Klein-Meikes Leseschätze – Grischka

Das war die Ausgabe, die Tante Rita hatte.

Mit diesen wunderbaren Abenteuergeschichten des französischen Autors René Guillot kam ich zuerst in der Schule in Kontakt: In unserem Lesebuch war der Anfang oder das erste Kapitel enthalten. Ich denke, wir lasen es in der dritten Klasse. Ich war unglaublich begeistert davon und freute mich sehr, dass ich bei meiner lieben Tante Rita alle vier Bände im Regal fand.

Darum geht es: Der erste Band „Grischka und sein Bär“ erschien im Jahr 1959 – und damals berichtete sogar die renommierte „Zeit“ darüber. Drei weitere Bände folgten, die nicht nur Abenteuer mit Tieren, sondern auch Konflikte zwischen Menschen und das Hinterfragen von Traditionen und Gebräuchen thematisieren.

Die Bücher spielen in der eisigen Welt Sibiriens, in der Taiga. Der Junge Grischka und seine Freundin Jaku finden ein Bärenjunges, dass Grischka aufzieht. Als das Leben des Bären aus traditionellen bzw. rituellen Gründen bedroht ist, entscheidet der Junge sich für seinen Freund, den Bären, und verlässt das Dorf, um das Tier zu retten. Darum entspannt sich eine ungeheuer fesselnde und irgendwie stimmungsvolle Geschichte, die mich als Kind fasziniert hat und die ich auch heute noch als sehr gelungen empfinde.

Das war meine Ausgabe aus den 80er Jahren

Was ist das Besondere: Für mich waren die die Bücher spannend und irgendwie „reinziehend“. Das Setting ist ungewöhnlich – ich glaube, ich kenne sonst gar kein Buch, das in der sibirischen Natur spielt. Die Beschreibungen der Umgebung und der Lebensweisen sind so plastisch, dass es mich sehr reingezogen hat. Noch heute meine ich, ein kaltes Pusten zu merken, wenn ich an die Bücher zurückdenke.

Allerdings habe ich die Bände eins bis drei dem vierten klar vorgezogen. Das scheint auch dem Verlag so gegangen zu sein, denn als ein Sammelband herauskam, enthielt dieser kurzerhand nur die ersten drei Bände. Dieses dicke Buch bekam ich irgendwann zu Weihnachten und es steht noch heute in meinem Regal.

Das gibt es:

  • Grischka und sein Bär
  • Grischka und die Wölfe
  • Grischka und Ajoki
  • Grischkas großes Abenteuer

Wenn ich es richtig gesehen habe, werden die Bücher derzeit nicht neu angeboten. Die letzte Auflage, die ich finden konnte, war aus 1999. Schade …

 

Klein-Meikes Leseschätze – Zöpfe unterm Cowboyhut

Dieses wunderbare Buch gehörte eigentlich meiner Schwester, ich habe es aber unzählige Male ausgeliehen und gelesen. Vor einigen Jahren fand ich es bei ebay und habe seitdem endlich ein eigenes Exemplar – was für ein Glück!

Zöpfe unterm Cowboyhut, von Marjorie Filley Stover

Darum geht es: In der Geschichte geht es um Emma-Jane Burke, die im 19 Jahrhundert gemeinsam mit ihrer Familie von Texas nach Illinois zieht. Auf die Reise gehen neben Emma-Jane ihre Mutter, der schwer kranke Vater, etliche jüngere Geschwister und 81 Longhorns. Diese Rinder sind in Texas nicht viel wert, könnten aber in Illinois deutlich gewinnbringender verkauft werden, weshalb es für die Familie so wichtig ist, sie mitzunehmen.

Emma-Jane ist bis zum Aufbruch ein ganz normales 13-jähriges Mädchen, das es kaum erwarten kann, endlich lange Röcke und das Haar aufgesteckt tragen zu dürfen. Als sie von der Krankheit des Vaters erfährt, beschließt sie, alles zu tun, um die Familie zu unterstützen. Durch den Tod des Vaters muss sie über sich hinauswachsen und die Führung des Trecks übernehmen – eine Aufgabe, die ihr außer ihr selbst wohl niemand zutraut.

Doch Emma-Jane ist zäh und gewitzt. Sie findet Hilfe, und wo man sie ihr nicht freiwillig gewährt, setzt sie sich durch wilde Entschlossenheit durch. Und so schafft sie es, Rinder und Familie glücklich ans Ziel zu bringen.

Was ist das Besondere? Du kannst alles schaffen, auch wenn du ein Mädchen bist – diese Botschaft vermittelt das Buch sehr klar. Emma-Jane glaubt an sich und hat ein Ziel. Im Epilog erfährt man, dass sie den Rest ihres Lebens genauso weitergemacht hat – entschlossen voran, sich nicht einschränken lassen. So haben sie und ihr späterer Mann es zu einem gewissen Wohlstand gebracht – und das gönnt man diesem tapferen Mädchen nach dem Lesen dieses Buches aus ganzem Herzen.

Was gibt es noch: Die Autorin Marjorie Filley Stover ist eine direkte Nachfahrin Emma-Janes. Sie hat etliche Bücher geschrieben. Trotzdem ist im Netz im Grunde nichts über sie zu finden. Ihre Nachforschungen über Emma-Jane Burke erledigte sie gemeinsam mit ihrem Mann, einem Historiker – zumindest soviel sagt der Klappentext des Buches über sie.