Flusskreuzfahrt 2015 – erste Eindrücke

Abendstimmung auf der Arosa

Abendstimmung auf der Arosa

Wir traten unsere Urlaubsreise mit der Arosa Flora an, einem Schiff, das erst seit 2014 unterwegs und daher neu und modern ist. Wir durften ab 14 Uhr auf das Schiff, um 17 Uhr sollte es losgehen. Pünktlich trafen wir ein, um verdutzt festzustellen, dass das Schiff rappelvoll war und viele Reisende schon die erste Mahlzeit einnahmen. Wir würden feststellen, dass auch hier wie an jedem Urlaubsort das Essen einen enormen Raum einnehmen würde – und dass es wie immer „Frühsitzer“ gab, die sich immer schon eine Weile vor der Öffnung des Buffets zurechtsetzten, um dann, wenn es losgehen durfte, einen olympiareifen Sprint hinzulegen. Auf den ersten Blick waren unsere Mitreisenden übrigens nicht uralt – es waren sogar ein paar Familien mit Kindern oder Teenagern dabei.

Ein netter Helfer nahm uns die Koffer ab und behängte sie mit Kofferanhängern (wir selber hatten das mal wieder versäumt). Wir würden unser schweres Gepäck an die Tür geliefert bekommen – ein angenehmer Service. Überhaupt wurden wir sehr nett begrüßt. Man erklärte uns das Prozedere und wies uns unsere Kabine – und da kamen auch schon die Koffer. Dann ging es ans Auspacken.

Zu unserer Erleichterung war die 14,5-Quadratmeter große – oder kleine? – Kabine geräumiger, als wir uns das gedacht hatten. Die Betten waren schmal, aber ausreichend, jeder bekam drei Ablagefächer im Schrank, ein paar Kleiderbügel zum Aufhängen der nicht vorhandenen Festgewänder und einige Fächer für Klimbim – also das, was man immer so mit sich herumschleppt. Anfangs sah das alles noch sehr aufgeräumt aus, das würde sich nach etlichen Einkäufen in Holland und Belgien ändern.

Schiffskabine Arosa Flora

Meike in der noch aufgeräumten Schiffskabine, Bild geknipst von Antje

Auch das Bad, winzig nach meinem Verständnis, komfortabel aus Antjes Altbauwohnungs-Bewohnerinnen-Blickwinkel, war sehr durchdacht geplant und hatte genug Platz für alle Kleinigkeiten, die man für die individuelle Reinlichkeit so benötigt.

Für Heiterkeit sorgte allerdings unser „Notbett“: ein herunterklappbares drittes Bett, das an der Wand über meinem Bett angebracht war. Denn bei der Arbeit hatte jemand gefragt, ob unsere Schiffskojen Etagenbetten sein würden, was wir lachend und entsetzt winkend verneint hatten. Nun, wir hätten das tatsächlich so machen können – wollten wir aber nicht.

Wir richteten uns also ein und gingen dann hinauf auf das Sonnendeck, um das Urlaubsanfangs-Radler zu trinken, uns zu sonnen und die feierliche Ausfahrt aus dem Kölner Hafen zu genießen. Ein Blick auf den Kölner Dom, bei leichtem Wind endlich die drückende Hitze der letzten Wochen loswerden – das war wirklich wunderschön. Dass der DJ während dieser feierlichen halben Stunde Karnevalslieder spielte, ließ uns schmunzeln: Die Karawane zog weiter, die Sultaninnen hatten Durst. Noch viele Male würden wir auf dieser Fahrt über die Musik lächeln. Und auch über Enzo, den bordeigenen Unterhaltungschef: ein immer freundlicher älterer Herr, der selber sang, Keybord, Gitarre und Trompete spielte und sich freute, wenn er jemandem einen Musikwunsch erfüllen durfte. Für die abendliche Fahrt durch die Industriestädte am Rhein wählte er für das Sonnendeck eine entspannte Chill-out-Musik, die irgendwie gut passte und dem langsamen, sehr leisen Dahingleiten des Schiffes etwas Unwirkliches gab. Trotz des auffrischenden Windes genossen wir den ersten Abend auf unserem Flussschiff sehr.

die dicke Dame auf der Arosa

Warm eingemummelt auf dem Sonnendeck: Wie gut, dass jeder Passagier eine dicke Wolldecke haben konnte

Und wir bekamen unsere erste Vollpensions-Mahlzeit. Das war für uns ja mal wieder etwas Neues: An Bord der Arosa Flora hatten wir „Vollpension Plus“, also Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Abendessen. Lediglich die Getränke-Vollpauschale hatten wir nicht mitgebucht, weil wir fanden, dass so viel nicht einmal wir würden trinken können – ein späteres Nachrechnen gab uns mit dieser vagen Vermutung mehr als recht. Wir hatten also rote Gästekarten, auf die unser Bordverzehr gebucht wurde, die All-inclusive-Mitreisenden hatten silberne. Zu unserer Verblüffung mussten wir feststellen, dass etliche Mitreisenden uns deshalb ganz offensichtlich für arme Schlucker hielten und immer wieder versuchten, uns durch abenteuerliche Schummelmethoden zu einem abendlichen Wein auf ihre Silberkarten einzuladen. Nett gemeint, seltsam gemacht und absolut unnötig. Denn unseren Wein können wir immer noch selber bezahlen.

Das mit der Vollpension war ungewohnt, gehen wir doch sonst im Urlaub immer dann essen, wann es uns passt. Natürlich war man nicht gezwungen, an den Mahlzeiten teilzunehmen – sehr oft ließen wir das Mittagessen weg und zum Kaffee schafften wir es gerade zwei Mal. Viele Gäste waren da genauer als wir und gerade die „Frühsitzer“ sorgten für eine neue sportliche Disziplin: Denn es gab immer wieder einige ketzerische Leute, die sich gerne dort hinsetzten, wo ein zu spät kommender Frühsitzer sonst zu sitzen pflegte – und das nur, um sich am verblüfften Gesicht des vertriebenen Stammplatzbesitzers zu weiden. Einige Passagiere machten sich daraus einen großen Spaß, uns passierte so etwas eher unabsichtlich, denn wir setzten uns immer einfach da hin, wo Platz war oder wo schon jemand saß, mit dem wir schwatzen wollten. Denn auf so einem Schiff bilden sich überraschend schnell Grüppchen und Allianzen – davon in der nächsten Folge mehr.

Segelboot im Sonnenuntergang

Segelboot im Sonnenuntergang

2 Kommentare zu “Flusskreuzfahrt 2015 – erste Eindrücke

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