Besuch auf dem Craft Beer Festival

Gestern war ich mit der ewigen Antje mal wieder Bier trinken. Eigentlich bin ich ja eher Weintrinkerin, aber ab und zu schmeckt mir auch Bier. Und diese Veranstaltung klang verlockend: Eine Menge kleiner Brauereien versammelt an einem Ort mit der Gelegenheit, verschiedene Biersorten zu probieren. Wir machten uns also auf zum Campus der Goethe-Universität, wo die Sache stattfinden sollte.

Die Veranstaltung war nicht groß, doch da man ohnehin nicht unbegrenzt Bier probieren kann und sollte, machte uns das nichts aus. Wir holten uns unsere Gläser und fingen gleich mal an – Antje mit einer weißen Eule, einem Weizenbier mit Bananenarome, und ich mit einem milden Lagerbier namens Nikl Zwickel Die fantasievollen Namen der Biere zogen sich durch, wir lachten sehr über Biersorten wie Motoröl oder Hurricaine. Schnäpse gab es ebenfalls, da hielten wir uns dieses Mal aber vornehm zurück.

Grundsätzlich muss ich sagen, dass mir fast jedes der getesteten Biere gut schmeckte, und damit meine ich, besser als das übliche Flaschen- oder Gastronomiebier. Das mag natürlich auch daran liegen, dass man immer nur eine kleine Bierportion hatte  – in der Regel großzügig gezapfte 0,1 Liter – und dann die Sorte wechselte. Ich mag dunkle Biere in der Regel lieber als helle und davon gab es reichlich zu probieren. Antje hingegen nahm ausschließlich helle Sorten. Am teuersten Bierstand entschieden wir uns für die gleiche Sorte, was ein Fehler war: Das Gesöff schmeckte fast nach nichts, stank aber aus dem Glas wie Hund hinten. Schreck und Graus – das war die einzige Probe, die ich nicht austrinken konnte.

Craft Beer FestivalZu essen gab es natürlich auch: Es gab einige Wagen draußen im Hof, an denen man sich verpflegen konnte. Das Angebot war nicht riesig, aber solide, bei mir gab es einen wirklich guten Cheeseburger sowie ein sizilianisches Gericht, das mir zuvor noch nicht untergekommen war: Ein mit Rinderragout und Käse gefülltes, frittiertes Reisbällchen.

Alles in allem bin ich etwas unentschlossen, was meine Meinung über dieses Festival angeht: Das Probieren der Biere aus den kleinen Brauereien hat mir viel Spaß gemacht. Mir fehlten aber ein paar mehr Sitzplätze oder Stehtische, damit man sich mit den Testbieren einigermaßen bequem hätte platzieren können. Es gab einige Bierbänke und wenige Tische, aber die meisten Plätze waren draußen. Glücklicherweise war es gestern trocken, was Anfang April ja nicht selbstverständlich ist – diese Planung fand ich schon sehr mutig und habe gegen Abend auch etwas gefroren.

Craft Beer Festival, SpirituosenstandAuch ist dieses Festival kein günstiges Vergnügen: Jede Bierprobe kostete mindestens einen Euro, gerne auch mal mehr. Man kam so auf einen normalen Gastronomiepreis, teilweise auch auf deutlich mehr. Das ist für mich eigentlich in Ordnung für solche ungewöhnlichen Biere, doch der Eintrittspreis von 10 Euro erklärte sich mir nicht. Im Grunde war es ja eine Werbeveranstaltung für die Brauereien. Da dürfen die Veranstalter gerne nochmal in sich gehen und über Preis und Leistung nachdenken.

2 Kommentare zu “Besuch auf dem Craft Beer Festival

  1. Von den meisten, handwerklich gebrauten Bieren war ich bisher enttäuscht. Viel schmecken nicht und für eine Pulle bis zu 10 oder 12 €, also mehr als ich für einen meiner Meinung nach sehr guten Wein ausgebe, das widerstrebt mir – auch wenn damit geworben wird, dass Clooney derartiges Bier in angesagten New Yorker Locations trinkt.

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    • Ich bin auch eher Weintrinkerin und würde nicht zu viel Geld für Bier ausgeben wollen. Diese dunklen, malzigen Biere, die ich gestern probierte, mochte ich aber alle recht gerne. Ich kann Bier allerindgs nicht allzu gut vertragen – heute morgen hatte ich einen dicken Kopf, obwohl ich gestern nicht sehr betrunken war.

      Und ich wusste gar nicht, dass Clooney was anderes trinkt als Kaffee 🙂

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