Und die Handlung bleibt im Dunkeln

In der letzten Zeit fällt mir immer wieder auf, dass es modern zu sein scheint, Filme so zu drehen, dass die Darsteller größtenteils im Dunkeln tappen. Besonders stieß mir das bei „Die Frau in Schwarz 2“ auf, aber da dieser Film ohnehin ein unsägliches Machwerk ist, über das ich unabsichtlich in der Sneak-Preview stolperte, lasse ich den sogar außen vor. Doch immer wieder passiert es mir, dass Filme oder Serienfolgen über die Mattscheibe flimmern, bei denen ich mich frage, ob der Fernseher wohl kaputt ist. Zu sehen sind nur Schemen, die Musik klingt bedrohlich bis dramatisch und zwischendurch –BÄÄÄMMM! – passiert irgendwas. Und wenn es nur so etwas Triviales ist, wie dass jemand in einen Kuhfladen tritt oder eine Kommissarin aus Lichtmangel fast den Kollegen erschießt. Aber eben nur fast – hach, was sind wir erleichtert!

Mir ist nicht so recht klar, warum man diesen Handlungsaufbau nicht den Hörspielproduzenten überlässt. Ich ärgere mich über derartig billige Methoden des Spannungsaufbaus. Entweder eine Geschichte ist spannend, dann kann man ruhig zeigen, was da passiert. Oder sie ist es nicht, dann sollte man sie verwerfen.

Natürlich habe ich nichts dagegen, wenn Teile eines Films einmal im Dunklen spielen: Wenn die Fünf Freunde durch eine Höhle laufen, stehen da natürlich keine Straßenlaternen, das war mir schon als Kind klar. Aber die derzeitige Häufung von Filmen in totaler Düsternis erscheint mir wie der Versuch, die Inhaltsleere der Drehbücher zu verdunkeln. Und darüber ärgere ich mich als Zuschauer – weil Schauen nämlich mit Sehen zu tun hat.

Anmerkung: Die hier eingefügten Fernsehszenen sind nur Beispiele – noch ärgerlicher finde ich es, wenn ich im Kino im Dunklen sitze. Da habe ich allerdings Hemmungen, zu fotografieren.

3 Kommentare zu “Und die Handlung bleibt im Dunkeln

    • Ich gucke schon gerne Fernsehen, wenn ich die Zeit dazu habe. Im Moment bin ich krank geschrieben, da hatte ich ein paar Tage lang eh‘ zu nichts anderem genug Hirn. Aber dieses Dunkle, mit der dramatischen Musik und diesem total bekloppt ausgesteuerten, viel zu lauten „BÄMM“, wenn was passiert, bringt mich jedes Mal dem Herzinfarkt nahe 😦

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  1. Ich stimme dir voll zu.
    Insgesamt gibt es wirklich wenige richtig gute Filme. Trotzdem gucke ich auch immer wieder, immer in der Hoffnung, eine Perle zu finde. Und manchmal habe ich Glück. Erst letztens war ich fasziniert von einem nordischen Krimi (den zweiten Teil konnte ich leider noch nicht bzw. nicht mehr sehen), wo der Zuschauer von Anfang an das Verbrechen kannte, und trotzdem war die Handlung unglaublich interessant und auch spannend – und das ohne große Effekte. Das ist für mich ein guter Film. Obwohl ich zugeben muss, so manche Actionfilme auch zu mögen. Es sei denn, sie sind einfach zu plump oder ohne Überraschungen aufgebaut.

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