Die Masken fallen

Eine ganz kleine Geschichte, die letztes Jahr am Faschingsdienstag entstand und nun ja zeitlich ganz gut passt. Dazu noch ein frommer Wunsch: Mögen alle Suchenden für sich den passenden oliver oder die passende Olivia finden – ganz wie es beliebt!

Die Masken fallen

Bild zur Verfügung gestellt von Pixabay

Sie hatten miteinander gelacht. Sie hatten miteinander getrunken. Sie hatten einander geküsst und sich auf der noch warmen Motorhaube eines großen Mercedes geliebt. Und nun, im Morgengrauen des Aschermittwochs, zeigten sie einander ihr wahres Gesicht.

Olivia, die eigentlich eine aschblonde Kurzhaarfrisur trug, nahm die lange goldblonde Lockenperücke ab und ersetzte die verspiegelte Sonnenbrille durch ihre nüchterne Fielmann-Brille mit dem silberfarbenen Metallgestell. Jetzt konnte sie Enrique endlich richtig sehen. „Ich heiße Erich“, sagte Enrique und nahm die Pferdeschwanzfrisur, den Schnurrbart und die Maske des Zorro verlegen lächelnd ab. Das fahle Licht der aufgehenden Sonne ließ seine Glatze samtig glänzen. „Und ich heiße Oliver“, sagte Olivia und grinste leicht scheu. Erich grinste zurück, und dann lachten sie beide und fanden es richtig. Alles war richtig: der Abend, das Bier, der Mercedes und die kalte Parkbank, auf der sie nun saßen.

6 Kommentare zu “Die Masken fallen

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