Phönix, Drache und Lindwurm

20210605_141125

Flohmarktfund: ein gläserner Knopf mit Drachen

Ich habe mal wieder gestrickt. Dieses Mal habe ich mich für etwas entschieden, was in weiten Teilen NICHT fernsehtauglich war – man musste recht gut hingucken dabei. Angefangen hat das alles mit einem Flohmarktfund vor einigen Jahren: Damals kaufte ich an einem Stand vier ganz besondere Knöpfe mit Fabelwesen darauf. Ein Einhorn habe ich davon vor einigen Jahren mal als Handtaschenverschluss verarbeitet, aber drei von den kleinen Kunstwerken waren noch da.

20210605_141131

Ein Lindwürmchen, Bild von Pixabay

Als ich dann vor ein paar Monaten mal wieder in die Sonderangebotsfalle tappte, war die Stunde eines dieser Knöpfe gekommen: Ich kaufte einen Haufen Wolle der Sorte Schachenmayr Soft Linen in Schwarz und Orange Mix (70% Viskose, 30% Linen) und suchte nach einem Motiv. Ringel doof, Streifen doof, große Ratlosigkeit. Da stieß ich auf einer Seite mit Tattoomotiven (!) plötzlich auf diverse Phönixe und ähnliches Getier. Derartig auf den Geschmack gekommen, entschied ich mich für ein fabelhaftes Dreigestirn und werkelte los.

Zuerst der Rücken, natürlich. Ein Phönix sollte es hier sein. Ich suchte einen aus, rechnete eine Weile herum und fing an. Es war mühsam. Und so gut kann ich auch gar nicht mehr gucken. Immer wieder verrutsche ich in der Zeile meiner Zählvorlage. Mist.

20210605_141100

Phönix, Bild von Pixabay

Also ribbelte ich die ersten mühsam hingefrickelten Reihen des Musters noch einmal auf und begann neu, dieses Mal mit einer App als Hilfsmittel: Die Wooltasia-App läuft über das Handy und sagt einem genau, was man zu tun hat: drei schwarz, fünf orange, sieben schwarz, drei orange – so kam ich gut klar. Diese App ist wirklich gut und kann deutlich komplexere Projekte bewerkstelligen als mein zwei-Farben-Motiv: In einer entsprechenden Gruppe auf Facebook fand ich gestrickte, gehäkelte und gestickte Motive mit zig Farben. Die meisten waren nicht so mein Fall, ich stehe nicht so auf gestrickte Wandbehänge und so, doch sie waren immer kunstvoll ausgeführt.

20210605_141134

Drache, Bild von Pixabay

Für die Vorderteile wählte ich schmalere Motive und ließ die Tiere einander angucken. Außerdem setzte ich Drache und Lindwurm ziemlich weit nach unten, weil es mir irgendwie merkwürdig vorgekommen wäre, wenn die beiden sich auf meiner voluminösen Brust herumgeringelt hätten. Mit der Kombination bin ich recht zufrieden so.

Weniger glücklich war ich mit den gefühlt eintausend Fäden, die zu vernähen waren – dazu habe ich ja immer so gar keine Lust. Deshalb stockte das Projekt auch für fast zwei Wochen, bis ich mich irgendwann zusammengerissen habe. Gestern Abend habe ich den letzten Ärmel fertig gestrickt, heute nochmal feste genäht, zuletzt den wunderbaren Knopf angebracht – fertig.

Und so sehe ich da drin aus:

20210605_141514

Vor meinem Schlafzimmerspiegel.

Warum ich beim Knipsen immer nach unten gucke, weiß ich auch nicht, aber besser kriege ich das nie hin. Die Jacke fühlt sich super an, ist warm und sehr weich – aber auch sehr schwer. Hier bin ich gespannt, wie sich das Material verhalten wird – eventuell wird aus meiner langen Jacke auch ein Mantel oder gar ein Schlafsack. Wir werden sehen.

4 Kommentare zu “Phönix, Drache und Lindwurm

  1. Du bist eine tolle Geschichtenschreiberin und nun auch noch eine Strickkünstlerin!!!
    Und wegen Blick nach unten, da musst du ja hingucken sonst siehst du nicht was du fotografiert oder du musst dass Handy höher halten. Schönen Sonntag

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s