Altes Handwerk – Bonbonkocherei

In Eckernförde verbrachten Kerstin und ich einen wunderschönen Tag. Das Wetter spielte mit, wir bummelten lange am Hafen und der Promenade herum und schlenderten zum Schluss noch ein wenig durch’s Dorf. Eigentlich waren wir, müde von Sonne, Eis und Fischbrötchen, schon wieder unterwegs zum Auto, als wir beinahe über einen Wegweiser fielen. In einem Hof fanden wir die

Wir zögerten nicht lange und enterten den Laden. Hier fand sich eine Art öffentliche Schauküche sowie viele, viele Sorten Bonbons. Und wir hatten Glück: Es wurden gerade grünliche Kräuterbonbons hergestellt, die nach Anis und irgendwie gesund rochen. Wir drückten unsere Nasen neugierig an die Glaswand und sahen zu: kneten, kneten, was einstreuen, wieder kneten, drücken, ausrollen, noch was einstreuen, kneten, kneten, formen, irgendwann dann portionieren und durch eine Rollmaschine fahren lassen. Heraus kamen lange Bänder mit Bonbons, die zum Abkühlen auf den Stahltisch gelegt wurden.

Das Ganze war übrigens Teamwork, die Herren waren zu zweit, was besonders beim durch die Maschine rollen der Bonbons wichtig zu sein schien: Einer kurbelte, der andere fing den Segen auf und erklärte uns nebenbei, was er tat und warum. Und während ich noch grübelte, wie man aus diesen Bonbonbändern nun leckere Lutschbonbons machen wollte, zeigte man uns, dass die abgekühlten Drops mit einer Metallschaufel in eine Art Rüttelsieb gegeben und dort auseinandergerüttelt werden. Die überstehende Zuckermasse wird dabei abgeschüttelt und weggesiebt – aha! Ich fand übrigens, dass die gerüttelten Bonbons einen enormen Lärm machten – das hätte ich so nicht erwartet.

Interessant fand ich auch die verschiedenen Formen, in die die Bonbons gepresst werden können: Es gab viele unterschiedliche Rollen zu sehen.

In Eckernförde sind natürlich besonders die „Sprotten“ beliebt, schließlich ist man an der Ostsee. Aber auch die anderen Formen konnte man im Laden finden. Und dem Laden widmeten wir uns noch sehr ausgiebig: Es gab jede Menge Frucht- und Kräuterbonbons, außerdem Lakritze, Pfefferminze und Karamell. Natürlich braucht man nicht unbedingt handgemachte Bonbons zu drei Euro das Mini-Tütchen, aber ich habe trotzdem welche ausgesucht – als Mitbringsel für meine Lieben in Norddeutschland. Und eine Mischtüte Karamell gab es auch noch, man war schließlich im Urlaub. Kerstin hingegen schlug bei der Lakritze zu – eine Leidenschaft, die mir immer unverständlich bleiben wird.

Pfefferminzsprotten, Fruchtsprotten und Pflaume-Vanille-Blätter

Wieder zuhause, wollte ich mal gucken, ob jemand anderes schon einmal etwas über diese Bonbonkocherei gepostet hat. Ich hatte nämlich so vage im Gedächtnis, dass ich vor vielen Jahren mal etwas über handgemachte Bonbons im Fernsehen gesehen hatte – vielleicht in der Sendung mit der Maus, oder war es Löwenzahn? Den Bericht von damals fand ich nicht, dafür aber einen kleinen Film, der den Produktionsprozess noch einmal zeigt – und das sogar in zwei Farben!

Und der langen Rede kurzer Sinn ist ein ganz einfacher: Wer mal nach Eckernförde kommt, sollte unbedingt mal in der Bonbonkocherei hereingucken. Es gibt etwas zu sehen, und das ganz für umsonst. Und, nebenbei bemerkt: Barrierefrei ist der Laden auch. 🙂

5 Kommentare zu “Altes Handwerk – Bonbonkocherei

    • Als Bonbons mag ich die auch – diese Himbeerförmigen. So als Frucht kann ich die nciht essen, weil scheußlich im Geschmack (ich vermute, dass ich auf die allergisch bin – ich kann die gar nicht kauen ohne Würgereiz). Meine allerliebsten Bonbons sind allerdings industriell hergestellte von Stork: Minzbonbons mit Schokolade innen drin. Die gibt es schon „immer“ und ich habe sie als Kind schon geliebt. Oder die ollen grünen Eukalyptus-Menthol …

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    • Ohne Zuschauer mag das eine der ersten Handlungen sein 🙂
      Bonbons mit Köhmaroma sind mir übrigens nicht aufgefallen – auch nicht mit Eierlikör oder so. Aber in meiner Karamellmischtüte hatte ich auch Zitronenfondant, das war toll! Wenn ich mal wieder hinkommen sollte, nehme ich eine Tüte nur damit!

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