eWriters Weihnachtspost

Zum ersten Mal habe ich Beiträge in einer Anthologie veröffentlicht: Unter dem Titel „eWriters Weihnachtspost – 16 mehr oder weniger besinnliche Geschichten und Gedichte zum Fest.“ haben meine eWriters-Kollegen und ich in Eigenregie dieses EBook gestaltet. Es hat viel Spaß gemacht, das Buch zu erstellen, und das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen.

Das Büchlein gibt es gratis bei Amazon, Neobooks und im iBook-Store. Weitere Shops werden folgen, hier ist die Auslieferung durch unseren Distributor Neobooks noch nicht ganz abgeschlossen.

Und hier haben wir Cover und Klappentext:

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Suchen Sie eine Weihnachtsgeschichte? Wir schenken Ihnen eine!

Erleben Sie Weihnachten, wenn der Weihnachtsmann ein Zauberglöckchen verschenkt, die Muse den Kuss verweigert, der Stern von Bethlehem gestohlen wird, ein Weihnachtsbaum sich gegen das Schmücken wehrt und Freunde in Geschenkenot geraten.

Sechzehn fantastische, kriminalistische, heitere und besinnliche Geschichten und Gedichte haben wir für Sie zusammengestellt. Lassen Sie sich verführen und verzaubern in der wunderbaren Welt der eWriters.

Autoren sind: , , , , , , , , und

C. A. Raaven

Christian

C.A. Raaven – oder auch einfach Christian: Der humorvolle Berliner ist Autor des Jugendbuches „Bat Boy“. Er ist Self Publisher und engagiert sich verstärkt in diesem Bereich:  Im Frühjahr 2013 wurde er einstimmig zum ersten Vereinspräsident der eWriters gewählt.

Die „Schuld“ daran, dass er neben seinem kaufmännischen Beruf das Schreiben für sich gefunden hat, gibt er einer Mrs. McCaffrey, die mir bis dato unbekannt war. Er beschreibt den Vorgang so:

„Es gibt auf dieser Welt ja eine Unmenge von Drachengeschichten. Aber unter all diesen ist mir die Serie der Drachenreiter von Pern – und dort speziell dieser Band – besonders ans Herz gewachsen, denn er hat etwas bewirkt, was ich selbst nicht für möglich gehalten hätte.

Es war damals Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, als ich zufällig beim Stöbern in meiner Lieblings-Buchhandlung auf die Reihe stieß. Ich war damals bevorzugt auf der Suche nach mehrteiligen Geschichten und sofort davon beeindruckt, dass der erste Band im Jahr 1967 erschienen war und der damals letzte Band gerade erst Ende der Achtziger.

Ich fing sofort an, die Bücher zu verschlingen, die mich in die ferne Welt Pern mit ihren vernunftbegabten Drachen entführten. Dann kam ich schließlich zur „Drachendämmerung“ und erlebte quasi einen Kulturschock, denn anstatt der mir inzwischen altbekannten vielschichtigen Fantasy-Geschichte mit ihren liebgewonnenen Charakteren, befand ich mich plötzlich mitten in einer Science-Fiction-Story, die die wahre Herkunft der Menschen von Pern und der Wesen, die sie als Drachen bezeichneten, schilderte. Und dann brach die Geschichte auch noch mitten in der Handlung ab, als es gerade richtig interessant zu werden versprach. Eine Frechheit, wie ich fand.

Zuerst glaubte ich an ein fehlerhaftes Buch, aber ein erneuter Besuch im Buchhandel zeigte mir, dass sämtliche vorhandenen Exemplare genau dort aufhörten, wo meines mich im Stich gelassen hatte. Sofort machte ich mich auf die Suche nach weiteren Bänden – eine Suche, die ohne das Internet, wie wir es heute kennen, ziemlich schwierig war: Fehlanzeige.

Dieser Umstand ließ mich Wochen und Monate lang nicht los. Schließlich kam ich auf die Idee, selbst eine Fortführung der Handlung zu schreiben, um meinem Hirn ein Ventil zu gönnen.

Die von mir verfassten Seiten wurden wenig später von einer Bekannten gelesen, die zu meinem großen Erstaunen sofort danach eine weitere Fortsetzung orderte.

Zwar kamen dann wenig später doch einige weitere Bände der Reihe heraus, so dass mein „Projekt“ obsolet wurde, aber der erste Schritt war getan.

Heute stehe ich kurz davor, meinen ersten Roman als eBook zu veröffentlichen.

Also danke Mrs. McCaffrey – auch wenn sie es nicht mehr lesen können. Sie haben mich vom Konsumenten zum Produzenten gemacht.“ (C. A. Raven)

Danke, Christian, dass auch du in mein Gästezimmer eingezogen bist! Und die Sache mit dem eigenen Roman hat inzwischen ja auch geklappt…

Mehr über Christian und „Bat Boy“ erfahrt ihr hier: http://www.c-a-raaven.de/Raavens_Welt/Willkommen.html

Marlies Lüer

Marlies_PortraitMarlies ist eine tolle Autorenkollegin, die ich bei den eWriters kennenlernen durfte. Sie schreibt Romane, Märchen und Fantasy und mag all diese Genres gleichermaßen. Sie veröffentlicht bei Amazon/KDP als so genannte Indie-Autorin. Erhältlich sind von Marlies Lüer bislang vier Bücher als EBooks.

Marlies ist ein gebürtiges Nordlicht, lebt jedoch seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Baden Württemberg.

Mehr über Marlies erfahrt Ihr auf ihrer Webseite http://www.silberworte.de

Der Anderwelt-Schöpfungsmythos

Erzählt von Fearghas, Midirs Sohn (und Marlies Lüer)

Vor langer Zeit, es mögen zehntausend Erdenjahre vergangen sein, waren Menschen und Tuatha de Danan EIN Volk. Sie waren die Kinder Danus, der Großen Mutter. Es kam eine dunkle Zeit über das Volk, denn die Dämonen Zwist und Hader schlichen sich in die Welt, um die Seele des Volkes zu vergiften.

Brudermord war das finstere Kind von Zwist und Hader. Die Tuatha de Danan fürchteten um ihre Existenz, denn die Menschen waren stärker als sie, erfüllt von Wildheit und auch Blutdurst. Das Feenvolk Tuatha zog sich in seiner Angst zurück ins Sommerland, auf die große Insel Avalon. Auf langen Booten, die sie aus Ebereschenholz schnitzten, überquerten sie das große Meer. Der Schutzgeist der Insel nahm sie gütig auf und verbarg das weinende Volk, indem er rund um die Insel Nebel aufsteigen ließ. So waren sie vor den Augen der Menschen verborgen.

Verfolger und Dämonen verirrten sich im Nebel, und viele kamen darin um, weil sie den Weg hinaus nicht mehr fanden. Die Kinder Danus aber fanden Frieden und Glück in ihrer neuen Heimat, die wahrlich ein Paradies war. Es gab dort keine Jahreszeiten. Immerzu trugen Bäume und Büsche Blüten und Früchte. Obwohl der Nebel, geformt wie eine Kuppel, die Insel verbarg und auch Sonne, Mond und Sterne nicht mehr zu sehen waren, hatte das Volk stets genug Licht, denn die Magie der Insel leuchtete ihnen allezeit. Auf der Insel waren zahlreiche Süßwasserquellen, das Wasser war angefüllt mit wilder Magie. Und so erlernten die Alten und Weisen des Volkes den Umgang mit der Magie, denn sie war ein Teil von ihnen geworden. Der Inselschutzgeist selbst gab ihnen Unterricht. Was sie lernten und all ihre magische Kunst, gaben sie gewissenhaft weiter an ihre Kinder und Kindeskinder. Und auch diese handelten so für ihre eigenen Kinder und Kindeskinder. Bald schon war ihnen nichts mehr unmöglich. Sie formten die Insel mit Magie und Imagination nach ihren Wünschen, erschufen sogar neue Kreaturen! Dadurch, dass sie so stark und mächtig im Geiste wurden, Generation für Generation, veränderten sich dort sogar die Gesetze der Natur. Die Zeit verlief fortan auf der Insel und in ihrer unmittelbaren Umgebung anders als im Rest der Welt. Die Erde drohte dadurch zu zerreißen! Schwere Beben, Wirbelstürme und Sintfluten erschütterten den Planeten in seinen Grundfesten. Unzählige Menschen und Tiere verloren ihr Leben.

Dagda und Danu, Allvater und Allmutter, sahen dies mit großer Sorge. Sie beschlossen, um alle miteinander zu retten, das Sommerland vom Rest der Erde zu trennen und schoben die Insel behutsam in eine andere Dimension. So kam der Planet wieder zur Ruhe und das Leben in all seinen Facetten wuchs und gedieh aufs Neue.

Die Völker aber, einst Brüder und Schwestern, waren nun getrennt  und entwickelten sich gemäß ihrer Art fort und unterschieden sich sehr. Die Tuatha de Danan bekamen die Aufgabe zugewiesen, all die Devas und Elementargeister, die für die irdische Flora und Fauna zu sorgen hatten, in ihrer so wichtigen Arbeit zu unterstützen mit der Energie der wilden Magie Avalons. Die Menschen hingegen waren dazu auserkoren, das Paradies, das die Erde damals war, zu hegen und zu pflegen. Auch waren sie große Träumer und erschufen Großes und brachten viel Neues in die Welt, im Einklang mit Natur und Kosmos. Doch war diese Entwicklung nicht von Dauer. Irgendwann begann, zunächst unmerklich, der Raubbau an der Natur und neue Dämonen schlichen sich in die Herzen und Geister der Menschen.

Darum gestatteten Danu und Dagda, dass sich dann und wann ein Tor zwischen den Dimensionen öffnete, damit die Abgesandten Avalons die Lehrer der Menschen sein konnten. Doch im Nebel hatten dereinst die sterbenden Dämonen ihre ganze Bosheit als letzten Gruß aus der Unterwelt hinterlassen. Jeder Elb, jede gute Fee, die durch das Tor gingen, verwandelten sich während des Überganges in ein Fabeltier oder einen Hybriden. Anstelle von weisen Lehrern bekamen die Menschen Besuch vom Minotaurus, von einäugigen Riesen oder Harpyien und anderen schrecklichen Wesen. Nur sehr selten gelang es einem Bewohner Avalons in seiner eigenen Gestalt über die Erde zu wandeln, um die Menschen von ihrem schädlichen Tun abzuhalten. Denn obwohl Erde und Avalon in verschiedenen Dimensionen ihre Heimat haben, so sind sie doch in ihrem Schicksal innig miteinander verbunden.

Stirbt ein Teil der Erde, so stirbt ein Teil Avalons. Und wenn einst Avalon im Anderland zugrunde gegangen ist, wer soll dann die Devas der Flora und Fauna nähren, wer die Elementargeister stärken?

Dann wird die Erde mit ihren Bewohnern auf sich selbst gestellt sein. Avalons Tod ist der Tod aller.

Mögen Allvater und Allmutter dies zu verhindern wissen!

Online trifft Offline

Über einen Ausflug, bei dem ich meine Online-Bekanntschaften kennenlernen möchte: Das Gründungstreffen des eWriters-Vereins.

Online trifft Offline oder: Gibt es euch wirklich?

Geboren bin ich ja als Dorfkind, wuchs auf ohne tolle technische Ausstattung und war viel an der frischen Luft. Selbst einen Farbfernseher kauften wir erst Anfang der 80er Jahre, und das Wählscheibentelefon hat mich sehr lange begleitet. Während meiner Schulzeit kamen Computer allmählich auf, aber das interessierte nur diejenigen seltsamen, bleichen Jungs, die sich kurz vor Unterrichtsbeginn mit wichtiger Miene große, biegsame Disketten zuschoben. An mir ging dieser Trend völlig vorbei. Zwar begann ich während meiner Ausbildung, ein wenig am Computer zu arbeiten, aber dieses dumme Ding mit der grünen Schrift auf schwarzem Bildschirm war für mich eher ein notwendiges Übel.

Ein wenig änderte sich diese Einstellung, als das Internet auch zuhause schneller wurde und man mehr machen konnte als auf den Ladebalken zu starren. Ich kaufte Hergens gebrauchten PC – der war für mich noch vier Jahre lang gut. So manche Nacht verbrachte ich nun bei ebay und wachte morgens schweißgebadet auf, in der bangen Hoffnung, dass mich doch bitte, bitte irgendjemand überboten haben mochte, damit der lebensgroße Mr. Spock aus Pappe nicht geliefert werden würde. In diesem Fall hatte ich Glück. Der große orange Kasten mit einem Französischkurs auf Kassetten aber wurde geliefert und stand fünf Jahre lang unbenutzt auf meinem Schrank.

Wann es passierte, dass ich zum Online-Menschen wurde, kann ich gar nicht genau sagen. Irgendwann stand in meiner Job-Beschreibung „Webmasterin“, mein Name prangte im Impressum einer Webseite und ich verbrachte einen großen Teil meiner Freizeit online. Genau genommen habe ich manchmal das Gefühl, ungesund viel online zu sein. Ich rede mit Menschen, die ich nicht kenne – oder zumindest nicht so richtig. Ich weiß nicht, ob der verführerische Mittdreißiger, mit dem ich immer so gerne schwatze, nicht vielleicht doch schon 75 ist, und ich selbst habe mich schon ab und zu mal als Mann ausgegeben. Einfach so, zum Spaß. Merkt ja keiner.

Umso aufgeregter war ich an einem Samstag im April, als es plötzlich ernst wurde und meine geliebte Online-Welt sich als alltags- und vor allem tageslichttauglich erweisen sollte: Es war ein Treffen geplant, richtig offline, mit Hand geben und so. In Essen wollte ich meine „Bekannten“ aus dem eWriters-Forum treffen. Sehr spannend! Zwar hatte ich alle Teilnehmer über Google gestalkt und Fotos gesehen, aber was sind schon Internet-Fotos? Ich nehme ja auch immer die, auf denen ich möglichst schlank aussehe und im Wind stehe – damit alle denken, an der Frisur sei das Wetter schuld.

Geplagt von komischen Gedanken saß ich im Zug nach Essen: Was, wenn gar keiner kommen würde? Oder wenn die alle doof wären? Oder mich doof fänden? Möglichkeiten gab es viele. Dass sich der Bahnhof in Essen auch noch als Irrgarten mit allerlei sonderbaren Special Effects herausstellte, ist nicht dazu angetan, meine Zweifel zu zerstreuen.

Dann aber fühlte sich plötzlich alles richtig an. Zu viert trafen wir uns auf dem Bahnhof. Wir erkannten uns sofort – obwohl ich nicht die Einzige war, die mit dem Foto ein bisschen geschummelt hatte. Hände schütteln, begrüßen, viel Gelächter – und zwei Zigaretten, die auf dem Weg zum Auto angezündet wurden. Wie, was, Raucher? Die beiden? Konnte das sein? In Gedanken nahm ich Streichungen in der imaginären „Liste der Eigenschaften“ vor, die ich von allen Leuten, die ich treffen wollte, erstellt hatte. „Nichtraucher“ wurde gestrichen, und bei einem auch gleich noch „Vegetarier“. Keine Ahnung, wie ich darauf mal gekommen war, aber es drängte sich mir wohl auf. Die größte Überraschung aber ist die Sprache des Mannes, mit dem ich schon mal stundenlang gechattet hatte: Ich hatte gedacht, einer, der aus Essen kommt, spricht auch wie einer, der aus Essen kommt. Sagt also „Woll“ oder so. Dieser Essener aber hatte einen sanften Schweizer Akzent. Warum, würde ich im Laufe des Tages noch erfahren.

In einem Essener Gemeindezentrum trafen wir die anderen vier Teilnehmer dieser kleinen Versammlung. Auch sie waren alle sympathisch, warm, lebendig und dreidimensional. Schnell hatten wir einen Draht zueinander – ganz ohne Kabel. Und wir begannen zu arbeiten. Denn das war der Zweck unseres Treffens: Wir wollten den eWriters-Verein gründen. Eigentlich mag ich keine Vereinsmeierei. Seit meiner Jugend war ich in keinem Verein mehr, aber dieser hier scheint mir eine gute Sache zu sein. Das Internet bringt mich also dazu, mich im realen Leben mit anderen Leuten zu vereinen. Da sage noch einer, Computer machen einsam.

Tatsächlich waren wir erfolgreich an diesem Tag: Wir besprachen eine Satzung, eine Geschäftsordnung, wählten Vorstände, ich wurde Botschafterin. Das kam mir alles unheimlich seriös und erwachsen vor.  Gut, mit 43 sollte man sich eigentlich immer so vorkommen, aber bei mir ist das eine Ausnahme. Ich spürte Aufbruchstimmung, und das ist gut so – bedeutet dieser Verein doch eine Menge Arbeit. Um was es dabei genau geht, berichte ich beim nächsten Mal, wenn der Verein endlich eingetragen und amtlich ist. Dann zeige ich vielleicht auch mal unser Gründungsfoto – ungeschönt und ohne Wind. Wie gut wir doch alle aussehen!

Auf jeden Fall war es ein toller Tag. Vielen Dank, Petra und Jörg, Hanno, Hendryk, Christian, Markus und Ingrid! Es war schön, euch kennenzulernen!