Mal wieder Flohmarkt: Objekte des Tages

Wieder mal verbrachhte ich ein paar schöne Stunden auf dem Flohmarkt am Main, dieses Mal mit meiner Freundin Maike. Beide haben wir nichts gekauft bis auf Kaffee, Fruchtsaftschorle und Eis. Doch es gab viel zu gucken und ich musste mich, wie schon so oft, zusammenreißen, um weder Sammeltassen, Kaffeekannen oder Schmuck zu kaufen. Hier kommen meine Objekte des Tages:

Platz drei – an diesem Stand bin ich schon öfter in Ehrfurcht verharrt. Hier gibt es Vasen von so ausgesuchter Schönheit, dass ich mir kaum vorstellen kann, das jemand sowas kauft. Aber das Angebot wechselt – es muss also seine Fans haben.

Platz 2 ist eigentlich gar kein Einzelobjekt. Der ganze Stand war eine Schau – so viel wildes Zeug! Ich habe mich für einen schönen Ausschnitt entschieden: Totenschädel mit Stierkopf und Bembelvogel (oder wie man das graue Ding nennen soll).

Und mein Favorit war dieses Mal ein echter kleiner Bildungsbürger – das lesende Eichhörnchen. Ich finde, für jemanden, der ausgestopft ist, guckt es wirklich klug.

lesendes Eichhörnchen

Frankfurt von oben

Ich hatte mal wieder Besuch einer lieben Freundin aus Hamburg. Ich mag solche Besuche ja: Zum einen, weil ich gerne den Kontakt zu meinen alten Freunden halte und man dann mal so richtig schwätzen kann. Und zum anderen, weil es einem die Möglichkeit gibt, sich zu verhalten wie ein Tourist und ein bisschen dumm in der Gegend herumzugucken. Dieses Mal guckten wir, auf Kerstins Wunsch, nicht nur herum, sondern herunter. Vom Main-Tower, genaugenommen. Mir gab das soeben auch noch die Möglichkeit, mal wieder mit diesem GIF-Generator herumzufummeln. Hier der erste Versuch:

Frankfurt, Main-Tower, Blick von oben

Kerstin und ich hatten eine Plattform für uns ganz alleine. Denn Kerstin ist Rollstuhlfahrerin und kann die letzte Treppe natürlich nicht bewältigen. Rollifahrer mit einem B im Ausweis und einer kompetenten Begleitperson dabei (das war ich! 🙂 ) werden am Main-Tower bevorzugt behandelt und müssen nicht mal etwas bezahlen. Das ist nicht selbstverständlich und den anderen gegenüber vielleicht auch ein bisschen ungerecht, aber wir haben es gerne angenommen.

Vor einigen Jahren waren wir schon einmal zusammen auf dem Turm. Damals war für uns eine Art Balkon geöffnet, auf dem mal ziemlich weit um den Turm herumlaufen konnte, aber dafür im Sitzen nicht ganz so gut gucken konnte. Dieses Mal durften wir in Begleitung eines netten Mitarbeiters eine andere Plattform nutzen, auf der man nicht ganz rumlaufen, aber dafür grandios gucken konnte. Da man sich von dort ohne große Umstände in den Freiflug begeben könnte, darf man diese Stelle wahrscheinlich ohne Begleitung nicht betreten.

Frankfurt, Main-Tower, Blick von oben

Ich machte mit meinem Handy zwei Bilderserien aus jeweils 100 Bildern (eigentlich drei, aber die dritte ist irgendwie misslungen), die ich in verschiedenene Geschwindigkeiten zum GIF umgewandelt habe. Ich bin immer wieder erstaunt über die heutige Technik – ohne großartiges Equipment kann man so tolle Sachen machen. Das tröstet mich auch darüber hinweg, dass ich beim Blick von oben immer erst gewisse Orientierungsschwierigkeiten habe: Auf Kerstins Frage, wo ich denn in etwa wohnen würde, musste ich erst mal nach einem optischen Fixpunkt suchen und fand dann zum Glück die EZB. Außerdem fand ich, als ich erst mal wusste, wo ich in etwa gucken muss, die alte Oper, die Fressgass, die Katharinenkirche und den Römer mit all dem Gedöns drumherum. Außerdem natürlich den Bahnhof und allerlei Banken. Es war ein sehr schöner Aufenthalt dort in luftiger Höhe im 55. Stock.

Frankfurt, Main-Tower, Blick von oben, alte Oper, Main, Römer, Bankenviertel

Eine unglaubliche Geschichte

Brautpaar, Heuballen

Auf jeden Fall schön genug! Bild zur Verfügung gestellt von Jens Bredehorn, http://www.pixelio.de

Seit einiger Zeit habe ich auf meinem Handy eine weitere „Nachrichtenapp“: die von der Gala. Das ist dieses Klatschblatt, dass ich früher nur beim Arzt oder Friseur gelesen habe. Nun kann ich mich immer und überall über die gesellschaftlich wichtigen Leute informieren, beziehungsweise ich erfahre so überhaupt erst von deren Existenz und Relevanz. Bei den meisten Leuten weiß ich nicht so genau, was die machen, und deshalb freue ich mich immer über die Royals, weil deren Tätigkeitsfeld klar umrissen ist: Die sind König, oder Prinzessin, oder zumindest die Cousine von irgendwem, der dazu gehört.

Unter dem Eindruck all dieser bahnbrechenden Nachrichten über Prinzens und Prinzessinens kam mir der Geschichtsanfang, der uns im Schreibkurs vorgegeben wurde, gerade recht für

Eine unglaubliche Geschichte

„Passen Sie auf, was ich Ihnen jetzt erzählen werde! Es ist unglaublich, eine schier unfassbare Geschichte, und doch ist sie wahr – so wahr, wie ich hier vor Ihnen stehe.

Es war vor einigen Jahren, in einem gänzlich unbekannten Land. Ein Land, so klein und unbedeutend und versteckt, dass niemand darüber berichtet. Es gibt auch nicht viel zu berichten, denn es passiert dort nicht viel. Die Menschen sind nicht arm und nicht reich, sie leben von ihrer Hände Arbeit und haben ihr Auskommen. In diesem Land gibt es keine große Politik, dafür ist es viel zu klein. Kein fremder Außenminister kommt jemals dorthin, und das ist gut so, denn er würde sich langweilen. Keine Konflikte zu bewältigen, nicht mal Handelsabkommen zu erwarten, denn bis auf zwölf gemusterte Teppiche wurde aus diesem Land niemals etwas exportiert. Es gibt auch kein Parlament, dass den fremden Außenminister empfangen könnte. Einzige einen etwas unscheinbaren König gibt es da, und der regiert so ruhig und besonnen, dass alle zufrieden sind und niemand sich mit Umsturzgedanken trägt. Sogar seine Kinder sind wohlgeraten und machen allen Freude, auch wenn sie nicht schön genug sind für die Gazetten dieser Welt. Niemand schreibt über dieses Königshaus, die Bunte nicht, die Gala nicht und schon gar nicht die Bild-Zeitung. Nur das kleine Lokalblättchen berichtet ab und zu über diese Royals, und auch nur dann, wenn es etwas zu berichten gibt.

Und neulich war es tatsächlich soweit, es geschah etwas Berichtenswertes, und das war so unglaublich, dass ich es Ihnen erzählen muss: Der älteste Sohn des Königs, der Kronprinz, wenn Sie so wollen, hat geheiratet. Mit 29 Jahren ist das nicht weiter spektakulär, aufregend war jedoch für mich, was geschah, als er dem Land seine Braut vorstellte: Ein Mädchen aus der Kleinstadt, also eigentlich vom Dorf, klug und warmherzig, so erzählt man sich. Sie ist nicht besonders hübsch, groß, sehr kräftig, und mit einem wuchtigen Oberkiefer, der besonders auffällt, wenn sie lacht. Die einzige Zeitung des Landes zeigte sie in ihrem Hochzeitskleid und alle fanden sie schön. Man zeigte sie in der Nacht, mit einem Fleck auf dem weißen Kleid, herunterhängendem Dutt und einer Laufmasche, und alle fanden sie schön. Man zeigte sie an der Seite ihres unscheinbaren Gatten, und alle sahen die beiden lächeln und fanden sie schön. Und das fand ich so unglaublich, dass ich es Ihnen erzählen musste.

Der Göttinger Karzer

Karzer, Göttingen, Bemalung, Kunst, Dame im Badeanzug

Kunst im Karzer

Bei unserem Göttingen-Besuch im April nahmen wir auch an einer sehr interessanten Stadtführung teil. Unter anderem durften wir auch den Karzer der Göttinger Universität besichtigen. Laut Aushang wurden schon im Jahr 1736 Karzerstrafen verhängt, und zwar unter anderem wegen Duellierens, mangender Nüchternheit, Keuschheit oder Bescheidenheit gegenüber Soldaten. Auch „grober Unfug“ wurde geahndet. Kleinere Delikte hatten Karzerstrafen bis zu drei Tagen zur Folge, bei größeren Vergehen konnten es auch mal zwei Wochen werden. Es gab auch andere Strafen und wenn alles nichts half, flog der Student hinaus, diese Sanktion ist ja auch heute noch üblich.

Nicht alle Zellen waren eingerichtet, aber diese zeigte wohl in etwa die Raumgestaltung der späteren Karzerjahre.

Sehr interessant fand ich die vielen Gemälde und Inschriften auf den Zellenwänden. Wir erfuhren, dass es verboten war, an den Wänden zu malen oder zu schreiben – aber nur, wenn man erwischt wurde. Was fertig war, galt quasi als Kunst am Bau und wurde geduldet. Wenn man sich ansieht, wie fein ausgearbeitet manche der Bilder sind, scheinen die Insassen nicht besonders stark kontrolliert worden zu sein.

Bei anderen hingegen saß der Stift deutlich weniger locker, da reichte es gerade mal, um den eigenen Namen an die Wand zu krakeln, oft ergänzt um ein Datum.

Lächeln musste ich bei einem der Aushänge, denn hier erfuhr man die Liste der Vergehen, die um 1837 geahndet wurden. Auch ich wäre hier gefährdet gewesen, in den Karzer einzufahren. Zwar neige ich nicht dazu, in der Gegend herumzuballern, auch habe ich keine großen Hunde und bade selten in der Leine. Aber ständiger Unfleiß – im Volksmund auch Faulheit genannt – habe ich mir während meiner Schulzeit und des Studiums durchaus zuschulden kommen lassen.

Karzer, Göttingen

Unglaubliches Wachstum

Vor kurzem schrieb ich schon einen Beitrag über die Webcams, die es ermöglichen, Vögel bei der Aufzucht ihrer Jungen zu beobachten. Seitdem gucke ich immer mal wieder nach, was „meine Küken“ so machen. Und mir fällt auf, wie unglaublich schnell sie wachsen. Mein besonderer Liebling ist der kleine Seeadler. Der schlüpfte am 24. April und sechs Tage später sah er so aus:

Küken, Seeadler. Fütterzeit

Das GIF habe ich mit einem Online-Generator gebastelt. Nicht perfekt, aber man sieht doch, mit welchem Appetit der Winzling futtert. Ansonsten ist aber noch ziemlich Ruhe im Nest: Wenn das Kleine nicht gefüttert wird, kuschelt es sich zumeist unter die Federn des Elternteils, das gerade den Kinderdienst macht. Die Adlereltern – Suvi und Sulev, wie ich inzwischen weiß – wechseln sich mit dem Babysitting ziemlich gleichberechtigt ab. Es war die Zeit des schlechten Wetters, in der es in Estland genauso unangenehm stürmte wie bei uns – dass dem Adlerbaby nicht schlecht gewordenen ist im schwankenden Horst, finde ich fast erstaunlich.

Zehn Tage später hat das Küken schon einen enormen Sprung gemacht: Es ist gewachsen und wirkt viel beweglicher, kann richtig aufstehen und neugierig einen langen Hals machen. Insgesamt ist es viel lebhafter als zuvor.

Adlerküken, Adlerhorst, Seeadler

Schon da fällt auf, wie schnell das Küken wächst. Im Vergleich zum Menschenjungen ist dieser Zuwachs wirklich enorm. Aber gut, dieses Küken soll irgendwann Ende Juli flügge sein und das Nest verlassen – beim durchschnittlichen Menschenkind dauert das wohl etwa 20 Jahre.

In den letzten Tagen war ich viel unterwegs und konnte deshalb nicht nach dem Kleinen gucken. Daher war ich heute Morgen völlig überrascht, als ich die Veränderung an dem Küken gesehen habe: Es sitzt inzwischen auch mal alleine im Horst und wartet geduldig auf seine Eltern. Derweil putzt es sich und hält ab und zu Ausschau, ob schon neues Futter angeflogen kommt.

Adlerküken, Seeadler, Adlerhorst

Wer selber nochmal gucken möchte: Hier ist der Link zu dieser wunderbaren Seite. Es ist auch ein winzigkleines Schwarzstorchküken geschlüpft – ich bin gespant, ob es Geschwister bekommen wird und wie es sich entwickelt.

Das Topflappen-Mysterium

Topflappen, verbranntManchmal gehen Dinge im Haushalt kaputt. Mal ist es Verschleiß, mal Ungeschick, so wie kürzlich, als ich einen meiner ältesten Kaffeebecher mit Schwung auf den Küchenboden pfefferte, anstatt ihn wie angedacht sorgfältig in der Spülette zu platzieren. Normalerweise ist sowas keinen Blogbericht wert.

Dann wieder passieren Dinge, die irgendwie auffällig sind. Weil sie gehäuft vorkommen oder unerklärlich sind. Oder weil sie mich an meinem geistigen Zustand zweifeln lassen. Sowas geschah kürzlich mit meinen Topflappen.

Topflappen sind unscheinbare Gebrauchsgegenstände, sie sind immer da und ich denke nicht weiter darüber nach. Anders war es, als ich vor drei Wochen im Bad herumwerkelte und dachte, dass es komisch riecht in der Wohnung. Ich trabte also in die Küche und kam gerade noch rechtzeitig, um einen Topflappen zu löschen, der sich auf meinen Herd geschlichen und dort ein Feuer verursacht hatte. Bei näherem Hinsehen hatte ich wohl die falsche Herdplatte angedreht – das Wasser im Kartoffeltopf war noch immer kalt. Erstaunlich fand ich, wie gut der Topflappen brannte: Sollte sowas nicht einigermaßen feuerfest sein? Egal, passiert ist passiert.

Zwei Wochen später passierte es wieder. Dieses Mal fackelte ich meinen braven Küchenhelfer ab, indem ich ihn versehentlich auf die heiße Herdplatte legte. Dieser wurde nur schwarz, brannte aber nicht. Auf jeden Fall war er hin. Das schwarz-weiße Paar, dass ich rund 20 Jahre in Benutzung hatte, gab also innerhalb weniger Tage den Geist auf.

Nun herrscht bei mir an Topflappen kein Mangel, hat doch Oma Erna für Töchter und Enkelinnen einen stattlichen Haufen davon gehäkelt. Benutzt habe ich diese Oma-Lappen noch nie, aber das kann man ja ändern. Das heißt, man könnte es, wenn man sie denn fände. Ich weiß, dass sie irgendwo sein müssen, aber wo? Wo legt ein vernunftbegabter Mensch beim Umzug einen Stapel Häkellappen hin? Ich glaubte mir über ihren Aufenthaltsort völlig im Klaren zu sein, ging an den Schrank und öffnete das entsprechende Fach – nichts. Nur eine Weihnachtstischedecke, eine Osterdecke und der Taschentuchbehälter mit den ebenfalls von Oma behäkelten Spitzentaschentüchern. Alles nie benutzt. Und mein Taufkleid – das passt mir auch nicht mehr. Aber kein einziger Topflappen. Wo mögen die sein?

Die ewige Antje schlug den Keller vor – damit könnte sie Recht haben. Aber habe ich Lust, da zu suchen? Eher nicht. Da stricke ich lieber ein Paar Läppchen für die Küche, entsprechende Wollreste sind ja reichlich da.

Was bleibt, ist ein ungutes Gefühl: Erst ein abgebrannter Besitz, dann ein verschwundener Vorrat. Ich wittere eine Verschwörung im eigenen Heim – die Topflappen-Verschwörung. Ich werde diese Vorgänge weiter beobachten und darüber berichten.

Schön ausgedrückt – schlüpfrig

Kürzlich saßen wir in lustiger – manch einer mag auch sagen alberner – Runde beisammen und Barbara äußerte das schöne Wort „schlüpfrig“. Das führte zu einer Reihe weiterer Ausgelassenheiten und viel Gelächter. Natürlich dachten wir dabei nur an die eine Bedeutung dieses Wortes. Und dabei hat es doch zwei, von denen eine völlig harmlos ist.

Bild zur Verfügung gestellt von Ibefisch, http://www.pixelio.de

Mein Freund, der gelbe Duden, beschreibt das Wort als eher selten im Gebrauch und es stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Das ist erst mal wenig überraschend.

Die erste Bedeutung ist feucht und glatt, ich habe spontan den Rand eines Sees oder einen alten Steg im Sinn. Auch so manches Schwimmbad hat eine schlüpfrige Umrandung, genau wie der kleine Anleger, an dem ich einmal aus einem Kanu stieg und aufstehen wollte, um einer Kollegin auch aus dem Boot zu helfen. Der Untergrund war schlüpfrig und so fiel ich gleich mit Schwung wieder in die Lahn hinein. Gut, dass es von dieser Aktion auf feuchtem Grund keine Fotos gibt.

„Schlüpfrig wie Schneckenschleim“, auch diese Bemerkung über einen unangenehmen Zeitgenossen kommt mir in den Sinn. Hier verbindet sich die Bedeutung von „aalglatt“ mit der Abwertung, die der Duden als zweites anführt, wenngleich diese eindeutig sexueller Natur ist. „Anstößig, zweideutig, unanständig“, heißt es da im Duden, und das war es natürlich, woran wir damals in der Kneipe alle dachten.

Auch die anderen bekannten Wörterbücher geben nicht viel mehr her, doch eine Unterhaltung mit Kollegen, bei denen ich ebenfalls dieses schöne Wort erwähnte, brachte die Assoziation zum „Schlüpfer“ mit sich. Über den wurde auf Meikes bunter Welt bereits berichtet, allerdings auch da nur in einem Nebenstrang. Es scheint das Schicksal des Schlüpfers zu sein, dass er immer nur eine untergeordnete Rolle spielt.

Bild zur Verfügung gestellt von Radka Schöne , http://www.pixelio.de

Etwas anderes passierte mir aber, während ich über diesen Beitrag nachdachte: Ich suchte eine Illustration und weil ich hier im Blog nicht schlüpfrig (2), also anzüglich sein will, brauchte ich ein Foto für schlüpfrig (1): der Glätte. Und dabei fiel mir auf, wie viele wunderschöne Fotos von Schnecken es doch gibt. Diese Tierchen habe ich bislang viel zu wenig beachtet. Ich glaube, ich muss mich demnächst einmal in aller Frühe auf Schneckenjagd machen.

Fünf Gründe, den Mai zu mögen

Listen sind in. Überall im Internet findet man Listen: 10 Gründe, warum du nicht abnimmst. 8 Möglichkeiten, sich einen schönen Mann zu angeln. 11 Arten, mit Würde eine Dauerwelle zu tragen. 6 Gründe, warum du immer noch nicht reich bist. Und so weiter und so fort. Nun, ich will auch mal eine Liste machen, und zwar über den Mai. Denn der ist wirklich ein ziemlich guter Monat.

5 Gründe, den Mai zu mögen

1. Das Wetter wird besser

Ja, ich gebe es zu, heute ist es noch nicht so dolle. Es ist kalt und windet wie verrückt. Doch die Tendenz stimmt: Zum einen war es gestern, also am 30. April, noch viel schlechter. Und zum anderen soll es in ein paar Tagen richtig gut werden. Da will ich also heute nicht klagen, sondern optimistisch in die Zukunft gucken. Der Sommer kommt. Mein Schwimmbad in Hausen hat geöffnet, der jährliche Husten ist rum, die Haut nimmt einen gesunden Braunton an.

Im Zusammenhang mit Punkt 1 ist dann auch Punkt 2 auf meiner Liste zu sehen:

2. Die Zeit der Weinfeste beginnt

Weißwein, WeingläserIch liebe es, draußen zu sitzen und einen kühlen Weißwein zu schlürfen. Oder eine Fruchtbowle, einen Apfelwein, zur Not sogar ein Bier. Der Sommer ist Festsaison in Frankfurt, es wird gefeiert, was das Zeug hergibt. Das Wochenende um den ersten Mai herum ist bei mir und der ewigen Antje traditionell dem Bornheimer Weinfest vorbehalten, wo wir uns dieses Mal nach einem kurzen Umweg über einen etwas wässrigen Rivaner für einen wunderbar leichten Chardonnay entschieden. Das einzige, das komisch war an diesem Getränk, war seine Wirkung: Obwohl klar und flüssig, machte es ganz schön Durst – zumindest am nächsten Morgen.

3. Der Flieder blüht

FliederDerzeit erfreue ich mich jeden Morgen, wenn ich am Südbahnhof umsteigen muss, am wunderbaren Geruch des Flieders, der dort blüht. Leider ist das immer nur ein kurzes Vergnügen (besonders im letzten Jahr, als ein dickes Gewitter die feinen Blüten allesamt zu Brei verarbeitet hatte), doch die paar Tage, in denen die Büsche in voller Blüte stehen, finde ich wirklich schön.

4. Spargelzeit

Ja, ich weiß, es ist nur ein Gemüse. Noch dazu eines ohne kräftigen Eigengeschmack, das in den meisten anderen Ländern kaum beachtet wird. Spargel ist eine deutsche Marotte – aber eine, die ich sehr schätze. Spargel gehört für mich in eine gute Hühnersuppe à la Mama Uschi. Außerdem muss ich jedes Jahr ein paar mal so einen dekadenten, teuren Spargelteller mit Hollandaise und Schnitzel haben. So einen wie diesen hier, den man mir im „Wirtshaus am Ostend“ servierte:

5. Feier- und Brückentage

Last but not least: Für einen faulen Menschen wie mich sind Feiertage etwas Tolles. In diesem Mai haben wir hier in Frankfurt gleich vier davon (ja, ich weiß, es gibt Regionen, die keinen Fronleichnam haben – die haben dafür bestimmt irgendwas anderes Schönes. Nordsee oder so.). Den 30. April habe ich mir als Brückentag gegönnt und um Fronleichnam herum besuche ich immer gerne meine Schwester. Das wird hoffentlich auch dieses Jjahr wieder klappen. Und um Pfingsten blühen dann die besonders schönen Pfingstrosen, mit denen ich diese meine erste Liste beschließen möchte.

Brutpflege

Es ist Kükenzeit. Schon letztes Jahr wurde ich auf eine Webcam aufmerksam gemacht, die ein Nest auf einer Nürnberger Burg zeigte – ein Wanderfalken-Paar hat es sich hier im Kies gemütlich gemacht. Derzeit haben sie ein weißes, flauschiges Küken. Zwei Eier sind auch noch da und ich bilde mir ein, dass aus einem schon ein kleiner Fuß rausguckt.

Auch in Bayern kann man Ähnliches beobachten. Hier haben die Vögel von der Community sogar Namen bekommen: Frieda und Friedo heißen sie. Leider ist diesem Pärchen von ursprünglich drei Eiern nur noch eines übrig geblieben. Doch aus diesem schlüpfte Feli – weiß, plüschig und sehr munter. In diese beiden Seiten habe ich schon im letzten Jahr gerne reingeguckt.

Heute aber wurde ich auf noch eine wunderschöne Seite aufmerksam gemacht, die zum Beobachten von Vögeln einläd. Diese Seite stammt aus Estland, so dass ich vom Text leider nicht allzuviel gebrauchen kann. Ich habe aber verstanden, dass darauf geachtet wird, die Vögel nicht zu stören und dass die beiden Adler namentlich nicht bekannt sind. Auch sie haben schon ein bezauberndes graues Küken. Die Aussicht, die diese kleine Familie aus ihrem Hochsitz hat, finde ich legendär – das wirkt, als wäre man bei den Waltons in den Rocky Mountains. Auf Estland als Standort wäre ich nie gekommen.

Sogar über die Platzierung der Kameras und deren Technik wird viel erklärt auf der Seite. Das hat mich allerdings in Teilen eher verwirrt, denn der Google Übersetzer behauptete:

Das Kamerasystem ist so aufgebaut, dass bei Dunkelheit alle Stromverbraucher aus- und wieder einschalten. Dies wird den Energieverbrauch des Vorfrühlings stark reduzieren, und es ist nicht notwendig, beim Batteriewechsel Eidechsenstörung zu essen. Sonnenkollektoren funktionieren gut, wenn sie nicht auf der Sonne stehen und die Sonne scheint.

Nun gut, lassen wir das mal so stehen.

Auf der estnischen Seite gibt es noch weitere Kameras zu sehen, so auch eine, die ein Paar Schwarzstörche zeigt. Vier Eier haben die beiden – das wird ein Gewusel geben. Wahrscheinlich essen diese Vögel sogar Eidechsen …

Korrektur und Nachtrag: Soeben habe ich entdeckt, dass man die Webseite auch auf Deutsch umstellen kann. Diese Übersetzung ist deutlich besser als die von Google, aber bei Weitem nicht so lustig! Der oben zitierte Teil mit den Kameras liest sich jetzt so:

Das Kamerasystem ist so eingericht, dass bei Dunkelheit alle Verbraucher abgeschaltet und wenn es hell wird wieder eingeschaltet werden. Das erlaubt uns die notwendige Energie vor allem im frühen Frühjahr zu reduzieren und wir müssen nicht riskieren, den Horstalltag der Adler für einen Batteriewechsel zu stören. Die Solarpanele arbeiten gut, wenn sie nicht von Schnee bedeckt sind und die Sonne scheint.