Der Hammer-Mann

Mit bildender Kunst kann ich zugegebenermaßen zumeist nichts anfangen. Ein schön hingepinseltes Bild gefällt mir je nach Motiv mal mehr, mal weniger gut, über die Aussage, so denn vorhanden, denke ich nach traumatischen Erlebnissen im Gymnasium ungern nach. Auch weitere Analysen stelle ich nicht an – was interessiert mich ein „Fluchtpunkt“ drei Meter außerhalb des Bildes?

Auch Skulpturen befremden mich zumeist eher, als dass sie mich erfreuen. Oft muss ich bei derartigen Machwerken an meinen Schwager denken, der bei Kunst oder Schmuck gerne von „gedengeltem Altmetall“ spricht. Und für Installationen bin ich zu tumb. Bestenfalls amüsieren sie mich (wie die „Tiere im Hotel“), zumeist aber lassen sie mich verständnislos gucken. Das kann ich überhaupt besonders gut.

Etwas anders verhält es sich für mich jedoch mit dem „Hammer-Mann“, einer riesigen Metallfigur, die nahe der Frankfurter Messe im Zeitlupentempo einen Hammer schwingt. Aus irgendeinem Grund finde ich den schön, ästhetisch und gut gelungen. Ich schaue ihn gerne an. Ich gucke, wie der Mann sich gegen den Himmel abhebt und wie der Hammer laaaangsam rauf und runter geht, ohne jemals wirklich auf ein Werkstück zu treffen. Ich mag das Ding. Gestern Abend, als ich mal wieder daran vorbeilief, hatte ich Gelegenheit, ihm eine Weile beim Hämmern zuzugucken.

Der „Hammering Man“ in Frankfurt ist eine von mehreren weltweit verteilten Hammer-Männern des Künstlers Jonathan Borofsky. Die Statue in Frankfurt ist mit 21,5 Metern Höhe eine der größten. Und eine Aussage haben die Hammermänner laut Wikipedia auch:

„Das Kunstwerk gilt als Symbol für die Arbeit, die Tat und auch als Symbol für die Solidarität mit allen Menschen, die arbeiten.“

Ja, gut, damit kann ich etwas anfangen. Zumindest mehr, als mit den meisten anderen künstlerischen Bedeutungen, die mir schon begegneten. Bei einer flüchtigen Netzrecherche durfte ich allerdings feststellen, dass es durchaus auch andere Einstellungen meinem geliebten Hammer-Mann gegenüber gibt:

Kugelexperimente in klein

Wie berichtet, habe ich mir eine kleinere Fotokugel angeschafft. Die 10 cm-Kugel bringt wirklich schöne Ergebnisse, wiegt aber mehr als ein Kilo und ist somit für längere Ausflüge schwer zu tragen. Deshalb habe ich mir eine kleinere Kugel mit nur 6 cm Durchmesser gekauft. Die wiegt nur 400 Gramm und passt in die Jackentasche. Bei unserem Ausflug in den Palmengarten habe ich sie zu ersten Mal ausprobiert.

Ich hatte nicht so viel Gelegenheit, die Kugel auszuprobieren, konnte aber feststellen, dass es mit der kleineren Kugel deutlich schwieriger ist, einen Focus zu finden. Mehr Fotos wurden unscharf. Teilweise schienen die Motive sogar wie in einem wilden Wirbel dargestellt zu sein. Da kann natürlich auch an den Motiven gelegen haben – ein Blütenmeer sieht in der Kugel vielleicht wirklich wie ein Strudel aus.

Einige Fotos entstanden am Schiffchenteich, an den Antje viele Kindheitserinnerungen hatte. Wir haben dieses Mal auf das Schiffchenfahren verzichtet. Aber auch mir ist allerhand zum Thema Tretboot eingefallen – auch wenn es lange her ist, war es doch immer ganz schön. Leider habe ich die Böötchen hier nicht ganz scharf hingekriegt.

Frohe Ostern, buntes Blütenfest!

Dieses Jahr hatte ich am Karfreitag Geburtstag und war aus diesem Anlass mal wieder mit meiner lieben Freundin Antje unterwegs. Und, was soll ich sagen, das Wetter, wenngleich als eher grauslich für das Osterwochenende prognostiziert, spielte wunderbar mit. Wir nutzten die Sonne und gingen in den Palmengarten – was für ein Frühlingsblütenmeer!

Der Frankfurter Palmengarten liegt mitten in der Stadt im Stadtteil Bockenheim. Es ist nur eine kurze Strecke zu laufen von der Haltestelle Bockenheimer Warte – und der Weg lohnt sich über alle Maßen für diese grüne, bunt-blühende Oase.

Frankfurter Palmengarten

Dieses Mal waren es natürlich die Frühlingsblumen und die blühenden Bäume. die das Bild bestimmten. Zwar waren die Krokusse dieses Jahr sehr früh dran und dementsprechend schon verblüht, doch Tulpen und Vergissmeinnicht waren in ihrem Element. Außerdem natürlich Vieles, was mir vom Namen her gar nicht bekannt ist.

Wie so oft interessierten mich auch die Innenansichten der Blüten – ich finde es manchmal fast hübscher als die Blüte als großes Ganzes. Wobei „groß“ bei Blüten natürlich relativ ist …

Frankfurter Palmengarten, Tulpenblüte

In einem Teil des Parks, der sich wie so vieles in Frankfurt auf Goethe bezog, gab es allerhand blühende Obstbäume zu sehen. Angeblich soll Goethes Frau Mama auf irgendeiner Scholle auf dem Gebiet des Palmengartens Obst geerntet haben. Nun, es wäre auch erstaunlich, wenn der gute Mann ausgerechnet hier nichts zu schaffen gehabt hätte 🙂

Leider habe ich meine Lieblingsbaumblüte in diesem Jahr fast verpasst: Zwar blühten die Magnolien sehr kräftig dieses Jahr, doch in der Hektik des Alltages bin ich irgendwie nicht zum Knipsen gekommen. Diese hartnäckige Mandelentzündung hat natürlich auch nicht unbedingt geholfen. Dieses Exemplar ist leider schon fast „rum“.

Frankfurter Palmengarten, Magnolienblüte

Zum ersten Mal so richtig aufgefallen ist mir ein Gewächs namens „Storchenschnabel“ (zumindest stand das auf dem Schildchen). Die Blüten sind ausgesprochen attraktiv und die Pflanze scheint auch an unwirtlichen Plätzen sehr gut zurecht zu kommen.

Frankfurter Palmengarten,Storchenschnabel

Interessant ist auch immer wieder der Blick aus dem Garten in die Stadt. Mal sieht man den wie einen Bleistift geformten Messeturm, dann wieder den Fernsehturm, den sogenannten „Spargel“.

Frankfurter Palmengarten,Spargel

Noch viele wirklich schöne Fotos entstanden gestern, doch für heute soll es genug sein. In einigen Tagen werde ich noch ein paar Bilder zusammensuchen, denn ich habe mal wieder experimentiert. Jetzt bleibt mir jedoch erst mal nur, euch allen schöne Ostern zu wünschen – mit oder ohne Hasen.

Frohe Ostern

Frankfurter Liebe

Heute gibt es bei mir mal wieder eine etwas längere Geschichte. Geschrieben wurde sie für eine Lesung zum Thema „Frankfurt“. Sie beschreibt eigentlich ziemlich genau, was mir hier in Frankfurt passiert ist und immer noch passiert. Ich mag diese Stadt einfach ❤

Frankfurter Liebe

Der letzte laue Schluck Apfelwein schmeckte immer ein wenig nach wässrigem Essig. Melanie setzte ihr Glas ab, sah auf den Main und seufzte zufrieden. Sie war angekommen in Frankfurt – so nannte man das wohl. Hier saß sie nun, mit ihrem Mann sowie ihrer Schwester und dem Schwager aus Berlin. Um sie herum tobte das Leben auf dem Flohmarkt am Untermainkai und die Frühlingssonne wärmte ihren Nacken. Sie war zufrieden mit allem, was das Leben ihr aktuell bot.

Apfelwein

Äppler mit Deggelsche

Dabei hatte sie eigentlich nur ein halbes Jahr bleiben wollen – maximal. Genau genommen hatte sie überhaupt nicht in diese Stadt gewollt, es hatte sie einfach erwischt, so wie so vieles im Leben sie einfach erwischt hatte. Melanie plante nicht, ihr passierten die Dinge einfach. Als es darum ging, eine neue Filiale in Frankfurt zu eröffnen, war sie die Einzige gewesen, die weder Kinder noch pflegebedürftige Angehörige vorweisen konnte. „Das machst du schon, Melanie“, hatte es geheißen. „Dort gibt es ein tolles Team, die brauchen nur ein paar Monate Unterstützung von einem alten Hasen wie dir.“

Na gut, dann also Frankfurt. Melanie, pragmatisch wie immer, kündigte ihre kleine Wohnung in Berlin, lagerte die Möbel ein und den Freund, ein fragwürdiges Subjekt namens Wolfgang, im gleichen Zuge aus. Für was so eine sechsmonatige Abwesenheit doch gut sein konnte. Er war zunächst furchtbar beleidigt, zog jedoch zurück zu seiner Mutter und vergaß Melanie am Sonntag in der gleichen Woche, als er Mamas Gulasch aß – die Welt war wieder in Ordnung. Und für Melanie auch: Sie brauchte es einfach, dass das Leben ihr dann und wann einen kleinen Tritt gab.

An einem regnerischen Freitagabend war sie in Frankfurt angekommen, beladen mit zwei Koffern und einem dicken Rucksack. Ein Taxi hatte sie zu dem möblierten Appartement gebracht, das die Firma für sie gemietet hatte. „Großer Hasenpfad“ hieß die Straße im Stadtteil Sachensenhausen, und schon vom Taxifahrer, einem gesprächigen Mann, der jeden zweiten Satz mit „Ai“, begann, hatte sie erfahren, dass es auch noch einen mittleren und einen letzten Hasenpfad gab. Wie passend für einen alten Hasen wie mich, hatte Melanie gedacht und ein wenig gekichert.

Das Lachen ihr allerdings vergangen, als sie ihr Appartement in Augenschein genommen hatte: „Tristesse“ war ein viel zu farbiger Ausdruck für diese Malaise in grau, beige und braun. Ganz offensichtlich stammte zumindest das Mobiliar aus den 70er Jahren, und auch der abgetretene Fußboden war nicht viel jünger. Vor den Fenstern hingen dicke Stores und Schalgardinen – wann hatte sie sowas zuletzt gesehen? Sie hatte es nicht lassen können und einen der beige-braun gemusterten Vorhänge ein wenig angehoben. Tatsächlich, da war sie: die berühmte Goldkante von Ado. Hier war vor langer Zeit Qualität gekauft worden, und die musste nun 50 Jahre halten.

Natürlich hatte Melanie sich auf Frankfurt vorbereitet – so, wie man das halt so machte. Sie hatte sich einen Reiseführer gekauft und im Nachtprogramm einige unglaublich langweilige Folgen vom Tatort mit dem biederen Kommissar Brinkmann geguckt. Ihre Kollegen schenkten ihr zusätzlich noch einige DVD von „Ein Fall für zwei“ mit dem gemütlichen Anwalt Renz und seinem Partner Matula. Auch das war seeeehr ruhig inszeniert. Wenn es in dieser Stadt dermaßen beschaulich zuging, dachte Melanie, würde sie sich dort mal so richtig erholen können.

Main mit Skyline

Doch schon am nächsten Morgen änderte sich ihr Bild von Frankfurt ein wenig: Sie hatte sich umsehen und frühstücken gehen wollen. Auf den Rat der Hausmeisterin hin, die sie beim Putzen des Treppenhauses vorgefunden hatte, war sie zuerst zum Südbahnhof gelaufen und von dort in die Stadt gefahren. Dann hatte sie sich auf dem quirligen Markt an der Konstabler Wache nach etwas zu essen umgesehen. Was sie irritierte, waren die kleinen karierten Gläser, die fast auf allen Tischen auf dem Markt standen. Wenn sie sich die Informationen aus dem Reiseführer richtig gemerkt hatte, war in dieses Gläsern Apfelwein, aber trank man den schon vormittags? Zur Bratwurst und zur Waffel? Anscheinend passte das Getränk zu allem. Sie wollte es zu versuchen, hatte sich eine Wurst und ein Glas Apfelwein geholt und einen tüchtigen Schluck genommen.

Man kann Melanies allerersten Versuch mit Frankfurter Apfelwein nicht unbedingt als Erfolg bezeichnen, aber immerhin hatte sie es damals geschafft, den unerwartet herben Speierling nicht auszuspucken. Oh Himmel, hatte sie gedacht, was ist das denn für eine Stadt, in der alle Leute dieses Gesöff trinken! Sie würde diese Frankfurter Spezialität erst langsam lieben lernen.

Nicht erst lieben lernen musste sie allerdings den Main, die Skyline und das interessant-skurrile Bild, das die Stadt manchmal bot. Als sie an diesem ersten Wochenende zum ersten Mal über den Eisernen Steg ging, war sie sofort fasziniert von der Aussicht und murmelte unwillkürlich: „Wie schön!“. Auf der einen Seite die Hochhäuser mit ihren blinkenden Fassaden, auf der anderen der Blick auf den Dom, die Dreikönigs-Kirche und das Main-Plaza-Hotel mit seinen goldenen Spitzen. Wenige Tage später fotografierte sie den uralten Eschenheimer Turm, hinter dem sich ein glänzendes Hochhaus abzeichnete. Diese Gegensätze begeisterten sie noch heute.

Blick über die Oberräder Kräuterfelder

Auch die Arbeit in der neu eröffneten Firmenfiliale erwies sich als angenehm: Zwar funktionierte noch nicht viel, als sie ankam, aber alle Kollegen waren mit Feuereifer bei der Sache. Gleich am ersten Freitag zeigte man der Neuen aus Berlin die Gastronomie der Stadt: In einer Apfelweinkneipe mit dem merkwürdigen Namen „Kanonesteppel“ bekam sie das erste Mal grüne Soße zu essen, die ihr im Gegensatz zum faulig riechenden Handkäs hervorragend schmeckte. Später zeigte man ihr Alt-Sachsenhausen, von dessen Fachwerkhäusern sie zunächst begeistert, von der Ballermann-Atmosphäre jedoch abgestoßen war. Der Abend endet in einer Kneipe in der Nähe des Bahnhofs, dem Moseleck, wo sich allerhand bunte Überbleibsel der Nacht trafen und miteinander feierten. Melanie fühlte sich unerwartet wohl.

Am nächsten Morgen erwachte sie neben einem Kollegen, mit dem sie bislang noch kaum zu tun gehabt hatte. Er hieß Mischael, mit dem weischen hessischen sch, das sie so drollig fand. Mischael hatte eine winzige Wohnung in der Mailänder Straße, im elften Stock eines riesigen Wohnsilos. Dass Melanie dieses Appartement später so oft besuchen sollte, lag nicht nur am fantastischen Skylineblick.

Melanie hatte nie eine Beziehung zu einem Kollegen haben wollen, sowas brachte nur Unheil. „Never fuck the company“, lautete ihr Motto. Es war ihre Schwester, die sie schließlich darauf aufmerksam machte, dass ihre Beziehungen außerhalb des Kollegenkreises allesamt auch nicht von Erfolg gekrönt gewesen waren – das Muttersöhnchen Wolfgang war nur einer aus einer ganzen Reihe von Fehlgriffen gewesen. Es hatte noch einen Bernd gegeben, der frei nach der Devise lebte: „Hauptsache gesund und die Frau hat Arbeit.“ Und dann war sie mit Jonas zusammen gewesen, der irgendwann fand, dass er zu jung für sie sei – und dabei war er 12 Jahre älter als sie. Und Thomas, Heiko, Wieslaw … alles Abenteuer, die irgendwo zwischen Verzweiflung und Agonie endeten. Nun also „Mischael“, der Kollege – na gut.

Blick vom Euro-Tower

Melanie lebte sich ein. Nach wenigen Monaten war sie öfter in der Mailänder Straße als am Hasenpfad, und irgendwann stand der Abschied im Raum. Dabei war ihr Aufenthalt in Frankfurt schon um volle sechs Monate verlängert worden. Sie fühlte sich zerrissen. Sie wollte nicht in Frankfurt bleiben, dass hatte sie doch nie gewollt. Aber eine Fernbeziehung hatte sie auch nie gewollt. Das Einzige, was sie aktuell wirklich gerne loswerden wollte, war diese Läusebude im Hasenpfad. Was also tun?

Wieder war es ihre Schwester, die ihr einen Tritt gab: „Suche dir halt einen neuen Job, wenn du anders nicht bleiben kannst. Es gibt doch genug da!“ Kündigen, etwas Anderes machen? Melanie hatte noch nie woanders gearbeitet. Aber die Schwester hatte recht: Eine neue Stelle würde alle ihre Probleme lösen. Sie ließ sich also überzeugen.

Genau ein Jahr, nachdem Melanie in Frankfurt angekommen war, nahm sie morgens einen anderen Weg zur Arbeit: Sie fuhr nicht mehr in die Bürostadt in Niederrad, sondern ins Bankenviertel, stieg an der Taunusanlage aus und lief den Rest bis zu einem silberglänzenden Bürogebäude, wo sie jetzt bei einer Versicherung arbeitete. Sie lernte unglaublich viel, genoss jeden Tag die Aussicht aus ihrem Büro und merkte, dass ihre Erinnerung an Berlin blasser wurde.

Sie suchte sich eine neue Wohnung. Und ohne, dass sie zuvor lange darüber gesprochen hatten, zog Michael mit ihr dort ein. Wieder war es ein großes Haus, dieses Mal mit Blick auf die Oberräder Kräuterfelder auf der einen und den Stadtwald auf der anderen Seite. Frankfurt war eine grüne Stadt, das hatte sie früher nicht gewusst. Der Stadtwald war so groß, dass man von Offenbach bis zum Flughafen laufen konnte. Und auch andere Stadtteile hatten viel Grün zu bieten: Im Günthersburgpark fand alljährlich ein buntes Kulturfestival statt, das Stoffel, und selbst im Palmengarten gab es ein großes Kulturangebot. Frankfurt und Kultur – auch das hatte sie früher nicht miteinander verbunden.

Schloss Höchst, Frankfurt

Was hatte sie denn überhaupt gewusst, als sie hierherkam, oder was erwartet? Eine Betonwüste, in der man auf jedem Meter über einen am Boden liegenden Junkie oder Bettler stolperte, und dass man beklaut wurde, sobald man das Haus verließ, das war ihre Vorstellung von Frankfurt gewesen. Und ganz von der Hand zu weisen war das natürlich auch nicht: Als sie und Michael gestern am Bahnhof auf den Zug gewartet hatten, der ihre Gäste aus Berlin bringen sollte, waren sie allein am Bahnsteig vier Mal angebettelt worden. Im Untergeschoss des Bahnhofs roch es wie in einem schlecht gepflegten Männerklo und abends vermied Melanie es, am Hauptbahnhof umzusteigen. Längst hatte sie es sich angewöhnt, Handy und Geldbeutel verborgen unter etlichen Schichten Kleidung direkt am Körper zu tragen, und an ihrer Wohnungstür waren zwei Schlösser, die sie beide immer gewissenhaft verriegelten. Nicht alles war schön in Frankfurt, aber wo war es das schon?

Sie hörte, dass jemand energisch ein leeres Apfelweinglas auf den Tisch stellte, und erwachte aus ihren Gedanken. Ihre Schwester war es, die auffordernd in die Runde blickte: „Also ich würde noch einen nehmen. Noch jemand?“ Alle wollten, und so gingen die Schwester und der Schwager gemeinsam los, um nochmal vier große sauer Gespritzte und zwei Brezel zum Teilen zu holen.

Michael grinste Melanie an. „Weißt du, woran ich die ganze Zeit denken muss?“ Sie schüttelte den Kopf. Er zeigte auf den Flohmarktstand direkt hinter der letzten Bierbank. „Der schäbige Sessel da hinten sieht aus wie deiner damals am Hasenpfad. Erinnerst du dich noch an deine schauerliche kleine Wohnung da?“ Sie drehte sich um und fand den Sessel. „Oh ja, stimmt. Drollig – ich habe auch gerade an diese Zeit gedacht. Acht Jahre ist das her, dass ich da eingezogen bin.“ „Ja, und du wolltest nur ein paar Monate bleiben. Vielleicht sollten wir den Sessel kaufen, als Symbol für die Frankfurter Beständigkeit.“ „Untersteh dich, dieses hässliche Teil in unsere Wohnung zu stellen! Der ist selbst für den Keller zu alt. Dann lieber ein paar Ado-Gardinen!“

Jemand setzte ein volles Glas vor Melanie ab, und nach einem kurzen „Prost“ in die Runde nach Melanie den ersten Schluck. Ach ja, kalt war er und so erfrischend säuerlich – was war das doch gut. Inzwischen liebte sie Apfelwein. Nur die hässlichen Bembel dazu, die sie noch immer an den Blauen Bock mit Heinz Schenk erinnerten, die kamen ihr nicht ins Haus.

„Frankfurter Pfännchen“ in der Hesse-Wirtschaft – eine typische Frankfurter Untertreibung

Sneak Preview

Seit einer Weile gehe ich mit einer Freundin – und manchmal auch in einem größeren Grüppchen – mehr oder minder regelmäßig in die Sneak Preview der Frankfurter E-Kinos. Etwas Ähnliches wird natürlich auch anderswo angeboten, aber Tag, Uhrzeit und Erreichbarkeit passen uns hier gut.

Das Wort Sneak Preview wird auf Wikipedia mit „Überraschungspremiere“ übersetzt, was es für mich ganz gut beschreibt. Man geht für kleines Geld ins Kino (bei uns sind es 4 Euro), ohne zu wissen, welchen Film man sich dort anschauen darf. Oder muss, das kommt ganz drauf an. Drumherum gibt es noch ein wenig Gedöns, man kann etwas gewinnen, wird mit Süßigkeiten beworfen und es gibt ein bisschen Gerede. Und hinterher darf man den Film bewerten – das gefällt mir besonders gut. Das System ist allerdings äußerst schlicht, es gibt gut, mittel und schlecht.

Nun fragt man sich natürlich, warum voll erwachsene Menschen wie meine Freunde und ich sich das antun – schließlich ist die Wahrscheinlichkeit, etwas wirklich Furchtbares zu erwischen, genauso hoch wie die, etwas wirklich Gutes zu bekommen. Und wir könnten es uns natürlich leisten, ganz gezielt ins Kino zu gehen und das zu gucken, was wir gucken wollen. Genau das aber ist die Krux.

Die Erweiterung des Horizonts stellt das Weltbild manchmal auf den Kopf

Zum einen haben wir alle einen recht unterschiedlichen Geschmack: Ich stehe ja so gar nicht auf diese typischen „Frauenfilme“, in denen viel hysterisch gelacht und geweint wird. Filme „mit viel Bumm“ kann ich schon mal gucken, wenn es außer dem Actiongetöse noch irgendeine nachvollziehbare Handlung gibt. Horrorfilme finde ich meistens richtig blöd, begeistern kann ich mich aber für kleine, künstlerische Filme mit schönen Dialogen, wo von rechts oben noch irgendwo ein Vogel piept. Christine hingegen liebt die Frauenfilme, ihr Freund Uwe aus naheliegendem Anlass nicht, und Maike mit ai guckt tatsächlich mal gerne einen Horrorfilm. Und viel Bumm. Aber keine Frauenfilme. Die Sneak Preview vereint uns alle, denn wir werden nicht gefragt.

Außerdem hat das bewusste Auswählen von Filmen den Nachteil, dass man nur auswählen kann, was man auch kennt. Auf viele Perlen abseits des Mainstreams werde ich gar nicht aufmerksam, ich bin immer wieder erstaunt, was es alles so gibt. Und so genoss ich den halbdokumentarischen Film über die Beach Boys in vollen Zügen, denn dass der gedreht wurde, hatte ich nicht mitbekommen. Und den Science Fiction-Film Ex Machina hätte ich mir freiwillig nie angeguckt, zu fern ist mir dieses Thema. Und doch war das wohl einer der klügsten Filme, die ich je gesehen habe.

Natürlich erwischt man auch Filme aus der Rubrik „Schauerlich und Quark“, aber auch das hat durchaus seinen Reiz. Der Film „When animals dream“ verfolgt mich noch heute und lässt mich grinsen und die vielen belanglosen Komödien haben mir zumindest nicht geschadet. So auch nicht der Film „Bad Moms“, bei dem ich innerlich und äußerlich lautstark stöhnte, als er losfuhr, bei dem ich mich dann aber wider Erwarten recht gut amüsierte und ein „mittel“ an der Bewertungsbox vergab. Ich habe mich einfach darauf eingelassen – es half ja ohnehin nichts.

Die Sneak Preview erweitert also meinen Horizont, sie lässt mich Filme ansehen, die ich ansonsten nicht mit der visuellen Zange anfassen würde. Ob man das unbedingt braucht, weiß ich nicht, aber es gibt bestimmt schlechtere Methoden der Bewusstseinserweiterung.

Und was für eine echte Perle wir uns gestern ansehen durften, verrate ich euch morgen.

Wege zum Ruhm: Kneipenquiz

Wieder einmal durfte ich in der letzten Woche etwas ausprobieren: Zusammen mit fünf Kollegen hatten wir uns für ein Kneipenquiz – oh nein, pardon, ein Pubquiz – beim Irish Pub in Bornheim angemeldet. Etwa ein Jahr lang hatten wir davon geredet, geplant, Termine gefunden, verworfen und verschoben, denn gut Ding will ja schließlich Weile haben. Nicht zuletzt machte uns der St. Patrick’s Day einmal einen Strich durch die Rechnung. Nun aber war es soweit. Alle waren fit und gesund, eventuell getroffene Doppelverabredungen waren rechtzeitig abgesagt und lockere Freizeitkleider angelegt worden.

Mit sechs Teammitgliedern, bestehend aus drei Männchen und drei Weibchen, nutzten wir die maximale Teamstärke voll aus. Ein schöner Name für die Mannschaft war schon vor Monaten gefunden worden: „Ohne Müller“ schien uns passend, schließlich hatten wir Meier, Schmidt und Schulz. Alle bekannten wir uns vorsichtig dazu, im Grunde nichts wirklich zu wissen, und setzten voll auf Schwarmintelligenz. Unsere Ziele waren bescheiden: Es ging uns weniger um die zu gewinnenden 70 Euro als vielmehr um die Ehre – wir wollten nicht die Letzten werden und Spaß haben.

Cider in Siegeslaune – noch ganz entspannt draußen

Zur Einstimmung in den Abend aßen wir gut. Weitere Vorbereitungen trafen wir nicht, man muss ja nicht übertreiben. Gegen 20:30 verließen wir die gemütliche Bierbank draußen und begaben uns in die schummrige, aufgeregt summende Arena: Der Pub war proppenvoll. Das hatten wir schon geahnt, denn Freunde von mir, die mit uns in Konkurrenz hatten treten wollen, hatten schon vor Wochen keinen Tisch mehr bekommen. Viele der anderen Teams waren anscheinend alte Hasen und kannten das Procedere schon. Wir ließen es uns erklären: Fünf Runden zu vorgegebenen Themengebieten mit jeweils fünf Fragen würde es geben, jede richtige Antwort war zwei Punkte wert. Einen Joker sollte man setzen, für dieses Themenfeld würde es dann die doppelte Punktzahl geben. Dazu kamen noch eine Bilderrunde und eine Musikrunde mit je zehn Fragen zu einem Punkt – aha!

Und dann ging es los. Wir mussten in den Kategorien Film, Geschichte, Flaggen, Sport und Allgemeinwissen raten. Ich hatte mich immer für recht gut in Geschichte gehalten, auf jeden Fall für besser als in Sport, Flaggen oder Film, wusste jedoch in diesem Themenbereich eher wenig. Wann trat die Schweiz in die UN ein? Und wie hieß der letzte König von Libyen? Beides beantworteten wir nach intensiver Diskussion komplett falsch. Auch unsere Antwort auf die Frage: „Welche beiden Tiere befinden sich auf der mexikanischen Flagge“ fiel mit Gürteltier und Kondor eher in den Bereich „vorbeigetroffen“ und über den Filmhelden Neil Underwood lacht der arme Quizmaster wahrscheinlich immer noch.

Doch alles in allem schlugen wir uns achtbar, jeder von uns wusste mal was ganz sicher oder zumindest so sicher, dass er oder sie die anderen überzeugen konnte. Manchmal trafen wir so eine Art Mehrheitsentscheidung und manchmal verschlimmbesserten wir eine eigentlich richtige Lösung zu einer leider falschen Antwort. Nach fünf mal fünf Fragen hatten wir immerhin 40 von sechzig Punkten ergattert.

In der Bilderrunde tat ich mich nicht unbedingt hervor: Ich bin nicht gut im Gebäude erraten, erkannte die Fahnen von Lettland und Eritrea nicht und auch nicht den Gründer von Ryan Air. Lediglich den Autor Bill Bryson ließ ich auf den Lösungszettel schreiben, aber das nur, weil keinem etwas Besseres zu diesem putzig aussehenden Mann auf dem Bild einfiel. Zum Glück war das richtig, so dass zumindest einer der hier zu ergatternden Punkte auf mein Konto ging.

Die abschließende Musikrunde war einfacher, Musikstücke sollten Filmen zugeordnet werden. Lustig, wie schon wenige Töne des Titels „Flash Dance“ erwachsene Männer glücklich aussehen lassen, und den Film „American Beauty“ hatte von uns anscheinend keiner gesehen. Zumindest gemessen an der scheußlichen Filmmusik ist das auch wohl kein Verlust.

In der Endabrechnung belegten wir von insgesamt 17 Teams den 9 Platz – also sehr schön mittig. Mit diesem Ergebnis sind wir zwar nicht berühmt geworden, man schüttelte aber auch nicht mittleidig den Kopf über uns. Für die zwei Euro, die das Quiz pro Nase gekostet hat, hatten wir eine Menge Spaß. Und dass es auch noch meinen Lieblingscider in dem Pub gab, machte die Sache zu einem ziemlich perfekten Abend, der geradezu nach Wiederholung schreit.

Feste feiern

Flyer Weinfest„In Frankfurt ist immer irgendwo ein Fest. Wenn kein Fest ist, ist was nicht in Ordnung.“ Das sagte einmal eine Freundin von mir, die von der Feierwütigkeit der Frankfurter beeindruckt und begeistert war. Und sie hat recht: Zumindest im Sommer findet immer irgendwo etwas statt, bei dem es zu essen und zu trinken gibt und man in fröhlicher Runde mit anderen ins Gespräch kommt. Straßenfeste, Stadtteilfeste, amerikanische, französische oder hessische Wochen, Weinfeste, Federweißerfeste, Apfelweinfeste, Festivals zu Ehren des Bieres oder der grünen Soße – Anlässe gibt es mehr als genug. Ich liebe das – auch wenn ich nicht alles besuchen kann und will.

Gestern aber besuchten die ewige Antje und ich bei Prachtwetter gleich zwei Feste: Das kleine, etwas unspektakuläre „Grüne Soße-Festival“, bei dem es am Rossmarkt allerhand Kulinarisches rund um dieses hessische Hausgericht gab. Leider geizte man auf dieser Veranstaltung mit Musik und Sonne. Uns war der Tag zu schön, um uns lange dort im Schatten aufzuhalten.

Also ging es weiter auf das Weinfest in Bornheim, das wohl wegen des guten Wetters fast aus allen Nähten platzte und mal wieder urgemütlich war. Die Preise für Wein und Wasser waren volkstümlich-moderat, es gab eine schöne Essensauswahl und wenn man einen der begehrten Sitzplätze auf einer der Bierbänke ergattert hatte, konnte man entspannt genießen. Musik gab es auch: Jede Menge handwerklich sehr ordentlich dargebrachte 80er-Jahre-Klassiker, gespielt von den „Runzelrockern“. Die mussten leider um kurz nach 22 Uhr aufhören, was schade war – als alte Nostalgikerin macht mir so ein Mix alter Rocksongs ja immer viel Spaß und weckte bei uns beiden (und vielen unserer Nachbarn) viele Erinnerungen.

Ich freue mich sehr über den Beginn der Freiluft-Saison. Gestern konnten wir bis Mitternacht ohne Jacke draußen bleiben. So kann der Sommer für mich eigentlich bleiben – viel mehr Wärme brauche ich eigentlich gar nicht. Und es gab Sonne genug, dass der Kauf einer neuen Sonnenbrille für Antje gerechtfertigt war: Verspiegelt ist anscheinend wieder in.

Frankfurter Missverständnis

Eine ganz und gar wahre Geschichte! Diese wurde beobachtet aus einer Straßenbahn der Linie 16, die ich gerade wegen ihres Unterhaltungswertes sehr schätze. Bloggerkollege Rainer Franke sieht das übrigens anders mit dieser Bahn, er will sich mit dieser Linie einfach nicht anfreunden.

Frankfurter Missverständnis

Frankfurter Straßenbahnschienen

An einem Freitag Nachmittag unterlief mir ein Missverständnis. Denn ich sah eine Szene ohne Ton und dachte, sie reden im Guten miteinander, der dicke Mann und die dicke Frau.

Was war passiert? Ich saß in der Straßenbahn und sah hinaus, müßig, schläfrig fast. Neben der Bahn radelte eine Frau so um die 60. Sie war flott unterwegs auf ihrem Rad, mal war sie vorne, dann wieder führte die Bahn. Irgendwann wechselte sie die Spur, fuhr nun auf einem kombinierten Rad- und Fußweg. Und dann traf sie ihn, den dicken Mann.

Der Mann sah aus wie Willi Millowitsch in aufgestumpt und trug ein großes Kuchenpaket. Er ging auf die Frau zu, freudig, wie mir schien, auf jedem Fall aber mit großem Hallo. Auch sie rief ihm etwas zu. Verstehen konnte ich sie nicht, ich saß ja in der Straßenbahn, die vor einer Kreuzung hielt. Und so wahr ich völlig verblüfft, als die beiden Leute plötzlich anfingen, sich zu hauen: Sie patschten mit den Händen aufeinander ein wie die Kinder, jeder mit nur einer Hand. Er, weil er das Kuchenpaket hatte, sie musste ihr Fahrrad festhalten.

Ich gaffte fasziniert aus dem Fenster. Lustig – da schlugen sich zwei, von denen ich eben noch gedacht hatte, dass sie sich freuen würden, einander zu sehen. Ich nahm an, sie würden den Kuchen miteinander teilen. Dieser Gedanke verflüchtigte sich so schnell wie die Keilerei draußen in Schwung kam – und die kam schnell in Schwung. Die beiden Leute schubsten einander und gingen beide zu Boden. Sie strampelte in ihrem Fahrrad verfangen herum, er knallte auf sein rundliches Hinterteil, rollte rücklings ab und schmiss dabei das Kuchenpaket hinter sich. „Ey, Alder, da geht’s ab, was machen die denn da?“, wunderte sich der junge Mann neben mir und glotzte genau so dumm raus wie ich.

Erstaunlich behände rappelten sich die beiden Kontrahenten wieder hoch. ‚Nicht weiterfahren, Straßenbahn!‘, dachte ich aufgeregt, ‚ich muss das sehen! Ich muss doch wissen, wer gewinnt!‘ Der dicke Mann rannte mit erhobenen Fäusten auf die Frau los, welche sich gerade anschickte, ihm ihr Fahrrad ins Gemächt zu rammen. Doch dann kamen Leute dazu, Passanten, die sich von der ersten Überraschung erholt hatten und offenbar nicht so blutgierig waren wie ich. Sogar aus der nahen Fleischerei kamen Helfer gelaufen.

Als die Straßenbahn wieder anfuhr, beruhigte ich mich. Und ich schämte mich auch ein wenig, über meine Sensationsgier und meinen Spaß an dieser unwürdigen Szene. Das Einzige, was mich aufbaute, war die Tatsache, dass ich mit meinem Verhalten nicht alleine gewesen war. Denn dass die Straßenbahn bei all denen, die sich nach rechts zum Fenster begeben hatten, nicht umgekippt ist, ist wirklich ein Wunder.

Wo ist der Goldtopf?

Es war heiß in den letzten Wochen – viel zu heiß. Und zu trocken. Aber irgendwo scheint es inzwischen zu regnen. Nicht hier, aber in Offenbach.  Zumindest gab es eben einen riesigen Regenbogen über Offenbach. Ich sah ihn an der Südseite, dort wo ich vom Balkon aus unter anderem auf das Oberräder Heimatmuseum, ein eingerüstetes Hochhaus und den Stadtwald gucke. Dann rannte ich zur Nordseite – auch dort sah ich hinter den Oberräder Kräuterfeldern den Regenbogen – direkt über Offenbach! Nein, genauer: IN Offenbach. Das nördliche Ende des Regenbogens kam genau in Offenbach unten an. So sah das aus:

Regenbogen über Offenbach

Regenbogen über Offenbach

Ich war aufgeregt bis zur Hysterie: Endlich einmal ließ sich ein Goldtopf so genau lokalisieren! Ich eilte ins Schlafzimmer, um mich ordentlich anzuziehen – so im Strandkleid, mit unzureichender Unterbekleidung und ohne Schuhe konnte ich schlecht auf Schatzsuche gehen. Schließlich konnte es ja auch passieren, dass ich es am falschen Ende versuchte und noch in den Wald laufen musste. Hastig warf ich einen Kontrollblick aus dem Fenster – war er noch da? Er war es, in aller Pracht und Schönheit! Über OFFENBACH …

Durch Zufall fiel mein Blick in die andere Richtung – und ich verstand. Die Mär von dem Goldtopf am Ende des Regenbogens, sie gilt nicht überall. Sie gilt im Wunderland, in Irland oder bei Hägar, dem Wikinger, aber nicht in Offenbach. Denn dieser Regenbogen kam von der anderen Seite: Er war ein reiner Abstrahleffekt. Bei uns im Rhein-Main-Gebiet steht der Goldtopf woanders …

Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang

Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang