Komische Gewohnheiten – Bäume einkleiden

Noch nie hat sich mir der Sinne des Anziehens von Bäumen erschlossen. Eine Zeitlang war es groß in Mode, alles, was einem unter die Nadel kam, einzuhäkeln oder -stricken. Schon früh sah man das vor Handarbeitsläden, dort stand gerne mal ein in Wolle gehülltes Fahrrad, oder die Blumentöpfe auf der Fensterbank trugen so eine Art Strumpf. Nun gut, von mir aus, damit kann man ja zeigen, was dieser Laden so bietet. Oft war das sogar sehr schön gemacht.

Bild „Yarn Bomb“ von Pixabay

Doch diese seltsame Mode setzte sich fort, plötzlich fanden es viele Leute toll, ihre Umwelt zu behäkeln oder einzustricken. Ganze Gruppen trafen sich, manchmal sogar unter dem Motto „Unsere Stadt soll schöner werden“. Das fand ich noch ganz witzig, wenn einem Reiterstandbild ein Schal umgelegt wurde oder wenn die nackerte Brunnenschönheit plötzlich einen Pullover trug. Wurden Brückengeländer oder Laternenpfähle ummantelt, gefiel mir das schon weniger. Ich dachte mir aber, dass es für die werkelnden Leute vielleicht ein schönes Gemeinschaftserlebnis gewesen sein könnte. Man muss ja auch gönnen können.

Doch wenn aus mir völlig unerfindlichen Gründen Bäume eingekleidet werden, befremdet mich das total. Zum einen finde ich das überhaupt nicht schön und zum anderen glaube ich nicht, dass den Bäumen das gut tut. Hinzu kommt, dass das Material sicher auch irgendwie anders verwendet werden könnte. Ich weiß natürlich, dass es immer schwierig ist, etwas Vernünftiges aus Wollresten zu machen, aber was Schöneres als Socken für Bäume sollte einem doch einfallen.

Zuletzt begegnete mir diese unselige Baumeinstrickerei in einem Biergarten – ich habe vor lauter Schreck aber vergessen, wo der war. Man konnte dort sogar Wolle und Nadeln ausleihen. Überall rund um die Tische hingen diese ausgeblichenen, feuchten, zerschlissenen Lappen im Geäst – Schreck und Graus! Ich stricke wirklich gerne, aber dort habe ich es mir verkniffen. Nenene, so‘n Schiet, damit fange ich gar nicht erst an.

Zu spät entdeckt: Estas Tonne

Beim Arbeiten höre ich sehr gerne Musik, denn ich sitze in einem Großraumbüro und muss das Gewusel um mich herum manchmal ausblenden. Dann stülpe ich mir die Kopfhörer meines Headsets auf und suche mir etwas auf YouTube aus. Ich habe meine Favoritenliste, so dass ich nicht lange suchen muss, sondern einfach nur draufklicken kann.

Kürzlich passierte es mir jedoch, dass ich ganz vertieft eine lange Zeit vor mich hin arbeitete und das von mir ausgewählte Musikstück zuende ging. YouTube beglückte mich also mit einem weiteren Stück seiner Wahl und ich ließ es dudeln – bis ich nach einigen Minuten aufmerksam wurde. Das, was ich da hörte, gefiel mir so über alle Maßen, dass ich erst mal gucken musste, was das ist. Ich fand Estas Tonne. Nie gehört, den Namen …

Auch die deutsche Wikipedia gibt nicht besonders viel her. Ein ukrainischer Gitarrist, 1975 geboren, oft auf Festivals unterwegs. Besonders gut gefiel mir der Satz:

„Oft arbeitet Tonne auch mit anderen Musikern mit kompatiblem Anspruch zusammen, wobei der Charakter der Darbietungen zwischen artistisch und meditativ oszilliert.“

Mehr findet man tatsächlich auf YouTube, denn anderen Leuten ist dieser Künstler durchaus bekannt.  Ich habe mich inzwischen durchgerbeitet und gräme mich ein wenig darüber, dass ich diesen Künstler erst mit über vierzig Jahren gefunden habe – hoffentlich habe ich da nichts verpasst! Ich fand unter anderem ein Video von einem Straßenauftritt, das nicht ganz so lang ist und auch schon ein paar Mal angeklickt wurde – nicht nur von mir. Viel Spaß damit.

Von Blumen und Bienen

Zum Glück gibt es sie immer noch, diese kleinen pelzigen Flieger: Honig ist zwar nichts für mich, aber für die Arbeitsleistung, die die Bienen beim Bestäuben verrichten, bin ich ihnen doch sehr dankbar. Hier also vier kleine Krabbler auf bunten Blüten:

Die Biene oben ist übrigens eine echte Hamburger Deern, genau wie die nächste, die sich schon derartig mit Pollen bepudert hat, dass ich nicht mehr sicher war, ob ich eine Biene oder Hummel vor mir hatte.

Dazu gesellt sich eine Frankfurterin, die sich auf etwas Fliederartigem sonnt. Wenn ich mich richtig erinnere, ist das ein Bild, das mich einfach mal beim Spazierengehen in der Stadt ansprang.

Und zum Schluss noch eine Biene auf Sonnenhut – das Bild habe ich tatsächlich schon mal verwendet, nur etwas andere zugeschnitten (mit mehr „Gegend“ drumherum“).

Musik von damals – Shopping

Meine Ausbeute: Mini-Notizbücher

Wieder einmal hat eine Alltagssituation mir einen Ohrwurm eingebracht: „We’re es-äitsch-o-piepie-ai-en-dschi – we’re shopping!“ Denn shoppen waren wir, Kerstin und ich. Oder zumindest hatten wir es vor.

Mit meiner Freundin Kerstin ziehe ich ja nun schon rund 25 Jahre durch die Lande und wie es so ist, gab es allerhand Einkaufstouren in dieser Zeit. Und die haben sich in dem Maße entwickelt und verändert, wie unsere Lebenssituation sich verändert hat.

Unsere ersten Shoppingtrips waren davon geprägt, dass wir beide eigentlich gar kein Geld übrig hatten zum lustvollen Einkaufen. Ich erinnere mich da besonders an unseren ersten gemeinsamen Urlaub auf Wangerooge in einer unglaublich billigen Familienpension. „Alles anfassen, nix kaufen“ lautete das Motto und ich fürchte, die Ladenbesitzer haben sich damals mit innerlichem Grausen von uns abgewandt. Hoffnungslose Fälle, mag so mancher gedacht haben. Auch später noch, als wir beide nach dem Studium unsere ersten Jobs hatten, war der Einkauf eines Sets blauer Plastikeierlöffel für Kerstins Haushalt ein echtes Highlight. Die Löffel gibt es übrigens immer noch und lassen mich jedes Mal lächeln, wenn einer neben meinem Frühstücksei liegt.

Nach der Zeit fast ohne Geld kam die Phase, in der wir uns beide finanziell ein bisschen berappelt und viel Spaß daran hatten, durch verschiedene Läden zu ziehen und tütenweise Kram einzukaufen. Kleidung, Parfüm, Haushaltsausstattung – alles erschien begehrenswert und wurde gekauft. Manchmal gab es hinterher sogar Kaufreue, weil der Geldbeutel leerer geworden war als geplant, oder weil das ganze geshoppte Gedöns kaum in den Koffer zu quetschen war.

Und jetzt? Heute hätten wir beide das Geld für einen wirklich ausgedehnten Shopping-Trip. Doch wir sind wieder an dem Punkt „Alles anfassen, (fast) nichts kaufen“ angelangt. Denn wir brauchen nichts und haben eher zu viel als zu wenig. Wenn ich früher meine Mutter gefragt habe, was sie sich zum Geburtstag wünscht und sie sagte „Ich hab‘ doch alles“, dachte ich immer, das kann doch nicht sein. Aber doch, es ist so. Die Schränke sind voll, es geht (zum Glück) recht wenig kaputt und der Mode renne ich nicht mehr hinterher. Irgendwelche Nippes muss ich inzwischen auch nicht mehr kaufen. Und so fiel unser Hamburger Einkaufsbummel über die Maßen bescheiden aus: Ich erwarb vier Mini-Notizbücher für insgesamt einen Euro (ja, wirklich, 4 für 1 Euro) und Kerstin kaufte ein Duschgel als Mitbringsel für ihren lieben Mann. Außerdem aßen wir jeder ein Eis und tranken Kaffee – wat ‘ne Sause. Schön war es trotzdem.

Und einige Stunden lang begleiteten mich die Pet Shop Boys mit Shopping. Das Lied stammt aus dem Jahr 1987. Da war ich in der elften Klasse und an ein ausgedehntes Shopping meinerseits war im Grunde nicht zu denken. Zehn Euro Mark (!) bei NanuNana auszugeben war damals schon eine enorme Investition.

Zwei alte Freunde

Zwei Freunde gingen auseinander im Streit. Viele Jahre später treffen sie sich wieder. Das war das Setting dieser Aufgabe aus dem Schreibworkshop. Auch für die beiden Charaktere bekamen wir eine Vorgabe: Jeder durfte aus einem Topf zwei Lego-Männles ziehen. Ich zog Markus und Thomas …

Zwei alte Freunde

Thomas konnte es kaum glauben: Vor ihm saß Markus, sein alter Schulfreund und Sandkastenkumpel. Es war etwas mehr geworden, besonders um die Mitte herum. Genau genommen war er beinahe so breit wie lang, trug aber immer noch die gleiche blonde Popper-Frisur wie damals. Und was das Unglaublichste war. Markus war verhaftet worden.

„Aus dir wird nie was!“, waren die letzten Worte gewesen, die Thomas damals von Markus zu hören bekommen hatte. Das war gleich nach dem Abitur gewesen. Der eine, Thomas, wollte zur Polizeischule gehen, der andere, Markus, Wirtschaftswissenschaften studieren. Und beide kämpften sie um Ulrike. Ulli, wie sie sie nannten, hatte sich für den bodenständigen Thomas entschieden und Markus nahm das beiden übel. So übel, dass er seinen Freund zum Abschied beschimpfte und sich dann nie mehr bei ihm meldete. Er antwortete nicht auf Briefe und legte bei Anrufen den Telefonhörer gleich wieder auf.

Und nun saß er hier vor Thomas, in Handschellen und mit verstocktem Gesicht. Es ging um Steuerhinterziehung und Geldwäsche, zum Glück nicht um Mord, auch wenn das Waschen von Drogengeldern dem eigentlich schon recht nahekam. Thomas war klar, dass er den Fall abgeben musste, er war befangen. Doch er wollte zumindest ein paar Worte mit Markus reden. „Aus dir wird nie was“, dieser Satz hatte lange in ihm nachgeklungen und schmerzte immer noch.

„Wie geht es dir?“, fragte er daher, nur um was zu sagen. „Ging schon besser“, nuschelte Markus. „Und du? Hast du Familie?“ Thomas nickte. „Ja, Frau, Sohn und Tochter.“ Markus guckte etwas verdrossen. „Ulli?“, fragte er nur und Thomas lächelte. „Ja, immer noch Ulli. Letztes Jahr hatten wir Silberhochzeit.“ Markus starrte vor sich hin auf den graubraunen Schreibtisch. Sein Blick wirkte trübe. Er säuft, dachte Thomas und spürte so etwas wie Bedauern.

„Haste’n Foto?“, hörte er endlich die wohlbekannte Stimme und ohne lange darüber nachzudenken, zeigte er dem alten Kumpel ein Urlaubsfoto aus dem letzten Jahr: Thomas und Ulli am Lago Maggiore. Markus sah lange hin. Dann seufzte er leise und murmelte: „Na, Gott sei Dank!“ „Was denn?“, wollte Thomas wissen. Markus zuckte die Schultern. „Sie ist fett geworden, deine Ulli. Sie sieht aus wie ihre Mutter. Wenigstens das ist mir erspart geblieben.“ Thomas widerstand der Versuchung, dem fremd gewordenen alten Freund eine reinzuhauen. Stattdessen lächelte er. „Sie kocht auch wie ihre Mutter. Wenn ich dich so ansehe, bist du ein großer Freund von gutem Essen. Vom Fettwerden verstehst du was.“ Markus grinste leicht schief und starrte dann wieder auf die Tischplatte.

Thomas winkte einem Kollegen, sich um den Gefangenen zu kümmern, und verließ den Raum. Hier war alles gesagt.

Resteverwertung mit Hebemaschen

Trotz Sommerhitze habe ich mal wieder ein wenig gewerkelt. Socken gehen ja immer und ich habe noch einen enormen Vorrat an Sockenwolle. Dieses Mal stand mir der Sinn nach Hebemaschen und ich nutzte dafür drei Knäulchen Restewolle. Das Muster war ganz einfach: Ein Streifenmuster mit Hebemaschen. Es gab immer zwei Reihen hell, zwei Reihen blau oder rot und dann im Muster „drei stricken, eine abheben“ (nein, nicht fallenlassen 😉 ).

Das Schöne an den Hebemaschenstreifen ist ja, dass man immer ganz genau sieht, wie viel man gestrickt hat – ich kann es nicht leiden, wenn von mir gestrickte Socken nicht gleich lang sind und messe sonst immer unheimlich oft nach.

Gestrickt habe ich alle Hebemaschen-freien Teile mit einer 2er-Nadel, den Musterteil mit einer 3er-Nadel. Denn diese Streifen werden schon recht fest – wenn man den Strumpf noch über den Fuß kriegen will, muss man eine etwas breitere Nadel wählen.

Sonnenhüte

Mit meiner lieben Freundin Kerstin war ich in Hamburg unterwegs. Zum ersten Mal besuchte ich dort „Planten und Blomen“. Das Wetter war prima, zumindest am Anfang. Irgenwann wurde es arg schwül, und am Abend regnete es wie aus Kübeln. Aber da hatten wir die S-Bahn nach Bergedorf gerade wieder erreicht.

Sonnenhut mit braunem Inneren, evtl. Rudbeckia Hirta Fulgida Laciniata. Oder was anderes …

Eines sei gleich gesagt: Wir haben nicht alles geschafft. Der Park ist unheimlich groß und, wie wir feststellen mussten, mit einem Rollstuhl manchmal etwas kompliziert zu befahren: Wir mussten so manchen Extrameter machen, weil wir das, wo wir hin wollten, wohl sehen, aber nur mit Umwegen um den nächsten Teich erreichen konnten. Nicht optimal, aber Bewegung schadet auch nicht.

Oranger Sonnenhut, evtl. Rudbeckia Hirta Irish Spring oder eine ähnlich hübsche Sorte

Bei jedem Besuch in einem botanischen Garten oder Park habe ich irgendwelche Lieblingsblumen. Mal war es Allium im Rostruper Park der Gärten, dann wieder Pfingsrosen im Frankfurter Palmengarten. Und dieses Mal verliebte ich mich in Sonnenhüte. Es gab unheimlich viele Sorten bei Planten und Blomen, oder zumindest viele Blumen, die ich für Sonnenhüte gehalten habe. Ich habe versucht, die Sorten zu googeln und sie richtig zu beschriften, war damit aber nur bedingt erfolgreich.

Dies ist wohl eher eine Sonnenbraut – auch ein Korbblütler

Gelernt habe ich durch die Googelei natürlich auch etwas – man sollte also nicht behauten, dass das Internet grundsätzlich dumm macht: Ich merkte mir, dass das, was für mich bislang immer der typische Sonnenhut gewesen ist, nämlich die pinke Variante, die ich auch als Echinacea kenne, nur ein „Scheinsonnenhut“ ist. Zumindest behaupten das mehrere einschlägige Gartenseiten und auch die allwissende Wikipedia.  Meine Tante behauptete früher auch etwas, nämlich dass Echinacea gegen eine beginnende Erkältung helfe. Das habe ich auch ein paar Mal erfolgreich ausprobiert – aber nicht immer. Hier ist ein solches Exemplar:

Purpur-Sonnenhut, Echinazea

Die „echten“ Sonnenhüte hingegen tragen den Namen Rudbeckia und es gibt sie in vielen verschiedenen Sorten. Mir war diese Vielfalt bislang nicht bewusst, ich wusste eben von diesen rosafarbenen und schlichten gelben Arten. Und diese Gelbe hier gefiel mir besonders gut:

gelber Sonnenhut

Schön war’s bei Planten und Blomen. Und das sage ich, obwohl wir den Rosengarten glatt verpasst haben. Den fanden wir nämlich erst, als ich schon runde Füße hatte und das Gewitter immer näher kam. Nun, den lassen wir uns für’s nächste Mal.

Fundstücke 68: Gift und Drachen

Ich mag ja interessante Schilder und gucke deshalb immer neugierig in der Gegend herum, wenn ich auf irgendwelchen Einkaufsmeilen herumlaufe. Diese Perle kam mir in Travemünde vor die Kamera:

Nach meinem Verständnis hätte das entweder Geschenkeshop oder Dragonpoint heißen müssen. Oder Geschenkeladen und Drachenpunkt. Oder Giftbude und Drachenhöhle.

Oder einfach Tinas Lädchen …

 

Nachtrag: Kollege Steffelowski erwähnte unten den Kite. Das ist natürlich die bessere Übersetzung für die Ware, die Tina wahrscheinlich feilbietet. Klingt aber nicht so schön 🙂

Es war einmal

In meiner Wohnung ist es immer noch warm und in meinem Köpfchen ist Watte. Also muss mein Blog von Altbeständen leben 🙂 Es gibt also wieder mal eine Schreibkursübung – es ging um Beziehungen. Die Anfangsbuchstaben der Sätze sollten das Wort BEZIEHUNG ergeben, die Zeit war knapp. Also los …

Es war einmal …

Beinahe hätten sie einander nicht erkannt.

Einst waren sie ein Paar gewesen.

Zwei lange Monate, beinahe.

Im Sommer war es gewesen – Schwimmbadzeit.

Etwas hatte die Harmonie gestört.

Heulerei und Anschuldigungen, dramatische Trennung.

Und jetzt sahen sie sich wieder, nach 32 Jahren.

Nichts war von der früheren Anziehungskraft geblieben.

Gar nichts.

Nachbemerkung: Ich sortiere das mal ganz optimistisch unter „Gedichte“ ein. Bin ja sonst nicht so für Poesie …

Immer wieder Sonntag

„Komm, wir machen es uns richtig gemütlich!“ Wie Astrid diesen Satz hasste! Es sich gemütlich zu machen, war gemeinsam mit Horst schon im Winter nicht leicht, aber da ging es noch. Bei schlechtem Wetter blieb man ja drinnen. Im Sommer hingegen machten sie es sich im Garten gemütlich, und das war schwere Arbeit.

Zuerst wurde die schwere Persenning von den Gartenmöbeln genommen, Abschütteln, falten, in der dazugehörigen Kiste verstauen. Tisch und Stühle zurechtrücken, den großen Sonnenschirm aus dem Schuppen holen, auf den Fuß wuchten und aufspannen. Die Tischdecke rausholen, auf den Tisch legen und sorgfältig einnorden – Horst mochte es nicht, wenn die vier Zipfel ungleichmäßig herunterhingen.

„Hast du Kuchen?“ Wenn Astrid keinen gebacken hatte, rannte sie zum Bäcker und holte welchen. Horst probierte derweil schon mal den Kaffee, und wenn er sich vor lauter Kraft nicht halten konnte, deckte er den Tisch.

Beim Kaffeesieren sprachen sie zumeist über die Temperatur. War es zu kühl, holte Astrid Jacken raus, war es zu warm, drehte sie den Schirm. Das tat sie auch, wenn es blendete. Bei großer Hitze blies sie das kleine orangefarbene Planschbecken auf und füllte es mit dem Gartenschlauch, damit Horst seine dampfenden Füße hineinstellen und so überschüssige Wärme abgeben konnte. Manchmal bat er sie sogar um Eiswürfel für sein Fußbad.

Am Ende eines gemütlichen Nachmittages hatte Astrid in der Regel Rückenschmerzen und plattgelaufene Füße. Ihre Energie reichte gerade noch dazu, den ganzen Kram wieder aufzuräumen, die Stühle zusammenzuschieben und die Persenning wieder aufzulegen. Beim abschließenden Geschirrspülen half Horst ihr manchmal, aber nicht immer. Schließlich hatte er heute frei. Es war ja Sonntag.