Und plötzlich ist der Zimt alle!

Zimt, ZimtdoseKürzlich habe ich mal wieder Milchreis gekocht. Das ist seit meiner Kindheit mein Lieblingsessen, und das nicht nur, weil das jeder Doofi kochen kann, sondern weil es mir einfach gut schmeckt. Ich nehme kaum Zucker und etwas Zimt hinein und leckeres weiches Dosenobst obendrüber. Und gestern passierte es tatsächlich, dass der Zimt alle war.

Ich konnte es gar nicht fassen: Die Zimtdose leer? Wie konnte das passieren? Zimt ist so ein Produkt, dass man immer zuhause hat und das sich nie verbraucht – zumindest war das bislang mein Eindruck. Gut, die Dose war schon lange ziemlich leicht, aber das war sie doch von Anfang an – oder etwa nicht? Zimt ist so ein Produkt wie Alufolie, man kauft es einmal und hat ewig was davon. Allerdings musste ich auch Alufolie kürzlich einmal nachkaufen, unglaublich. Meine alte Rolle hatte ich wahrscheinlich noch in D-Mark bezahlt. Und mein Zimt war tatsächlich schon etwas in die Jahre gekommen, genau genommen war er abgelaufen, und das nicht erst gestern, sondern seit vier Jahren.

Es gibt für mich ja Haushaltsprodukte in unterschiedlichen Kategorien: Einige muss man nur alle paar Jahre mal kaufen, wie oben beschrieben. Andere sind durchlaufende Posten, man muss sie immer wieder kaufen, weil man sie regelmäßig verbraucht. Dazu gehören Tomaten, Frischkäse, Shampoo und Klopapier – wobei letzteres bei mir die Angewohnheit hat, sich unangemessen zu vermehren. Ich denke, das liegt daran, dass ich alle paar Monate mal eine große Bestellung bei Rewe online aufgebe und immer Toilettenpapier mitbestelle, damit ich es nicht schleppen muss. Irgendwie übersteigt meine Kalkulation aber wohl meinen Verbrauch. Sobald man feststellt, dass man etwa einen halben Lastwagen Klopapier im Haus hat, kann man eine Weile mit dem Nachkaufen aussetzen. Schließlich will ich meinem Erben nicht irgendwann eine Wagenladung Hygienepapier hinterlassen, der wird auch so schon genug Schaff damit haben, meinen Plunder aufzuräumen.

Auch andere, weniger platzfressende Produkte neigen zur karnickelartigen Vermehrung: Backpulver zum Beispiel. Immer, wenn ich was backen will, frage ich mich beim Einkaufen, ob wohl noch genug Backpulver im Haus ist, und nehme vorsichtshalber ein Päckchen mit. In einem Päckchen sind 10 Tütchen. Kürzlich machte ich Inventur und fand rund 40 Tütchen Backpulver, verbraucht habe ich am gleichen Tag immerhin zwei davon. Folglich habe ich für mindestens die nächsten zwei Jahre Backpulverkaufverbot. Auch Müllbeutel sammeln sich gerne an, Pizzagewürz, Puderzucker und Kochmettwurst in Gläsern. Thunfisch zeigte eine Weile ebenfalls diese Tendenz, so dass ich keinen mehr kaufte und irgendwann, als ich eine Thunfischpizza backen wollte, keinen hatte (Meikes bunte Welt berichtete).

Ich habe also Zimt auf meine Einkaufsliste geschrieben, es hilft ja nichts. Vielleicht bekomme ich ein Tütchen zum Nachfüllen der alten Dose. An die bin ich jetzt schon so lange gewöhnt, ich weiß gar nicht, ob ich mich da noch umstellen kann.