Ein Weihnachtsgedicht

Dieses Gedicht fand ich vor einer Weile in den Tiefen meines Computers, anscheinend schrieb ich es 2005. Nun ist Posie nicht meine Stärke, ich bin so poetisch veranlagt wie ein Schmiedehammer. Es hat auch eher was von einer Büttenrede, aber es reimt sich – immerhin!  🙂

Das Weihnachtsmännlein

Ein Männlein lief einst durch den Wald,
weil’s Winter war, war es ihm kalt,
ganz hungrig war es auch, wie immer,
und es brach aus in ein Gewimmer.

Das hörte eine dicke Fee,
sie kam und fragte „Tut was weh?“,
worauf das Männlein, wie erwartet,
ein lautes Jammern hat gestartet.

Die Fee floss bald vor Mitleid über,
sie sagte „Kleiner, komm mal rüber!“
Sie nahm das Männlein in den Arm,
und davon wurde es ihm warm.

Um es auch künftig zu erhitzen
ließ die Fee den Stab schnell flitzen
und zauberte ganz ohne Not
Mantel, Mütze, Schal in rot.

Das Männlein sah nun aus wie’n Wichtel,
ganz rosa war nun sein sein Gesichtel,
es war nun aufgewärmt, und doch
quälte es der Hunger noch.

Der Zauberstab der Fee, er kreiste,
und aus dem Wald, der grad vereiste,
da kam ein Sack herangeflogen
und ward am Bande aufgezogen.

WeihnachtskugelIm Sack, da waren gute Sachen,
die bei Hunger Freude machen:
Apfel, Nüsse, Marzipan,
und Käsebrot mit Ketchup dran.

Das Männlein, das war gleich ganz froh,
es lachte und schrie „Hohoho!“
Es mampfte fröhlich, schmatzte kräftig,
sein kleines Bäuchlein wuchs ganz heftig.

Es sprach die Fee: „Das waren zwei,
doch Du hast der Wünsche drei,
drum sage mir, Du kleiner Kerle,
was willst Du noch, Geld oder Perle?“

Das Männlein grübelte ’ne Weile,
und sprach dann langsam, ohne Eile:
„Oh ach, Du gute alte Fee,
wär’ ich nur groß, das wäre schee!“

Die brave Fee hat nicht gefackelt
und mit dem Stab herumgewackelt.
Das Knirpslein wurde groß und mächtig,
mit Bauch und einem Bart, sehr prächtig.

Nun kann man oft das Männlein hören,
es ist sein „Hohoho“ am röhren,
es schleppt den Sack mit Gutem drin
denn nach Verschenken steht sein Sinn.

Die olle Fee aber, die Gute,
bläst dazu auf der Weihnachts-Tute,
sie trötet lautstark „Stille Nacht“ –
ein Schelm ist es, wer dabei lacht!

Ein Kommentar zu “Ein Weihnachtsgedicht

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