Komische Gewohnheiten – unzweckmäßige Badebekleidung tragen

Warnung: Dieser Text ist besonders im letzten Teil nicht unbedingt etwas für Feingeister. Wer Problem mit schwer zu stoppendem Kopfkino hat, sollte nach dem Schwimmer mit der Brille nicht mehr weiterlesen!

Komische Gewohnheiten – unzweckmäßige Badebekleidung tragen

Wie schon diverse Male erwähnt, gehe ich gerne schwimmen – in den letzten zwei Wochen war ich vier Mal in einem Bad. Ich finde diese Paddelei nicht nur entspannend, sondern auch interessant – es gibt immer so viel zu gucken! Und die letzten Badbesuche waren besonders spannend, denn es waren so viele unzweckmäßige Badegewänder unterwegs wie sonst selten.

Wenn ich von unpraktischer oder merkwürdiger Badekleidung schreibe, meine ich nicht das Geschmäcklerische, das es natürlich auch gibt. Ich finde zum Beispiel einen pinkfarbenen Einteiler bei einem Klops wie mir nicht hübsch, aber man wird zumindest nicht übersehen darin, und wenn der Anzug gut passt, soll es mir recht sein. Mir geht es wirklich in erster Linie darum, dass viele Leute im Schwimmbad Sachen tragen, die ihren Zweck nicht erfüllen.

Da sind zum Beispiel die ganzen Jungs, die sonderbare Shorts zum Baden tragen, die an den Beinen kleben und sich außerhalb des Wassers ununterbrochen nach unten bewegen. Rennen diese Jungen herum, müssen sie alle fünf Meter stehen bleiben und an der Hose zerren, um der Welt nicht den nackten Bobbes zu zeigen. Das macht doch keinen Spaß so!

Dann gibt es diese vielen Bikinis, die sicherlich dazu geeignet sind, sich damit in der Sonne herumzuräkeln, deren Ober- und Unterteile sich aber sofort in unterschiedliche Richtungen verabschieden, wenn die Trägerin sich im Wasser schneller als in Zeitlupe bewegt. Ein echtes Highlight war heute die Dame, die statt eines im Nacken festgebundenen Oberteils so eine Art Doppel-Kunststoffschüsselchen trug, in das die Brüste eingefüllt wurden. Ich muss gestehen, dass ich ihr auf den Busen geguckt habe, denn ich versuchte zu verstehen, was es mit diesem Bikini auf sich hat: Dieses Ding hatte keinerlei Träger, stand etwa einen Zentimeter von der Brust ab und klappte dauernd nach unten, was die Trägerin zwang, zur Stabilisierung der rosa Näpfchen stets eine Hand davor zu halten. Sie schwamm einarmig, was sie mit erstaunlicher Eleganz erledigte. Anscheinend trug sie dieses Schüsselgewand nicht zum ersten Mal.

Interessant war auch der junge Mann – rein optisch übrigens ein Prachtkerl! – der beim Schwimmen krampfhaft den Kopf nach oben reckte und schwamm wie meine Oma. Nun muss nicht jeder gut schwimmen können, ich vermute jedoch, dass dieser wenig sportliche Schwimmstil zum einen mit der kunstvollen Flechtfrisur, zum anderen aber mit der teuer aussehenden Sonnenbrille zu tun hatte, die der Beau auf der Nase trug. Nun mag er natürlich ein Augenproblem haben (Sänger Heino schwimmt wahrscheinlich auch mit Brille), aber komisch sah das trotzdem aus.

Das absolut Gruseligste, was mir in Sachen Badebekleidung jedoch in letzter Zeit unterkam, sah ich am Montag im Freibad Hausen: Es war eine ganz normale Badehose. Allerdings passte sie dem Träger, einem älteren Herrn, nicht so richtig, so dass dauernd irgendwo sein Gemächt heraushing. Mal rechts, mal links, dann irgendwie hinten (ich weiß, das kann man kaum glauben und ich will es auch nicht näher beschreiben). Schon beim Aussteigen aus dem Wasser sah man Einiges blitzen und ich musste grinsen. Erschwerend hinzu kam, dass der Mann sich außerhalb des Beckens nicht etwa still auf ein Bänkchen setzte, sondern die Bank in der Nähe des Beckenrandes nutzte, um urige Leibesübungen zu verrichten. Beine hoch, Beine runter, vor und zurück, Rumpfbeugen, recken und strecken. Immer, wenn ich in diese Richtung schwamm, fühlte ich mich gezwungen, da hinzugucken – mein Blick richtete sich wie durch Magie gelenkt immer wieder auf die bekleidungsmäßige Schwachstelle des Herrn. Ich halte mich nicht für prüde, aber so ein turnendes Altherrengenital, dass aus einer zu großen Badehose schlackert, ist schon ein gewöhnungsbedürftiger Anblick. Leider bin ich auch ohne Brille noch nicht so schwachsichtig, dass mir so etwas nicht auffiele. Zwischendurch fragte ich mich auch, ob er das wohl absichtlich machte – sowas muss man doch merken?! Es wird ja auch exhibitionistisch veranlagte Opis geben. Vielleicht hatte er auch Interesse an einer der badenden älteren Dame – etwa an der mit der Leopardenbadehaube mit dem roten Rüschenrand. Die guckte allerdings genauso verstört wie ich.

Irgendwann ging ein Bademeister zu dem Mann. Aber anstatt ihn richtig anzuziehen oder wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses zusammenzustauchen, hielt der nur einen Schwatz mit dem Herrn. Anscheinend kannte man sich. Und ich verließ irgendwann das Bad in einem Zustand zwischen Traumatisierung und infantilem Kichern.

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