96 Säckchen

Adventskalender

Adventskalender, Bild zur Verfügung gestellt von Maria Bosin, http://www.pixelio.de

Tanja konnte sich nicht erinnern, jemals in ihrem Leben eine so schlechte Laune gehabt zu haben. Sie saß an einem Tisch, der über und über mit Kleinkram bedeckt war: Süßigkeiten, Spielzeug, Radiergummis, dazu fast 100 kleine Säckchen, Schleifenband und Papier. Das war es aber nicht, was sie so übellaunig werden ließ. Der Grund dafür lag darin, dass sie alleine davorsaß.

Schon oft hatte Tanja sich dafür verflucht, dass sie vor 12 Jahren den Übermüttern auf den Leim gegangen war: Übermütter, das waren die, die sich in Krabbelgruppen und Foren ständig darüber ausließen, was sie alles selber machten, anstatt es zu kaufen, und wie gesund sie ihre Familie ernährten, ohne auf industriell produziertes Gift zurückzugreifen. Und natürlich, wie sehr sie doch auf ihre kleinen Kinder eingingen. Kinderorientiert bis zur Selbstaufgabe, das galt als schick. Ganz hatte Tanja sich diese Philosophie nie zu eigen gemacht, doch es war für sie selbstverständlich, für ihren erstgeborenen Sohn Patrick den jährlichen Adventskalender selber zu füllen. Drei Abende hatte sie damit verbracht, 24 hübsche Säckchen zu nähen. Einen weiteren, um einen Besenstiel so auszurüsten, dass man die Säckchen daran befestigen konnte. Natürlich füllte sie nicht nur Schokolade hinein, das war ungesund und fantasielos. Nein, sie machte sich Gedanken und besorgte 24 hübsche Minigeschenke. Und es machte ihr Freude.

Drei Jahre nach Patrick kam Sophie. Auch sie bekam einen selbstgenähten, selbstgefüllten Adventskalender. Auch Alexander, noch zwei Jahre jünger, bekam solch ein Modell und ebenfalls das Nesthäkchen Isabell. 96 Säckchen galt es nun jedes Jahr zu befüllen, und nicht nur das: 96 kleine Dinge galt es zu besorgen. Sie mussten zum Alter der Kinder passen, vergleichbar sein – nicht, dass einer gefühlt mehr oder, noch schlimmer, weniger bekam. Außerdem mussten die Sachen der aktuellen Mode entsprechen und sich in die kleinen Beutelchen stecken lassen. Zu weit rausgucken sollten sie auch nicht, sonst wusste man ja schon vorher, was es an dem Tag geben würde, und das war doof, fanden die Kinder. Und das fand auch Nils, der Vater der Bande, der sich zwar beim Füllen der Adventskalender vornehm zurückhielt, aber trotzdem eine Meinung dazu hatte.

Anfang November hatte Tanja vorgeschlagen, in diesem Jahr auf die selbstgefüllten Kalender zu verzichten und stattdessen für jedes Kind das Wunschmodell zu kaufen. Diese Idee hatte einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei Nils. Das sei doch Tradition, hatte er gemeint, und auf so eine eingeführte Familientradition könne man doch nicht einfach verzichten. Tanja hatte gemault, sie hatte so viel zu tun im Moment und es dauerte ewig, all die kleinen Geschenke zu besorgen, die hinterher ohnehin nur überall rumliegen würden. Nils aber hatte sie überredet, er würde ihr natürlich helfen. Sie würden sich ein paar nette Stunden machen mit einem schönen Glas Rotwein und guter Musik, es würde ein Abend voller Zweisamkeit werden. Jeder zwei Kalender, das war doch fix gemacht. Tanja hatte sich mal wieder breitschlagen lassen. Und nun saß sie hier alleine.

Schon gestern hatten sie sich gemeinsam an die Arbeit machen wollen. Doch da hatte Nils unbedingt bei seinem Freund Ulrich helfen müssen, der in Kürze umziehen wollte und die Wohnung noch nicht fertig hatte. Es eilte, der Umzug sollte schon Anfang Dezember sein. Tanja hatte das eingesehen, war doch Ulrich jemand, der auch immer da war, wenn man ihn brauchte. Und heute musste Nils ganz plötzlich lange arbeiten, hatte eine Schicht von einem Kollegen übernommen, von dem Tanja noch nie zuvor gehört hatte. Warum er unbedingt hatte einspringen müssen, hatte er Tanja nicht erklärt – er hatte einfach feige eine Nachricht auf ihr Handy geschickt. Und so saß sie also hier und kochte innerlich.

Als die Kinder im Bett waren, konnte sie endlich anfangen. Neun Uhr war es geworden, schließlich waren die Großen in einem Alter, in dem man sie nicht mehr einfach um acht ins Bett schicken konnte. Kurz hatte Tanja überlegt, die ganze Aktion einfach abzublasen, doch die erwartungsvollen Augen der Kleinen, die sich gegenseitig die Haken in ihren Zimmern, an denen die Kalender jedes Jahr aufgehängt wurden, gezeigt hatten, hatten sie davon abgehalten. Sie öffnete die große Flasche Rotwein, die Nils vor einigen Tagen mitgebracht hatte, und schenkte sich ein großes Burgunderglas ganz voll. Diesen Wein würde sie heute austrinken, an diesem Abend voller Einsamkeit.

Tanja begann zu werkeln. Zuerst der Kalender für Isabell. Das war der Einfachste, schließlich war ihre Kleinste erst vier. Sie liebte kleine Tiere zum Spielen, und Tanja hatte ein hübsches Sortiment Tierchen besorgt. Ab und zu packte sie auch eine Süßigkeit, ein Mini-Shampoo oder eine hübsche Zopfspange in ein Säckchen, damit es etwas Abwechslung gab. Die Giraffe und der Elefant passten nicht in einen der kleinen Beutel, sodass sie sie in Weihnachtspapier packte und so weit hineinstopfte, wie es eben ging.

Weihnachtsmarkt Mölln

Weihnachtsmarkt in Mölln am 3. Adventswochenende

Als der erste Kalender fertig war, schlich Tanja sich auf Socken ins Zimmer der schlafenden Isabell und hängte ihn vorsichtig an die vorgesehenen Haken. Beim Hinausgehen trat sie auf einen Legostein. Den Schmerzensschrei konnte sie gerade noch unterdrücken und tröstete sich damit, dass sie in die Küche humpelte und die Rotweinflasche mit ins Wohnzimmer nahm. Ihr großes Glas war fast leer, das war heute ein unhaltbarer Zustand.

Nach und nach arbeitete Tanja sich durch den Haufen an Kleinkram, füllte Säckchen um Säckchen. Sie wickelte glitzernde Stifte ein, quälte sich mit Mini-Spielen ab, die partout in keines der Säckchen passen wollten, und trat versehentlich auf eine heruntergefallene Nougatkugel, die natürlich eine Schweinerei anrichtete. Den Wein erledigte sie so nebenbei. Irgendwann hatte sie das Gefühl, dringend eine Gleitsichtbrille zu benötigen, denn die kleinen Bänder zum Verschließen der Beutel verschwammen vor ihren Augen und sie hatte ein Problem damit, hübsche Schleifen zu schnüren. Bei Patricks Kalender vergaß sie beinahe dessen Nussallergie. Rabenmutter, schalt sie sich, während sie einige Säckchen wieder auffummelte, um die Süßigkeiten auszutauschen. Sie hatte keine Lust mehr.

Als sie den letzten Kalender in Sophies Kinderzimmer aufhängte, schmerzte ihr Nacken und sie war todmüde. Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, dass es schon weit nach zwölf war. Von Nils keine Spur. „Ein Abend voller Zweisamkeit“, dachte sie bitter und ging zu Bett. Als ihr Mann zwei Stunden später kam, hörte sie ihn zwar, gönnte ihm aber keinen Gruß zur guten Nacht.

Am nächsten Morgen war Tanjas Stimmung nicht besser geworden. Der Liter Rotwein schien sich in ihrem Kopf gesammelt zu haben und schwappte dort herum. Sie war froh, als die Kinder endlich alle aus dem Haus waren und überließ es Nils, die Kleine in den Kindergarten zu bringen. Sie hatte heute frei. „Zum Glück“, dachte sie und rieb sich den schmerzenden Kopf. Das Gespräch mit ihrem Mann, der sich keiner Schuld bewusst zu sein schien, vermied sie.

Erst, als Nils sie ansprach, brach aller Zorn aus ihr heraus. „Einen schönen Abend? Ob ich einen schönen Abend hatte, fragst du mich? Spinnst du jetzt total? Ein Abend voller Zweisamkeit, ja, super, die Weinflasche und ich. Das war echt toll. Sonst noch Fragen?“ Nils wirkte aufrichtig verwirrt. „Rotwein? Gestern? Was war gestern?“ Sie sah, dass er in seinem Gedächtnis verzweifelt nach dem Anlass für ihren Ärger und ihre plötzliche Trunksucht suchte und schüttelte fassungslos den Kopf. „Na super. Du wolltest zwei Adventskalender packen, Familientradition, du erinnerst dich? Wann wolltest du das denn wohl tun, wenn nicht irgendwann Ende November? Vielleicht kurz vor Rosenmontag?“ Jetzt zeigte sein Gesicht den Ausdruck eines schlechten Gewissens. „Ach du Schande, das habe ich ja ganz vergessen. Das tut mir leid.“ Tanja schnaubte. „Ja, mir auch. Wie schön, dass du immer für alle da bist. Für Ulrich, für diesen unbekannten Kollegen, für deine Mutter und den Nachbarn von gegenüber. Nur für deine Familie, diese zufällige Zusammenrottung von einer Frau und vier Kindern, bist du nie da. Danke, ich hab’s gemerkt.“ Damit tat sie ihm unrecht, das wusste sie, aber in der letzten Zeit hatte sie sich oft allein gefühlt. Immer wieder saß sie mit den Kindern am Abend zuhause, während Nils arbeitet, zum Sport ging oder irgendwo irgendwas erledigte. Hier gab es auch allerhand zu erledigen, aber das schien er vergessen zu haben. Und Zeiten, die sie einfach als Paar verbrachten, gab es gar nicht mehr.

Nils merkte, dass er in Ungnade gefallen war, und versuchte sich dünn zu machen. Er musste erst ab mittags arbeiten und drückte sich bis dahin in der Garage herum, wo er lautstark etwas werkelte. „Er erledigt was“, dachte Tanja missgestimmt und beschloss, selber einfach nichts zu erledigen. Eigentlich kochte sie zu Mittag, wenn sie nicht arbeiten musste, doch heute würde sie für sich und die Kinder Pizza bestellen. Sollte ihr illoyaler Ehemann sich doch eine Stulle zum Mitnehmen schmieren – sie war schließlich nicht seine Köchin.

Auch am nächsten Tag war Tanja nicht versöhnt. Dieses Mal gab es etwas zu Essen, sie hatte sogar extra für Nils gekocht: Rosenkohlauflauf. Ihr Mann hasste Rosenkohl, doch er traute sich nicht, zu meckern. Tanja weidete sich an seinem angewiderten Gesichtsausdruck und genoss ihre Rache. Nils würgte sein Essen hinunter und sah aus wie ein getretener Hund.

Die nächsten Abende verbrachten beide zuhause, aber getrennt. So ein Einfamilienhaus kann sehr groß sein, wenn man einander nicht begegnen will.

Nach einigen Tagen Kälte und Schweigen schluckte Tanja ihren Ärger herunter und bemühte sich, das Verhältnis zu ihrem Mann zu normalisieren. Es war ja lächerlich, ihre Ehe wegen so einer Kleinigkeit aufs Spiel zu setzen. Und doch wusste sie, dass diese Sache keine Kleinigkeit gewesen war. Es hatte ihr gezeigt, wie verlassen sie sich oft fühlte und wie wenig ausreichte, um sie gegen ihren Mann aufzubringen. Es war nicht mehr wie früher, als sie einander alles verziehen und nach einem Streit ausgiebig Versöhnung feierten. Sie konnten ja nicht einmal mehr richtig streiten. Wie sollte das denn gehen, wenn man auf vier kleine Kinderseelen Rücksicht nehmen musste?

silberne WeihnachtskugelSie verbrachten eine Weihnachtszeit in gekünstelter Harmonie. Tanja und die Kinder backten Kekse, die Nils mit den Kleinen bunt verzierte, als er von der Arbeit kam. Sie suchten gemeinsam einen Baum aus und kauften zum ersten Mal nach 15 Jahren neuen Baumschmuck. Beim Putzen des Baumes lachten sie miteinander und es war fast ein wenig wie früher. Sogar „Der kleine Lord“ sahen sie sich an, die ganze Familie, tranken dazu einen selbstgebrauten Punsch und aßen von den selbstgebackenen Weihnachtskeksen. Es war schön und Tanja fasste wieder Hoffnung.

Die Weihnachtsfeiertage vergingen wie im Flug mit Bescherung, viel zu viel gutem Essen und Verwandtenbesuchen. Tanja freute sich an ihrer Familie, denn die Kinder waren allesamt glücklich und zufrieden, spielten mit ihren Geschenken und miteinander, stritten nicht und waren die ganze Zeit so ausgeglichen und wohlerzogen, dass es schon fast kitschig wirkte. Nils beschäftigte sich viel mit ihnen, half beim Aufbau der neuen Lego-Sachen, spielte X-Box mit Patrick und las Bücher vor. Keine Frage, er war ein guter Vater, wenn er sich die Zeit dafür nahm. Tanja liebte ihn dafür und spürte, dass noch nicht alles verloren war.

Dann, direkt nach Weihnachten, ging es wieder los: Nils verschwand des Abends mit nichts als der schwammigen Erklärung „Bin bei Ulrich“ oder „Ich gehe laufen.“ Und dann lief er fünf Stunden lang. Tanja war davon alles andere als begeistert, sagte aber nichts. Sie hatte früher eine Tante gehabt, die das Musterbeispiel einer ständig nörgelnden Ehefrau gewesen war – so wollte sie auf keinen Fall werden. Lieber biss sie die Zähne zusammen und schwieg.

Silvester verbrachten sie bei Freunden, die ebenfalls Kinder hatten. Es wurde nicht besonders spät, doch da sie früh aufgestanden war und vormittags gearbeitet hatte, war Tanja rechtschaffen müde und schlief ein, kaum dass ihr Kopf das Kissen berührte. Sie wurde wach von aufgeregten Kinderstimmen und der tieferen Stimme von Nils, die immer wieder beruhigend zu hören war. „Psst, leise, die Mama schläft noch. Finger weg, Isa, das ist nicht für dich, das ist für Mama. Aber keine Sorge, für euch ist sicher auch was dabei. Finger weg, habe ich gesagt!“

Neugierig geworden stand Tanja auf, zog den Bademantel über und trat auf den Flur. Dort blieb sie verdutzt stehen: Denn an der Wand im Flur hingen 12 Besenstiele, an denen jeweils eine Menge Päckchen hing. Darüber klebten Schilder mit Monatsnamen. Ihr Mann und die Kinder standen davor, und Nils hielt die Hände der kleinen Isabell fest, die sich wie immer die Dinge mit den Fingern ansehen wollte. Fragend sah Tanja ihren Mann an: „Was ist das denn?“ Er sah sie gleichzeitig verschämt, aber auch verschmitzt an und erklärte es ihr: „Das ist dein Adventskalender. Er geht allerdings bis Silvester. Heute darfst du das erste Päckchen aufmachen.“ Der siebenjährige Alexander mischte sich ein: „Da hinten ist der Januar“, krähte er und wies aufgeregt mit dem Finger auf einen der Besenstiele. Tanja trat davor und suchte mit den Augen die Eins. Etwas mühsam fummelte sie das kleine Päckchen ab und öffnete es. Darin war ein Zettel: „Gutschein für ein Mal essen gehen mit deinem lieben Mann am nächsten Samstag. Ulrich passt auf die Kinder auf, ein Tisch bei Pedro ist reserviert.“ Tanja strahlte und fiel ihrem Mann um den Hals. Dann blickte sie sich im Flur um. Ungläubig sah sie ihren Mann an: „Hast du all diese Päckchen gepackt?“ Er nickte. „Ja, habe ich. Bei Ulrich im neuen Hobbyraum. Er hat mich allerdings hier und da beraten.“ Tanja musste lachen, denn wie die Beratung des überzeugten Singles ausgesehen hatte, konnte sie sich gut vorstellen. Dann aber wurde sie ernst. „Danke“, sagte sie und schluckte ein wenig. „Ich danke dir“, antwortete er und guckte dabei komisch verliebt. „Können wir noch eins aufmachen?“, fragte Isabell, die auch bei ihren eigenen Adventskalendern am liebsten immer alle Säckchen am ersten Dezember geöffnet hätte.

Adventskalender, kleine Stiefel

Genau so einen Advebtskalender hatte ich früher auch! Bild zur Verfügung gestellt von Martin Schemm, http://www.pixelio.de

Im Laufe der nächsten Monate wurden alle Päckchen geöffnet. Sie enthielten kleine Süßigkeiten, Geschenke und Gutscheine, die alle pünktlich eingelöst wurden. Jeweils am Freitag, dem 13. fand Tanja eine Niete: Einmal einen grässlich schmeckenden Magenbitter und einmal eine geblümte Unterhose mit halbem Bein. Sie verzichtete darauf, diese zu tragen, drohte Nils aber damit, sich in diesem Gewand im Garten sehen zu lassen. Und auch die Kinder gingen nicht leer aus, denn immer wieder fand Tanja Gutscheine für gemeinsame Familienaktivitäten. Sie gingen zusammen ins Spaßbad und in den Zoo, lernten neue Spiele und hatten eine gute Zeit miteinander.

Schon im Sommer beschlossen Tanja und Nils, dass der Jahres-Adventskalender sich bewährt hatte. Für das nächste Jahr würden sie sich das Päckchen packen teilen: Jeder sechs Monate. Denn das, da waren sie sich sicher, war wirklich schnell gemacht und lohnte sich auf jeden Fall.

Raum-Zeit-Verschiebung

Dieses Mal gab es im Schreibworkshop als Inspiration ein Zitat eines kleinen Mädchens, das unsere Dozentin in der Straßenbahn aufgeschnappt hatte: „Heute wär‘ morgen, das ist so bei mir“, sagte das Kind. Was das wohl zu bedeuten hatte?

Raum-Zeit-Verschiebung

„Wie jetzt, das verstehe ich nicht!“ Lara strich sich verwirrt über die Stirn. Jochen versuchte es noch einmal.

„Pass auf, das ist doch ganz einfach: Du schreibst deine Doktorarbeit in New York, das ist, von hier aus gesehen, etwa sechs Stunden zurück. Können auch sieben sein, irgendwie so um den Dreh. Und ich gehe für zwei Jahre nach Melbourne, das ist etwa sieben Stunden vor uns, im Sommer sogar acht. Du weißt doch, die haben da immer als erstes ihr Silvesterfeuerwerk. Du reist zurück, ich nach vorne. Und zu bestimmten Uhrzeiten ist bei dir heute, bei mir morgen.“

Uhr, Zeit, Dampfwalze, Deformation

Bild zur Verfügung gestellt von Rainer Sturm, http://www.pixelio.de

„Oder umgekehrt?“, fragte Lara verunsichert und zog ein Gesicht. „Kann bei dir auch heute sein, wenn bei mir schon gestern ist?“

Jochen nickte beifällig – endlich hatte sie es verstanden. „Genau das, meine Süße. Wir trennen uns also nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich voneinander.“

„Eine Verschiebung im Raum-Zeit-Kontinuum – dass es sowas tatsächlich gibt, habe ich nicht gewusst. Darüber muss ich nochmal nachdenken.“

Jochen schmunzelte. Wenn seine Freundin über etwas nachdachte, kam zumeist etwas Wirres dabei heraus. Aber was sollte man auch erwarten von einer Frau, die bald ihren Doktor in angewandter Philosophie schreiben würde? Süß war sie, und lieb noch dazu, das reichte ihm.

Lara grübelte. Irgendetwas stimmte nicht. „Du, Jochen? Wenn bei dir heute ist und bei mir gestern, heißt das dann: Bei mir ist noch gestern oder bei mir ist schon gestern?“

Jochen stutzte. Das war in der Tat einen Gedanken wert. Er analysierte das Problem mit dem kühlen Verstand eines Wissenschaftlers und kam zu dem Schluss, dass es „noch“ heißen müsste – der Wochentage wegen. Aber das würde er Lara jetzt nicht erklären – das war ihm zu anstrengend.

Fundstücke 62: Selbstverständlichkeiten

Kürzlich musste ich feststellen, dass die Leute, die für den Frankfurter Dom zuständig sind, es auch nicht leicht haben. Anscheinend werden Gesangbücher geklaut – und zwar von Menschen aller Kulturkreise:

Das nächste Schild fand ich noch frustrierender: Gibt es denn wirklich Barbaren, die das Weihwasser im Dom aussaufen oder sich darin waschen? Diese Welt ist ein Jammertal …

Komische Gewohnheiten – jede unpassende Gelegenheit nutzen

Toilettentür DamenEines vorab, damit meine Leser die Situation richtig einschätzen können: Im wahren Leben bin ich Arbeitnehmerin, zwar in Vollzeit, aber ohne besondere gehobene Stellung. Ich bin ein ganz normaler, durchschnittlicher Mensch mit einem Bürojob. Ob ich arbeite oder nicht, hat keine Auswirkungen darauf, ob Menschen leben oder sterben. Jeder Brotverkäufer tut mehr für das Wohl der Menschen, mit denen er zu tun hat, denn die müssen, wenn sie bei ihm waren, zumindest nicht hungrig zu Bett gehen. Soweit der Status.

Trotz meiner somit offiziell festgestellten Unwichtigkeit erlebe ich es immer wieder, dass Menschen die Lage falsch einschätzen. So wie die Kollegin, die mich nach meinem Urlaub in der Kantine traf – morgens, bevor ich überhaupt richtig angekommen war. Ich war gerade dabei, ein Käsebrötchen in eine Papiertüte zu verfrachten, trug noch meine Jacke und den Rucksack auf dem Buckel. „Noch nicht auskunftsfähig“ schrie meine gesamte Erscheinung, doch die Kollegin überhörte diesen Ruf. Sie schnatterte auf mich ein, hektisch, denn sie hatte es eilig, und ich konnte zu ihrem Problem nichts, aber wirklich gar nichts Intelligentes antworten. Ich bat um Aufschub, darum, zuerst an meinen Arbeitsplatz gehen zu dürfen, um mir die Sache zumindest einmal anzugucken, bevor ich meine Meinung dazu kundtat. Ich kann es nicht leiden, wenn andere ihre Ansichten zu irgendwelchen Dingen total unreflektiert rausrufen, ohne das Thema zu kennen – folglich darf und möchte ich das auch nicht tun.

Sie gab mir fünf Minuten. Der Laptop war noch nicht mal hochgefahren, da war sie wieder da. Ich ließ mir erklären, um was es überhaupt geht, ordnete den Vorgang als „wichtig, aber nicht dramatisch ein“ und bemühte mich um Glättung der Wogen. Öl reingießen nennt man das, glaube ich. Eigentlich hätte ich danach nach Hause gehen können, denn mein gutes Werk für diesen Tag hatte ich getan.

Toilettentür HerrenWeniger duldsam war ich mit der Kollegin, die mir bis auf die Toilette hinterherlief und irgendwelche Informationen über die Trennwand bölkte. Ja, ich weiß, wenn ich im Büro bin, sollte ich ununterbrochen arbeiten, aber ab und zu muss ich mal. Und wenn ich diese Arten von Geschäften erledige, kann und will ich mich nicht auf technische Informationen in Relation zur aktuellen Rechtslage konzentrieren, geschweige denn irgendwelche Entscheidungen treffen. So wichtig bin ich einfach nicht, dass das nicht mal fünf Minuten – und länger brauche ich normalerweise nicht – warten könnte. Ich reagierte also ungehalten und scheuchte die Kollegin aus dem Waschraum. Himmel nochmal, kann man denn nicht mal in Ruhe pieseln? Ich muss mich konzentrieren!

Insgesamt beobachte ich eine Verschiebung der Wahrnehmung, was die Wichtigkeit von Dingen angeht. „Das muss aber heute unbedingt raus!“, höre ich oft, auch wenn das, was raus soll, noch gar nicht fertig ist und, wenn wir mal ehrlich sind, auch niemand begierig darauf wartet. Gerne stelle ich dann eine ganz einfache Frage: „Warum? Was passiert denn, wenn das heute nicht rausgeht?“ Zumeist ist der Rest dann Schweigen. Es muss raus, weil irgendjemand das vor drei Monaten in Unkenntnis der Sachlage in irgendeinen Projektplan geschrieben hat, und nun muss der arme Junior-Projektmanager das auf Teufel komm raus umsetzen, auch wenn das Projekt insgesamt eh schon um drei Wochen verzögert ist. Ob das wirklich vernünftig ist, wird dann, wenn die Panik schon Wellen schlägt, oft zum ersten Mal durchdacht.

Insofern bin ich vielleicht doch nicht ganz so unwichtig: Wenn mich mal wieder jemand im unpassendsten Moment ganz hektisch mit Projektdetails bombardiert, frage ich gerne nach dem „Warum“ oder sage so etwas Pomadiges wie „Das ist doch gerade überhaupt nicht wichtig“. Wahrscheinlich braucht es sowas manchmal. Aber bitte, liebe Kolleginnen, bitte nicht auf der Toilette.

Komische Gewohnheiten – Kaffee mit sich herumtragen

Für viele Menschen ist das, was ich jetzt beschreiben möchte, völlig normal, ich hingegen finde es schwer nachvollziehbar: unterwegs einen Becher Kaffee mit sich herumtragen.

Viel schöner als ein Pappbecher: meine geliebten Eulentassen

Natürlich habe ich das auch schon gemacht: Ich habe mir auf Bahnhöfen schon Kaffee gekauft, auch an der Strandpromenade oder an anderen Orten, wo es mich nach einem Heißgetränk gelüstete. Aber in der Regel trage ich den Becher dann nicht mit mir herum, sondern suche mir ein stilles Plätzchen und trinke ihn aus. Für eine gute Freundin scheint es hingegen nichts Schöneres zu geben, als mit einem Becher in der Hand durch die Stadt zu laufen. Oft steht sie dann vor den Geschäften, die sie eigentlich besuchen möchte, denn da darf sie mit Kaffee nicht hinein. Das scheint ihr aber nichts auszumachen. Auch ihre Autos müssen immer Becherhalter haben – das ist fast genauso wichtig wie ein funktionierendes Getriebe.

Schon aus Umweltgesichtspunkten sind diese ToGo-Kaffees eine ziemliche Sauerei. Die Innenstädte ersticken fast in weggeworfenen Bechern, und nicht jeder, der einen Becher wegschmeißt, trifft einen Mülleimer. Manche treffen leider auch nur die Blumenrabatte fünf Meter neben dem Mülleimer. Dem kann man natürlich beikommen, indem man einen eigenen Kaffeepott mitbringt. Entweder ein herkömmliches Modell aus Keramik, auf dem vielleicht so etwas wie „Schietwetterpott“ oder „Gute-Laune-Becher“ steht. Oder auch Widder oder einfach Stefan. Oder man nimmt eines dieser neuen, schicken Bechermodelle mit Deckel und Nuckelöffnung in der Hoffnung, sich damit beim Laufen und Trinken nicht vollzuplempern.

Meine Sonntagstassen in altmodischem blau-weißen Design

Denn das ist ein weiterer Nachteil der Kaffeeschlepperei – es trinkt sich nicht unbedingt sauber beim Laufen. Kürzlich saß ich mit einer Dame im Bus, die aussah wie ein vollgeläppertes Kleinkind, obwohl sie einen hübschen, buntgeringelten Patentbecher zum Nuckeln dabeihatte. Sie selber hatte das Desaster noch gar nicht bemerkt, als ich sie darauf aufmerksam machte: „Ihr Becher tropft!“ Sie sah entsetzt an sich herunter und wollte das Drama diskutieren, oder zumindest kommentieren: „Oh nein, das kann doch nicht sein, der Becher hat doch einen Dichtungsring!“ Ich nahm das zur Kenntnis und dachte bei mir, dass diese Dichtung ungefähr so funktioniert wie die an meiner dröppelnden Dusche, nur schlechter. Die Dame versuchte, die Malaise in den Griff zu kriegen, indem sie den Deckel vom Becher zog. Das war interessant zu beobachten, besonders, als der Bus bremste und der Milchkaffee begeistert Wellen schlug. Die Bluse der Dame war inzwischen unrettbar verloren, so wäre ich nicht ins Büro gegangen. Wichtiger als ihre gesprenkelte Front war der Dame jedoch ihr Dichtungsring. Sie drückte mir ihren Kaffee in die Hand: „Können Sie mal halten, bitte?“ Ich tat ihr den Gefallen, hielt das schwappende Ding jedoch von mir fern wie eine vollgekackte Windel. Die Frau baute einen Gummiring aus dem Plastikdeckel – der tropfte ihr auch noch die Hose voll. Und dann baute sie ihn wieder ein. Schraubte den Deckel wieder auf den Kaffee und trank einen Schluck. Der Becher tropfte – ein echtes Qualitätserzeugnis. Wenig später stiegen wir gemeinsam an der Bürostadt aus, ich sauber und adrett, die Dame wie jemand, der einen Kaffee zu weit getragen hat.

Geliebte Andenkentassen: Der blau-weiße ist von der Inseltöpferei auf Juist, der andere von einem Schweiz-Trip mit den Karnevalsweibern

Natürlich will ich nicht behaupten, dass alle tollen Kaffeebecher tropfen, aber mich würde schon stören, dass ich mindestens eine Hand für diesen Kaffee brauche – und zwar dauerhaft. Auch beim Einsteigen in den Zug, beim Wühlen in der Handtasche oder wenn ich über einen Bordstein stolpere und lang hinschlage. Der Kaffee behindert mich, was immer ich auch tue. Und deshalb trage ich nur äußerst selten so einen Becher mit mir herum. Es lohnt sich einfach nicht.

Zwei wie einer

Im Schreibworkshop bekamen wir zwei Bilder und sollten uns angucken, ob wir zwischen den beiden abgebildeten Herren Gemeinsamkeiten entdecken könnten. Über diese galt es zu schreiben. Und nun, was soll ich sagen – die beiden hätten Zwillinge sein können! Ich sah da gar keinen Unterschied. Und deshalb schrieb ich nur über einen…

Lorenzo Lotto, Bild eines Jünglings

Bild eines Jünglings vor weißem Vorhang, Lorenzo Lotto um 1508, gemeinfrei

Zwei wie einer

Obwohl er so gar nichts Besonderes tat oder sagte, war es immer das Gleiche: Er brauchte einen Raum nur zu betreten und erregte die Aufmerksamkeit aller. Die Männer waren interessiert an seinen Gedanken, wollten wissen, was er alles wusste und konnte. Sie stellten ihm Fragen und beurteilten seine Antworten kritisch. War er wirklich so gut, hatte er tatsächlich so viel Potential, wie alle sagten? Konnte er ihnen zur Konkurrenz werden?

Auch die Frauen sahen ihn gebannt an. Er gefiel ihnen. Sie fanden ihn hübsch, auf eine kindliche Weise niedlich. Seine manchmal etwas altklug wirkenden Äußerungen ließen sie lächeln und miteinander tuscheln. Und manch eine junge Dame versuchte, ihn zu berühren, fasste schüchtern nach seiner Hand – nur um zu spüren, wie es sich anfühlte.

Pepper, Roboter

Pepper, der Roboter. Bild zur Verfügung gestellt von Xavier Caré / Wikimedia Commons / CC-BY-SA

Trotz all dieser Zuwendung, die er immer wieder bekam, fand er sein persönliches Glück nicht: Am Ende einer jeden Veranstaltung, auf der er freundlich, höflich und klug gewesen war, fühlte er sich leer und ausgebrannt. Er brauchte viel Ruhe, um sein tägliches Pensum zu bewältigen. So blieb ihm keine Zeit, sich eine passende Partnerin zu suchen oder auch nur sich ein gemütliches Zuhause einzurichten. Er verharrte beinahe willenlos, bis seine Zeit abgelaufen war und ein Neuer seinen Platz in den Herzen der Menschen einnahm.

 

 

Nachbemerkung 1: Das Bild von Lorenzo Lotto zeigt einen unbekannten jungen Mann. Ob der zu seiner Zeit keine kleine Berühmtheit war, weiß ich leider nicht, aber er sieht doch so aus, als würde er die Herzen der Damen berühren können – oder etwas nicht?

Nachbemerkung 2: Der Roboter Pepper ist mir persönlich bekannt, ich traf ihn bereits öfter. Leider hat er nur einen begrenzten Aktionsradius, denn wenn man ihn zu sehr herumscheucht, ist irgendwann sein Akku leer. Mir wurde berichtet, dass viele Leute ihm gerne einmal die Hand geben, um zu lernen, wie es sich anfühlt.

Nachbemerkung 3: Mir ist klar, dass die Rollenverteilung unter den Geschlechtern altmodisch und stereotyp ist. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass das Bild des Jünglings um 1508 entstand – da wird es in etwa so gewesen sein.

Kein Trauerspiel

Seit jeher mag ich diese großen, herunterhängenden „Trauerbäume“. Schon im Garten unseres alten (nein – uralten) Hausarztes stand eine Trauerweide und als Kind habe ich diese immer sehr bewundert. Einen ähnlich schönen Baum fand ich gestern im Bethmannpark.

Trauerweide, Spiegelbild See,Bethmannpark

Es war ja so ein wunderschöner Tag gestern, der ohnehin schon lange Sommer hat uns noch einen kräftigen Nacchschlag serviert. Da war es fast eine Erleichterung, mal für ein Weilchen im Schatten Platz zu nehmen – das haben meine beiden Gäste und ich gerne gemacht. Schön war’s – danke, Oktober!

Trauerweide im Gegenlicht

Flohmarkt – Ausbeute und Objekte des Tages

Hach, heute war es schön! Mit meiner Freundin Maike war ich bei bestem Bummelwetter auf dem Antikmarkt auf der Konstablerwache. Im Gegensatz zu dem Samstagsmarkt am Main, auf dem man die Highlights immer arg suchen muss, gibt es hier die schöneren Sachen. Natürlich auch zu einem höheren Preis, aber irgendwas ist ja immer. Dieses Mal habe ich aber sogar etwas gekauft: Jeweils sechs Wein- und Sektgläser. Sowas habe ich gar nicht in zusammenpassend und die Modelle aus den 80er Jahren, die meinen Schrank verstopfen, erfüllen nicht mehr unbedingt meine ästhetischen Ansprüche.

Die Gläser waren erstaunlich schwer zu schleppen, denn sie haben einen recht dicken Boden. Aber ich war so froh, sie zu haben, da machte mir der lange Arm gar nichts aus.

Auf einige Dinge habe ich allerdings auch gerne verzichtet – hier sind die drei Objekte des Tages: Platz 3 geht an das Muschelservice. Ein komisches Stück. Es gibt so tolle Teekannen – diese gehört für mich nicht dazu.

Platz 2 geht an ein Objekt, das zu einem absurd hohen Preis verkauft werden sollte. Nun ja, er ist auch recht groß – der sitzende Drache. Der Verkäufer nannte das Ding sein Söhnchen – nu ja, das müssen merkwürdige Gene sein.

Und mein heutiger Favorit ist ein simpler Gebrauchsgegenstand. Mein Platz 1 bei diesem Flohmarktsbesuch war der Design-Klopapierhalter. Ich brauche leider gerade keinen, kam also nicht in Versuchung, das Ding zu kaufen. So ein Glück!

 

Zeitreise nach Tossens

Wieder einmal war ich mit meiner wunderbaren Schwester an der Küste unterwegs. Dieses Mal landeten wir in Tossens in der Gemeinde Butjadingen. Wie so oft wurde unser kleiner Ausflug eine Art Zeitreise mit Spurensuche – kennst du das noch? Kannst du dich daran noch erinnern? Ist der Spielplatz noch da?

Was es damals definitiv noch nicht da war, sind die vielen Windräder. Und ich bleibe ja dabei: Ich finde sie schön.

Ich war ja nur ab und zu mit meinen Eltern in Tossens, meine Schwester aber verbrachte dort den ersten „richtigen“ Urlaub ohne Familie, nur mit Freunden. Mit dem Rad sind sie damals hingestrampelt, ein Elternpaar kutschierte Gepäck und Zelte hinterher. Daher war es für meine Schwester auch noch spannender als für mich zu gucken, wie sich das Örtchen entwickelt hat. Inzwischen gibt es viel mehr Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten.

Nicht meine Spuren – aber sie könnten es sein, dort auf der Buhne.

Immer noch da sind natürlich die begehbaren Buhnen. Wir sind auf einer herumgelaufen, obwohl es dort eigentlich immer nichts Besonderes zu sehen gibt. Es gehört für mich irgendwie dazu, so wie die Seebrücken an der Ostsee, die ich auch immer ablaufen muss.

Wir machten ja nur einen ganz kurzen Kurztrip nach Tossens, aber mit Kaffee und Pflaumenkuchen gibg doch einiges an Zeit rum. Und so kam ich doch noch zu meinem Gegenlichtbild mit Wasser, als die Sonne es einmal gut mit uns meinte. Dieses ewige norddeutsche „heiter bis wolkig“ ist ja gar nicht so einfach – und wenn dann auch noch Ebbe ist, wird es schwierig mit den Wasserbildern. Aber eines gab es doch:

Zugegeben, auch hier haben wir mehr Matsch als Wasser, aber man sieht doch schon, was es wenige Stunden später wieder werden wollte.

Und zum Schluss noch eine Spurensuche der anderen Art – in meinem Fotoalbum. Das Kind in rot-grün bin ich, das muss um 1980 herum gewesen sein. Den Spielplatz an der Stelle gibt es noch, allerdings sind die Spielgeräte inzwischen deutlich moderner. Gut sieht er aus, der neue Spielplatz. Aber ich erinnere mich, dass ich auch auf dem Alten viel Spaß gehabt habe. Und ins Album geklebt hat meine Schwester das Bild, zumindest ist es ihre Schrift.

Tossens, Butjadingen, Küste