Dreieckstuch aus Brazilia

So, der Winter kann kommen. Zumindest wenn man mein neuestes Strickwerk betrachtet. Es ist ein einfaches Dreieckstuch aus der fransigen Brazilia-Wolle, die bei diesen Temperaturen eigentlich nur in den frühen Morgenstunden zu stricken war.

Die Wolle für dieses Tuch habe ich geschenkt bekommen, von einer Dame, die ich kaum kenne. Sie hatte einen riesigen Sack mit Wolle geerbt und strickt selber gar nicht. So kam ich in den Genuss des Sammelsackes – der in Teilen etwas fragwürdig war. Denn das Garn, das da scheinbar eifrig angehäuft worden war, war zum Teil nicht unbedingt mein Geschmack: Es handelte sich zumeist um sogenanntes Effektgarn mit Fransen oder Bommeln, oder auch mit Glanz. Meine erste Reaktion war: Oha, was soll ich denn damit? Aber nachdem ich die Sachen erst mal sortiert, hin- und hergelegt und zugeordnet hatte, die Einzelknäuel, zu denen mir nichts einfiel aussortiert wurden und die halb abgerollten Bommel neu gewickelt waren, sah die Sache schon anders aus. Ich würde solche Garne zwar selber nicht kaufen, aber man kann sie ja mal ausprobieren – wenn sie schon da sind.

Für das dicke Kuscheltuch mussten also sechs Knäuel Brazilia Color in Rottönen und drei Knäuel Brazilia Color Fantasy in schwarz-weiß-grau dran glauben. Diese Fransenwolle ist sonst recht teuer, wäre zum Wegschmeißen also viel zu schade. Ich entschied mich für das einfache Dreieckstuch, weil das so eine schöne Spitze gibt und der Farbkontrast gut zur Geltung kommt.

Gestrickt wurde das Tuch mit einem Anschlag aus sechs Maschen. Ich habe nur rechte Maschen verwendet – jedes Muster würde in diesem Gefranse ohnehin verschwinden. In jeder Hinreihe wurden die beiden Randmaschen sowie die beiden Mittelmaschen verdoppelt, so dass die Maschenzahl schnell wuchs und das Tuch eine respektable Größe bekam.

Das Garn lässt sich fix mit dicken Nadeln verarbeiten, allerdings ist es unheimlich glitschig, wenn mal eine Masche runterfällt: Die fängt man nur schwer wieder auf. Außerdem sind die Bommel eigenartig locker gewickelt, so dass ich es vorgezogen habe, die Wolle vor dem Verarbeiten neu zu rollen – das schützt vor Knoten und schont die Nerven.

Das warme Wintertuch wird verschenkt, und zwar an die Dame, die mir den Wollsack vermacht hat. Sie soll ja auch was von ihrem Erbe haben.

Großes Tuch mit Farbverlauf

Endlich ist mal wieder etwas fertig geworden: Ein sehr großes Tuch aus der Farbverlaufswolle „Bauerngarten“ (gekauft letztes Jahr bei 100Farbspiele in Kappeln). Es war eine große Rolle mit 440 Gramm, die ich einfach bis zum Ende verstrickt habe – so erklärt sich auch die Größe des Tuchs.

Schultertuch gestrickt Lochmuster Farbverlauf

Das Muster ist im Grunde einfach: Ein schlichtes Dreieckstuch, von der Mitte aus gestrickt. Zugenommen wurde dieses Mal durch Umschläge in der Mitte und an den Seiten in jeder Hinreihe, so dass hier dekorative Lochreihen entstanden sind. Eingefügt wurde das Lochmuster aus einem Strickmuster von Drops, das ihr hier findet.

Allerdings habe ich mich weder beim Material noch bei der Maschenzahl an die Vorgaben gehalten und auch das Muster anders verteilt. Das erste Muster wurde „frei Schauze“ eingefügt, danach kamen jeweils 10 Krausrippen und dann ein Lochmuster. Also einfach und fernsehtauglich. In der letzten Reihe hatte ich 424 Maschen auf der Nadel, was bei Nadelstärke 4,5 zu einer schönen Seitenlänge führte. Die Länge reicht sogar, um das Tuch über die Winterjacke zu wickeln.

Schultertuch gestrickt Lochmuster Farbverlauf

Dreieckstuch in Herbstfarben

Gerade erst hat der Sommer begonnen, doch zumindest in meinem Strickkorb hat sich der Herbst schon blicken lassen: Denn „Herbst“ heißt die Farbkombination der Lacewolle von Buttinette, die sich noch in meinen Kisten fand. Ein wunderbar zu verarbeitendes Garn in warmen Farben, aus dem ich ein „Frei-Schnauze-Tuch“ gestrickt habe.

Dreickstuch mit Rüsche

Obwohl das Tuch denkbar einfach zu stricken war, hat es mit dem feinen Garn und Nadelstärke 3 doch eine ganze Weile gedauert, bis die 200 Gramm weggewerkelt waren. Immer, wenn mir danach war, habe ich eine Lochmusterreihe eingearbeitet und zum Abschluss eine einfache Rüsche angestrickt. Die gefällt mir auch sehr gut. Allerdings hatte ich so auf den letzten Reihen rund 1100 Maschen auf der Nadel  – das zieht sich vielleicht beim Abketten!

Herbsttuch

Nachtrag: Kürzlich hatten wir in einem Forum die Diskussion, ob es Dreieckstuch (mit s) oder Dreiecktuch (ohne s) heißt. Der befragte Duden erlaubt beides, empfiehlt aber die Schreibung ohne s. Nun, ich mag dieses kleine Fugen-s und schreibe das Dreieckstuch deshalb weiterhin so, wie es für mich besser klingt 🙂