Filzexperimente 2: Kreistasche

Claudias Tasche gestricktSeit zwei Jahren habe ich Schulden: Ich habe der besten Kollegin von allen eine Filztasche versprochen und habe es bis jetzt nicht fertig gebracht, eine zu stricken. Da ich nun aber mal wieder eine Werkel-Phase habe, habe ich nach der gewünschten Farbe gefragt: Türkis-Petrol wurde gewünscht. Weil ich sowas natürlich nicht in ausreichender Menge im Fundus hatte, konnte ich die Gelegenheit nutzen, um einmal ein Drops-Garn zu benutzen, die in diversen Strickgruppen immer wieder zum Filzen empfohlen werden. Kaufen kann man Drops-Garne in zahlreichen Online-Shops, was meiner Neigung, vollgestopfte Innenstädte zu meiden und lieber online zu kaufen, deutlich entgegen kommt. Also suchte ich nach der häufig empfohlenen Sorte Drops Eskimo: Schon die Farbauswahl begeisterte mich. Viele Anbieter von Filzwolle bauen hauptsächlich auf knallige, klare Farben, bei Drops gibt es jedoch jede Menge „Zwischentöne“ und melierte Garne. Die schlussendlich von Lanade gelieferte Wolle fühlte sich wunderbar weich an und entsprach von der Farbe her genau der Abbildung.

Tasche Claudia GefilztAm Freitagabend machte ich mich also ans Werk. Ausgewählt hatte ich ein Muster vom Garnstudio, das sich wunderbar einfach stricken ließ – es war fernsehtauglich. Wie üblich war ich überzeugt davon, dass aus dem weichen gestrickten Lappen nichts Gescheites werden könnte, stopfte das Werk aber trotzdem heute Morgen in die Waschmaschine. Und tatsächlich – es schrumpfte brav und kam als knautschiges nasses Etwas aus der Waschmaschine heraus. Der Filz ist schön fest geworden, hat aber die eine Knautschfalte, die bei meinen Taschen immer drin ist – wie sich das vermeiden lässt, habe ich leider noch nicht herausgefunden. Nachdem ich lange und heftig mit einer Wasserflasche auf die Falte eingewirkt habe, hat sie nachgegeben und fällt kaum noch auf. Aktuell hängt die Tasche zum Trocknen am Haken und sieht schon ziemlich so aus, wie ich sie haben wollte. Hoffentlich gefällt sie auch der allerbesten Kollegin 🙂

Nachtrag: Die Tasche ist übrigens so gut zu stricken, dass ich sie wohl noch ein zweites Mal machen werden: dann allerdings als Teil des Resteverwertungsprojekts. Der Taschenkörper müsste auch sehr hübsch aussehen, wenn die einzelnen Felder in unterschiedlichen Farben daherkämen. Und irgendeine Abnehmerin für diese Restetasche werde ich dann sicher finden.

Filzexperiment 1: Karotasche

Tasche gestricktIn meinem umfangreichen Wollvorrat befinden sich auch jede Menge Reste einer längst vergangenen Strickfilz-Phase. Die habe ich kürzlich einmal zusammengetragen – es war eine ganze Wäschewanne voll. Alles verschiedene Farben, Stärken und Fabrikate, wie praktisch. Also wurden sortiert, hin- und hergeordnet und nach Farben zusammengelegt. Eine Kombination schien zu passen und vor allem auch auszureichen. Also machte ich noch einen Versuch mit einer Karotasche. So eine habe ich schon einmal gestrickt, in fünf Farben, und besaß sie ungefähr zwei Tage lang, bevor meine Schwester sie mir abschwatzte.

Das neue Modell ist dreifarbig und wurde gestern gefilzt. Wie immer fand ich es unheimlich spannend, die Waschmaschine zu öffnen und das zusammengeschrumpelte Strickwerk herauszuziehen. Und wie immer war ich zuerst entsetzt über das krumme, zähe Ding, das ich in der Hand hielt. Die Wolle ist dieses Mal extrem eingegangen und es war ganz schön mühsam, die Tasche in Form zu drücken. Inzwischen aber ist sie fast trocken und sieht dem, was sie werden wollte, schon sehr ähnlich. Ein Verschluss ist auch schon dran – eine kleine Glühbirne, die eigentlich als Schlüsselanhänger gedacht war. Solche ausgefallenen Verschlüsse mag ich im allgemeinen lieber als einfache Knöpfe.

Tasche gefilzt