Flusskreuzfahrt 2015 – Fazit

Und nun sind wir also seit Freitag wieder da – voll mit neuen Eindrücken und Erfahrungen. Viel habe ich gelernt, und zwar aus ganz unterschiedlichen Wissensgebieten:

Über die Route:      

  • Ich liebe altes Gemäuer und schöne Altstädte. Irgendwann möchte ich noch mal zurückkommen und diese ganzen alten Städte in aller Ruhe angucken – besonders Gent und Brügge.
  • Die dicke Dame in Hoorn

    Ich weiß jetzt, wie sehr die Niederländer immer mit dem Wasser gekämpft haben. Ich war zwar früher schon öfters in Holland und wusste um die Eindeichungen und die dem Meer abgerungenen Flächen. Aber dass die da überall auf so nassem Grund wohnen, war mir nicht klar.

  • Belgisches Bier schmeckt mir gut. Holländisches auch, aber das wusste ich schon.
  • Genever ist immer noch ein Teufelszeug

Über meine Mitreisenden

  • Die hatten viele Facetten: den Flussreisenden an sich gibt es wohl nicht.
  • Die Schiffspassagiere waren nicht so alt wie befürchtet und ich habe etliche nette Leute kennengelernt. Viele waren „alte Hasen“ in Sachen Kreuzfahrten und gaben bereitwillig Auskunft.
  • Es war mal wieder schön, die Menschen zu beobachten – eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Nicht jedes Paar, das optisch gut zusammenpasst, hat sich auch was zu sagen. Im Gegensatz dazu können Feuer und Wasser eine Symbiose bilden.
  • Das Rotlichtviertel schreckte viele Reisende ab – hauptsächlich weibliche. Die Männchen waren neugierig, durften aber nicht mitlaufen und mussten uns hinterher ganz genau ausfragen. Wer bei den Paaren bei diesem Thema den Hut aufhatte, war ganz klar.
  • Gerade die Senioren erwiesen sich als echte Schluckspechte: Was da schon am hellen Vormittag an Bier, Wein und Aperol Sprizz durchlief, hat uns immer wieder in Erstaunen versetzt. Ob man das im Alter leichter verstoffwechselt? Ich glaube, nach mehreren Aperol Sprizz am Vormittag müsste ich mich hinlegen.

Auch ein Gesicht auf dieser Flusskreuzfahrt …

Über Musik:

  • Die richtige Musik kann eine tolle Untermalung zu einer leisen Flussfahrt sein. Gerade bei der Fahrt durch die Industrieanlagen hat mir das sehr gefallen.
  • An 9 Tagen am Stück Chill-out-Musik schon zum Frühstück zu hören macht aggressiv.
  • Lieber Helene Fischer als Karnevalslieder.
  • Selbst der freundlichste Unterhaltungschef kann an der ungestimmten Trompete zum Terroristen werden und die Lounge leerblasen.

Industrieanlage am Rhein – dazu passte Enzos Chill-out-Musik

Über Pauschalreisen im Allgemeinen und Flusskreuzfahrten im Speziellen:

  • Freigetränk: Pferdebrunnen in Brügge

    Gerade nach dem Theater mit unserem insolventen Veranstalter habe ich den Service des Reisebüros sehr geschätzt. Danke, lieber Herr Müller vom First Reisebüro in Sachsenhausen.

  • Vollpension ist mir fremd, auf feste Zeiten fürs Mittagessen und Kaffee kann ich gut verzichten. Halbpension finde ich ganz angenehm, und das Beste am Tag ist ein gutes Frühstück.
  • Hinter einem Reiseleiter herzulaufen, mag ich recht gerne. Gerade, wenn man nur kurz in einer Stadt ist, bekommt man so viel zu sehen und interessante Details zu hören.
  • Man lebt auf so einer Fahrt nach einem festen Zeitplan. Da dies an den Anlegezeiten liegt, kann ich damit gut leben.
  • Gerade bei schlechtem Wetter sitzt man sich auf so einem kleinen Schiffchen ziemlich auf der Pelle: Die kleine Lounge ist dann bis auf den letzten Platz gefüllt und das dauernde Unterhaltungsprogramm wird mir lästig. Schade, dass man keine Gute-Wetter-Pauschale buchen kann – das wäre es mir wert gewesen.

Würde ich es wieder tun?       

Auf jeden Fall. Es ist nicht so, dass ich nun zum jährlichen Kreuzfahrer werde, aber ab und zu kann man seinen Urlaub schon so verbringen. Es gibt noch viele interessante Flüsse, die ich gerne mal abfahren möchte. Und irgendwann will ich auch mal einen der ganz großen Pötte ausprobieren und die sieben Meere erobern, auch wenn mich im Moment diese Menschenmassen noch abschrecken.

Belgisches Bier

 

Nachtrag:

Die netten Reisegefährten aus Hamburg wiesen soeben darauf hin, dass man noch etwas auf der Fahrt lernen konnte: Fährt man mit einem Glas Wein in der Hand unter einem soeben hochgezogenen Schleusentor hindurch, regnet es Flusswasser in den Rebensaft. Wenn das mal keine Erkenntnis ist 🙂

4 Kommentare zu “Flusskreuzfahrt 2015 – Fazit

  1. Nee Meike, so geht es gar nicht. Helene Fischer ist Terror pur, das kann doch nicht beliebter sein als Karnevalslieder? Ansonsten kann ich nur sagen: Genever ist der Himmel auf Erden. Besonders Bessen- oder noch besser Bramengenever. Der Anblick von Leffe weckt Sehnsucht … Hach schön, danke für den Bericht.

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