Fundstücke 34: Sammeltassen

Früher standen sie in Vitrinen in fast jeder guten Stube: die Sammeltassen. Inzwischen sieht man sie eher auf Flohmärkten. Immer mal wieder nehme ich eine in die Hand und bewundere sie. Allerdings kaufte ich bislang noch keine, denn einen Haufen nicht zusammenpassender Tassen kann ich nicht gebrauchen, und Platz, um sie auszustellen, habe ich auch nicht.

In früheren Zeiten waren diese Tasse beliebte Geschenke – zumindest bei den Schenkenden. Ich weiß von einer älteren Dame, die jede Menge dieser mit Konfekt gefüllten Tassen zur Konfirmation bekam, dass sie nicht wirklich begeistert von diesen Gaben war.

Auch bei meinen Verwandten standen solche Tassen – wenn sie denn vorhanden waren – nur im Schrank herum und wurden nicht benutzt. Als Kind fand ich dieses nicht zusammenpassende Geschirr immer interessant und rätselhaft – und auch schön. Wahrscheinlich war ich die Einzige weit und breit, die diese Tassen wirklich mochte.

Umso mehr freue ich mich über den Schrank mit Sammeltassen, der seit einer Weile in der „Begegnungsstätte am Rothschildpark“ des Frankfurter Bürgerinstitus aufgestellt ist – im Keller zwar und nicht im Foyer, aber immerhin. Ich habe dort jeden Donnerstag einen Kurs und laufe dann an diesem Schatzkästchen vorbei.

Natürlich bin ich froh, dass dieser Schrank im Bürgerinstitut steht und nicht bei mir zuhause – das müsste man ja alles abstauben. Auch bin ich sehr dankbar, dass ich zur Konfirmation keine Konfekttassen bekam. Aber ich schaue immer gerne ein wenig die gesammelten Sammeltassen an, bevor ich in meinen Seminarraum gehe – um der guten alten Zeiten willen.

8 Kommentare zu “Fundstücke 34: Sammeltassen

  1. Ach ja die Sammeltassen… Auch ich (m,37) habe so eine kleine Sammlung. Allerdings nicht zum sammeln, und auch nicht als Wertanlage. Sondern tatsächlich als Gebrauchsgegenstand. Bei mir wird daraus getrunken. Entgegen der allgemeinen Mode gibt es bei mir nach dem Essen keinen Schicki-Micki (übrigends könntest du dich vielleicht mal darum kümmern woher der Ausdruck kommt ^^) Espresso aus dem doppelwandigen Schicki-Micki Espressoglas – sondern altmodischen Mokka. Was dann auch zu den Tassen passt. Da hübscht es auch den Tisch auf wenn jeder eine andere Tasse hat. Manche meiner Freunden haben so mittlerweile ihre – ganz persönliche – Stamm-Sammeltasse.

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  2. Ich glaube das kann man tatsächlich – also sich bei mir wohlfühlen. Zumindest wenn einen die krummschnäbeligen Mitbewohner nicht stören 🙂 Für dich Meike würde sich bestimmt auch eine Stamm-Sammeltasse finden…
    Ich finde es auch schön wenn es eben nicht einfach nur herumsteht sondern tatsächlich benutzt wird. So wie das Tafelsilber das sich im Schrank nur schwarz ärgert. Holt die guten Teile an´s Licht – dafür sind sie gemacht.

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