Burg Eltz

Am letzten Tag unseres Moseltrips besuchten wir die Burg Eltz. Darauf hatte ich mich ganz besonders gefreut – noch imposanteres Altgemäuer gibt es wohl kaum. Wir hatten gehört (und auch unser gesunder Menschenverstand flüsterte uns solches ein), dass es am Sonntag besonders voll dort sein sollte und starteten deshalb pünktlich. In unserem Übernachtungsort Müden war die Burg bereits ausgeschildert und eine sehr nette Dame aus dem Hotel gab uns noch einige Tipps, wie wir am besten den großen Parkplatz mit Pendelbusverkehr erreichen würden.

Wir parkten für zwei Euro und beschlossen, die etwa 1300 Meter zur Burg zu Fuß zu gehen. Die meiste Zeit ging es bergab durch den Wald. Und gerade, als ich dachte: ‚Nun wird es aber Zeit, dass das Ding mal auftaucht‘, lag sie vor uns. Beeindruckend, gut erhalten und einfach schön. Auf ihre Geschichte gehe ich hier nicht ein, das kann Wikipedia deutlich besser als ich.

Da wir vormittags unterwegs waren, wurden wir noch nicht von Touristenmassen bedrängt. Wir investierten 10 Euro (ein fairer Preis für eine Burgführung und den Besuch der Schatzkammer) und begaben uns zum Sammelplatz der Führungswilligen. Schon wenige Minuten später wurden wir von einer Frau Rau abgeholt und es ging los. Leider durfte man im Inneren nicht fotografieren, was ich mal wieder schade, wenn auch verständlich fand. Diesen uralten Sachen hätte ein ständiges Blitzlichtgewitter gewiss nicht gutgetan.

Burg Eltz

Die Führung war gut. Es gab ein gesundes Maß an Information und Fragen durften auch gestellt werden. So erfuhren wir zum Beispiel, dass es im Burggebäude damals schon 20 recht moderne Toiletten gab – teilweise mit Wasserspülung. Auch, wenn es von unten teilweise so aussah: Die Geschäfte fielen nicht direkt auf das Dach darunter, sondern es gab Rohrleitungen und Sammelbecken – wie beruhigend. Und wir erfuhren viel über die Familien von Eltz, die es geschafft haben, ihre Burg über Generationen hinweg aus den meisten Fehden herauszuhalten – weshalb sie auch heil blieb. Und obwohl die Familie in drei unterschiedliche Zweige aufgeteilt wurde, hielt man auch untereinander Frieden: Man teilte nur wenige repräsentative Räume, wohnte in unterschiedlichen Flügeln und besuchte sich nur auf Einladung – so klug sollten auch andere Familien sein.

Burg Eltz

Wir besichtigten sowohl Schlaf- und Wohnräume als auch einige Wirtschaftsräume, zum Beispiel eine Küche mit recht modern wirkender Spüle. Was mich grauste waren überall die engen und steilen Treppen – da mit einem Wassereimer in der Hand oder gar einem Serviertablett herumzukraxeln war bestimmt nicht so ein Vergnügen, zumal in langen Röcken. Auch waren viele Treppenhäuser und Türstürze enorm niedrig, so dass ich mit meinen 1,73 schon oft geduckt herumlaufen musste. Frau Rau wies uns ganz fürsorglich immer wieder darauf hin, so dass unser Grüppchen unbeschadet durch die Burg kam.

Burg Eltz

Nachdem wir den zu besichtigenden Teil der Burg gesehen hatten – nicht alle Teile sind zugänglich, denn einiges wird noch als Zweitwohnsitz der Familie von Eltz genutzt – sahen wir uns noch die Schatzkammer an. Die dort ausgestellten Waffen fand ich nur mäßig spannend, das ist einfach nicht meine Sache. Der Schmuck und das Geschirr interessierten mich schon eher. Einiges wirkte erstaunlich modern, zum Beispiel ein Set kunterbunter Mokkatassen. Die würde ich mir wohl heute auch noch in die Vitrine stellen. Auch ein Herren(!)ring mit auswechselbaren Steinen gefiel mir gut – natürlich nur, weil er so unglaublich praktisch war.

Nur auf eines haben wir bei unserer Burgtour verzichtet: Auf den ansonsten obligatorischen Einkehrschwung in einen der beiden Biergärten. Dort war es voll und irgendwie schlecht organisiert – es dauerte ewig, wenn man ein Getränk ergattern wollte. Wir entschieden uns dagegen, ließen uns für weitere zwei Euro mit dem Pendelbus zurück zu unserem Auto bringen und fuhren zurück zur schönen Mosel. Dort fanden wir im kleinen Örtchen Hatzenport ein Café, in dem wir gemütlich draußen saßen und der Kaffee gebracht wurde. Eine gute Alternative!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s