Hektik

Da ist sie wieder, die nervöse Kollegin. Das ganze Zimmer vibriert, wenn die reinrauscht. Immer ist alles ganz wichtig, oder ganz schrecklich, oder beides. Mindestens drei Leute müssen sich um ihr Anliegen kümmern, sonst wird sie schrill. Wobei das nicht ganz stimmt – die ist immer schrill. Weil ja alles so wichtig ist. Oder so eilig. Und schrecklich natürlich, weil schwierig. Wenn sie wieder rausrennt, schnauft selbst der Gummibaum erleichtert auf. Können Gummibäume den Atem anhalten? Ich sage euch, wenn wegen der unsere einzige Pflanze eingeht, dann ist was los. Dann werde ich echt fies. Dann sage ich der nämlich, dass es an ihr liegt, dass immer alles so eilig und schrecklich und total kompliziert ist. Weil sie nämlich nicht planen kann und mit allem viel zu spät anfängt und umständlich ist. Einfach schrecklich. Genau das sage ich der dann. Echt jetzt!

So, und was nehme ich dazu jetzt für ein Bild? Hmmm … mal wieder ein Video. Weg da!

Nachbemerkung: Dieser kleine Text war eine Übung. Er bezieht sich nicht auf eine aktuelle Kollegin von mir – ist aber auch nicht völlig fiktiv.

Ein Kommentar zu “Hektik

  1. Selbstverständlich halte ich es für unmöglich, dass es in Deiner Umgebung solche Kolleginnen gibt. Aber bei einer Kollegin war ich der Gummibaum, allerdings einer, der auch hören konnte und in Phasen der Kollegin, in der sie keine Arbeitshektik verbreitete, stundenlang die Hektik des Fenchelstangen-Knabberns akustisch ertragen mußte.

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