Fünf Gründe, den Mai zu mögen

Listen sind in. Überall im Internet findet man Listen: 10 Gründe, warum du nicht abnimmst. 8 Möglichkeiten, sich einen schönen Mann zu angeln. 11 Arten, mit Würde eine Dauerwelle zu tragen. 6 Gründe, warum du immer noch nicht reich bist. Und so weiter und so fort. Nun, ich will auch mal eine Liste machen, und zwar über den Mai. Denn der ist wirklich ein ziemlich guter Monat.

5 Gründe, den Mai zu mögen

1. Das Wetter wird besser

Ja, ich gebe es zu, heute ist es noch nicht so dolle. Es ist kalt und windet wie verrückt. Doch die Tendenz stimmt: Zum einen war es gestern, also am 30. April, noch viel schlechter. Und zum anderen soll es in ein paar Tagen richtig gut werden. Da will ich also heute nicht klagen, sondern optimistisch in die Zukunft gucken. Der Sommer kommt. Mein Schwimmbad in Hausen hat geöffnet, der jährliche Husten ist rum, die Haut nimmt einen gesunden Braunton an.

Im Zusammenhang mit Punkt 1 ist dann auch Punkt 2 auf meiner Liste zu sehen:

2. Die Zeit der Weinfeste beginnt

Weißwein, WeingläserIch liebe es, draußen zu sitzen und einen kühlen Weißwein zu schlürfen. Oder eine Fruchtbowle, einen Apfelwein, zur Not sogar ein Bier. Der Sommer ist Festsaison in Frankfurt, es wird gefeiert, was das Zeug hergibt. Das Wochenende um den ersten Mai herum ist bei mir und der ewigen Antje traditionell dem Bornheimer Weinfest vorbehalten, wo wir uns dieses Mal nach einem kurzen Umweg über einen etwas wässrigen Rivaner für einen wunderbar leichten Chardonnay entschieden. Das einzige, das komisch war an diesem Getränk, war seine Wirkung: Obwohl klar und flüssig, machte es ganz schön Durst – zumindest am nächsten Morgen.

3. Der Flieder blüht

FliederDerzeit erfreue ich mich jeden Morgen, wenn ich am Südbahnhof umsteigen muss, am wunderbaren Geruch des Flieders, der dort blüht. Leider ist das immer nur ein kurzes Vergnügen (besonders im letzten Jahr, als ein dickes Gewitter die feinen Blüten allesamt zu Brei verarbeitet hatte), doch die paar Tage, in denen die Büsche in voller Blüte stehen, finde ich wirklich schön.

4. Spargelzeit

Ja, ich weiß, es ist nur ein Gemüse. Noch dazu eines ohne kräftigen Eigengeschmack, das in den meisten anderen Ländern kaum beachtet wird. Spargel ist eine deutsche Marotte – aber eine, die ich sehr schätze. Spargel gehört für mich in eine gute Hühnersuppe à la Mama Uschi. Außerdem muss ich jedes Jahr ein paar mal so einen dekadenten, teuren Spargelteller mit Hollandaise und Schnitzel haben. So einen wie diesen hier, den man mir im „Wirtshaus am Ostend“ servierte:

5. Feier- und Brückentage

Last but not least: Für einen faulen Menschen wie mich sind Feiertage etwas Tolles. In diesem Mai haben wir hier in Frankfurt gleich vier davon (ja, ich weiß, es gibt Regionen, die keinen Fronleichnam haben – die haben dafür bestimmt irgendwas anderes Schönes. Nordsee oder so.). Den 30. April habe ich mir als Brückentag gegönnt und um Fronleichnam herum besuche ich immer gerne meine Schwester. Das wird hoffentlich auch dieses Jjahr wieder klappen. Und um Pfingsten blühen dann die besonders schönen Pfingstrosen, mit denen ich diese meine erste Liste beschließen möchte.

Feste feiern

Flyer Weinfest„In Frankfurt ist immer irgendwo ein Fest. Wenn kein Fest ist, ist was nicht in Ordnung.“ Das sagte einmal eine Freundin von mir, die von der Feierwütigkeit der Frankfurter beeindruckt und begeistert war. Und sie hat recht: Zumindest im Sommer findet immer irgendwo etwas statt, bei dem es zu essen und zu trinken gibt und man in fröhlicher Runde mit anderen ins Gespräch kommt. Straßenfeste, Stadtteilfeste, amerikanische, französische oder hessische Wochen, Weinfeste, Federweißerfeste, Apfelweinfeste, Festivals zu Ehren des Bieres oder der grünen Soße – Anlässe gibt es mehr als genug. Ich liebe das – auch wenn ich nicht alles besuchen kann und will.

Gestern aber besuchten die ewige Antje und ich bei Prachtwetter gleich zwei Feste: Das kleine, etwas unspektakuläre „Grüne Soße-Festival“, bei dem es am Rossmarkt allerhand Kulinarisches rund um dieses hessische Hausgericht gab. Leider geizte man auf dieser Veranstaltung mit Musik und Sonne. Uns war der Tag zu schön, um uns lange dort im Schatten aufzuhalten.

Also ging es weiter auf das Weinfest in Bornheim, das wohl wegen des guten Wetters fast aus allen Nähten platzte und mal wieder urgemütlich war. Die Preise für Wein und Wasser waren volkstümlich-moderat, es gab eine schöne Essensauswahl und wenn man einen der begehrten Sitzplätze auf einer der Bierbänke ergattert hatte, konnte man entspannt genießen. Musik gab es auch: Jede Menge handwerklich sehr ordentlich dargebrachte 80er-Jahre-Klassiker, gespielt von den „Runzelrockern“. Die mussten leider um kurz nach 22 Uhr aufhören, was schade war – als alte Nostalgikerin macht mir so ein Mix alter Rocksongs ja immer viel Spaß und weckte bei uns beiden (und vielen unserer Nachbarn) viele Erinnerungen.

Ich freue mich sehr über den Beginn der Freiluft-Saison. Gestern konnten wir bis Mitternacht ohne Jacke draußen bleiben. So kann der Sommer für mich eigentlich bleiben – viel mehr Wärme brauche ich eigentlich gar nicht. Und es gab Sonne genug, dass der Kauf einer neuen Sonnenbrille für Antje gerechtfertigt war: Verspiegelt ist anscheinend wieder in.