Samstagsflohmarkt: Objekte des Tages

Wieder einmal gönnten die ewige Antje und ich uns einen Flohmarktbummel am Main. Ich wollte Bastelmaterial kaufen, was mir auch gelang. Antje hingegen schlug bei einem Buchanbieter zu und ergatterte ein Büchlein über Apfelwein – Kulturgut also.

Wie immer betrachtete ich sehnsüchtig die schönen Sammeltassen, die es gestern in einer riesigen Auswahl gab. Es gibt ja solche und solche Flohmärkte – dieses Mal schienen sämtliche Besitzer alter Tassen ihre hervorgekrankt zu haben, um sie mir unter die Nase zu halten. Ich war aber vernünftig und kaufte keine: Denn ich brauche keine Sammeltassen, und schon gar keine, die nicht in die Spülette mögen.

Sammeltassen-Paradies: mein Favorit ist die mit den farbigen Vierecken und dem breiten Golddrand – hach!

Es gab aber auch wieder sonderbare Objekte zu bewundern. Ein fröhliches Wiedersehen feierte ich mit einigen schrägen Vasen, die ich schon einmal hier vorgestellt habe. Dieses Mal ergatterte eine Art mongolischer Buddha meinen Platz zwei im Wettbewerb zum Objekt des Tages – der Herr saß würdevoll zwischen einer geblümten Ente, alten Luftpostbriefen und allerhand Porzellanzeug auf einem übervollen Flohmarkttisch.

Statue auf dem Flohmarkt

Der Favorit in dieser Woche war jedoch eine Handarbeit, liebevoll hergestellt in mühevoller Kleinarbeit – ein Pompombaum, auch bekannt als Pudelstrauch oder Troddel-Eiche. Endlich weiß ich, wass ich mit all meinen Wollresten anstellen kann – ich muss nur noch jemanden finden, dem ich das dann schenken kann 🙂

Pompombaum

Analog-Kaffee 2

KaffeemühleHeute muss ich ein „Follow-Up“ zu meinem Kaffee-Beitrag aus dem Februar schreiben: Ich war nämlich heute mal wieder auf dem Flohmarkt in Sachensenhausen und habe dort eine wunderhübsche Kaffeemühle gesehen. Ich habe zwar schon eine tolle Elektrische, die meine Schwester mir mal geschenkt hat, aber so ein handbetriebenes Gerät wollte ich schon immer mal haben.

Der Standbetreiber hatte etliche Mühlen dabei und wollte die offensichtlich auch loswerden – die Preise waren moderat. Allerdings nicht so billig, wie es der junge Mann vor mir es gerne gehabt hätte, der genau diese Mühle auch in der Hand hatte, sich aber preislich nicht mit dem Anbieter einigen konnte. Er stellte die Mühle weg, ich schnappte sie mir, angefeuert von meiner Freundin Maike.

Natürlich ist man sich bei Flohmarktdingen oft ein bisschen unsicher, ob die denn überhaupt wie gewünscht funktionieren. Bei diesem Stand konnte ich es jedoch ausprobieren: Es gab ein paar Böhnchen, die ich hineingeben und mahlen konnte. Das Ergebnis war etwas grob, aber da das Mahlwerk verstellbar ist, ging ich das Risiko ein, entrichtete neun Euro und trug meine Mühle stolz nach Hause.

Zuhause begann ich sofort zu fummeln: Zuerst die Mühle sauber machen. Die war zwar eigentlich sauber, aber es war wohl Pfeffer darin gemahlen worden – und den will ich morgen früh nicht in meinem Kaffee haben. Dann Bohnen einfüllen, mahlen, nachgucken – nein, zu grob. Oben herumschrauben, nochmal mahlen – noch gröber. Ganze Früchte, sozusagen. Nanu? Ich untersuchte das Gerät. Leider vergaß ich dabei die eingefüllten Bohnen, die dann in der Küche lagen, zusammen mit grob geschreddertem Kaffee. Ich zog um ins Wohnzimmer, da ist mehr Licht und mehr Tisch. Nahm das Drehding oben ganz auseinander, um mal ordentlich gucken zu können. Aha – erst hochziehen, dann schrauben. Schon wieder lagen überall Krümel – sapperlot, wie viel ging denn da rein? Und wie viel kam da raus? Das korrelierte irgendwie nicht. Ich schraubte und krümelte unverdrossen weiter, bis das Mahlwerk scheinbar fest eingestellt war. Neue Bohnen rein, kurbeln, kurbeln, kurbeln – doch, das dauerte deutlich länger als zuvor. Und der neugierige Blick ins Pulverfach belohnte mich für meine Mühen: Ja, so fein habe ich mir das vorgestellt, daraus kann man Kaffee kochen. Und wie gut das riecht!

Kaffeemühle mit Kaffeemehl

Frankfurter Frühlingsimpressionen

Es ist nicht mehr zu übersehen: Er kommt. Der Frühling kommt mit großen Schritten. Heute begegneten wir ihm auf dem Flohmarkt in Sachsenhausen.

Frankfurt Main Flohmarkt

Frühlingshafte Temperaturen und Sonnenschein zogen die Frankfurter nach draußen und luden dazu ein, eines der ersten Male in diesem Jahr im Freien Kaffee zu trinken – oder auch etwas anderes. Auf dem Flohmarkt war es voll, aber nicht so, dass es unangenehm gewesen wäre. Es blieb noch Zeit und Raum für einige Beobachtungen der heimischen Fauna.

zwei Tauben

Unsere Umsätze blieben bescheiden: ein neues Portemonnaie als Mitbringsel für meinen Neffen sowie ein gebrauchtes Teesieb für mich. Preiswert war das, 7 Euro für drei Teile, von denen eines mit Sicherheit nicht dazu gehörte und auch noch eine Beule hatte – wir haben dieses Stückchen Sondermüll dem Verkäufer gespendet, der sofort einen gläsernen Briefbeschwerer auf das Zinntellerchen stellte – zwei Teile, ein Preis. Weiter ging es, über den eisernen Steg in Richtung Römer, um uns dort noch ein wenig ins Stadtgetümmel zu stürzen.

Frankfurt Main Eiserner Steg

Der eiserne Steg ist behängt mit Liebesschlössern, was ich davon halte, weiß ich nicht so recht. Es ist kitschig, was nicht schlecht sein muss: Als junges Mädchen hätte ich es sicherlich gemocht. Aber wenn all die Paare, die inzwischen kein Wort mehr miteinander reden, ihr Schloss wieder abgenommen hätten, wäre es sicher deutlich aufgeräumter.

Frankfurt eiserner Steg Liebesschlösser

Flohmarkt am Untermainkai

Ich habe mir selber eine Konsumpause verordnet. Nicht, weil ich von der Pleite bedroht wäre, sondern weil ich eigentlich von allem ausreichend habe – besonders Kleidung, Schmuck und Handtaschen. Und Kaffeebecher – vor allem Kaffeebecher. Soviel Kaffee kann ich gar nicht trinken, dass die alle mal schmutzig würden. Trotzdem war ich heute mal wieder auf dem Flohmarkt in Sachsenhausen. Das tue ich immer wieder gerne, obwohl ich meistens nichts oder nur ganz wenig kaufe. Folglich ist das kein Konsum oder Shopping, sondern Hobby, gekoppelt mit Bewegung an frischer Luft und aktiv praktiziertem Umweltschutz. Weil nämlich das, was ich dort kaufe, ansonsten vielleicht aufwändig entsorgt würde, oder noch einmal produziert werden müsste, damit ich es kaufen kann. Logisch, oder? Flohmarkt Sachsenhausen Untermainkai Vom Angebot vielleicht nicht der allerschönste, aber doch einer der beliebtesten Flohmärkte in Frankfurt ist der am Mainufer, genauer gesagt am Untermainkai. Dieser Markt findet an dieser Stelle an jedem zweiten Samstag statt, die anderen Samstage können Flohmarktgänger ihrer Leidenschaft am Osthafen nachgehen. Welcher Standort wann dran ist, erfährt man übrigens hier. Auch ich besuche diesen Flohmarkt gerne, ist er doch so typisch für Frankfurt wie die berühmte grüne Soße oder der Apfelwein: Es geht bunt und sehr international zu, das Angebot reicht von feinen Antiquitäten bis zu wahrscheinlich geklautem Elektroschrott und zu Essen und zu Trinken gibt es auch reichlich. Es ist also alles so, wie es sein sollte. Bier und BrezelEin großer Vorteil ist in meinen Augen übrigens die tolle Lage dieses Flohmarktes: mitten in Sachsenhausen, gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit einer traumhaften Aussicht auf den Main. Nach dem Marktbummel kann man sich ein Bierchen direkt am Main genehmigen, eines der vielen Cafés in Sachsenhausen besuchen oder über eine der Mainbrücken laufen und noch ein wenig durch die Innenstadt schlendern. Ich bin heute einfach am Main entlang nach Hause gewackelt, was gut ging, weil ich meine selbst verordnete Konsumpause im Grunde eingehalten habe und nicht schwer zu tragen hatte: Gerade mal einen Euro investierte ich in eine alte, abgeranzte Halskette, deren Farben mir ausnehmend gut gefielen. Dieser Kauf hatte den Vorteil, dass ich nachmittags noch ein GlasperlenketteWeilchen damit verbringen konnte, meine Neuerwerbung in einen vorzeigbaren Zustand zu bringen: Das alte Bändsel abschneiden, einige Perlen, die mir nicht gefielen, aussortieren, neu nach Farben zusammenstellen, neues Bändsel aus Nähkorbbestandteilen basteln und das Kunstwerk auffädeln. Das habe ich schon als Kind ausdauernd und gerne gemacht. 🙂