Resteverwertung – meine neue Kuscheljacke

Sooo, der Winter kann kommen – oder zumindest der Herbst. Denn gestern wurde meine neue Kuscheljacke fertig und ich habe sie am Abend auch gleich angehabt. Lange habe ich daran herumgewerkelt!

Verschiedene Wollreste in WäschewanneAlles begann damit, dass ich einmal meine ganzen Sockenwoll-Reste zusammengesammelt habe. Da kam einiges zusammen, kunterbunt und nicht unbedingt so, dass da irgendwas gut zu etwas anderem gepasst hätte. Ich wartete  also auf eine Aktion von brands-4-friends, wo es ein paar Mal im Jahr günstige Sockenwolle zu kaufen gibt. Ich ergatterte tatsächlich zwei Pakete Regia Silk in Anthrazit, die wunderbar geeignet schien, um mein buntes Sammelsurium farblich zusammenzuhalten.

Und dann werkelte ich drauflos. Natürlich wollte ich nichts Kompliziertes, ist ja klar – wie immer war „fernsehtauglich“ mein Motto. Schließlich schlafe ich ansonsten beim Fernsehen immer gleich ein, wenn ich nichts zum Werkeln habe. Frau in StrickjackeIch entschied mich mal wieder für das gute alte Ziegelmuster mit Hebemaschen – immer vier Reihen farbig, zwei Reihen dunkel, und in den farbigen Reihen jeweils die sechste Masche abheben. Das strickt sich irgendwann ganz von selber.

Auch wenn ich eine Restejacke strickte, wollte ich doch nicht, dass die Sache irgendwie „übriggeblieben“ aussieht und vorne und hinten nicht zusammenpasst. Also blieb mir nichts anderes übrig, als den Körper in einem Stück zu stricken. Da ich alles andere als eine Tanne bin und das Garn zudem recht dünn war, kam ich auf die beeindruckende Zahl von 524 Maschen pro Reihe. Da waren aber immerhin die gleich mit angestrickten Blenden schon mit drin – auf das nachträgliche Anstricken von Blenden habe ich nämlich immer gar keine Lust.

Ich mühte mich also mit einem langsam wachsenden, riesigen Lappen ab, versuchte die Farben so auszusuchen, dass es nicht ganz merkwürdig ausieht und strickte viele Wochen herum. Irgendwann konnte ich Ärmellöcher machen – ein Fortschritt. Dann ein V-Ausschnitt vorne – auch gut. Natürlich ging dann das Abwiegen der Wolle wieder los, denn ich wollte nicht ein blaues und ein oranges Vorderteil haben. Ja, spießig, ich weiß. Aber irgendwann war ich fertig, verstopfte viele, viele Fäden, schloss die Schulternähte und probierte den Lappen an. Und tatsächlich, er passte! Also nur noch Ärmel und Knöpfe, und es war getan!

Insgesamt verbrauchte ich für diese Kuscheljacke knapp 400 Gramm der dunklen Wolle, 21 Knäulchen Rest-Sockenwolle sowie fünf Knöpfe aus der Knöpfekiste. Die Jacke ist gemütlich und ich bin rundum happy damit. Nur was mache ich jetzt? Das Projekt „Bestandsverarbeitung“ läuft noch immer …

Das letzte Weihnachtsgeschenk

Ein „Vorteil“ am Krankgeschrieben sein ist, dass man auf dem Sofa sitzen und vor sich hin stricken kann. So konnte ich heute endlich das letzte Weihnachtsgeschenk fertig stellen: Die Strickjacke für meine Mutter. Die wurde erst so spät erbeten, dass ich sie vor Weihnachten nicht mehr fertig stellen konnte. Hier ist sie nun also:

Hebemaschenjacke „Uschi“

Ich mag ja diese einfachen, fernsehtauglichen Muster. Hebemaschen machen immer was her und sehen komplizierter aus als sie sind. In diesem Fall waren es immer fünf bunte Maschen rechts, dann eine schwarze abheben. Alle vier Reihen kamen zwei schwarze Krausreihen auf die glatten bunten Maschen, und da das Muster danach immer um drei Maschen versetzt wurde, kam dieses kleine Ziegelmuster zustande.

einfaches Hebemaschenmuster

Der Schnitt der Jacke ist hoffentlich „rollstuhltauglich“: Weit genug, um einfach anzuziehen zu sein, lang genug, um das Bäuchlein zu wärmen und kurz genug, um im Rücken nicht zu wurschteln und Wülste zu bilden. So wurde es bestellt – ich hoffe, es passt.

Restwolle

Ganz gegen meine Gewohnheit, immer viel zu viel Material einzukaufen, geriet ich dieses Mal übrigens beim letzten Ärmel ganz schön ins Schwitzen – viel ist von den bunten Knäueln nicht übrig geblieben. Das ist eigentlich gut, denn Wollreste habe ich mehr als genug. Trotzdem strickt es sich entspannter, wenn etwas mehr übrig bleibt.

In den nächsten Tagen geht das gute Stück auf die Reise und ich überlege schon, was als nächstes dran kommt. Schal, Tuch, oder doch mal Socken? Wir werden sehen …