Gegen den Herbstblues: Pudding

Eigentlich mag ich den November ja. Die Dunkelheit, das usselige Wetter, all das läd dazu ein, es sich in der Wohnung gemütlich zu machen. Tee und Kerzen, Hörbücher hören und Strümpfe stricken, dieses Programm ist nicht das Schlechteste. Auch dieses Wochenende ist so geplant.

Trotz aller Geruhsamkeit stehe ich ja gerade am Wochenende gerne früh auf. Und vor acht Uhr habe ich die besten Ideen. Die Morgenidee von heute war besonders gut: Denn ich habe Pudding gekocht. Genau genommen meinen allerliebsten Pudding aus der Kindheit. Das Rezept war eine Weile bei mir in Vergessenheit geraten, doch seit ich regelmäßig Joghurt herstelle, ist eigentlich immer Naturjoghurt im Haus. Und der muss manchmal weg, so wie heute. Also gibt es dieses Wochenende Mandarinenpudding.

Das Rezept ist denkbar einfach: Man koche einen Standard-Vanillepudding, kippe zwei Becher/Gläschen Naturjoghurt dazu und rühre kräftig um. Dazu kommt eine Dose Mandarinen ohne Saft. Wahrscheinlich geht das auch mit anderem Dosenobst, aber nur Mandarinen machen dieses schöne, glitschig-schlüpfrige Gefühl im Mund. Und die ganze Kombination ist auch noch gut für das Gewissen, denn man isst ja nichts Ungesundes, sondern fast nur Joghurt und Obst. Das passt zum November, zum Tee und den Kerzen.

Mein erster Joghurt

Wie versprochen, hier ein erster Erfahrungsbericht über die Joghurtherstellung mit meiner neuen Joghurtmaschine: Gestern befüllte ich die Gläschen vorschriftsmäßig und wartete dann ganz brav achteinhalb Stunden ab. Um ehrlich zu sein, ist mir das Warten recht schwer gefallen – gerne hätte ich zwischendurch mal ein Gläschen herausgenommen und geguckt, ob sich schon was tut. Aber das ist streng verboten. Also wartete ich ab und setzte die fertigen Gläser abends nur in den Kühlschrank um. Zum Nachreifen, wie es so schön in der Gebrauchsanleitung heißt.

Heute morgen war es dann soweit: Ich konnte probieren. Zunächst schraubte ich ein Gläschen auf und prüfte, ob aus der Milch etwas Festeres geworden war. Und in der Tat, der Joghurt war einigermaßen fest geworden. Er entsprach von der Konsistenz her in etwa dem Bio-Joghurt, den ich in die Milch gerührt hatte – der Apfel fällt also nicht weit vom Stamm. Wenn man ihn auf die Seite legt, läuft ein wenig helle Flüssigkeit heraus, der eigentliche Joghurt bleibt aber im Glas.

Ich probierte die Sache, zunächst natürlich pur: Der Joghurt ist mild, sogar milder als der Ur-Joghurt. Etwas mehr Säure fände ich ganz gut, aber schlecht ist es nicht.

Zum Frühstück wollte ich den Joghurt aber nicht pur essen, sondern ein wenig Frucht dazugeben. Ich hatte die Wahl zwischen einigen Marmeladensorten und Preiselbeeren – die machten wie so oft das Rennen.

Die Kombination schmeckt sehr lecker, die Beeren kommen durch den sehr milden Joghurt gut zur Geltung. Allerdings wird der Joghurt durch die Fruchtzugabe erstaunlich flüssig – flüssiger als ein gekaufter Joghurt, wenn man Obst unterrührt. Ob das generell so ist oder von irgendwelchen Faktoren abhängt, muss ich durch Experimentieren herausfinden – vielleicht ergibt ein festerer Ur-Joghurt (oder sollte man ihn „Mutter-Joghurt“ nennen?) oder eine längere Brüt- oder Kühldauer ein anderes Ergebnis. Ideal wäre dieser Joghurt sicherlich zum Backen, ich verwende für Muffins immer lieber Naturjoghurt als Milch.

Auf jeden Fall gibt die Joghurtherstellung noch viel Raum zum Ausprobieren und Lernen – darauf freue ich mich schon.

Meine neue Joghurtmaschine

Timer

Ein bisschen Geduld braucht es schon.

Heute ist es bei mir eingezogen: Das Gerät, dass mir helfen soll, meinen Naturjoghurt künftig selber zu machen.

Seit meiner Kindheit esse ich gerne Joghurt – im Winter etwas weniger, im Sommer fast täglich. Bis vor einer Weile war das zumeist Fruchtjoghurt, doch dessen hoher Verarbeitungsgrad, der fast alles Gesunde in ihm absterben lässt, sowie der zumeist extrem hohe Zuckeranteil haben mich zu Naturjoghurt wechseln lassen. Mit einem Löffelchen Marmelade oder – noch besser – meinen geliebten Preiselbeeren darin schmeckt der wirklich gut und gibt mir zudem das schöne Gefühl, mir etwas Gutes zu tun.

Zusätzlich versuche ich seit einer Weile, meinen Plastikverbrauch ein wenig zu reduzieren. Ich bin da nicht verbissen, aber was sich einfach umsetzen lässt, probiere ich gerne aus. Dazu gehörte bis jetzt der Verzicht auf die vielen kleinen Joghurtbecher – ich kaufe lieber die größeren und fülle immer ein Portiönchen in ein Schälchen um und rühre dort meine Marmelade rein. Die Idee, auch noch auf diesen einen Becher zu verzichten, kam mir schon vor einer Weile, und ich liebäugelte mit einem Joghurt-Bereiter. Diese Idee war für mich allerdings nichts Neues, wir hatten früher zuhause auch ein paar Jahre lang so ein Ding und ich erinnerte mich, dass das Joghurtmachen ganz einfach war.

Gestern also bestellte ich meinen „schnellen Brüter“ am Amazonas, heute wurde er geliefert. Es ist ein einfaches rundes Ding, in dem man sieben Gläser Joghurt machen kann, bei dem aber insgesamt 14 Gläschen dabei sind. Das erschien mir beim Auswählen praktisch, denn dann muss man nicht immer nach den Gläsern suchen, wenn vielleicht noch welche in der Spülette sind, und man muss nicht gleich improvisieren, wenn mal ein Gläschen zu harten Bodenkontakt hatte. Außerdem hat man ja oft noch Joghurt im letzten Gläschen, den man für den neuen Ansatz verwenden will.

Für die, die es noch nie ausprobiert haben, hier eine kurze Anleitung zum Joghurtmachen: Man nehme einen frischen Naturjoghurt (ich habe einen Bio-Joghurt genommen, ob das einen Unterschied macht zu „normalem“ Joghurt weiß ich allerdings nicht). Den verteilt man auf die sieben Gläschen und gibt H-Milch darauf (es geht auch frische Milch, aber die sollte zuvor erhitzt werden. Dazu habe ich zum einen keine Lust, zum anderen habe ich ohnehin immer haltbare Milch im Haus). Umrühren, Gläschen verschließen und in den Brüter stellen. Laut Anleitung braucht es bei nicht erhitzter Milch acht bis neun Stunden, dann ist der Joghurt fertig und kann in den Kühlschrank. Zu beachten ist, dass man den Joghurtbereiter während der Arbeit stillstehen lassen soll – das erklärt wohl, warum meine Mutter das Gerät immer im Schlafzimmer oder im Keller stehen hatte, wo keine Kinder herumwuselten. Platz wäre in der Küche durchaus gewesen.

Bei meinen Einkaufsrecherchen habe ich übrigens auch verschiedene andere Ansatzmittel für Joghurt gefunden: Mal als Pulver, dann in winzigen Fläschchen oder in Pillenform gepresst. Anscheinend gibt es sogar verschiedene Lactobazillen, die man je nach Bedarf, Vorliebe oder persönlichem Glauben auswählen kann. Diese Mittelchen habe ich noch nie ausprobiert, sondern bin dem von Muttern früher verwendeten Joghurtbecherchen zu 35 Cent treu geblieben – schließlich kosten diese anderen Substanzen ein Vielfaches davon. Eventuell schaue ich mir sowas irgendwann nochmal genauer an, vielleicht gibt es bei diesen Mitteln Vorteile, die mir bislang entgangen sind.

In einigen Stunden kann ich meinen ersten selbstgemachten Joghurt in den Kühlschrank stellen und morgen früh einen probieren. Ich bin gespannt und werde berichten.