Nein, ich habe nichts gekauft!

Es scheint tatsächlich ein Ereignis gewesen zu sein: Der Amazon Prime Day. Bei der Arbeit wurde darüber gesprochen, im Büro, der Kantine. „Und, hast du schon was gekauft?“, hieß es dann, oder auch: „Wirst du dir denn heute was gönnen?“ Auch heute noch, fast eine Woche später, war der Sonderangebotstag Gesprächsstoff beim Essen, denn eine Freundin hatte zugeschlagen, für sich und die Schwester, die bald Geburtstag hat. Für jede wird es einen Ebook-Reader geben. So einen Schönen, mit Hintergrundbeleuchtung.

Sparheim, überfluss, Konsumverzicht

Es war ein Versuch – zumindest an diesem einen Tag hat es funktioniert. Bild zur Verfügung gestellt von Rainer Sturm / http://www.pixelio.de

Gerade diese Ebook-Reader hätten mich fast schwach werden lassen. Und dabei hatte ich doch fest vor, an diesem massiv beworbenen Tag nichts zu kaufen, denn ICH BRAUCHE NICHTS! Das ist natürlich eine kühne Aussage, irgendwas kann man schließlich immer gebrauchen, aber ich will mir abgewöhnen, so viel über meinen Bedarf hinaus einzukaufen. Ich habe reichlich von allem: Kleidung, Handtaschen, Schreibutensilien oder gar Unterhaltungselektronik – ich bin sehr gut ausgestattet. Der Laden mit dem großen A – und damit meine ich nicht Aldi – schafft es doch immer wieder, in mir Bedürfnisse zu wecken, obwohl objektiv gesehen kein Bedarf da ist. So wie bei diesen Ebook-Readern – denen mit der Hintergrundbeleuchtung.

Praktisch sind sie ja schon, diese beleuchteten Reader. Aber ich brauche keinen, denn ich habe einen. Ich besitze einen Kindle einer längst vergangenen Generation – und der ist unglücklicherweise unverwüstlich und noch voll funktionsfähig. Nicht mal das Display ist zerkratzt. Nur die Hintergrundbeleuchtung fehlt. Aber das werde ich wohl überleben, ich habe eine Lampe und es gibt keinen Grund, ein völlig intaktes Gerät, dass ich ohnehin gar nicht soooo oft benutze, zu entsorgen, nur um ein anderes zu kaufen. So ein Quatsch!

Nein, ich brauche keinen Paperwhite. Das wäre ja noch schöner. Erst mal muss ich die ganzen ungelesenen Papierbücher und die vielen Zeitschriften abarbeiten, und die vielen Bücher auf dem alten Kindle. Dann sehen wir mal weiter. Ich könnte natürlich auch ein Tablett kaufen, dachte ich am Amazon-alles-billig-Tag, und stöberte herum. Die meisten Displays waren mir zu klein, man wird ja nicht jünger und schon bei meinem Laptop habe ich auf gute Sicht geachtet. Überhaupt – der Laptop – der ist fast neu. Und das Netbook ist noch in Ordnung. Ich brauche kein Tablett, ich brauche etwas mit vernünftiger Tastatur, nicht so ein fettfingerverschmiertes Wischgerät. Schon im Büro liegt mein Tablett vergessen in der Ecke, warum sollte ich noch eines dazulegen?

Ich nahm also das bereits ausgewählte Tablett wieder aus dem Einkaufswagen beim großen A. Dort schien man meinen Widerstand zu spüren und zeigte mir bildschöne Büffelledertaschen. Sowas wollte ich schon immer mal haben. Aber halt – habe ich sowas eventuell schon? Oder zumindest etwas ganz Ähnliches? Ich löschte auch die dunkelrote Büffelledertasche wieder.

Amazon blies jetzt zum letzten Gefecht – ich bekam meine Angel angezeigt. Diese Angel, die ich vor einer Weile nur mehrfach in den Warenkorb gelegt und wieder rausgenommen hatte, um einem Kollegen zu zeigen, wie Onlinewerbung funktioniert. Die Angel verfolgte mich wunschgemäß quer durch das Internet, überall, wo Werbung ausgespielt wurde, sah ich das martialisch anmutende Gerät. Und der Kollege verstand, was ich ihm zeigen wollte. Ich aber hatte niemals vor, so ein doofes Ding zu kaufen – schon gar nicht am Amazon Prime Day. Das große A. hatte verloren.

 

Nachtrag: Ich will gar nicht verhehlen, dass ich eigentlich ein großer Fan von Amazon bin und auch das Prime-Programm nutze.  Das ewige Amazon-Bashing ist meine Sache nicht, damit sollen sich andere vergnügen.

Nachtrag 2: Ich gebe zu, dass ich ganz bewusst nicht diese wunderbare Büffelledertasche als Lehrbeispiel für die Retargeting-Methode gewählt habe. Denn sonst hätte ich wohl verloren – und das schon Wochen vor dem Amazon Primeday.

Eine Geschichte für kleine Leute: Lilla und Sturmkönig

Cover BlogLilla ist ein quirliges kleines Mädchen, das zur Grundschule geht, sich ein Pony wünscht und einen tollen Patenonkel hat. Der schenkt ihr eines Tages das Schaukelpferd Sturmkönig. Und der bringt richtig Leben in die Bude: Denn Sturmkönig ist kein normales Schaukelpferd, sondern eines, dass sprechen, laufen und sogar fliegen kann. Gemeinsam erleben Lilla und Sturmkönig allerhand lustige und spannende Abenteuer: Sie lernen den unheimlichen schwarzen Prinz kennen und bringen Onkel Uwe dazu, ein rosa Pferd zu klauen. Außerdem helfen sie mit, das Loch im Himmelszelt des Kohlrabilandes zu flicken. Dass am Ende immer alles gut ausgeht, verdanken sie nicht zuletzt einer guten Portion Humor, die sie auf all ihren Wegen begleitet.

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