Wege zum Ruhm: Kneipenquiz

Wieder einmal durfte ich in der letzten Woche etwas ausprobieren: Zusammen mit fünf Kollegen hatten wir uns für ein Kneipenquiz – oh nein, pardon, ein Pubquiz – beim Irish Pub in Bornheim angemeldet. Etwa ein Jahr lang hatten wir davon geredet, geplant, Termine gefunden, verworfen und verschoben, denn gut Ding will ja schließlich Weile haben. Nicht zuletzt machte uns der St. Patrick’s Day einmal einen Strich durch die Rechnung. Nun aber war es soweit. Alle waren fit und gesund, eventuell getroffene Doppelverabredungen waren rechtzeitig abgesagt und lockere Freizeitkleider angelegt worden.

Mit sechs Teammitgliedern, bestehend aus drei Männchen und drei Weibchen, nutzten wir die maximale Teamstärke voll aus. Ein schöner Name für die Mannschaft war schon vor Monaten gefunden worden: „Ohne Müller“ schien uns passend, schließlich hatten wir Meier, Schmidt und Schulz. Alle bekannten wir uns vorsichtig dazu, im Grunde nichts wirklich zu wissen, und setzten voll auf Schwarmintelligenz. Unsere Ziele waren bescheiden: Es ging uns weniger um die zu gewinnenden 70 Euro als vielmehr um die Ehre – wir wollten nicht die Letzten werden und Spaß haben.

Cider in Siegeslaune – noch ganz entspannt draußen

Zur Einstimmung in den Abend aßen wir gut. Weitere Vorbereitungen trafen wir nicht, man muss ja nicht übertreiben. Gegen 20:30 verließen wir die gemütliche Bierbank draußen und begaben uns in die schummrige, aufgeregt summende Arena: Der Pub war proppenvoll. Das hatten wir schon geahnt, denn Freunde von mir, die mit uns in Konkurrenz hatten treten wollen, hatten schon vor Wochen keinen Tisch mehr bekommen. Viele der anderen Teams waren anscheinend alte Hasen und kannten das Procedere schon. Wir ließen es uns erklären: Fünf Runden zu vorgegebenen Themengebieten mit jeweils fünf Fragen würde es geben, jede richtige Antwort war zwei Punkte wert. Einen Joker sollte man setzen, für dieses Themenfeld würde es dann die doppelte Punktzahl geben. Dazu kamen noch eine Bilderrunde und eine Musikrunde mit je zehn Fragen zu einem Punkt – aha!

Und dann ging es los. Wir mussten in den Kategorien Film, Geschichte, Flaggen, Sport und Allgemeinwissen raten. Ich hatte mich immer für recht gut in Geschichte gehalten, auf jeden Fall für besser als in Sport, Flaggen oder Film, wusste jedoch in diesem Themenbereich eher wenig. Wann trat die Schweiz in die UN ein? Und wie hieß der letzte König von Libyen? Beides beantworteten wir nach intensiver Diskussion komplett falsch. Auch unsere Antwort auf die Frage: „Welche beiden Tiere befinden sich auf der mexikanischen Flagge“ fiel mit Gürteltier und Kondor eher in den Bereich „vorbeigetroffen“ und über den Filmhelden Neil Underwood lacht der arme Quizmaster wahrscheinlich immer noch.

Doch alles in allem schlugen wir uns achtbar, jeder von uns wusste mal was ganz sicher oder zumindest so sicher, dass er oder sie die anderen überzeugen konnte. Manchmal trafen wir so eine Art Mehrheitsentscheidung und manchmal verschlimmbesserten wir eine eigentlich richtige Lösung zu einer leider falschen Antwort. Nach fünf mal fünf Fragen hatten wir immerhin 40 von sechzig Punkten ergattert.

In der Bilderrunde tat ich mich nicht unbedingt hervor: Ich bin nicht gut im Gebäude erraten, erkannte die Fahnen von Lettland und Eritrea nicht und auch nicht den Gründer von Ryan Air. Lediglich den Autor Bill Bryson ließ ich auf den Lösungszettel schreiben, aber das nur, weil keinem etwas Besseres zu diesem putzig aussehenden Mann auf dem Bild einfiel. Zum Glück war das richtig, so dass zumindest einer der hier zu ergatternden Punkte auf mein Konto ging.

Die abschließende Musikrunde war einfacher, Musikstücke sollten Filmen zugeordnet werden. Lustig, wie schon wenige Töne des Titels „Flash Dance“ erwachsene Männer glücklich aussehen lassen, und den Film „American Beauty“ hatte von uns anscheinend keiner gesehen. Zumindest gemessen an der scheußlichen Filmmusik ist das auch wohl kein Verlust.

In der Endabrechnung belegten wir von insgesamt 17 Teams den 9 Platz – also sehr schön mittig. Mit diesem Ergebnis sind wir zwar nicht berühmt geworden, man schüttelte aber auch nicht mittleidig den Kopf über uns. Für die zwei Euro, die das Quiz pro Nase gekostet hat, hatten wir eine Menge Spaß. Und dass es auch noch meinen Lieblingscider in dem Pub gab, machte die Sache zu einem ziemlich perfekten Abend, der geradezu nach Wiederholung schreit.

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