Fundstück 60: Meine Gehgewohnheiten

Kennt ihr das auch, dass euch Dinge, die ihr ganz routiniert erledigt, plötzlich schwer fallen, weil ihr anfangt, darüber nachzudenken? Beim Essen: Nur nicht kleckern – und schon macht es platsch. Oder beim Schreiben – kaum denkt man über den Rhythmus nach, wird er zum Rüttmuss. Mir zumindest geht es oft so, dass ich im Modus „Autopilot“ deutlich besser unterwegs bin als bei vollem Bewusstsein.

Seit einigen Tagen kann ich nun nicht mehr richtig laufen. Das System ist gestört. Schuld daran ist mein Arbeitgeber: Der kümmert sich nämlich stets besorgt und pflichtbewusst darum, dass mir die Gefahren des Alltags nicht entfallen. „Sicherheitsschulungen“ nennt sich das und kommt jedes Jahr auf’s Neue dran. Da lernt man dann, wie man den Schreibtischstuhl richtig einzustellen hat, dass man nicht zu schnell Auto fahren soll (isch abe noch immer kein Auto, muss das aber trotzdem immer machen), dass man nicht auf Stühle klettern soll und dass man bei Gefahr im Verzug sofort seinem Vorgesetzen Bescheid sagen soll. Ich finde ja, dass ich eine herumliegende Bananenschale auch gut selber aufheben könnte, aber ich bitte auch gerne meine Chefin darum. Soweit, so gut.

Jahr für Jahr aber bringt mich die Schulung „sicheres Gehen“ völlig aus dem Konzept. Gut, ich verstehe noch, dass man nicht mit den Händen in den Taschen auf Stöckelschuhen die Treppe herunterrennen soll – das wäre ja wirklich grob fahrlässig. Aber das eigene Gehen zu analysieren nimmt mir die Sicherheit. Denn eigentlich latsche ich da immer einfach so lang – so wie man das halt so macht. Ich denke da ungern drüber nach. Aber gerade das soll ich tun:

GehgewohnheitenDas mit der Ablenkung, das kann schon mal sein. Man schwätzt ja mal, guckt dumm in der Gegend herum oder macht sonst irgendetwas Ablenkendes. Aber diese erste Frage – ich weiß nicht. Hebe ich meine Füße wirklich vom Boden ab? Ich nehme es an, denn wie soll man das denn sonst machen? Es beschleunigt das Vorankommen doch ungemein, wenn man das tut. Natürlich habe ich das Laufen – nur aufgrund dieser Frage – auch mal ohne das Abheben der Füße probiert, aber das ging nicht gut und sah auch komisch aus. Zumindest haben mich die Umstehenden so angesehen, als sähe es komisch aus. Ich habe den Test dann etwas abgemildert und bin geschlurft wie ein Kind in zu großen Gummistiefeln, aber das war auch nichts.

Nachdem ich mir nun also tagelang auf die Füße geguckt habe und dabei vor acht Laternen, drei alte Omas (eine davon mit Rollator) und eine Litfasssäule gelaufen bin, denke ich, ich kann die erste Frage mit „Ja“ bestätigen. Ja, wenn ich einfach so gehe, wie man es eben tut, hebe ich meine Füße vom Boden ab. Auch meine anderen Gehgewohnheiten habe ich hinterfragt, kam hier aber zu keinem Ergebnis. Vielleicht kann man ja bei dieser Frage im nächsten Jahr etwas konketer werden.

Leb wohl, kleiner Adler!

Adlerküken, Seeadler, Nest

Ende April

Gestern habe ich, wie immer, wenn ich abends etwas Zeit habe, die estnische Webseite mit dem kleinen Seeadler aufgerufen. Zu meinem Erstaunen fand ich das Nest leer vor. Ein Blick ins Forum gab Aufschluss: In der Tat hatte die kleine Sulvi, wie sie inzwischen heißt, sich tags zuvor erhoben und das Nest verlassen – fast zwei Wochen früher, als man das von ihr erwartet hätte.

Nun hatte die Kleine natürlich auch allerhand erlebt in der letzten Zeit: Das kuschelige Nest, in dem sie geschlüpft war, gab es schon seit ein paar Wochen nicht mehr. Die anhaltende Trockenheit hatte das Bauwerk mürbe werden lassen, immer mehr kleine Ästchen veranschiedeten sich nach unten und irgendwann waren nur noch die dicken Äste übrig, die einmal das Nest getragen hatten.

Adlerküken, Seeadler, Nest

Ende Juni

In den ersten Tagen fiel dem Adlerkind das Hocken auf den Ästen sichtlich schwer, auch fand sie keine bequeme Schlafposition und das Essen fiel ihr gerne mal weg. Doch die Eltern, allen voran Papa Sulev, erwiesen sich als gute Versorger und schafften wieder und wieder Fische heran. Sulvi futterte also eifrig und trainierte nebenher ihre Schwingen – denn ewig auf diesen harten Ästen zu hocken, gefiel ihr nicht. Ihren Unmut bewies sie unter anderem auch dadurch, dass sie einmal mit Schwung vor die Kameralinse schiss – warten auf den großen Regen, hieß es deshalb für alle Beobachter. Das Bild klärte sich nur langsam, erst kurz vor ihrem Auszug hatte man wieder einigermaßen freie Sicht.

Diese Webcams sind ja wirklich etwas für Faule – also auch für mich. Naturbeobachtung, ohne das Sofa verlassen zu müssen, fühlt sich zunächst etwas merkwürdig an. Doch mir hat das kleine Adlermädchen viel Spaß gemacht und ich werde es vermissen. Zum Glück gibt es noch einige Küken zu bewundern auf der Seite und ich warte gespannt, was sich weiterhin dort tun wird.

Und zum Schluss gibt es hier noch ein kleines Abschieds-Gif – 17 Bilder, die die erstaunliche Entwicklung des kleinen Adlers zeigen. In 10 Wochen vom kleinen Plüschball zum ernstzunehmenden Raubvogel – ich finde das faszinierend.

Adlerküken, Seeadler, Nest

10 Wochen – 17 Bilder. Durch Anklicken wird es größer.

 

Das Steißproblem

Jeder, der mal richtig unglücklich auf den Hintern geknallt ist, weiß, was ein angeschlagener Steiß bedeutet. Mir widerfuhr es als Kind sogar mehrmals, dass ich mir meinen unteren Wirbel anschlug: Mal stürzte ich vom Klettergerüst, dann schleuderte es mich auf einer Kippe von den Rollschuhen. Und in der Pubertät kam eine Wachstumsstörung in diesem Bereich hinzu – ein Gefühl wie Weihnachten. Ich kann Eberhards Problem also vollumfänglich nachvollziehen. Und so fiel es mir überhaupt nicht schwer, diese Aufgabe aus dem Schreibworkshop zu bearbeiten.

Das Steißproblem

Eberhard war auf den Steiß geknallt. Es war ein Arbeitsunfall gewesen. Nichts Spektakuläres, halt sowas, was mal passiert, wenn man auf dem Bau arbeitet: Ein unvorsichtiger Schritt zurück, mit dem Fuß an herumliegendem Baumaterial hängen geblieben und schon ging es abwärts.

Obwohl Eberhard hintenrum recht gut gepolstert war, erwies sich der Sturz als schmerzhaft. Nachdem er im ersten Schrecken aufgejault hatte wie ein getretener Welpe, hatte er sich von seinen Kollegen aufhelfen lassen. Einen fürsorglich angebotenen Sitzplatz hatte er jedoch dankend abgelehnt: Sitzen ging mit diesem angeschlagenen Hinterteil erst mal gar nicht.

Eberhard wurde krankgeschrieben. Er aß im Stehen, las im Stehen, sah im Stehen fern. Irgenwann meldete sich sein Fersensporn und erinnerte ihn daran, dass er keine 20 mehr war und dass dauerhaftes Stehen auch keine Lösung war – Steiß hin oder her. Darum bat er seinen Sohn Olaf um Unterstützung. Olaf war zwar leider nur so helle wie eine Flasche Dunkelbier, aber um einen Stuhl mit Schaumstoff auszupolstern, sollte sein Intellekt schon ausreichen. So dachte zumindest Eberhard, der liebende Vater.

Olaf, beflissen wie immer, fragte nach: „Wie soll ich den Stuhl denn polstern?“

Eberhard zuckte die Schultern. „Naja, so dass es hinten schön weich ist. Schneide den Schaumstoff einfach so zu, dass er gut auf den Stuhl passt.“

Im Schreibworkshop hatten wir ein ähnlich gestaltetes „Kunstwerk“ als Inspiration. Um keine Urheberrechtsverletzung zu begehen, habe ich das Werk am Computer nachgebastelt.

Olaf nickte verständig und ging zu Werke. Er schnitt ein schönes rechtwinkliges Dreieck zurecht, das sich perfekt zwischen Lehne und Sitzfläche einpassen ließ. Ein hervorragendes Stück Handwerksarbeit, wenn man darüber hinweg sah, dass die Sitzfläche nun extrem schräg war.

„Schau, Papa, sieht das nicht gut aus? Hinten schön weich! Probier‘ mal aus!“

Eberhard sah zweifelnd auf den schiefen Sitz. Sollte das wirklich funktionieren? Aber er wollte seinen Sohn, der trotz seiner theoretischen Limitierungen im Praktischen manchmal ganz gut war, nicht enttäuschen. Also ließ er sich vorsichtig nieder.

Er saß. Es tat weh. Und er rutschte. Dann fiel er auf das Knie. Natürlich auf das Rechte, das ohnehin schon seit Jahren schmerzte.

Die nächsten zwei Wochen verbrachte Eberhard im Liegen.

Fundstück 59: Liebe(s) Grüße aus Göttingen

Briefkasten in Göttingen

Wie schon erwähnt war ich im Frühjahr mit meiner Schwester in Göttingen. Dort sah ich einen Briefkasten mit einer sehr netten Aufschrift, den ich fotografierte. Der Hintergrund war schäbbig – fiese graue Wand, fieser Zaun. ‚Da kannst’e trotzdem nochmal was draus machen‘, dachte ich. Ich legte das Bld auf meine Festplatte und vergaß es.

Dann sah ich heute diesen Blogbeitrag auf dem Blog „Glück der kleinen Dinge“: Da steht doch genau so ein Briefkasten auch in Münster, beschriftet in genau der gleichen Schrift! Das finde ich ja wirklich besonders schön: Da läuft eine gute Fee durch Deutschland und erinnert die Menschen daran, mehr Liebesbriefe zu schreiben. Sowas Nettes …

Nachtrag: Inzwischen habe ich gelernt, dass es Aufkleber mit dieser Aufschrift gibt. Das ist einesteils ernüchternd, auf der anderen Seite aber auch beruhigend. Denn stellt euch vor, die Liebenden dieser Welt hätten nur eine gute Fee, die sie zum Briefeschreiben ermutigt – das wäre doch viel zu wenig!

Bunte Flatterviecher

Beim gestrigen Spaziergang an der Nidda kamen wir an einem Schmetterlingsflieder vorbei. Den habe ich früher zuhause schon geliebt. Dieser hier aber saß tatsächlich voller Schmetterlinge – ich könnte mich nicht erinnern, dass ich schon einmal so viele „auf einem Haufen“ gesehen hätte. Leider hielten sie nicht immer so schön still wie dieser hier:

Schmetterling, Tagpfauenauge, Schmetterlingsflieder

Ich bin alles andere als eine Schmetterlingsexpertin, doch nach emsigem Googlen habe ich beschlossen, dass dies ein recht dunkles Tagpfauenauge ist. Einen ganz ähnlichen Gesellen fand ich ein paar Blüten weiter, er stand Kopf, hielt aber ebenfalls brav still, als ich mit meiner Kamera ganz nah an ihn heranging.

Schmetterling, Tagpfauenauge, Schmetterlingsflieder

Und dann fand sich noch ein „Kleiner Fuchs“, der sich etwas seitlich einfangen ließ. Alle anderen hielten nicht still, sondern hampelten herum, als ich mich ihnen nähern wollte. Und da der Flieder auch noch hinter einem Zaun stand, konnte ich leider nicht um ihn herumgehen. Schade – es hätte auch noch weiße Schmetterlinge dort gegeben.

Schmetterling, Kleiner Fuchs, Schmetterlingsflieder

Beim Versuch, die Schmetterlingsarten zu bestimmen, half mir übrigens diese Seite: http://www.schmetterlinge.at/Tagfalter/Artenuebersicht  Ich hoffe, ich habe es richtig gemacht 🙂

Der Tod trägt einen bunten Kittel

Wir waren mal wieder lesen, mein Schreibgrüppchen und ich. Der Titel lautete „Kischalarm“ und wir waren mit viel Spaß bei der Sache. Ich beschäftigte mich mit unbekanntem Terrain – und glaube nun endlch verstanden zu haben wie das läuft mit Leben und Sterben. Denn:

 

Der Tod trägt einen bunten Kittel

Tod, Sensenmann

Bild zur Verfügung gestellt von Manwalk (Manfred Walker), http://www.pixelio.de

Klaus räkelte sich wohlig in seinem Fernsehsessel. Er hatte Lust, sich eine Zigarette anzuzünden, doch da er vor zwei Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatte, waren keine da. Er griff stattdessen zur fast leeren Weinflasche und ließ den kleinen Rest in sein Glas tröpfeln. Immerhin zwei Schlucke würden es noch sein, dachte er und hielt das Glas so, dass die wunderbare dunkelrote Farbe des edlen Tropfens im Licht der Stehlampe leuchtete. Aaaahhhh, was für ein Genuss.

Es klopfte an der Tür. Klaus sah verwundert auf die Uhr – halb elf. Wahrscheinlich wieder ein Nachbar, dessen Parkplatz in der Tiefgarage zugeparkt war – das passierte ständig. Und fast genauso häufig rannte der um seinen Parkplatz Betrogene dann durchs Haus und klingelte bei allen Nachbarn, um den Übeltäter zu finden und das fehlgeparkte Auto entfernen zu lassen. Klaus sollte sich ein Schild an die Tür hängen: „Isch ‘abe gar kein Auto!“ Das wäre zwar gelogen, aber immerhin wäre dann Ruhe.

Es klopfte nochmal. Zusätzlich drückte jemand langanhaltend die Klingel. Völlig entnervt rappelte Klaus sich hoch und tappte in seinen braunen Cordpantoffeln zur Tür. „Jajaja, ich komme ja schon. Was ist denn los?“ Er riss die Tür auf und starrte verblüfft auf die merkwürdige Gestalt, die davorstand. Das war keine Nachbarin, das war auch nicht der Hausmeister, das war eine gesichtslose Gestalt in einem geblümten Kaputzenumhang. Noch nie hatte Klaus ein solches Gewand gesehen, und doch kam es ihm seltsam vertraut vor. Dieses Muster – so etwas hatte seine Oma getragen. Immer, wenn sie zuhause war, trug sie diese eigenartigen Hauskittel mit dem Blumenmuster, im Sommer sogar fast ohne etwas darunter. Der Anblick ließ Klaus vergessen, dass der Mensch ihm gegenüber kein Gesicht hatte. Er öffnete die Tür weit und ließ den Mann eintreten. Es musste ein Mann sein, denn die Gestalt war sehr groß und trug außerdem eine schwere Sense mit sich herum. Sensen sind bei Frauen ein eher unübliches Accessoire, dachte Klaus, bei Männern in der Großstadt aber auch. Er kombinierte die Sense mit dem fehlenden Gesicht und folgerte erschrocken, dass er soeben den Tod in seine Wohnung gelassen hatte. Den Sensenmann, der sich als Oma Lotte getarnt hatte.

„Ähem …“ stammelte er, „ähem, das war ein Irrtum, junger Mann. Ich kenne Sie gar nicht, könnten Sie bitte meine Wohnung wieder verlassen?“ Der Tod drehte sich zu ihm um, das leere Gesicht schien ihn anzusehen. Langsam schüttelte der Hüne den Kopf. „Ach so, Sie wollten tatsächlich zu mir? Mein Name ist Klaus Fischer, sind Sie sicher, dass Sie hier richtig sind?“ Der Tod nickte, auch dies geschah quälend langsam. Klaus erwartete, dass jeden Moment die Sense auf ihn herniedersausen und ihn von den Füßen säbeln würde. Doch nichts geschah. Der Tod stand ruhig im Flur, sah sich um, schob mit dem Fuß ein paar herumliegende Turnschuhe ordentlich unter das Schuhregal. Klaus schluckte.

„Ja, Sie sehen, es ist gerade gar nicht aufgeräumt, ich bin gar nicht auf sie eingestellt. Eigentlich müsste ich erst putzen, was sollen denn sonst die Nachbarn sagen, wenn sie mich hier finden und es sieht hier so aus …“ Die große Gestalt schien zu lächeln, sicherlich hörte sie diese Art von Argumentation häufiger. „Darf ich eintreten?“ fragte der Tod höflich und wies auf die offenstehende Wohnzimmertür. „Es redet sich doch besser im Sitzen.“ Was heißt hier reden, dachte Klaus hektisch, der will bestimmt nicht reden, der will mich niedermachen. Mir einen Herzinfarkt schicken, Schlaganfall, mich mit einem Schlag seiner Sense ins Jenseits schicken. Er überlegte, dem Tod nochmal die Tür nach draußen zu weisen, doch der war schon unterwegs in sein Wohnzimmer, legte eine Jazz-CD ein und setzte sich gemütlich in den alten Schaukelstuhl. Das sah komisch aus.

„Der Stuhl da“, erklärte Klaus, „der hat meiner Oma gehört. Meiner Oma Lotte. Sie hat immer in dem Stuhl gesessen früher.“ „Ich weiß“, erwiderte der Tod. „Ich habe sie dort abgeholt.“ Klaus spürte ein dumpfes Gefühl im Magen. Seine Oma war erst vor zehn Jahren verstorben, im gesegneten Alter von 87 Jahren. Er fühlte einen Anflug von Trauer, aber auch Angst. Er war doch erst 46, was wollte der Tod denn bei ihm?

Rose, Blüte, Knospe, TauDer Sensenmann schaukelte ein wenig. Er sah recht harmlos aus in seinem bunten Kittel, denn die Sense hatte er lässig ans Bücherregal gelehnt. In der Hand hielt er die leere Weinflasche, studierte ihr Etikett und schnüffelte an ihr herum. „Riecht gut“, befand er dann. „Aber das Zeug bringt dich um. Das und dein ganzer Lebenswandel. Gutes Essen, viel Alkohol, literweise Kaffee und dann diese Raucherei. Natürlich kaum Bewegung – jeder Meter muss mit dem Auto gefahren werden. Fettleber, Herzschwäche … brauchst du noch mehr?“ Klaus schüttelte den Kopf. „Aber ich bin doch ganz gesund. Zumindest merke ich nicht, dass ich krank bin. Und zu dick bin ich auch nicht. Naja, zumindest nicht viel.“ Er versuchte, sein kleines Wohlstandsbäuchlein einzuziehen und kniff die Hinterbacken zusammen, um eine bessere Haltung anzudeuten. Der Tod nickte. „Jaja, so kann es manchmal kommen. Das Leben ist eine Lotterie, da kann doch der Tod nicht stur nach Reihenfolge vorgehen.“ Klaus sah das anders. „Doch, das kann und sollte der Tod. Es muss doch seine Ordnung haben, das Leben, der Tod, einfach alles!“ Die Gestalt im Schaukelstuhl sah sich in Klaus‘ unaufgeräumtem Wohnzimmer um. „Ja, es muss seine Ordnung haben – das sehe ich.“ Er schien tatsächlich zu schmunzeln. Dann aber straffte er sich und wurde geschäftlich: „Hast du besondere Wünsche? Bett, Sessel oder lieber hochdramatisch unter der laufenden Dusche?“ Klaus schüttelte den Kopf. Was sollte er denn hier Entscheidungen treffen? Und überhaupt, für ihn war noch lange nicht alles geklärt.

„Wieso haben Sie Omas Kittel an? Oder zumindest etwas, das so tut, als sei es Omas Kittel?“ Der Seufzer, der aus dem Schaukelstuhl zu hören war, klang wirklich herzzerreißend. Klaus ging auf Konfrontation. „Ja, nun sagen Sie doch mal. Was soll das mit diesen rosa Karos und dem Blumenmuster? Wollten Sie sich damit tarnen? Als sensentragende Großmutti?“ Der Tod zuckte die Schultern. „Warum nicht? Hat doch funktioniert, oder? Das ist mein Berufsgeheimnis: Wenn ich einen Kunden hole, der vielleicht Probleme machen könnte, bemühe ich mich um ein vertrauenerweckendes Auftreten. Man sieht dann in die Akte des Kunden und sucht nach etwas, von dem man weiß, dass es dem Kunden immer viel bedeutet und Vertrauen eingeflößt hat. Bei dir war das Einfachste Omas alter Kittel, bei anderen sind es die langen roten Haare der Mutter oder die Busfahreruniform des Vaters. Folglich bemühe ich mich um diese Erscheinung – das geht einfach bei mir, ist quasi virtuell – und werde so viel leichter eingelassen. Nur in den seltensten Fällen klappt das nicht, dann wird es manchmal etwas unästhetisch. Wenn der Kunde versucht abzuhauen und ich mit der Sense mehrmals ranmuss, oder wenn er gar aggressiv mir gegenüber wird. Dann wird es natürlich nichts mit dem friedlichen Sterben im Bett.“ Klaus hörte die nur schwach versteckte Drohung in diesen Worten. Er hatte auch nicht vor, abzuhauen. Der Sensenmann war selbst im Sitzen noch größer als er selber. Und flüchten, in seinen alten Cordpantoffeln, konnte er ebenfalls vergessen. Das sah er alles ein. Doch sterben wollte er auch nicht.

Klaus setzte sich nun ebenfalls. Er musste nachdenken. Er war Gebrauchtwagenhändler, geübt im Schachern und Verhandeln. Es musste sich doch irgendetwas finden lassen, was er dem Tod anbieten konnte, etwas, das sinnvoller war, als ihm, Klaus Fischer, das Leben zu nehmen.

„Bist du es nicht leid, immer nur destruktiv zu wirken?“, fragte er schließlich und sah den Tod ehrlich interessiert an. Der zuckte die Schultern. „Muss ja gemacht werden, der Job. Die Kollegen sind nett, ich habe Gleitzeit und bin weitgehend frei in meinen Entscheidungen. Das ist schon in Ordnung so. Oder denkst du, Gebrauchtwagenhändler braucht diese Welt dringender?“ Dazu hatte Klaus keine Meinung, deshalb antwortete er nicht darauf. „Aber ist es denn nicht schöner, ein gutes Werk zu tun? Es gibt doch Leute, die wollen gerne sterben und können nicht.“

schwarzer EngelEr dachte an die Mutter eines Freundes, deren schwere, schmerzhafte Krankheit sich jetzt schon seit Jahren hinzog – hier würde Gevatter Tod sicherlich mehr als willkommen sein. Wieder schien der Tod zu schmunzeln. „Du willst mir also ein Geschäft anbieten? Ein altes krankes Weiblein gegen einen Kerl in den besten Jahren. Na, da muss schon ein bisschen mehr kommen. Was hast du noch für mich?“ Klaus überlegte eine Weile. Das Einzige, was ihm einfiel, war der alte Hund Schnüffel aus dem Erdgeschoss. Der war uralt und lahmte stark, der war auf jeden Fall richtig auf der Liste. „Jetzt willst du mich aber verarschen, oder?“, lautete die Antwort seines unheimlichen Besuchers auf Klaus Vorschlag hin. „Nein, nein, nein, ganz bestimmt nicht. Ich dachte einzig an das Wohl des Tieres.“ Klaus schwitzte. Er dachte an seinen Job – zu verkaufende Autos immer in den rosigsten Farben darstellen, bei anzukaufenden Modellen die Fehler finden. Und er fand einen Fehler. „Weißt du, eigentlich kannst du gar nicht so viel fordern. Du hast nämlich einen Fehler gemacht!“ „Ich, einen Fehler?“ Der Sensenmann lachte. Er hatte eine tiefe Stimme, eigentlich klang es ganz angenehm, wenn er lachte. Doch Klaus spürte, dass der Hüne nicht amüsiert war. „Ich mache nie Fehler – zumindest hat sich noch nie jemand von meinen Kunden darüber beschwert. Was für einen Fehler soll ich denn gemacht haben?“ Klaus fürchtete sich, wagte sich aber doch weiter in die Offensive. „Deine Akten stimmen nicht. Du hast gesagt, das viele Rauchen macht mich krank. Ich habe aber schon vor zwei Jahren aufgehört!“ Der Tod lehnte sich verblüfft in Oma Lottes Schaukelstuhl zurück. Es fehlte nicht viel und Klaus hätte sich ihn mit einem Strickzeug in der Hand vorstellen können. „Soooo, du rauchst also nicht mehr. Und das schon seit zwei Jahren. Hmmm … stimmt, das war bei mir nicht vermerkt. Was machen wir denn da?“ Klaus wagte kaum zu atmen, während der Sensenmann grübelte. Es war nicht unbedingt beruhigend, dass er dazu sein Werkzeug in die Hand nahm, es vor sich auf den Boden stellte und sich zum Schaukeln damit abstieß.

Dann endlich traf die Gestalt im bunten Kittel eine Entscheidung. „Gut, ich schlage dir ein Geschäft vor: Ich nehme die Oma und auch den alten Köter, die sollen beide nicht mehr länger warten. Und du…“, er wies mit einem großen, klobigen Finger auf Klaus, „du hörst auf der Stelle auf zu saufen und wirst Vegetarier!“ Klaus stöhnte innerlich, nickte aber. Bevor dem Tod noch die Idee kommen konnte, seinem Gesundheitsprogramm irgendwelchen Sport hinzuzufügen, ergriff er dessen Hand und schüttelte sie kräftig. „So machen wir das!“ Klaus eilte in den Flur, um seinen ungebetenen Gast hinauszubegleiten, doch der Riese lehnte ab. „So geht das nicht. Du musst mir deine Tauschsubjekte schon zeigen. Oder denkst du, ich habe Google Maps mit dabei?“ Klaus grauste es, denn er wollt Gevatter Tod nicht bei dessen schauerlichen Geschäft beobachten. Trotzdem griff er nach seinen Schlüsseln und einer Jacke. „Schuhe! Oder willst du in diesen Latschen auf der Treppe zu liegen kommen und dir das Genick brechen?“ Der Tod lachte heiser wie über einen gelungenen Witz und Klaus beeilte sich, die Pantoffeln gegen ein Paar solide Turnschuhe zu tauschen. Dann folgte er seinem Begleiter hinaus in den Hausflur.

Den Hund fanden sie schnell. Fasziniert sah Klaus zu, wie der Tod geschickt die Tür zu der kleinen Erdgeschosswohnung öffnete, sich in den Türrahmen hockte und ein leises Geräusch machte. Sein Äußeres hatte sich verändert, er war nun gekleidet wie Metzgermeister Köster, wo das alte Hundefrauchen immer einkaufte. Gewiss gab es dort für den betagten Rüden immer ein Scheibchen Wurst. Tatsächlich kam der Hund an die Tür. Er schien zu lächeln, drängte sich an die Beine der großen Gestalt, legte sich dann lang in den Flur und schlief einfach ein. Eine Art Feder schwebte empor, die der Tod auffing und mit seinen großen Händen behutsam in einem kleinen Beutel verstaute. „Hundeseelen sind leicht“, erklärte er und Klaus nickte, als hätte er verstanden.

Dann führte er den Sensenmann einmal durch die halbe Stadt. Er kam sich komisch vor mit seinem Begleiter in der U-Bahn zu stehen, doch außer ihm schien niemand den Tod zu bemerken. Nur einmal kam es jedoch zu einer brenzlichen Situation, als einige junge Männer an einer Hauptstraße ein Autorennen veranstalteten. Sie hingen dabei lebensgefährlich weit aus ihren alten Autos und plötzlich raste einer der Wagen auf eine Litfasssäule zu. Es krachte fürchterlich und der Tod schien wie elektrisiert zu sein. „Komm, wir wollen doch zu dem Pflegeheim!“, flüsterte Klaus, doch die jetzt dunkle Gestalt schien ihn nicht zu hören. Dann nickte der Tod kurz und beruhigte sich. „Der Kollege ist schon vor Ort“, meinte er und Klaus schauderte es.

Gemeinsam erreichten sie das St. Anna-Stift und gelangten unbehelligt an die Rezeption. Die war verlassen, man hörte jedoch aus dem Nebenzimmer zwei Frauenstimmen. „Gut so“, flüsterte der Tod, schlich sich hinter den Tresen und sah am Computer nach, in welchem Zimmer Frau Meta Burmeister lag. Er nickte Klaus zu und gemeinsam fuhren sie in den dritten Stock.

Die Mutter von Klaus Freund schlief nicht, als die beiden das Zimmer betraten. Sie konnte schon lange nicht mehr richtig schlafen, der Krebs hatte sie ausgezehrt und auch starke Schmerzmittel halfen immer nur für eine kurze Zeit. Sie sah zur Tür und blickte fragend. „Klaus! Das ist ja schön, dass du mich mal besuchen kommst. Aber eine komische Zeit hast du dir ausgesucht.“ Sie bemerkte seinen Begleiter und ihre Züge entspannten sich. Sie lächelte. „Oh, ich sehe, du hast mir jemanden mitgebracht. Schnitter, du bist es – das ist ja schön! Spät kommst du, aber besser spät, als nie.“ Der Tod sah jetzt genau so aus, wie Klaus ihn sich immer vorgestellt hatte, keine Verkleidung entstellte ihn. Klaus hörte, wie er leise mit der alten Frau sprach, aber was sie sagten, konnte er nicht verstehen. Dann aber sah er eine Feder emporsteigen, größer dieses Mal, und auch sie wurde aufgefangen und sorgfältig eingepackt. Meta Burmeister war tot und Klaus lebte. Das Geschäft war erledigt.

Auf der Straße trennten sich Klaus und der Tod ohne ein weiteres Wort. Klaus verbrachte den Rest der Nacht auf einer Bank in der Nähe des Friedhofs. Gerne hätte er sich so richtig betrunken, aber das durfte er ja nicht. Und so weinte er ein bisschen, um Frau Burmeister, den Hund Schnüffel, den jungen Idioten aus dem Unfallwagen und all die Jägerschnitzel, die er nun nie mehr essen würde.

Die Werbung

Dieses Mal lautete die Schreibaufgabe, einen inneren Monolog zu verfassen. Inspiration war ein bekanntes Bild von Loriot.

Die Werbung

Glück muss der Mensch haben. Frau Annerose ist wirklich ein ganz bezauberndes Wesen! Der Abend war ein Genuss: Der Wein, die Musik, Frau Annerose im schlichten burgunderfarbenen Kleid – perfekt. Sie trug ihre Rose in der Hand, genau passend zum Farbton ihres Kleides, und sieh sah mich sofort. Dieses Lächeln!

Wie gut, dass der Anzug frisch gereinigt war. Auch der Friseur hat ganze Arbeit geleistet. Sogar das Eau de Toilette war noch gut. Wie hätte ich sonst auch dagestanden, neben so einer tollen Frau. Ich glaube, ich habe einen guten Eindruck hinterlassen.

Wie interessiert sie wirkte, und wie zugewandt. Niemand interessiert sich sonst für mein Steckenpferd. Und dabei sind Nacktschnecken so vielseitig, und pflegeleicht noch dazu.

Frau Annerose. Wie wunderbar sie ist. Hoffentlich ruft sie mal an. Wie schade, dass wir uns verpasst haben, nachdem sie auf „Für Damen“ war. Wohin sie wohl plötzlich verschwunden ist? Hoffentlich hat sie sich nicht verlaufen.

Mal wieder Flohmarkt: Objekte des Tages

Wieder mal verbrachhte ich ein paar schöne Stunden auf dem Flohmarkt am Main, dieses Mal mit meiner Freundin Maike. Beide haben wir nichts gekauft bis auf Kaffee, Fruchtsaftschorle und Eis. Doch es gab viel zu gucken und ich musste mich, wie schon so oft, zusammenreißen, um weder Sammeltassen, Kaffeekannen oder Schmuck zu kaufen. Hier kommen meine Objekte des Tages:

Platz drei – an diesem Stand bin ich schon öfter in Ehrfurcht verharrt. Hier gibt es Vasen von so ausgesuchter Schönheit, dass ich mir kaum vorstellen kann, das jemand sowas kauft. Aber das Angebot wechselt – es muss also seine Fans haben.

Platz 2 ist eigentlich gar kein Einzelobjekt. Der ganze Stand war eine Schau – so viel wildes Zeug! Ich habe mich für einen schönen Ausschnitt entschieden: Totenschädel mit Stierkopf und Bembelvogel (oder wie man das graue Ding nennen soll).

Und mein Favorit war dieses Mal ein echter kleiner Bildungsbürger – das lesende Eichhörnchen. Ich finde, für jemanden, der ausgestopft ist, guckt es wirklich klug.

lesendes Eichhörnchen

Fundstücke 58: Keine Trennung erforderlich

Toleranz beweist die Firma Berentzen in Haselünne: Wenn man bei denen zum Klo muss, darf man dort auch Getränke anderer Marken lassen, nicht nur die hochprozentigen Spirituosen, die dort verkauft werden. Das fand ich sehr beruhigend, auch wenn ich diesen Service dort nicht in Anspruch nehmen musste.

Komische Gewohnheiten: Sich etepetete, aber schlecht benehmen

Manchmal sieht man sich ja wirklich verstohlen um und sucht die versteckte Kamera. So erging es meiner Freundin Kerstin und mir kürzlich, als wir gemütlich kaffeesieren waren: Wir saßen auf der Fressgass, in einer der teuersten Lokalitäten am Platze, denn dort gibt es grandiosen Kuchen und man gönnt sich ja sonst nichts. Es war friedlich dort, ruhig und beschaulich – bis die beiden Damen kamen. „Damen“, so nenne ich sie mal, aus Höflichkeit und weil es mich nichts kostet, aber wäre ich nicht so wohlerzogen, würde ich sie wohl Tussen nennen, Schrullen oder vielleicht noch Schnepfen.

Beide wirkten sie irgendwie aufgeplustert, obwohl sie so taten, als seien sie hochvornehm. Das Getöse, mit dem sie direkt neben uns Platz nahmen, hätte gut in ein Bierzelt gepasst, direkt neben die Blaskapelle, und ihre Gespräche schienen geradewegs der Gala entsprungen, natürlich mit ihnen in der Hauptrolle. Der Kellner wurde behandelt wie die lästigste Nebensache der Welt, aber man musste ja mit ihm reden, schließlich sollte er Torte und Sekt bringen. Was er auch tat.

Sektgläser

Die Sektgläser waren gut gefüllt, sicherlich kamen die Damen nicht zu kurz. Und doch meinte die Lautere der beiden, ihr Glas in die Höhe halten und mit einem Auge hineinspähen zu müssen – zu tief ins Glas zu schauen bekam so eine ganz neue Bedeutung. Der Kellner war besorgt und fragte nach: „Ist alles in Ordnung?“ Die Dame verneinte. Nein, nicht alles in Ordnung, ganz und gar nicht. Denn sie frage sich, ob das „genügend“ sei in ihrem Glas. Bei zu wenig gefüllten Gläsern sei sie empfindlich, verkündete sie. Der Kellner wirkte verblüfft, war doch eher zu viel als zu wenig im Glas. „Ja, vielleicht“, stimmte Madame zu, „aber sie da“, sie wies lässig mit einem Finger auf die Freundin, „hat mehr. Gießen Sie hier doch auch noch einmal nach!“ Der Kellner war Profi und bewahrte die Contenance. Gut hätte ich ja gefunden, wenn er aus dem volleren Glas einfach einen Schluck abgetrunken hätte, aber er kam tatsächlich mit der Flasche, richtete beide Gläser nebeneinander aus, nahm Maß und goss in eines noch eine Fingerhutmenge nach. „Ist es recht so?“ Es war recht – na so ein Glück!

Die Damen aßen und tranken – natürlich mit abgespreiztem kleinen Fingerchen – und unterhielten ihr Umfeld mit hochintellektuellen Gesprächen. Richtig hoch her ging es, als die zu wenig Gefüllte eine Nachricht auf ihr Smartphone bekam – offensichtlich von einem Sponsor. Sie kreischte aufgeregt und ruderte mit den Armen. Der ebenfalls aufgeregten Freundin erklärte sie, er (der Sponsor) habe seine Abrechnung bekommen, und jetzt dürfe sie sich eine Handtasche mehr kaufen. Großes Hallo und viel Gelächter. Und ich dachte, wie gut, dass ich mich selber für oder gegen den Handtaschenkauf entscheiden darf, auch wenn ich sie selber bezahlen muss. Aber jedem Tierchen sein Plaisierchen.

Die Damen brachen auf, schließlich hatten sie nun neue Pläne, sie brauchten dringend eine Handtasche. Sie rumpelten also von der Terrasse, nicht ohne vorher pflichtschuldigst ihre Zeche zu zahlen und sich beim Kellner lautstark über die unmöglichen, wirklich viel zu hohen Preise zu beklagen. Ist ja klar, der legt die ja auch fest. Und das, so fand ich, war dann wirklich der Gipfel des schlechten Benehmens.