Filzexperimente 3: Kreistasche aus Resten

Diese Tasche nach dem schon bewährten Muster vom Garnstudio entstand nur aus Wolle, die ich noch im Fundus hatte. Das machte mich dieses Mal ein wenig nervös, denn ich hatte tatsächlich sechs Farben von drei verschiedenen Herstellern und in zwei Stärken am Start. Das versprach eine gewisse Spannung beim Filzen.

Filzwolle

Das Ergebnis ist überraschend gut ausgefallen. Allerdings musste ich erst mal den hellen fusseligen Flaum entfernen, der die ganze Tasche überzog und die Farben … äh, ja … zumindest eigenartig aussehen ließ. Das schien vom hellgrauen Garn zu kommen und ließ sich recht einfach entfernen.

Die beiden dickeren Drops-Garne habe ich jeweils am Ende des Kreises platziert, damit sich der Taschenkörper nicht mittendrin irgendwo unschön wellt. Man sah nach dem Filzen auch ein wenig Unterschied, aber das ließ sich zurechtboxen.

Bunte KreistascheDer Gurt ist recht lang geworden. Ob ich den so lasse oder noch ein wenig kürze, muss ich mal gucken – erst soll das Stück nun trocknen. Lange Gurte haben ja immer den Vorteil, dass man die Tasche gut um die Schulter tragen kann, aber wenn einem die Tasche um die Knie schlackert,ist es ja auch nicht gut.

Und wer die Tasche bekommt, kann ich noch gar nicht genau sagen. Wenn das Modell dort Gefallen findet, geht sie nach Oldenburg, in den Eßkamp. Wenn nicht – dann geht sie woanders hin.

Nachbemerkung: Somit habe ich in den letzten Monaten tatsächlich einen Großteil meiner Vorräte an Filzwolle verbraucht. Aus dem, was noch da ist, kann ich wohl nur noch einen bunten Hippiebeutel stricken, oder Hauspuschen. 🙂

 

Sandfarbene Muscheltasche

Filztasche Merino

Mein Projekt „Bestandsabbau in Sachen Wolle“ läuft weiter. Wieder ist eine Filztasche entstanden, dieses Mal aus einer hellbraunen Wolle, die vor ein paar Jahren schon einmal zum Filzen herhalten musste. Eigentlich ist diese 100-prozentige Merinowolle dafür viel zu schade, aber ich habe sie mal sehr günstig gekauft, weil sie diverse Fehler aufwies. Zum Stricken einer Jacke oder eines Pullis war mir das dann doch zu lästig, aber gefilzt fallen die diversen Macken nicht mehr auf und die Tasche hat einen wunderbar weichen Griff.

Taschenvershcluss

Die schlichte Tasche ist für eine Freundin gedacht, die es maritim mag, aber nicht auf „Gedöns“ steht. Je weniger Zierrat, desto besser. Trotzdem habe ich den schicken silbernen Muschelverschluss gewagt, den ich auf einem kleinen Basar in St. Wendel fand, denn der passte gar zu gut zur Farbe. Außerdem ist er recht groß und gut zu greifen, so dass die Tasche ganz fix mit drei Fingern zu öffnen sein sollte. An ein bestimmtes Muster habe ich mich nicht gehalten, sondern einfach „frei Schnauze“ drauflos gewerkelt: Der Taschenkörper ist glatt recht in Runden gestrickt, die Klappe kraus, der Riemen ist ein Schlauch.

Und so sieht das Gesamtkunstwerk aus – noch ein wenig feucht und zerknittert:

Filztasche mit Muschelverschluss

Filzexperimente 2: Kreistasche

Claudias Tasche gestricktSeit zwei Jahren habe ich Schulden: Ich habe der besten Kollegin von allen eine Filztasche versprochen und habe es bis jetzt nicht fertig gebracht, eine zu stricken. Da ich nun aber mal wieder eine Werkel-Phase habe, habe ich nach der gewünschten Farbe gefragt: Türkis-Petrol wurde gewünscht. Weil ich sowas natürlich nicht in ausreichender Menge im Fundus hatte, konnte ich die Gelegenheit nutzen, um einmal ein Drops-Garn zu benutzen, die in diversen Strickgruppen immer wieder zum Filzen empfohlen werden. Kaufen kann man Drops-Garne in zahlreichen Online-Shops, was meiner Neigung, vollgestopfte Innenstädte zu meiden und lieber online zu kaufen, deutlich entgegen kommt. Also suchte ich nach der häufig empfohlenen Sorte Drops Eskimo: Schon die Farbauswahl begeisterte mich. Viele Anbieter von Filzwolle bauen hauptsächlich auf knallige, klare Farben, bei Drops gibt es jedoch jede Menge „Zwischentöne“ und melierte Garne. Die schlussendlich von Lanade gelieferte Wolle fühlte sich wunderbar weich an und entsprach von der Farbe her genau der Abbildung.

Tasche Claudia GefilztAm Freitagabend machte ich mich also ans Werk. Ausgewählt hatte ich ein Muster vom Garnstudio, das sich wunderbar einfach stricken ließ – es war fernsehtauglich. Wie üblich war ich überzeugt davon, dass aus dem weichen gestrickten Lappen nichts Gescheites werden könnte, stopfte das Werk aber trotzdem heute Morgen in die Waschmaschine. Und tatsächlich – es schrumpfte brav und kam als knautschiges nasses Etwas aus der Waschmaschine heraus. Der Filz ist schön fest geworden, hat aber die eine Knautschfalte, die bei meinen Taschen immer drin ist – wie sich das vermeiden lässt, habe ich leider noch nicht herausgefunden. Nachdem ich lange und heftig mit einer Wasserflasche auf die Falte eingewirkt habe, hat sie nachgegeben und fällt kaum noch auf. Aktuell hängt die Tasche zum Trocknen am Haken und sieht schon ziemlich so aus, wie ich sie haben wollte. Hoffentlich gefällt sie auch der allerbesten Kollegin 🙂

Nachtrag: Die Tasche ist übrigens so gut zu stricken, dass ich sie wohl noch ein zweites Mal machen werden: dann allerdings als Teil des Resteverwertungsprojekts. Der Taschenkörper müsste auch sehr hübsch aussehen, wenn die einzelnen Felder in unterschiedlichen Farben daherkämen. Und irgendeine Abnehmerin für diese Restetasche werde ich dann sicher finden.

Filzexperiment 1: Karotasche

Tasche gestricktIn meinem umfangreichen Wollvorrat befinden sich auch jede Menge Reste einer längst vergangenen Strickfilz-Phase. Die habe ich kürzlich einmal zusammengetragen – es war eine ganze Wäschewanne voll. Alles verschiedene Farben, Stärken und Fabrikate, wie praktisch. Also wurden sortiert, hin- und hergeordnet und nach Farben zusammengelegt. Eine Kombination schien zu passen und vor allem auch auszureichen. Also machte ich noch einen Versuch mit einer Karotasche. So eine habe ich schon einmal gestrickt, in fünf Farben, und besaß sie ungefähr zwei Tage lang, bevor meine Schwester sie mir abschwatzte.

Das neue Modell ist dreifarbig und wurde gestern gefilzt. Wie immer fand ich es unheimlich spannend, die Waschmaschine zu öffnen und das zusammengeschrumpelte Strickwerk herauszuziehen. Und wie immer war ich zuerst entsetzt über das krumme, zähe Ding, das ich in der Hand hielt. Die Wolle ist dieses Mal extrem eingegangen und es war ganz schön mühsam, die Tasche in Form zu drücken. Inzwischen aber ist sie fast trocken und sieht dem, was sie werden wollte, schon sehr ähnlich. Ein Verschluss ist auch schon dran – eine kleine Glühbirne, die eigentlich als Schlüsselanhänger gedacht war. Solche ausgefallenen Verschlüsse mag ich im allgemeinen lieber als einfache Knöpfe.

Tasche gefilzt