Zeitreise nach Tossens

Wieder einmal war ich mit meiner wunderbaren Schwester an der Küste unterwegs. Dieses Mal landeten wir in Tossens in der Gemeinde Butjadingen. Wie so oft wurde unser kleiner Ausflug eine Art Zeitreise mit Spurensuche – kennst du das noch? Kannst du dich daran noch erinnern? Ist der Spielplatz noch da?

Was es damals definitiv noch nicht da war, sind die vielen Windräder. Und ich bleibe ja dabei: Ich finde sie schön.

Ich war ja nur ab und zu mit meinen Eltern in Tossens, meine Schwester aber verbrachte dort den ersten „richtigen“ Urlaub ohne Familie, nur mit Freunden. Mit dem Rad sind sie damals hingestrampelt, ein Elternpaar kutschierte Gepäck und Zelte hinterher. Daher war es für meine Schwester auch noch spannender als für mich zu gucken, wie sich das Örtchen entwickelt hat. Inzwischen gibt es viel mehr Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten.

Nicht meine Spuren – aber sie könnten es sein, dort auf der Buhne.

Immer noch da sind natürlich die begehbaren Buhnen. Wir sind auf einer herumgelaufen, obwohl es dort eigentlich immer nichts Besonderes zu sehen gibt. Es gehört für mich irgendwie dazu, so wie die Seebrücken an der Ostsee, die ich auch immer ablaufen muss.

Wir machten ja nur einen ganz kurzen Kurztrip nach Tossens, aber mit Kaffee und Pflaumenkuchen gibg doch einiges an Zeit rum. Und so kam ich doch noch zu meinem Gegenlichtbild mit Wasser, als die Sonne es einmal gut mit uns meinte. Dieses ewige norddeutsche „heiter bis wolkig“ ist ja gar nicht so einfach – und wenn dann auch noch Ebbe ist, wird es schwierig mit den Wasserbildern. Aber eines gab es doch:

Zugegeben, auch hier haben wir mehr Matsch als Wasser, aber man sieht doch schon, was es wenige Stunden später wieder werden wollte.

Und zum Schluss noch eine Spurensuche der anderen Art – in meinem Fotoalbum. Das Kind in rot-grün bin ich, das muss um 1980 herum gewesen sein. Den Spielplatz an der Stelle gibt es noch, allerdings sind die Spielgeräte inzwischen deutlich moderner. Gut sieht er aus, der neue Spielplatz. Aber ich erinnere mich, dass ich auch auf dem Alten viel Spaß gehabt habe. Und ins Album geklebt hat meine Schwester das Bild, zumindest ist es ihre Schrift.

Tossens, Butjadingen, Küste

90 Minuten Juli-Wetter

Kürzlich habe ich mal wieder meine liebe Schwester besucht. Die wohnt in tiefster norddeutsche Tiefebene – tiefer geht es nicht. Trotz der wilden Wetterkapriolen machten wir am Sonntag eine kleine Tour durch Butjadingen. Die Sonne schien, es regnete, es windete und war schwül. Etwa die letzten 90 Minuten unseres Ausflugs habe ich geknipst – auch wegen des wilden Wetters. Die Bilder kommen hier in chronologischer Reihenfolge.

Da es im angepeilten Sehestädt regnete wie aus dem Eimer, fuhren wir einfach weiter und landeten in Eckwarderhörne. Als wir ankamen, war es immer noch nass, doch nach einer Portion Pommes im Strandlokal klarte es auf und lud dazu ein, ein Stück auf dem Deich zu laufen. Wenige Minuten später sah die Sache jedoch schon anders aus:

Wir hockten uns trotzdem noch ein Weilchen auf eine Bank, genossen den lauen, feuchten Wind und den Blick quer über den Jadebusen nach Wilhelmshaven, das unter dunklen Wolken lag. Irgendwann wurde es uns dann aber doch zu finster, sodass wir flotten Schrittes zum Auto zurückeilten.

Alle weiteren Fotos entstanden durch das Autofenster, was erstaunlich gut funktionierte. Zum Glück goss es weniger heftig als befürchtet, so dass die Sonne noch eine Chance hatte.

Wir sahen in der Ferne das Kernkraftwerk Unterweser in der Sonne strahlen (ja, ja, fünf Euro ins Kalauerschwein), doch davon machte ich kein Foto. Ich mag die großen Windräder lieber. Viele Leute mögen sie nicht, ich aber finde sie äußerst dekorativ.

Auch die Weite der Landschaft faszinierte mich mal wieder, wenn ich auch zugeben muss, dass ich um nichts in der Welt da wohnen möchte. Ich bin zwar auf dem Land aufgewachsen, aber zwischen Dorf und Nichts ist doch ein Unterschied.

Immerhin kann man sich in dieser Ecke nicht über zu viel Verkehr beschweren. Auf den Straßen ist zumeist reichlich Platz, ein Luxus, den ich, wenn ich noch ein Auto hätte, wohl durchaus zu schätzen wüsste.

Der Ausflug war, trotz des ausgesprochen durchwachsenen Wetters, mal wieder richtig schön. Ich genieße meine norddeutsche Heimat immer noch, auch wenn ich inzwischen überzeugte Frankfurterin bin. Wer weiß, vielleicht haue ich irgendwann meine Rente ja doch im hohen Norden auf den Kopf – muss ja nicht ganz in Butjadingen sein 🙂