Kröten in Love

Wieder einmal wurde ich zum Tierbeobachter – faul vom Sofa aus, via Webcam. Ich hatte wieder einmal auf meiner geliebten Webseite Looduskalender gestöbert, eigentlich auf der Suche nach puscheligen Küken. Nun, Küken sind noch keine da, nur ein paar Eier bei den Schwarzstörchen und den Graureihern. Und so guckte ich stattdessen mal in die Fischkamera hinein. Dort sollte man manchmal Hechte sehen können, sagte die Beschreibung. Die Kamera steht in einem Überschwemmungsgebiet, das Wasser dort ist flach und man sieht so eine Art Wiese unter Wasser.

Ich setzte mich also zurecht und wartete auf den nächsten Hecht. Nun, was soll ich sagen – es kam keiner. Trotzdem war es irgendwie beruhigend, diese Ansicht laufen zu haben. Ab und zu zogen winzige Fische vorbei. Ich wollte früher immer ein Aquarium haben und fühlte mich spontan mit den kleinen Schwimmern verbunden. Passt bloß auf euch auf, dachte ich, hier soll es Hechte geben!

Es blieb jedoch vorerst ruhig im Wasser, keine Hechte in Sicht. Stattdessen hörte man allerhand Lärm von außen – es quakte und quakte. Und plötzlich, in den späten Abendstunden, ging es los: Eine dicke Kröte ließ sich behäbig auf den Boden sacken. Woanders drängelte sich eine durch das Unterholz. Irgendwie doof saßen sie da und guckten. Und ich guckte auch – wahrscheinlich genauso doof. Auf die wilde Action, die plötzlich losbrach, war ich also gar nicht vorbereitet: Ohne für mich wahrnehmbare Vorwarnung sprangen die Kröten aufeinander los. Nun gut, dachte ich, Paarungszeit. Aber ehe ich mich versah, kamen von anderswo noch mehr Kröten angehüpft, angeschwommen, angepaddelt – und alle stürzten sich aufeinander. Was für eine Orgie – das sah aus wie American Football. Und ich dachte immer, beruhigt euch doch, Kinnings, so wird das doch nichts. Fast hörte ich es krachen, wenn wieder eines der Tiere dem anderen ins Kreuz sprang, nur um von einem eifersüchtigen Rivalen wieder runtergestumpt zu werden.

Kröten, GIF

Kröten in Action – beim Anklicken wird es größer

Inzwischen – ein paar Tage später – scheint sich die Lage etwas beruhigt zu haben. Immer öfter sieht man Kröten im Zweierpack vorbeischwimmen. Das sieht auch nicht gemütlich aus, aber diese Tiere sind ja nun auch nicht unbedingt als Symbole für Romantik bekannt. Ich bin ja gespannt, ob man über die Kamera auch irgendwann Kaulquappen sieht. Dann hätte sich der wilde Kampf der Kreaturen zumindest gelohnt.

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