Schön ausgedrückt: Hummel, Hummel!

Kürzlich fiel mir dieser alte Schlachtruf der Hamburger wieder ein: „Hummel, Hummel!“ brüllte mein Vater, wenn wir mit dem Zug bei meiner Tante in Hamburg ankamen, und „Mors, Mors!“ lautete die Antwort. Schon als kleines Kind habe ich darüber nachgedacht, was das eigentlich bedeuten soll. Natürlch weiß ich, was ein Mors ist – das ist schlicht die plattdeutsche Bezeichnung für ein Hinterteil. Weiter verfolgt habe ich das aber nicht. Erst am letzten Wochenende fiel mir diese Frage wieder ein, und zwar aufgrund dieses Fotos aus dem Palmengarten:

Pfingstrose mit Hummel

Und so habe ich die allwissende Wikipedia befragt und die Auskunft bekommen, dass dieser sog. „Hamburger Gruß“ auf Johann Wilhelm Bentz, genannt Hans Hummel, zurückging. Dieser war wohl ein eher mürrischer Geselle und wurde häufig von Kindern gefoppt, die ihm „Hummel, Hummel!“ hinterherriefen. Seine Antwort „Mors, Mors“ würde heute wohl so viel wie „Am Arsch, ey!“ bedeuten. Der „Hamburger Gruß“ ist heute nicht mehr gebräuchlich, an ihm erkennt man den bemühten Touristen. Der normale Hamburger grüßt anständig mit „Moin“ – womit auch sonst?

Hans Hummel hatte übrigens den schweren Beruf des Wasserträgers, war in seinen letzten Jahren arbeitslos und starb 1854 verarmt mit 67 Jahren. Er lebt jedoch in zahlreichen Denkmälern weiter, außerdem existieren 100 bemalte Skulpturen von ihm, die 2006 zugunsten von Obdachlosen versteigert wurden. Wenn ich das lese, würde ich mir wünschen, dass die Hamburger ihm zu Lebzeiten genauso viel Respekt entgegengebracht hätten wie nach seinem Tod.