An der Mosel: Bernkastel-Kues, Zell und Cochem

Nach unserem Start an der Saar und der Übernachtung im tief im Wald versteckten Hotel in Wasserliesch ging es weiter mit unserem Moseltrip. Den zweiten Tag begannen wir mit einem kleinen Einkauf: Likör vom roten Weinbergpfirsich musste es sein, direkt beim Winzer gekauft. Den hatten wir am Vorabend probiert und fanden ihn grandios.

Mosel bei Bernkastel-Kues

Weiter ging es über das Örtchen Neumagen-Drohn, wo wir ein bisschen herumliefen und kaffeesierten (hier gab es sowohl grandiosen Käsekuchen als auch die Warnung vor den Ganzkörperwaschungen). Auffällig waren in dieser Gegend immer wieder zwei Dinge: Die wirklich kräftig sprießende, wenn nicht sogar wuchernde Natur und die liebevolle Pflege, die man den kleinen Orten an der Mosel offenbar angedeihen lässt. Alles war sauber und aufgeräumt, hübsch hergerichtet und sorgfältig bepflanzt.

Bernkastel-Kues vom Schiff aus

Wir kamen nach Bernkastel-Kues. Dieser kleine Ort war uns im Reiseführer aufgefallen, weil man dort schifffahren konnte – und sowas gefällt uns beiden immer sehr gut. Wir machten also eine gut einstündige Tour bei schönem Wetter und ich fing einen kleinen Sonnenbrand auf meiner hohen Stirn, den ich aber gut verkraftete.

Apotheke, Bernkastel-Kues

Die kleine Innenstadt mit ihren schmalen Gassen und den vielen Fachwerkhäusern gefiel uns gut. Natürlich waren wir dort nicht allein, es gab einige Touristen, aber das hielt sich im Rahmen und war nicht unangenehm. Auch hier fielen uns die vielen liebevollen kleinen Details auf: die hübsch gestrichenen Fensterläden, die Blumenkästen und das viele alte Gemäuer.

Fachwerk Bernkastel-Kues

Natürlich fahren wir nicht an die Mosel, ohne ein bisschen Wein zu probieren. Weinstuben, Straußwirtschaften und Verkostungsangebote gab es an jeder Ecke. Allerdings war das Wetter so gut, dass wir die Abende lieber draußen verbrachten. Wir ließen also die Weinstuben zugunsten lauschiger Terrassen links liegen.

Zell war unser zweiter Übernachtungsort. Im kleinen Hotel Ratskeller direkt in der Fußgängerzone hatten wir gebucht. Die Zimmer waren günstig und hübsch, einziger Verdruss waren die vier Stockwerke, die man die Koffer hochschleppen musste. Dafür war die Lage besonders gut – es waren nur wenige Schritte bis zur Mosel und dem nächsten Weinstand. Dort wurde zu 80er-Jahre-Musik die lokale Weißweinsorte „Schwarze Katz“ ausgeschenkt, der mir „in trocken“ sehr gut schmeckte.

Weinberg bei Zell, Rebsorte „Schwarze Katz“

Auch aßen wir wieder bodenständig-gut in einem Lokal direkt an der Mosel. Und wir besuchten die Weinkirmes in Zell. Die war gemütlich und obwohl wir niemanden kannten, fanden wir flott Anschluss: Die netten Jungs an der Theke bestanden darauf, dass wir einige Male den uns schon bekannten Likör verkosteten. Gemischt mit der schwarzen Katz half das, den rundum gelungenen Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Cochem. Eines vorab: Mit dieser kleinen Stadt taten wir uns schwer. Es gab dort einen enormen Touristenauftrieb, der mich stark an das Gedränge in Rüdesheim erinnerte. Es wurde geschubst und geschoben und wenn ich ganz ehrlich sein soll, ging mir das Ganze in kürzester Zeit auf die Nerven. Gewiss lag das auch mit daran, dass Samstag war, aber irgendwie fehlte dieser Stadt auch der liebevolle Charme, der die anderen Orte ausgezeichnet hatte. Wir grämten uns ein wenig, denn um Cochem zu besuchen, hatten wir unterwegs ein paar sehr hübsche Orte links liegen lassen.

Aussichtspunkt Cochem, Blick ins Moseltal

Irgendwann entschieden wir uns, die vollgestopfte Innenstadt zu verlassen und uns entweder die Burg anzusehen oder mit dem Sessellift zum Aussichtspunkt hochzufahren. Der Lift gewann, und nach einer ganzen Weile des Anstehens saßen wir endlich mit baumelnden Beinen im modernen Sessellift. Die Fahrt war schön, aber leider kurz, und auch oben waren wir ganz und gar nicht allein. Die Aussicht auf Mosel und Burg war aber durchaus lohnend.

Blick auf die Burg bei Cochem

Auch sehr schön war an diesem Abend unsere Unterkunft: Wir schliefen in einem Hotel im Ort Müden. Für ganze 44 Euro pro Einzelzimmer (inc. Frühstück!) hatten wir hier Moselblick. Wir beschlossen, auch gleich auf der Hotelterrasse zu essen und den Abend ausklingen zu lassen – besser hätten wir es nicht treffen können! Und weil wir es an dem Abend ruhig angehen ließen, konnten wir am nächsten Tag pünktlich weiterfahren – zur nahen Burg Eltz. Davon beim nächsten Mal mehr.

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