Dreieckstuch mit Loch- und Streifenmuster

Ich habe ein neues Lieblings-Tuch-Muster! Einfach und fernsehtauglich, macht es doch was her. Und wenn der etwas fummelige Anfang erst mal überstanden ist, ist es total fix gemacht. Gestrickt habe ich ohne Anleitung, also frei Schnauze. Folglich ist das erste Tuch ein Prototyp, den ich bei Nummer zwei ein bisschen optimiert habe. Hier beim Tuch in Blautönen fand ich den Rand ein bisschen schmal, doch es gefällt mir trotzdem gut. Beim zweiten Tuch habe ich früher mit dem Lochmuster begonnen, so dass mehr Garn für den Rand übrig blieb. Gestricktes Tuch in Blautönen liegt auf meinem verknitterten grünen BettlakenDa immer mal wieder die Frage kommt, wie man etwas gestrickt hat, hier der Versuch einer Kurzanleitung:

  • 6 Maschen anschlagen, eine Reihe mit rechten Maschen stricken, dabei einen Maschenmarkierer zwischen Masche 3 und 4 hängen (Mittelmasche, der Markierer wird bis zum Schluss mitgeführt)
  • In allen folgenden Hin-Reihen wie folgt zunehmen: Beide Randmaschen verdoppeln (2 Maschen aus der Randmasche herausstricken), außerdem die Maschen vor und hinter dem Maschenmarkierer verdoppeln. Auf diese Weise nimmt man pro Hin-Reihe jeweils 4 Maschen zu. In den Rück-Reihen ohne Zunahmen stricken.
  • Zu Beginn wird kraus rechts gestrickt, also Hin- und Rück-Reihe mit rechten Maschen. Dadurch liegt der Rand beim Tuch später glatter.
  • Sobald durch die Zunahmen 30 Maschen auf der Nadel sind, beginnt die einfache Streifenfolge:
  • 4 Reihen glatt rechts (Hinreihe rechte, zurück linke Maschen, insgesamt zwei Mal)
  • 6 Reihen kraus rechts (sechs Reihen nur rechte Maschen)
  • eine Reihe Lochmuster: Rechts stricken, am Rand zuerst die Zunahme, dann eine Masche abstricken, dann ein Umschlag, zwei Maschen rechts zusammenstricken. So weiter bis zur Mittelmasche, hier das Lochmuster mit einmal zusammenstricken beenden, Mittelmasche verdoppeln. Sollte zwischen dem letzten Mal Zusammenstricken und der Mittelmasche noch eine Einzelmasche sein, diese einfach abstricken. Nach dem Maschenmarkierer so fortsetzen, wie auf der anderen Seite aufgehört: Zunahme, evtl. einfache Masche abstricken, zusammenstricken, Umschlag. Fortsetzen bis zum Ende.
  • Die Rückreihe nach dem Lochmuster mit linken Maschen stricken.
  • 4 Reihen glatt rechts
  • 6 Reihen kraus rechts
  • 4 Reihen glatt rechts
  • Lochmuster
  • … fortsetzen, bis das Tuch die gewünschte Größe hat
  • Am Ende einen Rand in kraus rechts stricken. Hierfür genügend Wolle einplanen – die langen Reihen zum Schluss ziehen sich ganz schön hin.
  • Zum Schluss locker abketten. Auch hierfür lieber etwas zuviel als zuwenig Wolle einplanen. gestricktes Tuch in roas-grün-Tönen auf meinem staubigen Parkett

Beide Tücher liegen hier ungewaschen und ungespannt, sie fallen aber auch ohne Spannen sehr schön.

Verwendet habe ich beide Male einen 200 Gramm-Bobbel der Sorte „Dahlia“ von Hobbii. Dieses reine Baumwoll-Garn hat eine tolle Qualität, ist allerdings, wenn man es regulär kauft, alles andere als ein Schnäppchen. Zum Glück kann man bei Hobbii immer sehr gut darauf waren, bis es „Lagerräumungsverkäufe“ gibt, denn dann muss man unter Umständen weniger als die Hälfte ausgeben.

Die Tücher wandern in die Charity-Kiste und gehen demnächste wieder an eine Gruppe, die hessenweit Selbstgemachtes an Organisationen verteilt, die es gebrauchen können. Ich bin optimistisch, dass sich jemand darüber freuen wird.

Tuch mit Farbverlauf „Stone-Pflaume“

langes Dreieckstuch mit RüscheIm Sommer war ich wie berichtet mit meiner Freundin Kerstin im Urlaub an der Ostsee. Wir machten einen Ausflug nach Kappeln, wo ich Kerstin in ein Café bat und selber das Wollgeschäft „100 Farbspiele“ besuchte. Es gibt ja Dinge, für die braucht man Zeit und Muße, weshalb ich dort allein hinging. Die Ausbeute an Farbverlaufswolle war reich und das erste Knäuel wurde nun verarbeitet: „Stone-Pflaume“ nannte sich die Farbkombination, was zweifellos besser klingt als grau-lila.

langes Dreieckstuch mit RüscheDie Wolle zeigte sich mir zunächst ein wenig störrisch: Der gestrickte Möbiusschal sah mit diesem Farbverlauf mehr als eigenartig und gar nicht kleidsam aus, sodass ich ihn leise vor mich hin meckernd wieder aufzog. Ohne Zweifel, diese Wolle wollte ein Dreieckstuch werden. Ich entschied mich für eine Mischung aus Heidetuch und Schal, also ein Dreieckstuch mit langen, schmalen Zipfeln. Es ist lang genug, dass man es mehrmals um den Hals wickeln und trotzdem noch lang hinten runterhängen lassen kann – also ein Hals- und Rückenwärmer. Das Muster ist einfach und frei Schnauze gewählt, ich stricke gerne beim Fernsehen und habe es da gerne weniger kompliziert.

Da immer wieder nach Anleitungen gefragt wird, kommt sie hier ganz knapp:

  • Sechs Maschen anschlagen, eine Rückreihe (links Machen) stricken
  • Mittelmasche markieren
  • Hinreihen rechte Maschen, Rückreihen linke Maschen stricken
  • In jeder Reihe die erste und letzte Masche verdoppeln, in der Hinreihe zusätzlich auch vor und nach der Mittelmasche
  • Jeweils vier Reihen glatt stricken
  • Die fünfte Reihe ist eine Lochmusterreihe: Immer einen Umschlag, zwei Maschen zusammenstricken.
  • Die sechste Reihe linke Maschen
  • Wenn wie hier eine Rüsche gewünscht wird, dafür gut ein Viertel der Wolle einplanen (wiegen).
  • Für die Rüsche eine Lochreihe stricken: Nach jeder Masche einen Umschlag (Maschenzahl verdoppelt sich)
  • Hier ist die Rüsche ein kleines Perlmuster, also immer eine Masche rechts, eine links, in jeder Reihe versetzt
  • Vorsicht: Durch die Rüsche wird die Maschenzahl sehr groß. Genügend Wolle zum Abketten einplanen.

Aus irgendeinem Grund kriege ich es heute nicht hin, dass die Farben auf dem Foto richtig kommen. Daher hier die Wolle – Stone-Pflaume ist die ganz vorne.

Farbverlaufswolle

vier Mal Farbverlaufswolle