der Garage geholt, sondern die Fahrräder. An seines montiert er gerade einen Anhänger, er hat eine richtige kleine Anhängerkupplung dafür. „Du willst mit dem Rad fahren?“ japst Paul entsetzt. „Das dauert ja ewig!“ Opa lacht. „Macht doch nichts. Wir haben doch Zeit. Außerdem braucht deine Mutter das Auto, sie fährt mit den Kleinen zum Arzt.“ Als ob Paul das nicht wüsste! Stöhnend schwingt er sich auf sein Rad und trampelt hinter Opa her. Der ist ganz schön flott unterwegs, trotz des fast leeren Anhängers und der steifen Brise, die ihnen entgegen bläst. Gegenwind, auch das noch!

Paul gerät langsam ins Schwitzen. „Opa, wie alt bist du nun eigentlich?“ fragt er, nur, um etwas zu sagen. „Zweisiebzig“, antwortet Opa. ‚Also doppelt so alt wie Papa‘, rechnet Paul, ‚und dreimal so fit.‘ „Du bist ganz schön schnell für dein Alter“, räumt er ein und bemüht sich, mit dem alten Mann mitzuhalten. Der nickt und fährt etwas langsamer. „Ja, ich bin mit einer guten Gesundheit gesegnet und sehr dankbar dafür. Aber ich tue auch einiges, damit das so bleibt: Viel Radfahren und Gartenarbeit – das hält fit.“ Paul gibt ihm recht. Ja, Bewegung ist gut, das versteht er sofort. Deshalb spielt er ja so gerne Fußball.

„Aber dass du auch bei diesem Wind mit dem Rad zum Landhandel fährst, Opa … Hättest du da nicht einfach morgen hinfahren können? Oder brauchst du so dringend irgendwas?“ Opa lacht. „Nein, so dringend ist das nicht, ich will nur einen Sack Torf holen. Aber ich hatte Lust, es heute zu tun. Außerdem ist es viel gesünder, zu radeln. Für die Umwelt ist es auch besser. Und das Wetter ist prima.“ Paul ächzt hörbar. Tolles Wetter: Sturm in die falsche Richtung und vielleicht fünfzehn Grad. Und dann die Umwelt! Immer diese blöde Umwelt! Er weiß gar nicht, was die Leute immer haben mit ihrer Umwelt: Das Wasser, das hier aus dem Hahn kommt, ist klar, das Gras ist grün, die Bäume auch, und durch die Luft kann man ordnungsgemäß hindurchsehen. Alles schick und so, wie es sein soll. Er weist Opa darauf hin und der nickt verständnisvoll. „Ja, das stimmt schon, Paul. Aber weißt du auch, warum das so ist?“ Paul guckt nur fragend und Opa erklärt es ihm: „Es ist so, weil es Leute gibt, die sich dafür einsetzen, dass wir nicht im Schmutz versinken. Inzwischen gibt es Gesetze, die verbieten, dass Fabriken ihren Dreck ungefiltert in die Luft pusten oder ihr Abwasser einfach ins Meer leiten. Rohstoffe werden seit Jahren wiederverwendet und wer dabei erwischt wird, wie er seinen Müll in den Wald schmeißt, wird bestraft. Früher galt sowas als Kavaliersdelikt, viele haben ihren Abfall einfach aus dem Autofenster geschmissen. Es ist schon viel sauberer hier als noch vor dreißig Jahren, aber es geht noch besser. Und jeder kann mithelfen!“ Paul tut so, als hätte er Opa verstanden, rollt aber innerlich mit den Augen. Dass alte Leute immer aus allem eine Oper machen müssen! Wahrscheinlich haben sie einfach zu viel Zeit!

An einer Wegkreuzung hält Opa an. Paul wundert sich darüber, denn hier ist nichts Spannendes. Nur grüne Wiesen und ein paar Stoppelfelder. Der alte Mann steigt vom Rad und nimmt das schmale Päckchen aus dem Anhänger, das er kurz vor der Abfahrt dort hinein gelegt hat. „Komm“, sagt er ruhig und stapft vor Paul her zu einem Gattertor. Er schwingt sich darüber hinweg und springt in die Weide, auf der immerhin keine Kühe mehr stehen. „Was willst du denn hier?“, fragt Paul verblüfft und klettert ebenfalls über das Gatter. „Drachen steigen lassen“, erklärt Opa. „Darauf freue ich mich, seitdem ihr bei mir eingezogen seid.“ Er öffnet das Päckchen und zu Pauls Freude kommt ein ganz moderner Lenkdrachen zum Vorschein, bunt und mit einem langen Schweif. So einen hat Paul sich schon immer gewünscht. In der Stadt hatte er nur keinen Platz, ihn steigen zu lassen. Gemeinsam mit Opa ist der Drachen schnell zusammengebaut.

Drachen, Lenkdrachen

Bild zur Verfügung gestellt von Ralph Karow / http://www.pixelio.de

Zu Pauls Überraschung ist es gar nicht so einfach, den Drachen steigen zu lassen. Er fliegt gut, aber der frische Wind zerrt an ihm und Paul kann ihn kaum festhalten, geschweige denn lenken. Fast fürchtet er, abzuheben. Aber wäre das so schlecht gewesen? Oft hat er sich in den letzten Monaten gewünscht, einfach wegfliegen zu können, fort von seinem unruhigen Zuhause, in dem es nur noch um die Babys geht. Paul sieht zu dem Drachen hoch und verliert sich einen Moment in seinen Gedanken. Ein Windstoß lässt ihn voran stolpern. In dem Moment fühlt er Opa hinter sich. „Hoppla, Kleiner – du bleibst hier!“ Opas Hände legen sich über Pauls und helfen mit, den Drachen zu halten. Schöne Hände hat Opa: groß, fest und warm. Paul bleibt am Boden. Gemeinsam gelingt es ihnen, den Drachen zum Kreisen zu bringen und ein paar schöne Manöver zu fliegen. Zweimal stürzt er auch ab, bleibt aber heil. Gemeinsam bringen sie ihn wieder zum Fliegen und Paul merkt kaum, wie die Zeit vergeht. Dann mahnt Opa zum Aufbruch. „Wir wollen doch noch einkaufen.“ Paul ist es recht, denn seine Arme sind inzwischen vom Drachenhalten müde und fühlen sich an wie aus Gummi.

Kurze Zeit später kommen sie beim Landhandel an. Opa geht hinein, kommt mit dem Verkäufer heraus und lädt mit ihm gemeinsam einen großen Sack Torf auf den Anhänger. Der Platz reicht so gerade, Opa wird sich auf dem Rückweg sicher arg anstrengen müssen mit dem Gewicht am Rad. Er geht noch einmal in den Laden, um zu bezahlen, und kommt mit einer Eistüte für Paul und einem Kaffee für sich selber wieder heraus. „Komm, da hinten ist eine Bank im Schatten!“ Gemeinsam setzen sie sich nieder. „Weißt du, wovon ich das Eis und den Kaffee bezahlt habe?“ fragt Opa. Paul findet die Frage komisch und antwortet: „Na, von deiner Rente.“ Opa grinst. „Punkt für dich. Du hast natürlich Recht. Aber die 2 Euro hätte es wohl in etwa gekostet, wenn wir mit dem Auto gefahren wären.“ Paul ist nur ein ganz bisschen genervt davon, dass Opa schon wieder von den Segnungen des Radfahrens anfängt. Er denkt trotzdem nach. Jede kleine Fahrt kostet so viel Geld? Das hätte er nicht gedacht. Er weiß, dass Geld bei ihnen knapp ist, seitdem die Drillinge da sind. Anscheinend ist Radfahren doch vorteilhafter als gedacht. Während er an seinem Eis lutscht, lässt er den Gedanken kreisen. Und allmählich reift eine Idee in ihm. Eine Idee, die zu tun hat mit dem Radfahren, der Umwelt, gespartem Geld und … Freiheit!

„Du, Opa, meinst du, dass es zu Finn weiter ist als zum Landhandel?“ Opa überlegt kurz und schüttelt dann den Kopf. „Nein, bestimmt nicht. Das ist eher etwas kürzer.“ Paul wird eifrig. „Dann könnte ich doch künftig mit dem Rad da hinfahren. Und auch mal zur Schule!“ „Klar“, sagt Opa nur und nickt. Paul ist ganz aufgeregt. Dann aber wird er still. „Was ist?“ fragt Opa. „Das erlaubt Mama nie!“ Opa lächelt. „Das lass mal meine Sorge sein“, meint er dann. „Die ersten Male können wir ja zusammen fahren. Und wenn es dunkel ist, kann ich dich abholen. Das kriegen wir schon hin.“ Paul sieht Opa mit großen Augen an. „Das würdest du machen? „Klar.“

Zum ersten Mal seit langer Zeit ist Paul richtig glücklich. Er versteht, dass Opa sich seiner Sache ganz sicher ist und dass sein ruhiges „Klar“ so etwas wie ein richtiges, unbrechbares Versprechen ist. Zufrieden lehnt Paul sich an den alten Mann und knabbert die Reste seiner Eiswaffel.

Wenig später strampeln Opa und Enkel den langen Weg nach Hause. Paul wundert sich darüber, dass sie schon wieder Gegenwind haben. „Der müsste doch jetzt eigentlich von hinten kommen“, stellt er fest und Opa lacht. „Ja, das müsste er wohl. Aber er dreht hier gerne alle paar Stunden. Ich habe mich darüber als Kind auch oft geärgert. Inzwischen nehme ich es einfach hin, denn ich kann es nicht ändern. Unser Wind ist zuverlässig unzuverlässig – gewöhne dich daran.“ Paul nickt ergeben und lächelt ein wenig. Denn ohne den Wind, so lästig er auch sein mag, hätte er heute nicht so viel Spaß gehabt. Es war ein schönes Tag. Wie gut, dass er sich heute für Opa Zeit genommen hat!

9 Gründe, den Herbst zu lieben

Gestern war offiziell Herbstanfang. Pünktlich dazu ist es kühler geworden und es regnet endlich mal ein wenig. Ich freue mich jedes Jahr auf den Herbst und glaube, dass er meine Liebings-Jahreszeit ist. Und dafür gibt es eine Menge Gründe. Hier die für mich Wichtigsten:

1. Die Farben

Der Herbst ist für mich golden. Das liegt nicht nur an der Farbes des Laubes, das bunt leuchtet, sondern auch an dem besonderen Licht. Wenn ich mich recht erinnere, steht die Sonne im Herbst tiefer als im Sommer, der Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ist flacher und die Farbe des Lichts daher anders.

2. Letzte Blüten

Für mich als Blumenfan sind die letzten Blüten im Herbst immer besonders schön, ich freue mich über jede, die mich anlacht. Jetzt im September gibt es ja noch richtig viele Blumen, später im Jahr muss man schon mal auf Beeren ausweichen, wenn man nach etwas Buntem zum Fotografieren sucht.

3. Rauer Wind und Sonnenschein

In diese Lieblingsjahreszeit fällt in der Regel mein jährlicher „Alleine-Urlaub“ auf einer Insel. Ich liebe es, im rauen Herbstwetter am Wasser spazieren zu gehen, fröstelnd und durchgepustet irgendwo einzukehren und mich – gerne schreibend – aufzuwärmen. In jedem dieser Urlaube erwische ich auch ein par Sonnenstunden, die ein besonderr Genuss sind.

4. Apfelzeit und Erntedank

Ich bin niemand, der das Ernetdankfest bewusst feiert, doch ich finde es gut, im Herbst einmal kurz innezuhalten und dankbar dafür zu sein, dass die Natur es mit uns hier recht gut meint. Auch wenn dieses Jahr sehr trocken war, war es doch vielerorts ein grandioses Obstjahr. Ich habe dieses Wochenende einen tollen Pflaumenkuchen gebacken, vielleicht folgt diesem bald mal wieder ein Apfelkuchen. Denn Äpfel, die ich roh leider nicht gut vertrage, gehören zu meinem liebsten Obst – sei es als Kuchen, Wein, Mus oder, oder, oder …

5. Pilze!!!

Hach, Pilzzeit! Ich liebe Pilze. Zwar habe ich noch nie selber welche gesammelt und werde das wohl auch nie tun (ich denke, es gibt weniger mühsame Methoden, sich umzubringen), doch ich liebe Pilzgerichte aller Art. Besonders Pfifferlinge, die es zuhause nie gab, sind meine Favoriten.

6. zur Ruhe kommen

Im Sommer will ich immer was machen: Schwimmen gehen, an den Main, zumindest auf den Balkon. Dieser Sommer war allerdings so heiß, dass ich mich manchmal zuhause eingeigelt habe – aber immer mit einem schlechten Gefühl dabei. Der Herbst läd dazu ein, zur Ruhe zu kommen, dem Sofa zu huldigen und einfach mal abzuhängen.

7. Teezeit

Mit der Sofazeit und dem Abhängen kommt natürlich auch der Teedurst zurück. Zwar mache ich mir auch im Sommer mal ein Kännchen Tee, aber in den kalten Monaten ist Teetrinken für mich ein Muss. Meistens gibt es kräftigen Ostfriesentee, manchmal aber auch Rotbusch- oder Kräutertee. Wie gut das schmeckt, wenn es kühl und dunkel ist!

8. Erste Weihnachtskekse

Ich fand es ja schon etwas seltsam, als ich letzte Woche aus dem Freibad kam und im Supermarkt kistenweise Weihnachtskekse sah. Ich gestehe aber, dass ich zu denjenigen gehöre, die immer schon früh im Jahr ein Päckchen davon kaufen, um es gemütlich zum Tee zu schnabulieren. Ich weiß, das finden viele blöd, aber ich stehe dazu! Es gibt bei mir übrigens bevorzugt Mandelspekulatius 🙂

9. Stricken

Mit der Chill-Tee-Keks-Sofazeit werde ich mich auch wieder mal meinen Wollhaufen widmen und ein wenig Stricken. Ich brauche noch eine Mütze, finde ich, und auch mein letztes Sockenpaar wartet noch auf die Fertigstellung.

Und damit bin ich mit meiner Liste am Ende. Wem noch etwas einfällt, der schreibe es gerne in die Kommentare – ich bin sehr neugierug darauf, was andere am Herbst mögen.

Komische Gewohnheiten: Würdelos herumrennen

„Ich werde nicht rennen, um diese Straßenbahn zu kriegen – lass uns die nächste nehmen. Hinterherrennen ist würdelos.“, sagte meine Freundin Roswitha vor vielen Jahren, und ich war mir mit ihr darüber einig. In der norddeutschen Tiefebene, wo maximal einmal pro Stunde ein öffentliches Verkehrsmittel fährt, hätte ich das anders gesehen, aber in Frankfurt, wo alle naselang eine Straßenbahn kommt, renne ich auch nicht hinter einer abfahrbereiten Bahn her.

Einfach nur Entspannen

Ich wundere mich manchmal sehr darüber, wenn ich beobachte, wie Leute herumrennen, nur um ganz wenig Zeit einzusparen. Besonders fällt mir das bei Gleiswechseln auf: Man steht auf Gleis drei, in fünf Minuten kommt eine Bahn. Durchsage für Gleis zwei: in drei Minuten kommt da auch eine Bahn. Es wird losgerannt, zwei Minuten sparen, Zeit ist Geld, was stören mich meine unzweckmäßigen Galoschen, ich renne jetzt, ich seh‘ mich ja selber nicht von hinten, wackel, wackel – würdelos!

Dabei fällt mir ein, dass der Begriff „Würde“ ja ein ganz schön schwammiger ist. Schon vor Jahren habe ich darüber nachgedacht – was ist das eigentlich? „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ lautet Artikel 1 unseres Grundgesetzes, von dem ich sehr viel halte. Trotzdem habe ich nur eine ganz ungenaue Vorstellung davon, was diese Würde eigentlich ist, und ein Gespräch mit einem Juristen brachte mich nicht viel weiter. Die Würde sei ein „unbestimmter Rechtsbegriff“, sagte er – danke für die Information. Auch in der allwissenden Wikipedia bleibt der Begriff der Würde (Link!) ungenau definiert, was aber wohl in seiner Natur liegt. Man kann sich dort aber allerhand heraussuchen, was einem individuell gerade taugt.

Schuh, High Heel, GlitzerIm Falle des würdelosen Herumrennens würde ich natürlich nicht so weit gehen, von einer Verletzung der Menschenwürde zu sprechen, es geht mir auch nicht um ein allgemein zu verurteilendes „unwürdiges Verhalten“. Es geht mir vielmehr darum, dass man sich durch die Herumrennerei manchmal ohne Not zum Affen macht. Mir entschließt sich einfach der Vorteil nicht, wenn jemand, um wenige Minuten Zeit zu sparen, wie angestochen durch die Stadt hetzt, gerne noch ein Kleinkind hinter sich herzerrend oder beinahe die Flip-Flops verlierend. Das liegt natürlich auch daran, dass ich im Allgemeinen die Ruhe weghabe, zumeist sehr pünktlich unterwegs bin und selber viel zu faul zum Rennen bin. Außerdem habe ich immer Angst, dass in der Umgebung irgendwas einstürzt, wenn ich es doch einmal tue. Ich akzeptiere natürlich, dass viele Leute anders geartet sind.

Auch außerhalb des öffentlichen Verkehrswesens gibt es jedoch Situationen, in denen ich das Rennen unwürdig finde: zum Beispiel in Hotels, wenn das Buffet eröffnet wird. Früher war ich mit meiner Freundin Kerstin öfters in einem Haus auf Norderney. Da gab es ab 18 Uhr Abendessen, ab 17:45 standen Leute vor der geschlossenen Tür und scharrten mit den Füßen. „Es treibt sie an den Trog“, sagte Kerstin immer dazu, und genauso war es. Reinrennen, Sachen auf den Tisch schmeißen, Teller grabschen und ran an die Buletten, gerade so als hätte man seit Tagen nichts mehr gehabt und als wäre in den nächsten Wochen keine warme Mahlzeit mehr zu erwarten. Drängeln, schubsen, herumrennen – und dabei wurde dort wirklich jeder satt. Sogar die, die als letztes kamen!

Oder letzten Sommer im Schwimmbad: Es begann zu regnen. Kein dickes Gewitter mit Blitzschlag, sondern ein warmer Sommerregen mit mitteldicken Tropfen. Ich ging gerade in Richtung Becken, zwei Herren kamen unabhängig voneinander heraus. Beide rannten sie, als hätten sie Angst, nass zu werden – und ich konnte mal wieder nur verständnislos gucken. Nasse Männer in Badehosen, die mit eingezogenen Köpfen über die Wiese galoppiert kommen, als wollten sie Usain Bolt Konkurrenz machen – nenene, das ist nichts für mich.

Zeitreise nach Tossens

Wieder einmal war ich mit meiner wunderbaren Schwester an der Küste unterwegs. Dieses Mal landeten wir in Tossens in der Gemeinde Butjadingen. Wie so oft wurde unser kleiner Ausflug eine Art Zeitreise mit Spurensuche – kennst du das noch? Kannst du dich daran noch erinnern? Ist der Spielplatz noch da?

Was es damals definitiv noch nicht da war, sind die vielen Windräder. Und ich bleibe ja dabei: Ich finde sie schön.

Ich war ja nur ab und zu mit meinen Eltern in Tossens, meine Schwester aber verbrachte dort den ersten „richtigen“ Urlaub ohne Familie, nur mit Freunden. Mit dem Rad sind sie damals hingestrampelt, ein Elternpaar kutschierte Gepäck und Zelte hinterher. Daher war es für meine Schwester auch noch spannender als für mich zu gucken, wie sich das Örtchen entwickelt hat. Inzwischen gibt es viel mehr Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten.

Nicht meine Spuren – aber sie könnten es sein, dort auf der Buhne.

Immer noch da sind natürlich die begehbaren Buhnen. Wir sind auf einer herumgelaufen, obwohl es dort eigentlich immer nichts Besonderes zu sehen gibt. Es gehört für mich irgendwie dazu, so wie die Seebrücken an der Ostsee, die ich auch immer ablaufen muss.

Wir machten ja nur einen ganz kurzen Kurztrip nach Tossens, aber mit Kaffee und Pflaumenkuchen gibg doch einiges an Zeit rum. Und so kam ich doch noch zu meinem Gegenlichtbild mit Wasser, als die Sonne es einmal gut mit uns meinte. Dieses ewige norddeutsche „heiter bis wolkig“ ist ja gar nicht so einfach – und wenn dann auch noch Ebbe ist, wird es schwierig mit den Wasserbildern. Aber eines gab es doch:

Zugegeben, auch hier haben wir mehr Matsch als Wasser, aber man sieht doch schon, was es wenige Stunden später wieder werden wollte.

Und zum Schluss noch eine Spurensuche der anderen Art – in meinem Fotoalbum. Das Kind in rot-grün bin ich, das muss um 1980 herum gewesen sein. Den Spielplatz an der Stelle gibt es noch, allerdings sind die Spielgeräte inzwischen deutlich moderner. Gut sieht er aus, der neue Spielplatz. Aber ich erinnere mich, dass ich auch auf dem Alten viel Spaß gehabt habe. Und ins Album geklebt hat meine Schwester das Bild, zumindest ist es ihre Schrift.

Tossens, Butjadingen, Küste

Ein kleines Fleckchen Natur

Heute war ich mal wieder auf einem Flohmarkt: Es gab ein leider nur winziges Märktchen auf dem Flugplatz bei Kalbach. Das Wetter war wohl nicht gut genug und es wirkte so, als wolle es regnen, so dass nur wenige Anbieter und Besucher vor Ort waren. Was es allerdings in übergroßer Menge gab, waren Wespen. Ich bleibe dabei: Das sind außerordentlich dumme Tiere, mit denen ich bei allem guten Willen nichts anfangen kann.

Was mir aber gefällt, ist dieses kleine Fleckchen Natur, das sich dort in der Nähe von Frankfurt befindet. Bequem mit der U-Bahn zu erreichen, bietet es einige nette Spazierwege mit Obstbäumen und allerhand Kleinstgetier. Ich wollte eine Goldrute knipsen und hatte dabei einen Zufallstreffer:

Nachdem ich die Fliege entdeckt hatte, versuchte ich mich an einer gezielten Nahaufnahme. Dem kräftigen Wind sei Dank machte ich in etwa ein Dutzend verwackelte Goldrutenbilder mit ohne Fliege. Doch dann gelang mir ein Volltreffer. Hier sieht man die eigentlich unspektakuläre Fliege mal in vollem Glanz:

Leichter zu knipsen waren später noch ein paar Brombeeren. Die allermeisten dieser Früchte, die mein Vater immer „Brummels“ nannte, sind leider vertrocknet oder zumindest derartig verschrumpelt, dass sie zu nichts mehr zu gebrauchen sind. Einige wenige rote Früchte gab es aber doch – ob sie wohl noch reif werden? Den Vögeln wäre es zu wünschen …

Brombeeren

Schön ausgedrückt: Besorgte Bürger

Deutsche Fahne, Flagge, schwarz-rot-gold

Bild zur Verfügung gestellt von Timo Klostermeier, http://www.pixelio.de

In dieser Folge der Reihe „Schön ausgedrückt“ möchte ich mich einmal um eine Begriffsklärung bemühen. Denn derzeit fallen mir starke Unsauberkeiten im Ausdruck auf, und das gefällt mir ganz und gar nicht. Besonders stark ist dies beim Ausdruck „Besorgte Bürger“.

Fangen wir ganz einfach an: Ein Bürger ist laut Duden ein Angehöriger eines Staates oder einer Gemeinde, aber auch ein „Angehöriger des bestimmten Traditionen verhafteten Mittelstandes“. So weit, so gut, das ist erst mal nicht schwer.

Auch der Teil mit der Sorge ist einfach zu verstehen: Besorgt ist jemand, der „von Sorge erfüllt ist“ oder auch „von Fürsorge für jemanden/etwas erfüllt ist“. Das sind also Leute, die sich Gedanken machen, um sich selbst oder um andere, und denen nicht ganz wohl ist bei diesen Gedanken. Sie haben Befürchtungen, dass etwas nicht richtig laufen könnte, dass sie etwas nicht erreichen können, dass die Umstände sich zu ihren Ungunsten verändern. Das ist legitim und sollte thematisiert werden.

Beispiele für besorgte Bürger gibt es viele:

  • Die Mutter, die sich Gedanken macht, ob ihre Kinder die bestmögliche Ausbildung bekommen können, obwohl sie kaum das Geld hat, ihnen die nötigen Schulsachen zu kaufen.
  • Der alte Mann, dessen Miete so gestiegen ist, dass er kaum noch etwas von seiner Rente zum Leben übrig hat.
  • Die Lehrerin, die in ihrer Klasse neben 20 unauffälligen Schülern auch fünf verhaltensauffällige Kinder hat und nicht allen gerecht werden kann.
  • Der Rettungssanitäter, der nie weiß, wann er wieder auf eine irrational entfesselte Meute treffen wird, die ihn bei seiner Arbeit behindert oder gar angreift.
  • Der Schuldirektor, der in Kürze in den Ruhestand gehen wird und weiß, dass es für ihn keinen Nachfolger geben wird.
  • Die Kellnerin, die bald nach einem langen Arbeitsleben in Rente gehen wird und schon jetzt weiß, dass sie von ihrer Rente nicht wird leben können.
  • Der ältere Herr, der sich von den Parteien nicht mehr so recht vertreten fühlt, der aber trotzdem zur Wahl geht, um das kleinste Übel zu wählen und das schlimmste zu verhindern.
  • Und auch: Die alte Dame, auf deren Flur plötzlich nur noch Ausländer wohnen, die sie nicht versteht und deren Kultur ihr fremd ist.

All diese Menschen sind besorgt, zurecht, zumindest von ihrer Warte aus. Es sind anständige Menschen, mit denen man reden kann, die Gesprächen gegenüber offen sind und die, obwohl sie unzufrieden oder ängstlich sind, nicht auf die Idee kämen, andere Menschen zu bedrohen oder zu beleidigen. Anständige Menschen, die es nicht verdient haben, mit anderen, die sich ebenfalls als besorgte Bürger bezeichnen, in einen Topf geworfen zu werden.

Die Abgrenzung der ehrbaren besorgten Bürger zu anderen Gruppen ist nicht so schwierig. Ich will versuchen, das an einigen Beispielen zu verdeutlichen:

  • Der (inzwischen versetzte) LKA-Mitarbeiter (#Hutbürger), der bei einem Aufmarsch von Rechtsradikalen mitlief und dort ein Journalistenteam beschimpfte und bei der Arbeit behinderte, ist kein besorgter Bürger, sondern jemand mit rechtsradikalen Neigungen und Problemen mit dem Grundgesetz (Art. 5 GG regelt ein hohes Gut in unserem Land: die Pressefreiheit).
  • Menschen, die im Internet gegen Flüchtlinge oder Menschen mit Migrationshintergrund mit oder ohne deutschen Pass hetzen, sind keine besorgten Bürger, sondern Rassisten.

Aus Wikipedia: Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen – als sogenannte „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache – aber auch kulturelle Merkmale wie Kleidung oder Bräuche – werden in der biologistischen Bedeutung als grundsätzlicher und bestimmender Faktor menschlicher Fähigkeiten und Eigenschaften gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringerwertig diskriminiert werden. Mit solchen Rassentheorien, die angeblich wissenschaftlich untermauert sind, wurden und werden diverse Handlungen gerechtfertigt, die den heute angewandten allgemeinen Menschenrechten widersprechen.

  • Gleiches gilt für Leute, die in einer Diskussion um Wohnungen für Flüchtlinge von diesen nur als „Messerstecher“ oder „strammen Afrikanern, auf die sich die deutschen Frauen schon mal freuen können“ sprechen.
  • Die Menschen, die durch Städte ziehen, Sprüche grölen wie „Ausländer raus“ oder „Deutschland den Deutschen“ sind keine besorgten Bürger, sondern Rechtsradikale, Rechtsextremisten oder einfach Nazis.

Aus Wikipedia: Rechtsextremismusdient als Sammelbezeichnung, um neofaschistische, neonazistische oder ultra-nationalistische politische Ideologien und Aktivitäten zu beschreiben. Deren gemeinsamer Kern ist die Orientierung an der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der rechtlichen Gleichheit der Menschen sowie ein antipluralistisches, antidemokratisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis. Politischen Ausdruck findet dies in Bemühungen, den Nationalstaat zu einer autoritär geführten „Volksgemeinschaft“ umzugestalten. Der Begriff „Volk“ wird dabei rassistisch oder ethnopluralistisch gedeutet.

Reichstag, deutsche Fahne, Flagge

Bild zur Befügung gestellt von Denis Geier, http://www.pixelio.de

  • Menschen, die den Hitlergruß zeigen, sind keine besorgten Bürger, sondern Kriminelle, also laut Duden jemand, der straffällig geworden ist, eine Straftat oder ein Verbrechen begangen hat. Umgangssprachlich bezeichnet man so jemanden auch als Verbrecher.
  • Gleiches gilt für die Personen, die andere Menschen durch die Stadt jagen in der Absicht, diese zu verletzen.
  • Gleiches gilt ebenfalls für Menschen, die einen anderen ohne Notwehrsituation mit Waffen bedrohen, angreifen, verletzen, töten. Dabei ist es nicht von Bedeutung, welche Nationalität Täter und Opfer haben. Es gibt keinerlei Gründe, die so etwas rechtfertigen.
  • Ein öffentlich Angestellter, der einen Haftbefehl in den sozialen Medien verbreitet, ist kein besorgter Bürger, sondern begeht eine Straftat und gehört dafür bestraft.
  • Menschen, die angesichts der Krawalle in Chemnitz Beifall klatschen oder Jubeln, sind keine besorgten Bürger, sondern zumindest Unterstützer dieser Verbrecher, wenn nicht sogar Mittäter.
  • Menschen, die sich wie die alte Dame in Chemnitz grinsend vor eine Kamera stellen und behaupten, Frau Merkel sei schuld an den Krawallen, die habe die ganzen Ausländer ja schließlich geholt, sind zumindest Mitläufer und somit Unterstützer der Kriminellen, auf keinen Fall aber besorgte Bürgerin.
Deutsche Fahne, Flagge, schwarz-rot-gold

Bild zur Verfügung gestellt von Timo Klostermeier, http://www.pixelio.de

Und zum Abschluss noch ein paar Personen, die meines Erachtens erwähnt werden müssen:

  • Polizisten, die Täter schützen und sich gegen Opfer stellen, sind keine besorgten Bürger, sondern haben den falschen Beruf. Im Gegensatz dazu sind Polizisten, die sich trotz riesiger Übermacht gegen den Pöbel stellen und versuchen, Opfer zu schützen und das Schlimmste zu verhindern, wahre Helden, denen man gar nicht genug danken kann. Das gilt natürlich für Männer und Frauen. Ich bewundere diesen unglaublichen Mut und dieses Engagement. Es ist eine Schande, wie diese Personengruppe in diesem Land behandelt und verschlissen wird.

Aus dem Duden: Held

  • (Mythologie) durch große und kühne Taten besonders in Kampf und Krieg sich auszeichnender Mann edler Abkunft (um den Mythen und Sagen entstanden sind)
  • jemand, der sich mit Unerschrockenheit und Mut einer schweren Aufgabe stellt, eine ungewöhnliche Tat vollbringt, die ihm Bewunderung einträgt
  • jemand, der sich durch außergewöhnliche Tapferkeit im Krieg auszeichnet und durch sein Verhalten zum Vorbild [gemacht] wird
  • Ein Ministerpräsident, der das offensichtliche Problem mit Rechtsradikalen in seinem Bundesland leugnet und in den sozialen Medien eine Behinderung der Pressefreiheit als korrekte Handlung darstellt, hat seinen Beruf verfehlt und sollte sich einen anderen Wirkungskreis suchen. Es werden dringend Paketausträger gesucht.
  • Eine „Partei“, die nur hetzt, keinerlei konstruktive Beiträge einbringt und deren „Abgeordnete“ debil genug sind, Artikel des Postillon für ihre rechtsradikalen Argumentationen zu verwenden, hat in den Parlamenten nichts zu suchen und sollte vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Wenn der Verfassungsschutz sich denn dazu durchringen kann …
  • Ein Innenminister, der die angespannte Stimmung im Land durch immer neue fremdenfeindliche Äußerungen immer weiter anheizt, zu gewalttätigen Krawallen dann aber schweigt, ist untragbar. Ein Begriff für ihn, den ich hier veröffentlichen möchte, fällt mir nicht ein. Dies ist ein anständiges Blog, Schimpfworte haben hier keinen Platz.

 

Nachtrag: Es bleibt dabei, dass meine bunte Welt eigentlich ein unpolitisches Blog sein soll. Es ist nur so, dass mir derzeit manchmal die Galle hochkommt. Immer, wenn es heißt, dass man mit diesen Leuten doch nur reden müsse, werde ich ranzig. Diese Krawallmacher und Pöbler bekommen seit Monaten mehr Aufmerksamkeit als alle Krippenkinder in diesem Land. Es reicht.