Fallmaschenloop reloaded

Ich habe mal wieder einen Fallmaschenloop gestrickt – oder besser gesagt, gleich zwei. Denn wieder hatte ich fünf Knäuel Wolle, die genau zwei Loops ergeben. So habe ich wieder was zum Verschenken.

Ich besitze schon zwei dieser Loops, die ich unglaublich gerne trage. Die Wolle „Cotton Bamboo Batik“ von Schachenmayr ist sehr weich und angenehm am Hals – ich bin ja ein bisschen eine Mimose, was kratzende Materialien angeht. Und da der Link, den ich im alten Blogbeitrag benutzt hatte, um die Machweise zu beschreiben, inzwischen ins Nirwana geht, gibt es hier heute eine Anleitung.

Fallmaschenloop, Fallmaschenschal

Wie so oft sehen die Farben etwas komisch aus. Unten kommen sie besser.

Angeschlagen habe ich 180 Maschen mit Nadelstärke 3,5. Das ist recht viel, aber ich habe keinen Schwanenhals und mag es auch nicht, wenn der Schal so nah am Hals ist. Für die meisten Leute werden weniger Maschen reichen. Man sollte nur darauf achten, dass die angeschlagene Maschenzahl hinterher teilbar ist durch die Rapportbreite.

Ich hatte mich entschieden, nach jeder dritten Masche eine Fallmasche einzubauen, meine Maschenzahl musste also durch 4 teilbar sein. Ich besitze allerdings auch schon einen Schal, bei dem nach jeder zweiten festen Masche die Laufmasche kommt.

https://meikesbuntewelt.wordpress.com/2014/08/01/zweierlei-fallmaschenloops/Gestrickt wird in Runden, immer eine Reihe linke, eine Reihe rechte Maschen. Dadurch entsteht da, wo die Reihe beginnt bzw. endet, eine Art Linie oder Naht. Die fällt später nicht auf, hilft aber dabei, immer an das Wechseln der Maschenart zu denken.

Man strickt so weit hoch, wie man den Schal haben möchte – bei mir waren das etwas über 100 Gramm Wolle, die ich verarbeitet habe. Dann strickt man die letzte Reihe, die zugegebenermaßen etwas fummelig ist: Man kettet drei Maschen normal ab. Fallmaschenschal, FallmaschenloopDann strickt man eine kleine Luftmaschenkette aus fünf Maschen. Wenn einem das auf der Stricknadel zu schwierig ist, kann man auch eine Häkelnadel dazu nehmen. Dann schubst man eine Masche von der Nadel und lässt sie fallen, überbrückt die Lücke mit der Luftmaschenkette und kettet wieder drei Maschen ab. Auf diese Weise strickt man die letzte Runde bis zum Ende.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Laufmaschen mit etwas dickerer Wolle keineswegs so fröhlich bis nach unten springen, wie sie es bei einer Strumpfhose tun – man muss mächtig nachhelfen. Daher mache ich es so, dass ich immer ca. fünf Mal die Luftmaschenkette bastele und dann den Fallmaschen auf die Sprünge helfe. Das hat auch den Vorteil, dass man sieht, wenn man irgendwo geschusselt hat – nur zwei statt drei feste Maschen oder im Eifer des Gefechts die Luftmaschen vergessen. Das kann man dann noch richten – hat man zuerst die ganze Runde fertig gestrickt, ist das deutlich schwieriger.

Zum Schluss muss man nur noch die wenigen Fäden vernähen und kann sich an seinem Schal freuen. 🙂

Zweierlei Fallmaschenloops

Zuerst hatte ich einen Fallmaschenloop bei Silvia gesehen, in hellen, sommerlichen Farben. Natürlich musste ich das gute Stück sofort genau angucken und befingern und verstand so in etwa, wie er gemacht wurde. So was wollte ich auch haben!

FallmaschenloopZu meiner Überraschung stellte ich fest, dass diese Art von Schal derzeit groß in Mode ist: In Handarbeitsforen und auf Facebook, überall wurde nach Fallmaschenschals oder -loops gefragt. Ich googelte ein wenig und fand eine Anleitung von Rellana, die sehr verständlich war und dem entsprach, was ich mir beim Betrachten von Silvias Loop schon zusammengereimt hatte. Ein tiefer Griff in die Wollkisten förderte die eigenartige „Cotton Bamboo Batik“ von Schachenmayr hervor, die ich vor einigen Monaten mal in einer Sonderaktion bei brands-for-friends günstig geschossen hatte – gleich in mehreren Farbstellungen. Diese Baumwoll-Viskose-Mischung ist weich, leicht und kratzt überhaupt nicht – wunderbar für eine Mimose wie mich! Ich legte also los.

Allerdings rippelte ich den ersten Versuch nach wenigen Reihen wieder auf und änderte die angegebene Maschenzahl von 111 auf 180 Maschen: Denn zum einen habe ich nicht so einen Schwanenhals wie das hübsche Model in der Anleitung, zum anderen mag ich Schals und Tücher nicht so gerne so nah am Hals.

FallmaschenloopDer Loop ging flott von der Hand. Um ehrlich zu sein, ist die Strickerei extrem einfach. Lediglich das Fallenlassen der Maschen ist etwas Fummelei, aber auch nicht schwierig. Zu meinem Erstaunen laufen die Maschen viel langsamer runter, als ich gedacht hätte – man muss ihnen richtiggehend Beine machen. Das Ergebnis finde ich bis jetzt in zwei Farben sehr überzeugend, es sieht hübsch aus und trägt sich angenehm. Verbraucht habe ich pro Schal rund 120 Gramm oder zweieinhalb Knäuel Wolle. Und beim Loop in den Rosatönen habe ich in die Fallmaschen ein kleines Muster eingebaut: In regelmäßigen Abständen ist der Streifen aus festen Maschen doppelt so breit, was recht gut aussieht.

25.02.2017, Nachtrag: Leider ist die Anleitung auf der Seite von Rellana inzwischen verschwunden. Ich habe deshalb eine eigene geschrieben, ihr findet sie hier: https://meikesbuntewelt.wordpress.com/2017/02/25/fallmaschenloop-reloaded/