Travemünder Ansichten

Bei mildem Frühlingswetter machten meine Schwester und ich einen Ausflug von Timmendorf nach Travemünde. Da mir der Name dieses Ortes schon immer ein Befriff ist, hatte ich irgendwie mit einem größeren Städtchen gerechnet. Inzwischen weiß ich, dass Travemünde eigentlich nur ein Stadtteil von Lübeck ist und rund 14.000 Einwohner hat – weniger als mein Heimatort.

Schon allen die Fahrt mit dem Bus dorthin war ein Erlebnis, für einen Euro gab es jede Menge zu sehen. Viele schöne alte Häuser standen in riesigen, gepflegten Gärten. Das wäre ja nicht mein Fall, wenn ich so etwas zu pflegen hätte, aber anschauen mag ich so etwas ausgesprochen gerne.

In Travemünde flanierten wir vom Strand(bus)bahnhof zur Promenade und liefen weiter in Richtung Ort. Unterwegs kehrten wir ein – in ein Lokal, das eine tolle Aussicht auf das Wasser bot und in dem man uns einen unglaublich grauslichen Kaffee servierte. Wenn wir später darüber sprachen, hieß dieser Ort nur noch „Gaststätte zum gräsigen Kaffee“.

Ganz in der Nähe gab es allerdings etwas Schönes: einen Spielplatz, komplett mit Wrack und Schatzkisten. Dort hätte ich als Kind sicherlich auch gerne mal gespielt.

Besonders gut gefielen mir die vielen alten Häuser in der Travemünder Altstadt. Vor der Strandpromenade aus kam man eigentlich automatisch dort hin. Eines der ersten alten Häuser ist die „Alte Vogtei“ (1551), die einen dieser alten „Zackengiebel“ hat, die ich schon als Kind ungemein hübsch fand.

In der Travemünder Altstadt findet man viele kleine Häuser, die sehr liebevoll restauriert wurden. Einige sind so klein und schmal, wie ich es bislang nur aus niederländischen Städten kannte. Ich bin etwas im Zweifel, was den Wohnkomfort darin angeht, aber niedlich sind sie auf jeden Fall.

Ein bisschen blauer Himmel hätte meinen Fotos gut getan, doch die Sonne verließ uns leider direkt nach dem Cafébesuch (auch das wird an diesem fiesen Kaffee gelegen haben).  Trotzdem war es ein schöner, entspannter Ausflug, auf dem wir ganz zum Schluss noch etwas ganz Neues kennenlernten: Eine Ampel, an der uns beim Drücken eines Knopfes die nächsten Busverbindungen vorgelesen wurden. Ein Service für Blinde, der uns zunächst verwirrte, der bei den vielen Linien, die an unserer Haltestelle abfahren sollten, aber sicherlich sinnvoll war.

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