Hüttenhommage

HütteViele Jahre lang stand sie im Garten bei meiner Schwester und meinem Schwager: Eine kleine Blockhütte mit Veranda, die die beiden einmal gebraucht übernommen hatten. Mein Schwager bezeichnete das kleine Holzhaus gerne als sein Wohnzimmer und genoss es, in ihm seine Lieblingsmusik zu hören. Hier wurden Feste gefeiert und der Dartclub traf sich monatlich, um auf die aus Platzgründen nicht ganz vorschriftsmäßig aufgehängte Scheibe zu werfen. Manchmal wurde auch Karten gespielt und natürlich so manche Flasche geleert.

Nach intensivem Dauergebrauch abgenutzt und in die Jahre gekommen, wurde die alte Hütte auch noch zunehmend zu einem Sicherheitsrisiko: Das Dach schlug von oben gesehen Wellen, die Veranda war morsch, der Boden schwankte bei jedem Schritt wenig vertrauenserweckend. Eine Sanierung lohnte sich nicht und so entschied man sich schweren Herzens für den Abriss. Von der Partyhütte, gemütlich eingerichtet und angefüllt mit allerlei Krims und Krams, blieb nur noch ein Gerippe, dass den Blick auf die Landschaft freigab.

Und auch dieses musste bald weichen, inzwischen liegt die Hütte wie bäuchlings platt in der Wiese. „Die arme Hütte“, sagte meine Schwester mit wehmütigem Blick aus dem ersten Stock des Wohnhauses auf die armseligen Reste des Gartenhauses.

Was bleibt, sind die Erinnerungen an rund ein Vierteljahrhundert Hüttenerlebnisse – also an viele schöne Stunden, Spiele, Musik und tiefschürfende Gespräche. Irgendwann wird die alte Hütte einen neuen, sicherlich würdigen Nachfolger finden – die Planungen laufen und ich bin gespannt.

5 Kommentare zu “Hüttenhommage

  1. Danke für deinen Nachruf auf diese Hütte. Du hast es mit deinen Worten perfekt beschrieben. Die Lieblingsmusik ging von AC/DC, ABBA, BoneyM, Fleetwood Mac, Grönemeyer, Schiller, Wolfsheim, Katzenjammer und viele,viele andere bis hin zu den Auftritten von diversen Interpreten in der ZDF Hitparade. Über die 70, 80, 90, 00ziger bis Heute, Je nachdem, wieviel Mineralwasser oder Tee ich getrunken habe, manchmal war es wohl auch ein alkoholfreies Bier oder so, glaub ich…. . Als Musikquellen dienten SAT Fernseher, Youtube, DVD, CD, Radio, Schallplatte und Musikkasette, falls sich noch jemand erinnert. Eine vernünftige Stereoanlage sorgte für den guten Klang. Es wurde in so manchen Gespräch die Welt gerettet, es gab schöne Grillabende und so manche Geschichte und Anekdote wird uns wohl auch die nächsten Jahrzehnte begleiten. Tja, daß ausräumen der Hütte war schon ein komisches Gefühl, und dann die ersten Minuten des Abrisses,… ein ganz kleiner Kloß im Hals…… . Aber jetzt freuen wir uns auf was neues!!

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