Was kommt als nächstes?

Ich kenne mich ja im Internet recht gut aus. Unter anderem weiß ich, dass Vermarkter, die Werbung ausspielen, dieses gerne aufgrund der Analyse meiner gespeicherten Daten tun – soweit, so gut. Im Grunde habe ich da gar nichts dagegen, ich gucke mir nämlich deutlich lieber Werbung für Strickwolle an als für Autoreifen (denn isch abe gar kein Auto). Umso verwirrter war ich heute, als immer die gleiche Plattform mir das folgende Werbesortiment präsentierte:

Elektromobil

Ein Elektromobil in Rot, mit Armlehnen und Einkaufskörbchen – nein, soweit bin ich noch nicht, das will ich nicht haben. Ich bin zwar schon mal auf so einem Ding gefahren, aber das war das von meiner Mutter, das frisch geliefert worden war. Noch ist das nicht nötig, vielen Dank.

Elektromobil

Und nein, auch in Silber brauch ich so ein Mobil nicht, im Gegenteil. Das ist ja noch schlimmer! Nicht mal ein Fuchsschwanz könnte das Ding aufwerten, wenngleich ich es gut finde, dass es diese Gefährte für Senioren gibt. Aber halt nicht für mich – hoffentlich noch ganz lange nicht!

Weiter ging es mit Liebe und so …

Ähhh, ja. Was soll man dazu sagen. Irgendwie muss die Verhaltensdaten-Bewertungs-Maschine geschlussfolgert haben, dass ich über 50 bin. Bin ich noch nicht. Nicht, dass ich es schlimm fände, wenn es so wäre, aber ich frage mich die ganze Zeit, was ich im Netz gemacht habe, dass die mich so einschätzen. Vielleicht, weil ich die ganzen Blues-Musiker gegooglet habe? Oder das Rezept für die Eierlikör-Muffins angeguckt habe? Man weiß es nicht … Schade ist halt, dass die mir nicht den passenden Kerl dazu zeigen, sonst könnte ich zumindest darüber nachdenken, mich älter zu machen.

Treppenlift

Na toll, Treppenlifte. Immer noch surfe ich auf der gleichen Seite herum (Twitterperlen). Wirke ich denn wirklich so fußlahm? Ich frage mich mal wieder, was als nächstes kommt – Inkontinenzeinlagen vielleicht? Oder zeigen die mir demnächst Schuhe und Jacken in Beige?  Urnen oder gar das Beerdingungskomplettset „Heute zahlen, morgen sterben“? Mich kann nichts mehr überraschen, denke ich.

Doch dann sehe ich die nächste Anzeige, und die verblüfft mich nun doch:

Ich muss gestehen, ich habe da nicht draufgeklickt – zu sehr unterscheidet sich diese Anzeige von meinen sonstigen Präferenzen und das Angebot sieht ein bisschen so aus, als würde man sich dadurch Hard- und Software mit irgendwelchen Seuchen infizieren. Ich überlege aber, den Balkon zum Wintergarten umzurüsten und einmal ein paar Pflanztöpfchen aufzustellen. Wer möchte schließlich nicht reich werden?