Musik von damals – Locomotive Breath

Es ist mal wieder Schreibworkshop-Zeit. Im Moment mache ich sogar gleich zwei Kurse, einen am Montag, einen am Dienstag. Und im Dienstags-Kurs hatten wir dieses Mal das Thema Musik und Rhythmus. Gleich die erste Aufgabe, die eigentlich „zum Warmschreiben“ gedacht ist, fand ich dieses Mal total gut. Denn wir sollten irgendetwas über ein Musikstück schreiben, das unser Leben irgendwie begleitet oder eine besondere Bedeutung hat.

Ich musste gar nicht lange nachdenken. Natürlich gab es in meiner Jugend Lieder von Künstlern, die ich teeniemäßig angeschwärmt und deren Bilder ich an meine Wand gepinnt habe. Es gibt auch eine Menge Musik, die mich jetzt begeistert. Aber es gibt wenige Lieder, die mich schon rund 40 Jahre lang begleiten. Also nahm ich den

Locomotive Breath

Das Klavier – leise zuerst, sanft. Die Gitarre – fast ein wenig hoch für meinen Geschmack. Klavier und Gitarre, zuerst melodisch, dann laut. Ich bin 15 und warte darauf, dass es endlich richtig losgeht. Ich warte auf die Stimme des Mannes, den ich nie schön fand, dessen Gesicht ich nie an meiner Wand haben wollte. Nicht mit 10, nicht mit 15. An meiner Wand hängen andere. Doch ich liebe diese Musik.

Die Stimme passt zu Klavier und Gitarre, zu Schlagzeug und Bass. Ich bin 29 und warte auf die Flöte, die die Stimme gleich ablösen wird – laut und energisch. Erst Stimme, dass Flöte – gleichzeitig singen und blasen kann nicht mal er.

Die Lokomotive nimmt Fahrt auf und rast durch mein Leben. Stimme, Flöte, Klavier und Gitarre, dazu Schlagzeug und Bass – sie machen, dass ich micch wohl fühle. Ich bin 42 und entdecke täglich alles neu. Auch dieses ewige Lieblingslied.

Inzwischen ist es ständig dabei, eine Datei auf meinem Handy. Handlich, praktisch und doch ken Stück kleiner. Stimme, Flöte und all die anderen packen mich immer wieder. Die Lokomotive ist immer noch kraftvoll unterwegs, mit ewigen Gewinnern und Verlierern. Ich lasse mich mitreißen und fühle die Kraft. Ich bin 49.

 

Nachtrag: Als vor einigen Jahren meine Freundin Birgit anrief und fragte, ob ich mit ihr und ihrem Holden zu einem Jethro Tull-Konzert gehen wolle, fragte ich erst mal ganz irritiert nach: „Leben die noch?“ Ja, es gab sie noch. Die Stimmen waren etwas dünner, das Haar ebenfalls – wobei ich letzteres jedoch ausgesprochen positiv fand.

Fundstücke 69 – Was man alles machen könnte …

Ich bin ja bekennender Schlechtwetter-Urlauberin an der See, soll heißen, ich fahre gerne in der kühlen Jahreszeit ans Wasser. Man kann Glück mit dem Wetter haben oder auch Pech, wobei Pech relativ ist. Es kommt halt drauf an, was man daraus macht. Und niemals ist das Wetter nur schlecht – auf Regen folgt Sonne.

Immer wieder werde ich gefragt, was man bei Schietwetter auf einer kleinen Insel wie Juist denn eigentlich machen kann. Nun, zum Beispiel solche Sachen wie

  • sich morgens nochmal hinlegen
  • lesen
  • das Wattenmeerhaus oder das Museum besuchen
  • vor dem Losgehen nochmal Kaffee trinken
  • sich gut anziehen und durch den Regen laufen
  • Regenphasen bei einem Tee oder einem Bier irgendwo aussitzen
  • in den Regenpausen den Standort wechseln
  • durch den Ort huschen und die ganzen kleinen Läden besuchen
  • noch ein Bier trinken und dabei lesen
  • Kreuzworträtsel lösen
  • sich mittags nochmal hinlegen
  • schwimmen gehen
  • irgendwo gut essen
  • sich nach dem Essen hinlegen
  • ins Kino gehen
  • was spielen
  • sich in der Spelunke hemmungslos betrinken (immer wieder schön!)
  • ein Katerfrühstück zu sich nehmen

Wir hatten dieses Jahr das Glück, auch noch die vier Lesungen des Krimifestivals besuchen zu können. Auch eine esoterische Veranstaltung mit Elementarwesen, Engeln, Bäumen und anschließender Meditation wurde angeboten, der blieben wir jedoch fern.

Wem das alles nicht ausreicht, der könnte sich aber auch noch einen Einzeltermin buchen.

Ich wollte die ewige Antje dazu überreden, doch sie war mit dem oben aufgeführten Programm gut ausgelastet.

Ein Wochenende in Fulda

„Fulda? Was wollt ihr denn in Fulda?“ So verständnislos klang der Kollege, der, aufgewachsen in der Nähe dieser kleinen Stadt, erst einmal keinen Sinn in dem von Kerstin und mir gewählten Wochenendziel sah. Das hielt ihn aber nicht davon ab, uns emsig Vorschläge zu machen für Hotels, Restaurants und Ziele in der Stadt. Dermaßen sehr gut mit Insights versorgt, starteten Kerstin und ich als am späten Donnerstag Nachmittag in unser Abenteuer Fulda. Kerstin reiste per ICE an, ich fuhr gemütlich mit dem Bummelzug. Kaffeesieren stand natürlich auch auf dem Plan.

Wir hatten uns für das große Esperanto-Hotel direkt am Bahnhof entschieden. Zum einen sollte es dort gute Restaurants geben, außerdem war alles Wichtige zu Fuß erreichbar. Und, für uns auch nicht unwichtig, große Hotels sind oft barrierefreier als kleine Pensionen. Kerstin bekam also ein rolligerechtes Zimmer und ich ein Einzelzimmer direkt daneben.

Am Ende des Wochenendes wusste ich wieder, warum ich nur mit grundsätzlich optimistischen Leuten in den Urlaub fahre. Denn die ewig positive Kerstin erläuterte mir, dass das Wetter „So mittel“ gewesen sei. Schließlich hätte es NOCH mehr regnen können. Und sie hatte Recht: Es war zwar das ganze Wochenende über grau und regnerisch, richtig nass wurden wir aber nicht – mal abgesehen vom hoteleigenen Solebad.

Nachdem wir die ganz dicken Regenschauer am Freitag abgewartt hatten, machten wir uns auf zum Schloss. Dort wurde gerade umgebaut, die Außenanlagen samt Innenhof waren ziemlich umgewühlt. Man war sehr bemüht um uns, erläuterte uns ausführlich, wo der Lift sei, welche Ebenen wir problemlos angucken könnten und was uns dort alles erwartete. Das Schöne am Fuldaer Schloss ist, dass es tatsächlich genutzt wird: Es dient nicht nur als Rathaus, sondern auch als Veranstaltungsort. Dementsprechend war dort alles gut in Schuss und es liefen nicht nur Touristen darin herum, sondern auch Menschen, die ganz normalen Verrichtungen nachgingen.

Man hatte Kerstin und mich telefonisch angekündigt, was bedeutete, dass eine nette Dame uns im ersten Stock in Empfang nahm und uns beinahe eine Führung angedeihen ließ. Besonderes Augenmerk sollten wir auf die Porzellansammlung legen. In meinen Augen war das eine ziemliche Ansammlung von Scheußlichkeiten, aber das mochte ich nicht so offen sagen. Schöner fand ich die großen Säle und Hochzeitszimmer. Einen netten Hausmeister lernten wir auch noch kennen, denn als wir die ehrwürdigen Hallen verlassen wollten, hatte der Lift seinen Dienst quittiert.

Am nächsten Tag stand der Dom auf unserem Kulturprogramm. Ich hatte nämlich gelesen, dass es dort an jedem Samstag eine Orgelmatinee geben sollte. Wir zuckelten also zeitig los, denn wir wollten den Dom ausgiebig angucken, bevor das Georgel losging.

Zu unserer Verblüffung stolperten wir direkt in einen Gottestdienst, mit Chor, Bischof und großem Personalaufgebot. Das war so nicht geplant und für uns auch nicht ersichtlich, weil wir uns ja mal wieder unseren Weg ins Gebäude suchen mussten, um die Stufen zu vermeiden. Wir schlüpften also seitlich in den sehr schönen Dom und merkten erst, dass dort mehr los war als nur eine Chorprobe, als wir schon mitten drin waren. Wir dückten uns also leise in die Ecke und warteten ab. Später erfuhren wir, dass das ein sogenannter Aussendungsgottestdienst gewesen war – aha. Wir lernten, dass man dafür sehr viel Weihrauch benötigt.

Die Orgel kann wirklich was. Der Link führt zu einem Stück von Bach, gespielt auf diesem Instrument.

Die anschließende Orgelmatinee fand ich recht beeindruckend. Die Orgel, gespielt vom Gastorganisten Fabien Chabrot, hat einen enormen Klang und durfte auch mal so richtig zeigen, was sie kann. Man spürte die Schwingungen durch den Boden und das Gestühl – toll.

Die späteren Nachmittage und den Abend verbrachten wir jeweils im Hotel. Auch in der Wellness-Anlage lernten wir einen netten Hausmeister kennen, denn auch hier bockte der Lift. Dann aber badeten wir uns schön und gingen anschließend in jedem der drei Hotelrestaurants einmal essen, um diese Pracht zu erhalten. Dass es auch noch eine Cocktailbar gab, verbuchten wir ebenfalls als Plus.

Alles in allem war es ein tolles, entspanntes Wochenende, wenngleich Fulda es einem nicht immer leicht macht, was die Barrierefreiheit angeht. Das ist leider oft so in alten Städten: Viele Lokale haben Stufen vor der Tür, die mit einem Elektrorollstuhl einfach nicht zu bewältigen sind. Zum Glück gab es immer Alternativen, als Wohnsitz wählen wird Kerstin dieses Städtchen aber sicherlich nicht.

Komische Gewohnheiten – „Viel Spaß!“

Kürzlich fiel mir mal wieder auf, wie absurd diese Angewohnheit eigentlich ist, anderen zum Abschied ein „viel Spaß“ hinterherzurufen, egal wohin die gerade gehen. Ob zur Kirmes, zum Zahnarzt oder zum Schafott, immer heißt es: „Viel Spaß!“. Schon als Kind habe ich mich darüber geärgert, wenn ich aus dem Haus hetzte, um durch den Regen einem endlosen Schultag entgegenzuradeln und meine Mutter rief mir ein „Viel Spaß“ hinterher. Ja, genau, Mathe, Deutsch, WUK und Physik, da kriegt man sich vor lauter Wonne gar nicht mehr ein. Ich habe darüber schon als Elfjährige den Kopf geschüttelt.

Auch wenn jemand morgens zur Arbeit fährt, scheint mir diese routinemäßig runtergespulte Floskel etwas unpassend zu sein. Gut, man muss jetzt in meinem Job keine Höllenqualen durchleiden und manchmal hat man mit den Kollegen auch Spaß. Aber der Hauptzweck unseres Auftretens da ist das nicht. Wäre da nicht „Viel Erfolg“ oder „Ein schöner Tag“ deutlich passender?

Aber der Anlass für diesen kleinen Beitrag war die Gruppe aus fünf oder sechs Frauen, der ich auf Norderney begegnete. Die Damen waren nicht mehr jung, ich schätzte sie alle auf über 70. Eine von ihnen wirkte auch schon recht hinfällig und verabschiedete sich vor der Zeit von ihren Freundinnen. Sie wolle ins Hotel, sie müsse sich dringend ein wenig hinlegen. Mühsam rappelte sie sich hoch und wackelte mit ihrem Rollator los. Den Freundinnen wünschte sie einen schönen Nachmittag, zum Abendessen wollte sie wieder dabei sein. Sie wurde verabschiedet mit lautem: „Tschüss Herta, bis heute Abend, viel Spaaahaß!“ Und ich sah Herta nach, die mühsam ihrem Hotelbett entgegen schlurfte, und fragte mich wirklich, wie viel Spaß die denn da wohl haben würde? Was sollte sie denn nach Ansicht der Freundinnen da veranstalten, was so viel Spaß macht? Genau genommen, wollte ich es nicht wirklich wissen, aber ich habe kurz darüber nachgegrübelt.

Im Rosengarten

Jo, nu is Herbst. Ging ganz plötzlich. Und ich habe noch gar nicht genug Rosen gepostet 😦

Bei Planten und Blomen in Hamburg habe ich den Rosengarten ja sogar verpasst. Das heißt aber nicht, dass der Blog in diesem Jahr leer ausgeht, was diese schönen Blumen angeht – im Gegenteil!

Wir waren ja schon im Mai im Palmengarten und auch da blühte so allerhand an Rosen. Wie immer begeistert mich die Farbvielfalt dieser schönen Blumen und ich habe versucht, möglichst verschiedene zu erwischen.

Gelernt habe ich dazu kürzlich auch was: Es gibt gefüllte und ungefüllte Blüten. Gut, das war mir nicht neu. Ein gefülltes Exemplar in einer tollen Farbe haben wir hier:

Die ist wunderschön, doch wenn man neue Rosen pflanzt, sollte man doch über ungefüllte Sorten nachdenken, denn mit denen tun sich die Bienen leichter. Ergibt Sinn für mich – und wohl auch für dieses kleine Pelztierchen hier:

Die Lieblingsrosen meiner Eltern waren allerdings immer gelb. Immer, wenn es etwas zu feiern gab, brachte mein Vater gelbe Rosen mit. Gerne kombiniert mit etwas Lila …

Und diese letzte Rose ist in dieser Serie mein Liebling, obwohl sie eigentlich nicht perfekt ist und schon ein ganz bisschen „alt“ aussieht. Aber ich finde, sie hat Charakter.

Und dann hat meine Schwester noch so etwas Kleines im Garten. „Bodendeckerrosen“ nannten sich die vorwitzigen gelben Röschen, als sie noch im Laden standen und keine Ahnung vom nahrhaften Moorhausener Boden hatten. Denn dort vergaßen sie das Bodendecken ganz schnell und reckten sich mutig der Sonne entgegen!

Ende der Brutsaison

Wie im letzten Jahr habe ich ab dem Frühjahr einigen Vögeln beim Brüten zugeguckt. Natürlich gemütlich vom Sofa aus. Es gab auf der Seite http://www.looduskalender.de wieder Schwarzstörche zu sehen, außerdem diverse Adlerarten, lautstarke Reiher und noch so allerhand. Schon im letzten Jahr hatte ich ja ein Adlernest beobachtet, dieses wurde in diesem Jahhr jedoch nicht wieder besetzt.

Stattdessen hatte man einen großartigen Blick auf das Fischadlernest eines ganz jungen Paares – Marko und Miina. Die beiden brüteten anscheinend das erste Mal und wirkten anfangs etwas unsicher und hektisch. Doch aus ihren Eiern schlüpften zwei niedliche kleine Küken und ich hatte das Glück, an einem frühen Morgen Anfang Juni zusehen zu können, wie die beiden erwachsenen Vögel sich ihrem gerade geschlüpften Küken ganz vorsichtig und wie staunend näherten. Küken zwei schlüpfte am gleichen Tag aus seinem Ei und beide wuchsen gut heran.

Leider schaffte es jedoch nur eines der beiden Küken. Das andere fiel bei einer Habichtsattacke aus dem Nest – unglücklicherweise wenige Tage, bevor es richtig fliegen konnte. Zuerst bestand noch die Hoffnung, dass es sich flatternd oder gleitend irgendwie retten konnte und auch die Altvögel schienen es eine Weile zu suchen, es tauchte aber nicht wieder auf.

Nun ja. So ist die Natur. Das zweite Küken, ein Adlermädchen, dass den Namen Juuli bekam, brach wenige Tage später zu kurzen Rundflügen auf, wurde dann immer seltener am Nest gesehen und verabschiedete sich schließlich gänzlich in die Selbständigkeit. Ich wünsche ihm viel Glück!

Und weil ich ja immer gerne herumspiele und bastle, habe ich mich wieder an einem Film versucht. Die „Aufnahmen“ sind sogenannte „Screen-Recordings“ und die gemafreie Musik bekam ich von der Seite http://www.framtraxx.de – danke dafür.

Komische Gewohnheiten – Bäume einkleiden

Noch nie hat sich mir der Sinne des Anziehens von Bäumen erschlossen. Eine Zeitlang war es groß in Mode, alles, was einem unter die Nadel kam, einzuhäkeln oder -stricken. Schon früh sah man das vor Handarbeitsläden, dort stand gerne mal ein in Wolle gehülltes Fahrrad, oder die Blumentöpfe auf der Fensterbank trugen so eine Art Strumpf. Nun gut, von mir aus, damit kann man ja zeigen, was dieser Laden so bietet. Oft war das sogar sehr schön gemacht.

Bild „Yarn Bomb“ von Pixabay

Doch diese seltsame Mode setzte sich fort, plötzlich fanden es viele Leute toll, ihre Umwelt zu behäkeln oder einzustricken. Ganze Gruppen trafen sich, manchmal sogar unter dem Motto „Unsere Stadt soll schöner werden“. Das fand ich noch ganz witzig, wenn einem Reiterstandbild ein Schal umgelegt wurde oder wenn die nackerte Brunnenschönheit plötzlich einen Pullover trug. Wurden Brückengeländer oder Laternenpfähle ummantelt, gefiel mir das schon weniger. Ich dachte mir aber, dass es für die werkelnden Leute vielleicht ein schönes Gemeinschaftserlebnis gewesen sein könnte. Man muss ja auch gönnen können.

Doch wenn aus mir völlig unerfindlichen Gründen Bäume eingekleidet werden, befremdet mich das total. Zum einen finde ich das überhaupt nicht schön und zum anderen glaube ich nicht, dass den Bäumen das gut tut. Hinzu kommt, dass das Material sicher auch irgendwie anders verwendet werden könnte. Ich weiß natürlich, dass es immer schwierig ist, etwas Vernünftiges aus Wollresten zu machen, aber was Schöneres als Socken für Bäume sollte einem doch einfallen.

Zuletzt begegnete mir diese unselige Baumeinstrickerei in einem Biergarten – ich habe vor lauter Schreck aber vergessen, wo der war. Man konnte dort sogar Wolle und Nadeln ausleihen. Überall rund um die Tische hingen diese ausgeblichenen, feuchten, zerschlissenen Lappen im Geäst – Schreck und Graus! Ich stricke wirklich gerne, aber dort habe ich es mir verkniffen. Nenene, so‘n Schiet, damit fange ich gar nicht erst an.

Von Blumen und Bienen

Zum Glück gibt es sie immer noch, diese kleinen pelzigen Flieger: Honig ist zwar nichts für mich, aber für die Arbeitsleistung, die die Bienen beim Bestäuben verrichten, bin ich ihnen doch sehr dankbar. Hier also vier kleine Krabbler auf bunten Blüten:

Die Biene oben ist übrigens eine echte Hamburger Deern, genau wie die nächste, die sich schon derartig mit Pollen bepudert hat, dass ich nicht mehr sicher war, ob ich eine Biene oder Hummel vor mir hatte.

Dazu gesellt sich eine Frankfurterin, die sich auf etwas Fliederartigem sonnt. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das ein Bild, das mich einfach mal beim Spazierengehen in der Stadt ansprang.

Und zum Schluss noch eine Biene auf Sonnenhut – das Bild habe ich tatsächlich schon mal verwendet, nur etwas andere zugeschnitten (mit mehr „Gegend“ drumherum“).

Sonnenhüte

Mit meiner lieben Freundin Kerstin war ich in Hamburg unterwegs. Zum ersten Mal besuchte ich dort „Planten und Blomen“. Das Wetter war prima, zumindest am Anfang. Irgenwann wurde es arg schwül, und am Abend regnete es wie aus Kübeln. Aber da hatten wir die S-Bahn nach Bergedorf gerade wieder erreicht.

Sonnenhut mit braunem Inneren, evtl. Rudbeckia Hirta Fulgida Laciniata. Oder was anderes …

Eines sei gleich gesagt: Wir haben nicht alles geschafft. Der Park ist unheimlich groß und, wie wir feststellen mussten, mit einem Rollstuhl manchmal etwas kompliziert zu befahren: Wir mussten so manchen Extrameter machen, weil wir das, wo wir hin wollten, wohl sehen, aber nur mit Umwegen um den nächsten Teich erreichen konnten. Nicht optimal, aber Bewegung schadet auch nicht.

Oranger Sonnenhut, evtl. Rudbeckia Hirta Irish Spring oder eine ähnlich hübsche Sorte

Bei jedem Besuch in einem botanischen Garten oder Park habe ich irgendwelche Lieblingsblumen. Mal war es Allium im Rostruper Park der Gärten, dann wieder Pfingsrosen im Frankfurter Palmengarten. Und dieses Mal verliebte ich mich in Sonnenhüte. Es gab unheimlich viele Sorten bei Planten und Blomen, oder zumindest viele Blumen, die ich für Sonnenhüte gehalten habe. Ich habe versucht, die Sorten zu googeln und sie richtig zu beschriften, war damit aber nur bedingt erfolgreich.

Dies ist wohl eher eine Sonnenbraut – auch ein Korbblütler

Gelernt habe ich durch die Googelei natürlich auch etwas – man sollte also nicht behauten, dass das Internet grundsätzlich dumm macht: Ich merkte mir, dass das, was für mich bislang immer der typische Sonnenhut gewesen ist, nämlich die pinke Variante, die ich auch als Echinacea kenne, nur ein „Scheinsonnenhut“ ist. Zumindest behaupten das mehrere einschlägige Gartenseiten und auch die allwissende Wikipedia.  Meine Tante behauptete früher auch etwas, nämlich dass Echinacea gegen eine beginnende Erkältung helfe. Das habe ich auch ein paar Mal erfolgreich ausprobiert – aber nicht immer. Hier ist ein solches Exemplar:

Purpur-Sonnenhut, Echinazea

Die „echten“ Sonnenhüte hingegen tragen den Namen Rudbeckia und es gibt sie in vielen verschiedenen Sorten. Mir war diese Vielfalt bislang nicht bewusst, ich wusste eben von diesen rosafarbenen und schlichten gelben Arten. Und diese Gelbe hier gefiel mir besonders gut:

gelber Sonnenhut

Schön war’s bei Planten und Blomen. Und das sage ich, obwohl wir den Rosengarten glatt verpasst haben. Den fanden wir nämlich erst, als ich schon runde Füße hatte und das Gewitter immer näher kam. Nun, den lassen wir uns für’s nächste Mal.

Fundstücke 68: Gift und Drachen

Ich mag ja interessante Schilder und gucke deshalb immer neugierig in der Gegend herum, wenn ich auf irgendwelchen Einkaufsmeilen herumlaufe. Diese Perle kam mir in Travemünde vor die Kamera:

Nach meinem Verständnis hätte das entweder Geschenkeshop oder Dragonpoint heißen müssen. Oder Geschenkeladen und Drachenpunkt. Oder Giftbude und Drachenhöhle.

Oder einfach Tinas Lädchen …

 

Nachtrag: Kollege Steffelowski erwähnte unten den Kite. Das ist natürlich die bessere Übersetzung für die Ware, die Tina wahrscheinlich feilbietet. Klingt aber nicht so schön 🙂