Fundstücke 65: Spaß mit Übersetzern

Schwarzstörche, Küken, NestDer folgende Beitrag ist völlig sinnlos. Ich hatte aber selber so viel Spaß mit der automatischen Übersetzungsmaschine www.deepl.com, dass ich euch daran teilhaben lassen möchte.

Deepl habe ich vor einer Weile kennen und schätzen gelernt. Wenn man englischsprachige Texte übersetzen lässt, ist das Ergebnis wirklich sehr brauchbar. Und auch andere Sprachen kann das Tool. Es kann sogar erkennen, um welche Sprache es sich handelt – zumindest behauptet es das.

Zum Hintergrund: Ich bin ja bekennende Tier-Stalkerin. Seit ca. einem Jahr gucke ich immer mal wieder auf die estnische Seite Looduskalender und beobachte allerlei Getier. Im Moment ist mal wieder Brutzeit und ich erfreue mich täglich an Störchen, Adlern, Staren und was auch immer. Einige Texte auf der Seite sind ins Englische oder sogar ins Deutsche übersetzt, andere versuche ich mit Hilfe eines Übersetzers zu erschließen. So auch diesen Text auf der Seite der Schwarzstörche.

Im letzten Jahr bewohnten dieses Nest die Störche Kati und Karl die, soweit ich mich erinnere, vier Küken großzogen. Schon vor einigen Monaten gab es die Meldung, dass Karl, der ein Ortungsgerät trug, auf dem Heimweg zum Nest irgendwo in Syrien verschwunden ist. Nun weiß man natürlich nicht, ob dem Storch etwas zugestoßen ist oder ob schlicht die Batterien seines Gerätes ausgefallen sind – wünschen wir Karl also einfach das Beste.

Für Kati hätte das ein tristes Frühjahr werden können, doch sie tröstete sich kurzerhand mit Karl II. Pragmatisch und erfolgreich, wie es ihre drei munteren Küken beweisen. Das las sich auf dem Google Übersetzer so:

Die Schwarzstorchkamera funktioniert, die Vögel sind da und die Zuschauer machen weiter.

Das LK Forum ist ein Ort, an dem Sie einen Überblick darüber bekommen, was in diesem und in den vergangenen Jahren im Nest passiert ist. Verschiedene Beobachter haben dort ihre Beobachtungen beschrieben, Bilder und Videos hinzugefügt.

Das drei Jahre alte Ortungsgerät Black Stork Karli empfängt keine Daten mehr vom 29. März 2019, als Karl aus dem Libanon nach Syrien kam.

Es gab jedoch einen zweiten Vater (Karl II.), dessen Alter und Geburtsort wir nicht kennen, im Nest, bevor Kati ankam. Aber ein Jahr zuvor war er zum Nest gegangen, aber dann musste er sich zurückziehen, nachdem Karl angekommen war.

Etwas holprig, aber verständlich und schon besser als letztes Jahr.

Ich hatte mein Glück jedoch zunächst mit Deepl versucht – nicht ahnend, dass diese Übersetzungsmaschine Estnisch gar nicht kann. Das Programm werkelt auch ungerührt drauf los und behauptete:

Jede Kamera muss mit einer Kamera ausgestattet sein, aber sie muss konsistent und nach ihren eigenen Anforderungen eingesetzt werden können.

Ich möchte darauf hinweisen, dass in der Vergangenheit große Verwirrung darüber herrschte, wer für die Kameras verantwortlich sein sollte. In der Zwischenzeit konnten wir eine Lösung für das Problem der Situation der älteren Menschen, der älteren Menschen und der Behinderten finden.

Gleichzeitig ist die Notwendigkeit, dass Karli Mitglied des Europäischen Parlaments sein muss, jedoch nicht bis zum 29. März 2019 nachgewiesen worden, als Karl Mitglied der libanesischen Süriasse war.

Vor allem ist Kati das einzige Land der Welt mit einer besseren Zukunft (Karl II.), und ich glaube nicht, dass dies der richtige Zeitpunkt dafür ist. Ich möchte sagen, dass es meiner Meinung nach eine gute Sache ist, dass wir eine gute Vorstellung davon haben, was in Karli passiert.

Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

Grundsätzlich gefiel mir an dieser Interpretation, dass endlich eine Lösung für die Probleme Älterer und Behinderter gefunden wurde. Auch das Karl offensichtlich Karriere gemacht hat und seinen Platz im europäischen Parlament anscheinend gegen einen in der libanesischen Süriasse getauscht hat, ließ mich erfreut lächeln, wenngleich mir das Internet nicht erklären konnte, was eine Süriasse eigentlich ist.

Ich gestehe, dass der Text mich zutiefst verwirrte, und ich sah genauer hin. Das sei Niederländisch, sagte Deepl über den estnischen Text.

Das erweckte natürlich den Spieltrieb in mir und ich probierte ein wenig herum. Estnisch und niederländisch, das funktioniert offensichtlich nicht, aber was ist mit Russisch? Manuell umstellen, ausprobieren. Nix. Oder zumindest nichts Lesbares. Aber Polnisch, das gab zumindest zwei perfekt übersetzte Absätze. Ich zitiere:

In jeder Hinsicht möchte ich dem Berichterstatter für seine ausgezeichnete Arbeit danken. Tatsächlich ist es oft so, dass die Dichtung beschädigt oder beschädigt wurde, oder dass sie beschädigt wurde, oder dass sie beschädigt wurde, oder dass sie beschädigt wurde, oder dass sie beschädigt wurde oder verloren ging, oder dass sie beschädigt wurde oder verloren ging.

Es war ein Pessimist und emailliert von Kati Saabumist oder einer gleichnamigen Frau (Karl II.), einer Frau aus eigenem Antrieb. Ich möchte dem Berichterstatter für seine ausgezeichnete Arbeit danken, und ich möchte ihm für seine ausgezeichnete Arbeit danken.

Übersetzt mit http://www.DeepL.com/Translator

So geht also Polnisch. Und ich weiß jetzt endlich, dass die Störchin Kati eine Frau aus eigenem Antrieb ist. Und ich habe verstanden, was mit den Reden von Edmund Stoiber damals immer schief gegangen ist.

Musik von damals – Sie sind grün

Kürzlich saßen wir in munterer Runde bei meiner Freundin Maike auf der Terrasse und schwatzen. Ohne, dass ich genau sagen könnte, wo die Erinnerung herkam, fiel mir das Lied „Fahr mit mir den Fluss herunter“ von Knut Kiesewetter ein. Oder auch nicht, denn was mir einfiel war „Sie sind grün!“ Dieses im Jahr 1972 veröffentlichte Lied habe ich als kleines Kind mit großer Begeisterung gesungen, ohne auch nur ansatzweise zu verstehen, um was es da eigentlich ging.

Heute – einen Tag nach einer Europawahl, nach der anscheinend alles anders ist als zuvor – scheint es mir ganz passend zu sein. Denn die Grünen waren gestern die klaren Wahlsieger. Mal gucken, was daraus wird.

Eigentlich aber möchte ich mit diesem Lied noch auf etwas anderes hinweisen: Morgen ist nämlich der „Diversity Day“, ein Tag, den die „Charta der Vielfalt“ ausgerufen hat und der auf die Vielfalt in der Arbeitswelt abzielt. Ob wir so einen Tag wirklich brauchen, weiß ich nicht genau, aber wir brauchen Vielfalt. Wir sind alle verschieden, und das ist gut so. Ich möchte heute gerne mal ganz dick auftragen und Artikel 3 unseres wunderbaren Grundgesetzes zitieren:

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Als mir das alte Lied vor zwei Wochen wieder einfiel, habe ich es gleich aus YouTube herausgesucht und meinen Freunden vorgespielt. Die sind alle etwas jünger als ich und auch keine Nordlichter, so dass der norddeutsche Folk- und Jazzsänger Knut Kiesewetter ihnen nichts sagte. Das Lied sorgte für Heiterkeit, es kam aber auch die Frage auf, ob man sowas heute eigentlich noch so sagen dürfte. Ja, das ist in der Tat fraglich. Denn heutzutage sind alte, weiße Männer ja an allem schuld – wie gut, dass ich eine Frau bin. Damals waren die Weißen auch schon schuld, aber da war es sicher anders gemeint. Und weil es mir egal ist, ob meine Musik von damals allen Schreihälsen gefällt, könnt ihr es euch hier einmal anhören.

 

Übrigens, der wunderbare Knut Kiesewetter kommt demnächst nochmal. Dann aber ganz anders 🙂

Musik von damals

Immer mal wieder kommen in mir Erinnerungen hoch: An Musikstücke, die in irgendeiner Phase meines Lebens eine Bedeutung hatten oder die mich eine Weile begleitet haben. Oft sind das uralte Sachen, die ich gehört habe, als ich noch richtig klein war. Teilweise bin ich dann sogar textsicher – die ewige Antje zeigt sich davon immer wieder beeindruckt. Bei uns zuhause dudelte halt damals immer das Radio, es gab Radio Bremen 1 Hansawelle – mit Monika Kluth und Karlheinz Calenberg.

Manchmal aber wundert man sich, wo diese Erinnerungen eigentlich herkommen. Gut, wenn man gerade einen plempernden Eimer entsorgt hat, liegt das Lied „Ein Loch ist im Eimer“ natürlich nahe, aber andere Titel finde ich fast schon befremdlich, wenn sie mich aus den tiefsten Tiefen meines Gehirns überfallen. Und gerade diese skurrilen Dinger sind es, die mich dazu veranlassen, diese neue Rubrik „Musik von damals“ in meinen Blog einzufügen.

Radiorecorder und Plattenspieler

Und weil so eine neue Musik-Rubrik ohne Musik langweilig ist, kommt gleich noch ein weiterer Blog-Beitrag, der diese Rubrik einweihen wird. Passend zur Lage der Nation und so …

Liebeserklärung

Manchmal gibt es in Schreibworkshops komische Aufgaben. Diese hier lautete, eine Liebeserklärung an einen Gegenstand zu schreiben, den man mit in die Höhle für den Winterschlaf nehmen möchte. Nun, das fiel mir nicht schwer …

Ein Grund, wieder aufzuwachen

Ich liebe deinen Duft. Ich mag es, dich zu atmen, deine Wärme zu spüren, mag deine Farbe und deinen sanften Glanz. Möchte keinen langen Winter ohne dich sein, möchte dich spüren, bevor ich in die todesgleiche Starre des Winterschlafes versinke. Dass du da bist, gibt mir Hoffnung. Ich freue mich auf dich, während ich langsam in den Schlaf gleite. Dein Geruch begleitet mich, auch wenn die Augen schon fest geschlossen sind. Ich weiß, dass du da bist und auf mich wartest, wegen dir habe ich einen Grund, wieder aufzuwachen. Und dann, wenn der Schlaf mich langsam wieder verlässt und die Wärme des Frühlings meine Glieder erwärmt, wirst auch du noch einmal warm werden. Du wirst duften und glänzen, und wir beiden werden eins. Du und ich, du mein wunderbares Brathähnchen.

Brathähnchen, bild zur Verfügung gestellt von Uta Dohlenburg, http://www.pixelio.de

 

Nachbemerkung: Ich weiß, oder gehe zumindest davon aus, dass ein monatealtes Brathähnchen nicht mehr zum Verzehr geeignet ist. Doch ein anderer Gegenstand wollte mir einfach nicht einfallen, war ich doch kurz zuvor an einem Brathähnchenstand vorbeigekommen und war noch ganz voll von diesem wunderbaren Geruch …

Hektik

Da ist sie wieder, die nervöse Kollegin. Das ganze Zimmer vibriert, wenn die reinrauscht. Immer ist alles ganz wichtig, oder ganz schrecklich, oder beides. Mindestens drei Leute müssen sich um ihr Anliegen kümmern, sonst wird sie schrill. Wobei das nicht ganz stimmt – die ist immer schrill. Weil ja alles so wichtig ist. Oder so eilig. Und schrecklich natürlich, weil schwierig. Wenn sie wieder rausrennt, schnauft selbst der Gummibaum erleichtert auf. Können Gummibäume den Atem anhalten? Ich sage euch, wenn wegen der unsere einzige Pflanze eingeht, dann ist was los. Dann werde ich echt fies. Dann sage ich der nämlich, dass es an ihr liegt, dass immer alles so eilig und schrecklich und total kompliziert ist. Weil sie nämlich nicht planen kann und mit allem viel zu spät anfängt und umständlich ist. Einfach schrecklich. Genau das sage ich der dann. Echt jetzt!

So, und was nehme ich dazu jetzt für ein Bild? Hmmm … mal wieder ein Video. Weg da!

Nachbemerkung: Dieser kleine Text war eine Übung. Er bezieht sich nicht auf eine aktuelle Kollegin von mir – ist aber auch nicht völlig fiktiv.

Ein schillerndes Musikerlebnis: Schiller in der Jahrhunderthalle

Elektronische Musik ist nicht immer meine Sache. Anders ist es mit der Musik von Schiller, die ich schon lange als sehr stimmig empfinde und die ich besonders gerne beim Arbeiten höre. Es war allerdings die Idee meines Schwagers, einmal zu einem Schiller-Konzert zu gehen. Und so bekamen wir beide eine Karte zu Weihnachten und am Freitag war es soweit.

Die Frankfurter Jahrhunderthalle war dem Anschein nach gut ausverkauft. Wir hatten einen Sitzplatz im Balkon – mit erstklassiger Sicht 🙂 Der Tourname „Es werde Licht“ wies schon darauf hin: Die Lichteffekte hatten eine große Bedeutung für dieses Konzert. In den ersten Minuten dachte ich, ich werde blind – zum Glück kamen diese grellen weißen Scheinwerfer später nicht mehr zum Einsatz.

Konzert von Schiller in der Jahrhunderthalle

Die zweieinviertel Stunden Musik und Licht konnte man rundum genießen. Neben Instrumentaltitel gab es auch allerei Gesungenes. Besonders beeindruckt hat mich der temperamentvolle Herr an der Percussion – er hatte einen eigenen Helfer, der ihm immer mal wieder einen neuen Trommel- oder Paukenstock in die Hand drückte, wenn das zuvor benutzte Gerät kaputtgegangen oder weggeflogen war. Trotz dieser kleinen Missgeschicke fand ich die Percussion außergewöhnlich gut.

Ebenfalls auffällig fand ich den guten Sound: Vorbei sind die Zeiten, in denen man nach Rock- oder Popkonzerten fast taub war, weil aus den neben der Bühne aufgetürmten schwarzen Boxen ein enormes Getöse auf die Ohren einprügelte. Am Freitag gab es feinsten Dolby-Surround-Sound, man konnte die Töne von einer Ecke des Saales zur anderen verfolgen.

Laser und Kunstnebel

Und ja, das Licht: Früher wurde in den Konzerthallen ja munter geraucht, sodass sich die Lichtstralen in den Rauchschwaden fingen. Zum Glück sind diese Zeiten inzwischen vorbei. Statt dessen wird kräftig genebenlt – und gelasert. Ich könnte mir stundenlang diese Wellentäler und Muster aus Licht angucken. Dafür hatten wir auch wirklich einen sehr guten Platz.

Und aus guter Tradition gibt es auch dieses Mal ein Video zum Reinhören:

Die Schönheit der Nacht

Manchmal kommen zwei Dinge zusammen: Noch immer fasziniert mich die Unterwasserkamera in Estland. Man wird sie nicht mehr lange betrachten können, denn das Wasser in dem Überschwemmungsgebiet zieht sich langsam zurück. Das ist schade, ist aber jedes Jahr das Gleiche und muss so sein – die Natur funktioniert eben so. Die liebestollen Kröten haben sich schon weitgehend zurückgezogen und allerhand Kleingetier das Feld überlassen – und die Käfer, Schnecken, Würmer und Molche feiern jede Nacht ausgelassene Partys. Nun, damit würde ich euch eigentlich nicht schon wieder langweilen wollen – wenn ich nicht gerade gelernt hätte, wie man ein Video daraus macht. Natürlich kann ich das noch nicht gut. Ich stopsel halt optimistisch und mit Freude ein wenig herum und es dauert ewig. Aber es macht Spaß, und weil ich immer gerne zeige, was ich gelernt habe, gibt es heute ein Video mit herumschwabbelndem Kleingetier zu kitschiger Musik.

Ich habe mir dafür übrigens eigens einen YouTube-Kanal angelegt, denn diese Videos sind so groß, dass ich mir damit nicht meinen Blog verstopfen möchte. Und die Musik im Video wurde zur Verfügung gestellt von Dag Reinbott / https://www.terrasound.de, das Stück heist „Beautiful Mood“. Danke dafür.

Nachtrag: Kürzlich sah ich ganz früh am Morgen sogar einen Hecht. Es war fast ein wenig absurd: Ich guckte in den Bildschirm, er guckte in die Kamera. Und ich bin mir sicher, der hat mich gesehen, wie ich da in meinem Nachthemd saß – so panisch, wie der abgehauen ist.

 

Nachtrag 2: Und weil es solchen Spaß macht, habe ich noch ein Video gebastelt – dieses Mal mit angestrahltem Gras über dem Wasser.

 

Kröten in Love

Wieder einmal wurde ich zum Tierbeobachter – faul vom Sofa aus, via Webcam. Ich hatte wieder einmal auf meiner geliebten Webseite Looduskalender gestöbert, eigentlich auf der Suche nach puscheligen Küken. Nun, Küken sind noch keine da, nur ein paar Eier bei den Schwarzstörchen und den Graureihern. Und so guckte ich stattdessen mal in die Fischkamera hinein. Dort sollte man manchmal Hechte sehen können, sagte die Beschreibung. Die Kamera steht in einem Überschwemmungsgebiet, das Wasser dort ist flach und man sieht so eine Art Wiese unter Wasser.

Ich setzte mich also zurecht und wartete auf den nächsten Hecht. Nun, was soll ich sagen – es kam keiner. Trotzdem war es irgendwie beruhigend, diese Ansicht laufen zu haben. Ab und zu zogen winzige Fische vorbei. Ich wollte früher immer ein Aquarium haben und fühlte mich spontan mit den kleinen Schwimmern verbunden. Passt bloß auf euch auf, dachte ich, hier soll es Hechte geben!

Es blieb jedoch vorerst ruhig im Wasser, keine Hechte in Sicht. Stattdessen hörte man allerhand Lärm von außen – es quakte und quakte. Und plötzlich, in den späten Abendstunden, ging es los: Eine dicke Kröte ließ sich behäbig auf den Boden sacken. Woanders drängelte sich eine durch das Unterholz. Irgendwie doof saßen sie da und guckten. Und ich guckte auch – wahrscheinlich genauso doof. Auf die wilde Action, die plötzlich losbrach, war ich also gar nicht vorbereitet: Ohne für mich wahrnehmbare Vorwarnung sprangen die Kröten aufeinander los. Nun gut, dachte ich, Paarungszeit. Aber ehe ich mich versah, kamen von anderswo noch mehr Kröten angehüpft, angeschwommen, angepaddelt – und alle stürzten sich aufeinander. Was für eine Orgie – das sah aus wie American Football. Und ich dachte immer, beruhigt euch doch, Kinnings, so wird das doch nichts. Fast hörte ich es krachen, wenn wieder eines der Tiere dem anderen ins Kreuz sprang, nur um von einem eifersüchtigen Rivalen wieder runtergestumpt zu werden.

Kröten, GIF

Kröten in Action – beim Anklicken wird es größer

Inzwischen – ein paar Tage später – scheint sich die Lage etwas beruhigt zu haben. Immer öfter sieht man Kröten im Zweierpack vorbeischwimmen. Das sieht auch nicht gemütlich aus, aber diese Tiere sind ja nun auch nicht unbedingt als Symbole für Romantik bekannt. Ich bin ja gespannt, ob man über die Kamera auch irgendwann Kaulquappen sieht. Dann hätte sich der wilde Kampf der Kreaturen zumindest gelohnt.

Lebendiger denn je

SBühne, Instrumente, Harfechon wieder war ich auf einem Konzert – dieses Mal zusammen mit meinem guten Freund Harry. Es ging nach Köln in die Philharmonie, und dort in ein Konzert des ewig jungen Sängers, Tänzers, Clowns und Philosophen Herman van Veen. Der ist inzwischen 74 und lebendiger denn je. Schon zum vierten Mal besuchte ich ein Konzert von ihm und immer war es überraschend, bunt, kurzweilig und musikalisch hochkarätig.

Natürlich wurden wir auch am Samstag nicht enttäuscht. Es gab neben dem großen Meister eine vierköpftige Band und weit mehr Instrumente. Alle Musiker spielten verschiedene Instrumente. Jeder hatte mindestens ein Solo. Der junge Mann an den Bässen musste als Tollpatsch vom Dienst herhalten, eine Rolle, die er offensichtlich mit großem Spaß übernahm. Und mich beeindruckt es ja immer, wenn jemand einer riesigen Harfe wohlklingende Töne entlocken kann – das stelle ich mir schwierig vor.

Das Schöne an den Konzerten von Herman van Veen ist immer die Vielfalt: Tolle Instrumentalmusik, volltönender Gesang, erstaunlich geschmeidiger Tanz (so beweglich wie dieser alte Mann war ich mit 30 nicht), heitere Geschichten und auch allerhand besinnliche Gedanken – man nimmt viel mit aus so einem Abend. Auch Skurriles ist übrigens dabei – die Ein-Mann-Oper ist sicher eine ganz besondere Kunstform 🙂 Ein Mann mit Humor und Verstand: Das ist eine gute Grundlage für einen gelungenen Abend.

Ich war nicht die Einzige, der diese wilde Mischung, die doch erstaunlich stimmig war, gut gefallen hat: Das Publikum in der Philharmonie bedankte sich mit stehenden Ovationen und wurde dafür durch allerhand Zugaben belohnt. „Es hat mir Spaß gemacht heute Abend“, sagte Herman van Veen zum Schluss, und genau das hat man gemerkt.

Wie nach den letzten Konzertgängen auch möchte ich auch heute ein Video einbinden, doch die Auswahl fällt mir dieses Mal ausgesprochen schwer. Also habe ich mich für eines meiner langjährigen Lieblingslieder entschieden, auch wenn es uralt ist und auf diesem Konzert gar nicht drankam:

Der Doppelgänger

Lachender Mann mit Pfeife

Mein Papa in unserer Küche, etwa 1994

Im Biologieunterricht habe ich gelernt, dass es für Organismen „Genotypen“ und „Phänotypen“ gibt. Ersteres beschreibt, wie ein Organismus genetisch zusammengebaut ist, und es gibt natürlich unglaublich viele Kombinationsmöglichkeiten. Der Phänotyp beschreibt das Erscheinungsbild – also wie etwas aussieht. Und dieses Etwas ist natürlich sehr oft auch ein Mensch.

Obwohl es auch bei den Menschen schier unendlich viele Möglichkeiten des äußeren Erscheinungsbildes gibt, kommt es immer wieder zu starken Ähnlichkeiten. Anscheinend ist die Natur damit überfordert, über 8 Milliarden komplett unterschiedlich aussehende Menschen zusammenzupuzzlen. Das macht auch nichts, solange in meinem Umfeld nicht alle gleich aussehen und ich meine Pappenheimer auseinanderhalten kann.

Allerdings wunderte ich mich sehr über einen Kollegen, den ich nicht persönlich kannte, der mich aber immer mit einem breiten, sonnigen Lächeln begrüßte. Irgendwann klärte er mich darüber auf, dass ich seiner Schwester Almuth zum Verwechseln ähnlich sähe – aha! Anscheinend mag er Almuth, so nett wie er mich immer begrüßt.

Außerdem haben wir eine falsche Roswitha in der Firma. Die habe ich schon zwei Mal durch ein aufgeregtes und wahrscheinlich etwas albern wirkendes Winken begrüßt, weil ich dachte, dass meine gute Rosa aus dem fernen Hamburg zu Besuch sei. Nein, es war die Falsche, und wenn sie näher rankommt, sieht man das auch. Aber so auf die Ferne führt die Frau mich regelmäßig in die Irre.

Obwohl ich um diese Doppelgängerei weiß, warf mich die Begegnung mit einem älteren Mann kürzlich auf Norderney völlig aus der Bahn. Dieser alte Herr sah nämlich aus wie mein alter Herr – also mein Papa. Mein Vater verstarb 2002 mit Anfang 70, ich denke aber, wäre er nicht krank geworden, sondern einfach nur weiter vor sich hin gealtert, würde er jetzt in etwa aussehen wie dieser mir unbekannte Mann, der mir in einem Hotelrestaurant schräg gegenübersaß. Nachdem ich mich von meiner Verblüffung erholt hatte, starrte ich ihn an – zunächst geschockt, dann zunehmend fasziniert. Denn der alte Knabe in Karohemd und Strickjacke sah nicht nur aus wie mein Vater, er bewegte sich auch so. Natürlich etwas langsamer, etwas gebeugter, aber ich schätzte ihn auf gut über 80. Aber die Art, wie er aß und wie er etwas desorientiert auf dem vollen Tisch herumsortierte – das hatte ich schon tausende von Malen beobachtet. Und wie er sich am Buffet Nachschub holte, dabei offensichtlich versuchte, alles zumindest zu probieren und dann futterte, bis er fast platzte: Diese Macke hatte mein Vater an Buffets auch immer, nur nuchts umkommen lassen. Trotzdem holte er noch Nachtisch – Eis passt ja immer rein und außerdem haben solche Männer einen extra Nachtischmagen. So habe ich das als Kind gelernt.

Die erste Begegnung mit diesem Hotelgast warf mich zugegebenermaßen etwas aus der Bahn. Beim dritten Essen mit Blick auf dieses Gegenüber hatte ich mich etwas daran gewöhnt, aber nicht so richtig. Vielleicht muss ich ihn doch noch fragen, ob er mit Opa Carl verwandt ist – denn der hat seine Gene bei uns in der Familie ja so durchschlagend weitergegeben.

 

Nachtrag: Ich hatte Gelegenheit, den alten Mann ungefähr eine Woche lang zu beobachten. Er sieht aus wie mein Vater, ist aber offensichtlich doch anders: Denn er ist eher ein ruhiger Vertreter. Mein Vater war recht laut. Irgendwie beruhigt es mich, dass es doch offensichtliche Unterschiede gibt.