Thunfischpizza einmal anders

Derzeit habe ich – wie fast immer – jede Menge gute Vorsätze: Ich will nicht mehr so viel Geld rausschleudern, weniger Fertigfutter essen, mehr kochen. Man kann ja was einfrieren, dann lohnt sich das auch für einen Single. Letzte Woche habe ich das schon gemacht, habe meine Küche in Rhabarber getaucht und einen bunten Hühnereintopf gekocht – richtig aus Huhn, nicht aus irgendeiner Brühe. Gestern kam mir nun in den Sinn, dass es heute ein Blech Pizza sein sollte – Thunfischpizza, um genau zu sein. Die esse ich nämlich am liebsten.

Ich bin kein besonders strukturiert zu Werke gehender Einkäufer, eine Liste mache ich mir eigentlich nie. Und wenn ich mal eine habe, lasse ich die zuhause liegen. In der Regel weiß ich dann noch, das ich sieben Teile aufgeschrieben habe, und suche mir die aus dem Gedächtnis zusammen. Habe ich dann meine sieben Teile – oder vielmehr neun bis zehn, ich bin ja ein Freund von Impulskäufen – stolz nach Hause getragen, stelle ich meistens fest, dass vier von meinen sieben Dingen, die auf dem Einkaufszettel standen, nicht dabei sind. Da aber der andere Kram zumeist auch irgendwie zu gebrauchen ist, denke ich da eher kurz drüber nach.

Gestern aber war ich guter Dinge, dass alles klappen würde. Ich wusste, dass ich noch Grundmasse für Pizzateig zuhause hatte – Wasser dran, kneten, fertig. Und Thunfisch wäre sicherlich auch im Vorratsschrank. Der gehört nämlich zu den Produkten, die sich in meinem Vorrat immer irgendwie anreichern, genau wie Kochmettwurst und Puderzucker. Also kaufte ich Käse, passierte Tomaten und Pilze, natürlich neben einigen anderen Dingen, die mir gerade lecker erschienen. Ganz zum Schluss rannte ich noch einmal in die Gemüseabteilung, um ein Beutelchen Zwiebeln zu holen – viele Zwiebeln sind mir auf Thunfischpizza wichtig.

Gerade habe ich nun meine Pizza in den Ofen geschoben – nachdem ich eine kurze Phase des Selbstzweifels, der Frustration und der fruchtlosen Überlegung überwunden hatte. Diese Überlegungen beinhalteten unter anderem die Frage, wer denn wohl den ganzen Thunfisch, der immer in diesem Vorratsschrank war, herausgenommen haben mochte, und wie ich denn nun eine Thunfischpizza ohne Thunfisch backen sollte. Vielleicht mit Kochmettwurst? Besser nicht. Man könnte ja auch eine Pizza bestellen. Gestern kam auch so ein Flyer von einem neuen Sushi-Lieferdienst, den könnte ich ja auch mal ausprobieren. Aber das würde meinen guten Vorsätzen entgegenstehen.

Pfannkuchen fielen mir ein. Die gibt es bei mir immer, wenn mir gar nichts anderes einfällt. Die könnte ich auch schön mit dem Rhabarberkompott von letzter Woche essen. Aber der Kühlschrank enthielt zu meiner Verblüffung kein einziges Ei – ohweiohwei.

Ich spähte also nochmal in den Schrank – aus irgendwas sollte man da doch Pizza herstellen können. Also, die Pilze, dazu Mais und Ananas. Und ein Glas Würstchen – das stellte ich wieder zurück. Ebenso die Dose Mockturtle. Kurz durchzog mein Gehirn der Gedanke „vegetarisch“ – aber das verwarf ich gleich wieder. Und dann fielen mir die Geflügelfrikadellen ein – mein Spontankauf von gestern. Kann man Frikadellen auf Pizza legen? Bestimmt – und man kann sich beim Essen ja vorstellen, dass es feinstes Filet wäre. Also werkelte ich drauflos.

Meine Thunfischpizza wandelte sich also im Laufe des Kochprozesses in eine Pizza Shredded Chicken Hawaii, mit Mais und Ananas. Übrig blieben die Zwiebeln und die Pilze – die kommen irgendwann dieser Tage mal dran, vielleicht anstatt grüner Götterspeise oder so.

Meine Pizza – der besseren Übersicht halber noch ohne Käse

 

Nachtrag: Ich habe ein Stückchen gegessen. Keine Sterne-Küche, aber lecker 🙂

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