Wochenendtrip nach Göttingen

Dieses Wochenende war es endlich soweit: Meine liebe Schwester und ich trafen uns in Göttingen zu einem Mädelswochenende. Diesen Kurztrip hatte ich meiner Schwester zum 50. Geburtstag geschenkt und schlug so gleich drei Fliegen mit einer Klappe: Ich hatte ein schönes Geschenk, kam mal nach Göttingen und konnte viel Zeit mit meiner Schwester verbringen. Was will man mehr?

Fachwerk, altes Rathaus, Göttingen Pünktlich um 14 Uhr trudelten wir beide am Bahnhof ein und fanden auch gleich das zentral gelegene Hotel. Es zog uns ins Freie – das Wetter war bombastisch. Und so ging unser super-entspanntest Wochenende los: Mit einem ersten Stadtbummel, Kaffeetrinken in der Sonne und vielen angeregten Gesprächen. Das Geschnatter ging sogar soweit, dass meine Stimme, noch immer etwas „spröde“, irgendwann fast völlig versagte. Eine Krähe klang wahrscheinlich melodisch gegen mich!

Am Samstag gigen wir erst mal shoppen. Dabei hatten wir allerdinge ein Problem: Das Wetter war so schön, dass wir gar keine Lust hatten, in irgendwelche Läden zu gehen. Außerdem brauchten wir nichts. Also suchten und fanden wir den alten botanischen Garten.

Hier bummelten wir eine Weile herum, lauschten einem Froschkonzert am Teich und landeten irgendwann – richtig – im Kaffee.

Das Schöne an Göttingen ist, dass die Stadt klein und „zentriert“ ist, so dass Vieles ganz gemütlich zu Fuß zu erreichen ist. Immer wieder landeten wir am alten Rathaus und dem berühmten Gänseliesel-Brunnen. Hier kraxeln fertige Doktoranden hinauf, küssen die Figur und stecken ein Blumensträußchen daran. Wir wurden Zeuge von zwei derartigen Aktionen – merkwürdig, aber irgendwie ganz niedlich.

Gut gefallen hat mir außerdem die ungewöhnliche Gastronomiedichte – die Stadt mit ihren rund 130.000 Einwohnern hat etwa 33.000 Studenten, die natürlich alle ausgehen wollen. Dementsprechend fiel es uns nie schwer, etwas nach unserem Geschmack zu finden – und es gibt in Göttingen auch etwas für jeden Geldbeutel. Wir aßen im Nudelhaus und ließen den Abend später im Hotel mit einigen Gläsern „Rödelseer Schwanleite“ ausklingen. Das erinnerte mich massiv an Loriot …

Die vielen Studenten in Göttingen können inzwischen natürlich jede Menge unterschiedliche Fächer studieren. Bei der Stadtführung am Sonntag lernten wir, dass es früher anders war: Es gab nur vier Fächer (dargestellt im Relief oben), in denen alles enthalten war, was es damals zu lernen gab. Es gab Medizin, Philosophie, Theologie und Jura, wobei z. B. die Naturwissenschaften mit im Bereich Medizin gelehrt wurden, Sprachen hingegen bei der Philosophie. Das klingt mir nach einem ganz schön vielseitigen Studium, dazu hätte ich Lust – aber ich hätte nicht gedurft. Bin ja nur eine Frau … 😦

Außerdem lernten wir während der Führung noch allerhand über Fachwerk. Wann ist ein Stockwerk ein richtiges Stockwerk und wann nur ein Geschoss? Und warum heißt das überhaupt „Geschoss“? Ich konnte mir die Ausführungen unseres Stadtführers nicht ganz genau merken, aber es hatte etwas mit den Querbalken des Fachwerks zu tun – aufgestockt und durchgeschossen, oder so ähnlich.

Und wir erfuhren, dass Göttingen früher schon bekannt war für seine Wurst. Hm … hätten wir das vorher gewusst, hätten wir mal eine gegessen. Das Wurstplakat oben wurde bei Restaurierungsarbeiten gefunden und in einem Innenhof wieder aufgehängt, zusammen mit einigen Fliesen aus der alten Metzgerei.

Göttingen hat mir wirklich gut gefallen: Klein und niedlich, alt, aber nicht verflossen. Natürlich tat das Wetter das Seine dabei – so ein Glück muss man erst mal haben.

11 Kommentare zu “Wochenendtrip nach Göttingen

  1. Ihr wisst ja sicher, wie es dazu gekommen ist, dass GÖ Unistadt geworden ist. Ursprünglich sollte die Uni in Celle gegründet werden. Dort hatte man die Wahl zwischen Uni und Knast. Die Bürger entschieden sich gegen die Uni, da sie zu viel Lärm von den Studenten erwarteten. Sie bekamen das Gefängnis, Göttingen die Uni – erzählt man sich in Göttingen.

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  2. Mensch Meike – hättest Du mal eher davon gesprochen, hätte ich Dir noch viel mehr von „meiner“ Stadt zeigen können. Schön, dass es Dir gefallen hat im Städtchen, mit dem Wetter hattest Du ja auch in den Glückstopf gegriffen. Beim nächsten GÖ-Besuch können wir uns gern mal treffen und es gibt noch so einiges zu entdecken in und um das Städtchen.

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