Tatort Töwerland

Endlich haben wir es mal wieder geschafft: Die ewige Antje und ich waren auf dem kleinen Krimifestival auf Juist. Es ist ein paar Jahre her, dass uns das zuletzt gelungen war.

In diesem Jahr war die eigentlich dreitägige Veranstaltung nur zweitägig und im Oktober statt wie gewohnt im September. Das tat unserem Eifer keinen Abbruch, nur leider war es doch deutlich weniger besucht als die Male, in denen wir zuvor dabei waren. Das machte uns nichts, doch für die Organisatoren, die die ganze Arbeit neben ihren sonstigen Verpflichtungen wuppen müssen, wären mehr Zuhörer sicher schöner gewesen. Andererseits waren es immer noch eine ganze Menge Krimifreunde, die sich an zwei Abenden zusammenfanden, um die vier Autoren lesen und die Dixie-Band spielen zu hören.

Zum „Startschuss“ am Freitag lasen die Autoren Sybil Quinke, die sich überaus charmant als gelernte Giftmischerin präsentierte, sowie Hardy Pundt, der geborene Insulaner von der Insel Memmert. Beide hatten Juist-Krimis verfasst.

In der „Großen Krimigala“ am Samstag bekamen wir Texte von Regine Kölpin sowie Max Annas zu hören. Beide Autoren könnten unterschiedlicher kaum sein, was der Sache einen besonderen Reiz gab.

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung wie schon in den Vorjahren von der Jazzband „Wallstreet Dixies“, deren Version der Tatort-Meldodie jedes Mal begeistert aufgenommen wird und anzeigt, dass es jetzt losgeht.

Moderiert und organisiert wird die Veranstaltung jedes Mal vom Inselbuchhändler Thomas Koch sowie einigen Helfern. All diesen fleißigen Freiwilligen nochmals vielen Dank dafür, dass sie sich Jahr um Jahr diese Mühe machen. Für uns war es wieder schön, dabeisein zu dürfen. Denn die Veranstaltung, so klein sie auch ist, ist vor allem eins: unheimlich sympathisch. Nicht perfekt, aber menschlich, abwechslungsreich und immer wieder interessant. Und das sage ich, obwohl ich trotz gewissenhaftestem Ausfüllens des Detektivausweis SCHON WIEDER (!) nicht das Buchpaket gewonnen habe.

Ein Wochenende in Fulda

„Fulda? Was wollt ihr denn in Fulda?“ So verständnislos klang der Kollege, der, aufgewachsen in der Nähe dieser kleinen Stadt, erst einmal keinen Sinn in dem von Kerstin und mir gewählten Wochenendziel sah. Das hielt ihn aber nicht davon ab, uns emsig Vorschläge zu machen für Hotels, Restaurants und Ziele in der Stadt. Dermaßen sehr gut mit Insights versorgt, starteten Kerstin und ich als am späten Donnerstag Nachmittag in unser Abenteuer Fulda. Kerstin reiste per ICE an, ich fuhr gemütlich mit dem Bummelzug. Kaffeesieren stand natürlich auch auf dem Plan.

Wir hatten uns für das große Esperanto-Hotel direkt am Bahnhof entschieden. Zum einen sollte es dort gute Restaurants geben, außerdem war alles Wichtige zu Fuß erreichbar. Und, für uns auch nicht unwichtig, große Hotels sind oft barrierefreier als kleine Pensionen. Kerstin bekam also ein rolligerechtes Zimmer und ich ein Einzelzimmer direkt daneben.

Am Ende des Wochenendes wusste ich wieder, warum ich nur mit grundsätzlich optimistischen Leuten in den Urlaub fahre. Denn die ewig positive Kerstin erläuterte mir, dass das Wetter „So mittel“ gewesen sei. Schließlich hätte es NOCH mehr regnen können. Und sie hatte Recht: Es war zwar das ganze Wochenende über grau und regnerisch, richtig nass wurden wir aber nicht – mal abgesehen vom hoteleigenen Solebad.

Nachdem wir die ganz dicken Regenschauer am Freitag abgewartt hatten, machten wir uns auf zum Schloss. Dort wurde gerade umgebaut, die Außenanlagen samt Innenhof waren ziemlich umgewühlt. Man war sehr bemüht um uns, erläuterte uns ausführlich, wo der Lift sei, welche Ebenen wir problemlos angucken könnten und was uns dort alles erwartete. Das Schöne am Fuldaer Schloss ist, dass es tatsächlich genutzt wird: Es dient nicht nur als Rathaus, sondern auch als Veranstaltungsort. Dementsprechend war dort alles gut in Schuss und es liefen nicht nur Touristen darin herum, sondern auch Menschen, die ganz normalen Verrichtungen nachgingen.

Man hatte Kerstin und mich telefonisch angekündigt, was bedeutete, dass eine nette Dame uns im ersten Stock in Empfang nahm und uns beinahe eine Führung angedeihen ließ. Besonderes Augenmerk sollten wir auf die Porzellansammlung legen. In meinen Augen war das eine ziemliche Ansammlung von Scheußlichkeiten, aber das mochte ich nicht so offen sagen. Schöner fand ich die großen Säle und Hochzeitszimmer. Einen netten Hausmeister lernten wir auch noch kennen, denn als wir die ehrwürdigen Hallen verlassen wollten, hatte der Lift seinen Dienst quittiert.

Am nächsten Tag stand der Dom auf unserem Kulturprogramm. Ich hatte nämlich gelesen, dass es dort an jedem Samstag eine Orgelmatinee geben sollte. Wir zuckelten also zeitig los, denn wir wollten den Dom ausgiebig angucken, bevor das Georgel losging.

Zu unserer Verblüffung stolperten wir direkt in einen Gottestdienst, mit Chor, Bischof und großem Personalaufgebot. Das war so nicht geplant und für uns auch nicht ersichtlich, weil wir uns ja mal wieder unseren Weg ins Gebäude suchen mussten, um die Stufen zu vermeiden. Wir schlüpften also seitlich in den sehr schönen Dom und merkten erst, dass dort mehr los war als nur eine Chorprobe, als wir schon mitten drin waren. Wir dückten uns also leise in die Ecke und warteten ab. Später erfuhren wir, dass das ein sogenannter Aussendungsgottestdienst gewesen war – aha. Wir lernten, dass man dafür sehr viel Weihrauch benötigt.

Die Orgel kann wirklich was. Der Link führt zu einem Stück von Bach, gespielt auf diesem Instrument.

Die anschließende Orgelmatinee fand ich recht beeindruckend. Die Orgel, gespielt vom Gastorganisten Fabien Chabrot, hat einen enormen Klang und durfte auch mal so richtig zeigen, was sie kann. Man spürte die Schwingungen durch den Boden und das Gestühl – toll.

Die späteren Nachmittage und den Abend verbrachten wir jeweils im Hotel. Auch in der Wellness-Anlage lernten wir einen netten Hausmeister kennen, denn auch hier bockte der Lift. Dann aber badeten wir uns schön und gingen anschließend in jedem der drei Hotelrestaurants einmal essen, um diese Pracht zu erhalten. Dass es auch noch eine Cocktailbar gab, verbuchten wir ebenfalls als Plus.

Alles in allem war es ein tolles, entspanntes Wochenende, wenngleich Fulda es einem nicht immer leicht macht, was die Barrierefreiheit angeht. Das ist leider oft so in alten Städten: Viele Lokale haben Stufen vor der Tür, die mit einem Elektrorollstuhl einfach nicht zu bewältigen sind. Zum Glück gab es immer Alternativen, als Wohnsitz wählen wird Kerstin dieses Städtchen aber sicherlich nicht.

Kindheitserinnerung: Rote Grütze mit Quark

Oftmals, wenn ich bei meiner lieben Schwester war, komme ich mit zum Leben erweckten Kindheitserinnerungen zurück nach Frankfurt. Beim letzten Besuch war es eine Nachspeise, die aus den Tiefen des Gedächtnisses an die Oberfläche kam: ganz einfache Tüten-Rote-Grütze mit Quark. Das war eines der ersten Dinge, die ich als Kind zubereitet habe: einfach ein Tütchen Rote Grütze mit Zucker und Wasser aufkochen, Quark dazu, tüchtig rühren, fertig. Superpink, superfrisch. Ja, den Geschmack wollte ich mal wieder haben.

Meine Schwester und ich diskutierten über die richtigen Mengen: ein Pfund Quark, oder nur ein halbes? Wir wussten es nicht mehr und so probierte meine Schwester es aus und schickte mir Fotos: Nicht pink genug, fand ich, also weniger Quark.

Allerdings strauchelte ich in meinen Bemühungen zunächst an einem schnöden logistischen Problem: Ich konnte nirgends die richtige Tütengrütze finden. Nun ist Rote Grütze ja ein norddeutsches Phänomen, scheinbar ist dieses einfache Pulver hier nicht so gefragt. Ich kaufte ersatzweise eine Fruchtkaltschale, die den Zweck wahrscheinlich irgendwie erfüllt hätte, wenn nicht meine treusorgende Schwester eingesprungen wäre: Tatsächlich fand ich, kaum dass ich von meinem Misserfolg berichtet hatte, ein Tütchen des richtigen Pulvers in der Post. Dazu noch eine kurze Anweisung: Dosenmilch nicht vergessen! An die hatte ich tatsächlich überhaupt nicht mehr gedacht, kaufte aber ein bisschen Kondensmilch, um bloß nichts falsch zu machen.

Und tatsächlich: Ein Päckchen rote Grütze, ein Päckchen Magerquark und ein Schuss Kondensmilch ergeben genau den Geschmack, an den ich mich aus meiner Kindheit erinnert habe. Frisch, süß, quarkig und ungeheuer lecker. Für morgen und übermorgen ist noch was da – so ein Glück!

Die Farbe erscheint mir allerdings immer noch nicht so knallig zu sein wie früher. Das mag daran liegen, dass inzwischen andere Farbstoffe verwendet werden als in den 70er Jahren. Damals waren das ja irgendwelche künstlichen Farbstoffe, inzwischen steht „färbende Lebensmittel“ auf der Verpackung. Vielleicht machen die einfach nicht ganz so knallig pink.

Und dann stand noch ein drolliger Hinweis auf der Tüte – fast schon geeignet für die Kategorie „Fundststücke“:

Von der Kunst zu leben und zu sterben

Es wird mal wieder gelesen. Dieses Mal gibt es ein Thema, das einigen Angst einjagt – das Sterben. Ein trübes Thema? Schaurig-traurig und nicht wert, dass man ihm einen Abend widmet? Hmmm … das sehe ich nicht so. Lasst euch einfach drauf ein und kommt uns besuchen.

Los geht es am 19.10.2019 um 19 Uhr im Klosterkeller Liebfrauen, Schärfengäßchen 3 in 60311 Frankfurt, der Eintritt kostet 8 Euro.

Komische Gewohnheiten – „Viel Spaß!“

Kürzlich fiel mir mal wieder auf, wie absurd diese Angewohnheit eigentlich ist, anderen zum Abschied ein „viel Spaß“ hinterherzurufen, egal wohin die gerade gehen. Ob zur Kirmes, zum Zahnarzt oder zum Schafott, immer heißt es: „Viel Spaß!“. Schon als Kind habe ich mich darüber geärgert, wenn ich aus dem Haus hetzte, um durch den Regen einem endlosen Schultag entgegenzuradeln und meine Mutter rief mir ein „Viel Spaß“ hinterher. Ja, genau, Mathe, Deutsch, WUK und Physik, da kriegt man sich vor lauter Wonne gar nicht mehr ein. Ich habe darüber schon als Elfjährige den Kopf geschüttelt.

Auch wenn jemand morgens zur Arbeit fährt, scheint mir diese routinemäßig runtergespulte Floskel etwas unpassend zu sein. Gut, man muss jetzt in meinem Job keine Höllenqualen durchleiden und manchmal hat man mit den Kollegen auch Spaß. Aber der Hauptzweck unseres Auftretens da ist das nicht. Wäre da nicht „Viel Erfolg“ oder „Ein schöner Tag“ deutlich passender?

Aber der Anlass für diesen kleinen Beitrag war die Gruppe aus fünf oder sechs Frauen, der ich auf Norderney begegnete. Die Damen waren nicht mehr jung, ich schätzte sie alle auf über 70. Eine von ihnen wirkte auch schon recht hinfällig und verabschiedete sich vor der Zeit von ihren Freundinnen. Sie wolle ins Hotel, sie müsse sich dringend ein wenig hinlegen. Mühsam rappelte sie sich hoch und wackelte mit ihrem Rollator los. Den Freundinnen wünschte sie einen schönen Nachmittag, zum Abendessen wollte sie wieder dabei sein. Sie wurde verabschiedet mit lautem: „Tschüss Herta, bis heute Abend, viel Spaaahaß!“ Und ich sah Herta nach, die mühsam ihrem Hotelbett entgegen schlurfte, und fragte mich wirklich, wie viel Spaß die denn da wohl haben würde? Was sollte sie denn nach Ansicht der Freundinnen da veranstalten, was so viel Spaß macht? Genau genommen, wollte ich es nicht wirklich wissen, aber ich habe kurz darüber nachgegrübelt.

Trümmerjunge, von Hermann Oppermann

Derzeit bin ich enorm lesefaul, soll heißen, ich gucke lieber fern, stricke oder tue sonst irgendwas anderes. Aber ich höre gerne Hörbücher – dabei kann man auch gut stricken. Und dabei begegnete ich dem bezaubernden Trümmerjungen.

Der autobiographische Roman von Hermann Oppermann beschreibt die Kindheit des kleinen Hermi, Jahrgang 1937. Dieser wächst in einer nationalsozialistischen Familie auf und erlebt die ersten Kriegsjahre in der steten Zuversicht, dass der Krieg auf jeden Fall gewonnen und danach alles wunderbar sein wird. Nach den ersten Bombardierungen Braunschweigs wird er gemeinsam mit seiner Mutter auf’s Land zum Großvater geschickt, als es auch dort zu Kriegshandlungen kommt, erfolgt eine weitere Evakuierung. Erst nach Kriegsende kehren Mutter und Sohn zurück ins zerstöre Braunschweig und finden ein ausgebombtes Haus vor.

Hermis spätere Kindheit und Jugend ist geprägt vom Mangel und dem täglichen Kampf um das Nötigste, aber auch von Freundschaft und guten Erlebnissen. Die Familie tut sich schwer, obwohl der Vater unverletzt aus dem Krieg zurückkommt und schnell wieder Arbeit findet. Schon früher cholerisch, steigert er in seiner Gewalttätigkeit gegen Frau und Sohn. Die Mutter entwickelt eine psychische Störung, die Ehe scheitert schließlich. Trotzdem gelingt es Hermann, seinen Weg zu finden.

Das Interessante und auch Schöne an diesem Hörbuch war für mich, dass der Autor nicht gewertet hat. Er beschrieb seinen unberechenbaren Vater nie als Monster, denn es gab auch gute Zeiten. Die Mutter, so labil sie auch war, stand immer hinter ihrem Sohn und kämpfte für ihn. Der kleine Hermi betrachtete die Welt aus kindlichen Augen und vertraute blind dem, was man ihm eingetrichtert hatte. Der älter werdende Hermann musste verstehen, dass man ihn in so mancher Hinsicht belogen hatte, und machte doch das Beste daraus. Es half ja auch nichts. Das ganze Buch erzählt von diesem Pragmatismus, der in dieser Zeit wohl nötig war.

Die Kriegsgeschichte kommt weitgehend ohne Grausamkeiten aus. Der eine oder andere Onkel verschwindet im Krieg und natürlich weiß man, was in den Bomennächten in Deutschland passiert ist, aber der Autor verzichtet auf epische Beschreibungen des Schreckens. Das hat mir gut gefallen, genau wie das versöhnliche Ende.

Gelesen wird das Hörbuch auf angenehme Weise von Bodo Henkel.

Tuch mit Hebemaschen

Farbverlaufswolle

vier Mal Farbverlaufswolle

Es gibt Wolle, die will irgendwie nicht verstrickt werden. So ging es mir mit einem 4-fädigen Bobbel mit dem schönen Namen „Retro“ von 100 Farbspiele – im Bild ganz oben. Den hatte ich schon 2014 gekauft – und es wollte nicht so recht etwas draus werden. Beim Anstricken war mir das Braun zu dunel. Also wieder aufgeribbelt, den Bobbel einmal umgewickelt (weil ich nicht gerne von innen stricke) und von vorne angefangen. Das Türkis war mir zu grell. Also legte ich die Wolle erst mal ein paar Jahre in den Schrank.

Vor einigen Wochen fing ich wieder an, damit herumzuwerkeln. Türkis doof, braun doof, alles doof. Schaffenskrise. Irgendwann wickelte ich nochmal hin und her und schnitt das Garn in etwa in der Hälfte einmal durch – da war es dunkelblau. Ich wickelte zwei Knäuel und strickte mit beiden: Einmal fing ich mit Dunkelblau an (also der Mitte), das andere Mal mit Braun. Auch irgendwie nicht optimal. Ich versuchte mich an einer Stola mit Pfauenmuster – das sah furchtbar aus. Auch einige andere Muster waren grauslich. Und so landete ich mal wieder bei meinen guten alten Hebemaschen und einem eher fantasielosen Dreieckstuch. Die Machart ist fernsehtauglich, ich versuche mal, mein Frei-Schnauze-Muster zu beschreiben:

  • Sechs Maschen anschlagen, eine Reihe stricken, Mittelmasche markieren
  • Von Anfang bis Ende immer in der Hinreihe an beiden Randmaschen und um die Mittelmasche jeweils eine Masche zunehmen (4 Maschen in jeder Hinreihe)
  • Erst ein kleines Stückchen glatt stricken (oder auch kraus rechts).
  • Dann zwei Reihen kraus rechts und
  • dann die Farbe wechseln.
  • Das Hebemaschenmuster einteilen: Immer fünf Maschen stricken, eine Masche abheben. In der Rückreihe links stricken, links abheben.
  • Vier Reihen im Hebemaschenmuster stricken, dann zwei Reihen kraus rechts
  • und wieder vier Maschen im Hebemaschenmuster. Dabei das Muster versetzen – wie ein Ziegelmuster.
  • Ich habe es so gemacht, dass ich am Anfang drei Mal das Hebemaschenmuster in Braun gestrickt habe. Dann wollte ich die Farbe wechseln.
  • Dazu wurden zwei Krausreichen in blau, dann in braun gestrickt.
  • Und weiter ging es mit Hebemaschenmuster in blau
  • Je weiter ich gestrickt habe, desto schmaler habe ich die Farbstreifen gemacht: Zuerst nach drei Mal Hebemaschenmuster ein Farbwechsel (jeweils 2 Mal).
  • Dann drei mal nach zwei Hebemaschenmustern ein Farbwechsel
  • und dann vier Mal nach nur einem Hebemaschenmuster einen Farbwechsel.
  • Den Abschluss bilden bei mir einige Krausrippen mit Farbwechsel jeweils nach zwei Reihen.
  • Abketten, Fäden vernähen, fertig.
  • Evtl. spanne ich das Tuch noch. Es wirkt noch etwas „knubbelig“.

Fazit: Wenn man bedenkt, wie genervt ich irgendwann von „Retro“ war, bin ich mit dem Ergebnis jetzt sehr zufrieden. Das Tuch gefällt mir nun farblich sehr gut und wird in diesem winter wohl mein Lieblingstuch sein. Ich denke sogar darüber nach, mich von meinem alten, ausgeleierten Schaltuch zu trennen. Das ist nach einigen Wintern im Dauergebrauch nämlich mindestens drei Meter lang …

Im Rosengarten

Jo, nu is Herbst. Ging ganz plötzlich. Und ich habe noch gar nicht genug Rosen gepostet 😦

Bei Planten und Blomen in Hamburg habe ich den Rosengarten ja sogar verpasst. Das heißt aber nicht, dass der Blog in diesem Jahr leer ausgeht, was diese schönen Blumen angeht – im Gegenteil!

Wir waren ja schon im Mai im Palmengarten und auch da blühte so allerhand an Rosen. Wie immer begeistert mich die Farbvielfalt dieser schönen Blumen und ich habe versucht, möglichst verschiedene zu erwischen.

Gelernt habe ich dazu kürzlich auch was: Es gibt gefüllte und ungefüllte Blüten. Gut, das war mir nicht neu. Ein gefülltes Exemplar in einer tollen Farbe haben wir hier:

Die ist wunderschön, doch wenn man neue Rosen pflanzt, sollte man doch über ungefüllte Sorten nachdenken, denn mit denen tun sich die Bienen leichter. Ergibt Sinn für mich – und wohl auch für dieses kleine Pelztierchen hier:

Die Lieblingsrosen meiner Eltern waren allerdings immer gelb. Immer, wenn es etwas zu feiern gab, brachte mein Vater gelbe Rosen mit. Gerne kombiniert mit etwas Lila …

Und diese letzte Rose ist in dieser Serie mein Liebling, obwohl sie eigentlich nicht perfekt ist und schon ein ganz bisschen „alt“ aussieht. Aber ich finde, sie hat Charakter.

Und dann hat meine Schwester noch so etwas Kleines im Garten. „Bodendeckerrosen“ nannten sich die vorwitzigen gelben Röschen, als sie noch im Laden standen und keine Ahnung vom nahrhaften Moorhausener Boden hatten. Denn dort vergaßen sie das Bodendecken ganz schnell und reckten sich mutig der Sonne entgegen!

Pflaumenkuchenzeit

Es herbstelt heute sehr energisch. Zeit, mal wieder eine gemütliche Teestunde mit Kuchen zu machen. Und da ich ja weniger fertig kaufen und mehr selber machen möchte, war Backzeit.

Schon gestern habe ich mich inspirieren lassen. Pflaumenkuchen sollte es werden – was sonst. Und ich wollte mal keinen Blechkuchen machen. Kurz dachte ich darüber nach, den „Apfelkuchen sehr fein“ aus meinem alten Schulkochkuch einfach mit Pflaumen zu machen, aber dann fand ich im Internet einen Pflaumenkuchen, der in einer Kastenform gemacht werden sollte. Mit Vanillesoßenpulver – wie interessant! Etwas Schokolade sollte auch rein – lecker. Aber nur 100 Gramm Mehl – kann das was geben?

Ich machte also das, was ich immer mache, wenn ich ein neues Rezept ausprobiere: Ich zweifelte erst mal alles an. Dann wandelte ich ab, verrechnete mich und kaufte nicht ordentlich ein. Und dann buk ich drauflos. Und das ging so:

Zuerst mal die Menge grob verdoppeln. 200 Gramm Mehl – hatte ich gar nicht mehr. Wo ist das denn hin? In die Pfannkuchen von gestern! Zum Glück war noch Dinkelmehl im Schrank, damit wurde aufgefüllt. Alles andere auch rein. Ich hatte nicht genug Schokolade und warf stattdessen ein Tütchen Mandeln dazu, denn das knuspert immer so schön.  Alles mixen. Natürlich auch die doppelte Menge Pflaumen rein – Schüssel zu klein. Aber bevor ich eine größere Schüssel einsaute, griff ich lieber zum Kochlöffel und hob das Obst liebevoll unter – das ist ja auch die viel sanftere Methode.

Die Schüssel war knallevoll. Das passte gar nicht in meine Kastenform – vielleicht hätten 100 Gramm Mehl doch gereicht. Also musste ich Mutterns gute alte Napfkuchen aus dem Schrank wühlen, die backt sowieso am besten. Liebevoll fettete ich sie ein und nahm ganz viel Butter – dann klebt das Paniermehl auch besser. Dachte ich zumindest. Dumm nur, dass ich das Ausbröseln total vergessen habe. Sorgfältig schlichtete ich meinen Teighaufen in die Form und strich alles schön glatt. Ab in den Ofen – warten.

Während der Kuchen im Ofen war, überlegte ich, was ich machen würde, wenn das Gebäck sich nicht aus der ungebröselten Form nehmen ließe. Auslöffeln schien mir eine Alternative zu sein. Andererseits hatte ich mich beim Verdoppeln der Buttermenge um 40 Gramm verrechnet, das sollte die Sache doch flutschen lassen. Tatsächlich sprang mir der Kuchen später beim Stürzen fast entgegen.

Erbstücke: Kuchen in der geerbten Napfkuchenform und auf dem geerbten Kuchengitter

Und – was soll ich sagen? Er schmeckt sogar! Genau genommen ist er unheimlich lecker, meine grob hingeschusterten Mengen scheinen genau richtig zu sein. Da deutet sich für mich eine neue Karriereoption am Horizont ab: Ich werde Frei-Schnauze-Rezepteverrechnerin. Wenn das mal nicht ein Plan ist.

Für morgen habe ich mir ein ordentliches Stück zur Seite gelegt und natürlich auch noch etwas eingefroren. Ich bin zufrieden – selber Backen ist doch was Feines 🙂

Ende der Brutsaison

Wie im letzten Jahr habe ich ab dem Frühjahr einigen Vögeln beim Brüten zugeguckt. Natürlich gemütlich vom Sofa aus. Es gab auf der Seite http://www.looduskalender.de wieder Schwarzstörche zu sehen, außerdem diverse Adlerarten, lautstarke Reiher und noch so allerhand. Schon im letzten Jahr hatte ich ja ein Adlernest beobachtet, dieses wurde in diesem Jahhr jedoch nicht wieder besetzt.

Stattdessen hatte man einen großartigen Blick auf das Fischadlernest eines ganz jungen Paares – Marko und Miina. Die beiden brüteten anscheinend das erste Mal und wirkten anfangs etwas unsicher und hektisch. Doch aus ihren Eiern schlüpften zwei niedliche kleine Küken und ich hatte das Glück, an einem frühen Morgen Anfang Juni zusehen zu können, wie die beiden erwachsenen Vögel sich ihrem gerade geschlüpften Küken ganz vorsichtig und wie staunend näherten. Küken zwei schlüpfte am gleichen Tag aus seinem Ei und beide wuchsen gut heran.

Leider schaffte es jedoch nur eines der beiden Küken. Das andere fiel bei einer Habichtsattacke aus dem Nest – unglücklicherweise wenige Tage, bevor es richtig fliegen konnte. Zuerst bestand noch die Hoffnung, dass es sich flatternd oder gleitend irgendwie retten konnte und auch die Altvögel schienen es eine Weile zu suchen, es tauchte aber nicht wieder auf.

Nun ja. So ist die Natur. Das zweite Küken, ein Adlermädchen, dass den Namen Juuli bekam, brach wenige Tage später zu kurzen Rundflügen auf, wurde dann immer seltener am Nest gesehen und verabschiedete sich schließlich gänzlich in die Selbständigkeit. Ich wünsche ihm viel Glück!

Und weil ich ja immer gerne herumspiele und bastle, habe ich mich wieder an einem Film versucht. Die „Aufnahmen“ sind sogenannte „Screen-Recordings“ und die gemafreie Musik bekam ich von der Seite http://www.framtraxx.de – danke dafür.