Knopfexperimente

In der letzten Zeit habe ich nicht nur viel gestrickt, sondern auch eifrig weiter mit dem Knöpfe wickeln herumexperimentiert. Kleine Blusenknöpfe kann ich immer noch nicht, aber ich weiß inzwischen, dass man auch eine ganze Menge „einwickeln“ kann, um den Knöpfen eine interessante Mitte zu geben. Seitdem renne ich durch die Gegend wie ein Trüffelschwein und suche ständig nach kleinen, runden Sachen, die ich verknöpfeln könnte. Das sieht dann so aus:

3 Kronkorken

Zu meinem großen Erstaunen gibt es wunderschöne Kronkorken, die es teilweise sehr günstig bei Ebay zu kaufen gibt. Von den Astra-Kronkorken mit Herz, Anker und Kreuz habe ich insgesamt 100 – da kann ich mich wirklich austoben. Der gelbe Drachen-Kronkorken stammt aus einer Sammlung, die anscheinend aufgelöst wird, und gehört wohl zu irgendwelchen polnischen Getränken. Beim Erwerb dieser Kronkorken lernte ich übrigens nicht nur, wie viele schöne Serien es gibt, sondern auch, was für unglaubliche Preise teilweise für diese kleinen Dinger bezahlt werden. Die echten Sammler haben sich wahrscheinlich über meine Kleinstgebote kaputtgelacht, wenngleich auch diese ein paar Mal zum Erfolg führten. 

2 Münzen

Auch alte Münzen lassen sich prima verwenden, wenn sie nicht zu groß sind. Hier haben wir eine alte griechische Drachme, umwickelt in den Landesfarben, sowie einen österreichischen Schilling, ebenfalls in den Farben der Flagge. Hier hat mir das hübsche Edelweiß besonders gut gefallen. Es warten noch etliche ausgemusterte Geldstücke auf eine Verwendung. Leidr habe ich gar kein 50-Pfennig-Stück mehr in der Restekiste – das Motiv fand ich immer besonders schön.

Alles in allem macht mir das Knöpfeln immer noch viel Spaß. Ich probiere mit Farben, Garnen, Ringen und Motiven herum. Außerdem mit unterschiedlichen Größen: Kleine lasse ich erst mal bleiben, aber einen Plastik-Karnevalsarmreifen habe ich kürzlich silbrig umwickelt und ihm so zu neuem Glanz verholfen. Ich habe nun schon eine kleine Schachtel voll mit verschiedenen Knöpfen, und irgendwann werde ich da irgendwas mit machen. Was auch immer 🙂

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Mal was Neues – Knöpfe!

Noch immer sitze ich viel zuhause und werkel so vor mich in. Da ich derzeit kein fernsehtaugliches Muster stricke, sondern eine arge Fummelei, gab es länger nichts zum Zeigen, doch es geht voran. Kürzlich wurde ich jedoch auf etwas anderes aufmerksam, dass mich interessierte und für das ich die allermeisten „Zutaten“ auch zuhause habe: Das Herstellen von Knöpfen aus einem Holz- oder Alurohling und Wolle. Werkzeuge braucht man nicht, von den üblichen Nadeln und Scheren einmal abgesehen. Ich guckte mir also diverse Anleitungen auf YouTube einmal an und beschloss: Das kann ich auch. Dabei kann nix schiefgehen. Also bestellte ich Aluringlein, dazu noch etwas ganz dünnes Häkelgarn (weil ich mir die ganz feinen, kleinen Blusenknöpfchen, die mit der reichlich vorhandenen Nähseide gemacht werden, doch noch nicht zutraue) und guckte noch ein paar Videos und Instagram-Bilder zur Inspiration.

Links die Nummer 1 meiner Knopfkarriere, rechts Nummer 2

An dieser Stelle möchte ich übrigens all den Leuten einmal danken, die ihr Wissen in teils ausführlichen Lehrvideos (neudeutsch „Tutorials“) teilen und so für andere zugänglich machen. Ich habe mich an die freundliche Stimme von Jana aus Janas Bastelparadies gewöhnt, die meine ersten Zwirnknopf-Wickelversuche begleitet hat und immer noch begleitet. Und auch von Gina, die mir mir Englisch spricht, habe ich mir schon allerhand abgucken dürfen.

Ich wartete also auf einen müßigen Sonntagnachmittag, packte meine Utensilien aus und werkelte drauflos. Das erste Mal Wickeln gelang mir gar nicht, was war denn das? Falsch rum, aha! Nochmal abwickeln, von vorne. Und siehe da, das ging besser. Ich habe aber auch einen Ring mit 3,6 cm Durchmesser, das ist nicht unbedingt filigran zu nennen. Aber macht nix, Kunst kommt von Können und noch kann ich nichts, also stelle ich erst mal große Knöpfe her. Der erste Knopf in Grün, Orange und Gelb dauerte gefühlt ewig, wurde aber sehr hübsch. Und auch der maritime Knopf, den ich danach wickelte, sah prima aus.

Ähnliche Muster, ganz andere Farben. Das Spiel mit den Farbkombinationen macht viel Spaß!

Inzwischen habe ich es auf eine stolze Sammlung von sechs Knöpfen gebracht und fühle mich sehr erfahren. Bald bin ich reif für Blusenknöpfe. Die Sternmuster gehen mir schon ganz gut von der Hand, die wurden im Internet aber auch wirklich gut erklärt. Die beiden Knöpfe mit den „eckigen“ Mustern waren deutlich schwieriger, aber dafür hatte ich auch keine Anleitung, sondern ich versuchte, anhand von Bildern herauszufinden, wie das wohl funktioniert. Nun ja – bisschen zittrig, aber man kann erkennen, was das eigentlich werden wollte.

Was bleibt, ist natürlich die Frage, was ich mit den gebastelten Knöpfen einmal angangen will. So ganz genau weiß ich das noch gar nicht. Wenn es in dem Tempo weitergeht, habe ich im Jahr 2030 genügend Knöpfe, um einmal auf einen Handwerkermarkt zu gehen. Oder ich nähe die Werke irgendwo dran. Hübscher Sommerschmuck sind sie auch. Wir werden sehen. Erst mal macht es Spaß und ist entspannend, zumindest wenn einem nicht gerade beim Vernähen ein Faden vom Ring geflutscht ist.

Ein Freistilmuster und ein nachgebautes Webmuster. Schwierig …